LION E-Mobility Aktie: 35 Millionen Jahresprognose trotz H1-Rückgang
LION E-Mobility verzeichnet im ersten Halbjahr 2026 einen deutlichen Umsatzrückgang, hält jedoch an seinen ambitionierten Jahreszielen fest.

Kurz zusammengefasst
- Umsatzrückgang im ersten Halbjahr
- Jahresziele bleiben unverändert
- Neue Batteriegeneration in Produktion
- Ausbau der Speichergeschäfte geplant
LION E-Mobility verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 einen deutlichen Umsatzrückgang, hält jedoch an seinen ambitionierten Jahreszielen fest. Die Aktie reagierte am heutigen Donnerstag mit einem Kursverlust von 8,6 % und notiert bei 1,90 €. Trotz der schwachen Halbjahresbilanz erwartet das Management für den weiteren Jahresverlauf eine signifikante Beschleunigung des Geschäfts, getrieben durch neue Produkte und abgeschlossene Werksumstellungen.
Werksumstellung belastet Halbjahreszahlen
Nach Unternehmensangaben sanken die Erlöse in den ersten sechs Monaten auf 6,9 Millionen Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch 10,4 Millionen Euro erzielt worden waren. Das vorläufige operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) ging von 1,3 Millionen Euro auf 0,1 Millionen Euro zurück. Damit notiert das Papier aktuell rund 13 % unter seinem 50-Tage-Durchschnitt.
Medienberichten zufolge begründet das Management die Entwicklung unter anderem mit Vorzieheffekten der Kunden zum Ende des vergangenen Jahres. Zudem führte eine geplante zweimonatige Werkspause im Mai und Juni zu Einschränkungen.
Diese Schließung diente der Umstellung der Fertigungslinien auf die neue NMC+-Batteriegeneration. Die Serienproduktion dieser neuen Technik ist Ende Juni angelaufen, wobei die vollständige Automatisierung der Fertigungsprozesse bis Ende September abgeschlossen sein soll.
Zuversicht für das Gesamtjahr
Ungeachtet des schwachen Starts bestätigt LION E-Mobility die Prognose für das Gesamtjahr 2026. Das Unternehmen strebt einen Umsatz von über 35 Millionen Euro und ein stark positives EBITDA an. CEO Dr. Joachim Damasky geht davon aus, dass der wesentliche Teil des Jahresumsatzes im zweiten Halbjahr generiert wird. Dabei wird das vierte Quartal aufgrund der hochlaufenden NMC+-Produktion als das stärkste Vierteljahr erwartet.
Ein wesentlicher Wachstumstreiber soll das Geschäft mit stationären Batteriespeichern (BESS) werden. In Kooperation mit der Renoc GmbH meldete das Unternehmen gestern den Abschluss der ersten Bauphase eines Projekts in Finsterwalde. Die Anlage verfügt über eine Leistung von 5 MW und eine Kapazität von 20 MWh. Sie dient als Referenzobjekt für die weitere Geschäftsentwicklung in diesem Segment.
Expansion im Speicher-Markt
Das Projekt in Finsterwalde ist der Auftakt für eine umfangreichere Pipeline. Medienberichten zufolge plant LION E-Mobility für den Jahresbeginn 2027 eine Erweiterung des Standorts auf eine Gesamtkapazität von 40 MWh bei einer installierten Leistung von 15 MW. Der Bereich der Grid-Scale-Speicherlösungen umfasst aktuell eine Pipeline von 60 potenziellen Projekten.
Nach Angaben des Unternehmens befinden sich bereits über 20 aktive Kundengespräche in der Umsetzung. Dieser Ausbau der Aktivitäten im Bereich der stationären Speicher soll dazu beitragen, die Abhängigkeit von einzelnen Produktionszyklen zu verringern und die Marktposition im Bereich der E-Mobilität und Energiewende zu festigen. Die Erreichung der Jahresziele hängt nun maßgeblich davon ab, wie schnell die neue Serienproduktion die bestehende Nachfrage bedienen kann.
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