WPP Aktie: Goldman Sachs startet mit Sell-Rating
Goldman Sachs stuft WPP auf Verkauf ein und sieht strukturelle Probleme. Die Aktie fällt deutlich und notiert nahe dem Jahrestief.

Kurz zusammengefasst
- Goldman Sachs rät zum Verkauf
- Kursziel liegt bei 240 Pence
- Sorgen um Wachstum und Cashflow
- Aktie verliert über neun Prozent
WPP gerät unter Druck. Goldman Sachs startet die Beobachtung der Aktie direkt mit einer Verkaufsempfehlung und setzt das Kursziel auf 240 Pence. Das ist ein klares Misstrauensvotum für den britischen Werberiesen.
Wachstum bleibt der Engpass
Die Bank rechnet damit, dass WPP ohne tieferen Umbau des Portfolios kaum rasch zu organischem Wachstum zurückfindet. Genau dort liegt der Kern des Problems. Der Konzern kämpft nicht nur mit schwacher Dynamik, sondern auch mit einer Struktur, die aus Sicht der Analysten zu schwerfällig wirkt.
Hinzu kommt die Sorge um den freien Cashflow. WPP will unter CEO Cindy Rose zwar rund 500 Millionen Pfund sparen. Goldman geht aber davon aus, dass höhere Mitarbeiteranreize, nötige Investitionen und steigende Löhne einen großen Teil dieser Effekte wieder auffressen.
Umbau bringt neue Unsicherheit
WPP arbeitet bereits an seiner „Elevate28“-Strategie. Der Konzern will die Struktur vereinfachen und das Geschäft auf vier Kerneinheiten zuschneiden. Im Markt kursieren außerdem Berichte über einen möglichen Verkauf der PR-Sparte Burson.
Das könnte zwar Geld freisetzen. Gleichzeitig würde WPP damit aber auch einen stabilen Ergebnisbeitrag verlieren. Die Aktie steht damit zwischen Entlastung und Substanzverlust. Kein einfaches Gleichgewicht.
Goldman Sachs bewertet die Branche im Vergleich deutlich freundlicher. Publicis und Omnicom stuft die Bank mit „Buy“ ein. WPP landet damit klar am unteren Ende der Peer-Gruppe.
Kurs rutscht nahe das Tief
Der Markt reagierte hart auf die neue Einschätzung. Die Aktie verlor am Donnerstag 9,12 Prozent und fiel auf 2,89 Euro. Seit Jahresbeginn liegt das Minus bei 26,28 Prozent.
Der Kurs notiert nur noch knapp über dem 52-Wochen-Tief von 2,52 Euro. Von dem Hoch bei 6,90 Euro ist WPP weit entfernt. Der RSI von 36,1 zeigt ein schwaches, aber noch nicht überzogenes Bild. Dazu kommt eine hohe 30-Tage-Volatilität von 43,48 Prozent.
Ein paar operative Lichtblicke reichen nicht
WPP Media meldete im ersten Quartal 2026 zwar eine führende Rolle beim Neugeschäft in Indien. Für eine echte Stimmungswende reicht das bisher nicht aus. Zu groß bleiben die Zweifel an Wachstum, Cashflow und Umbaugeschwindigkeit.
Am Markt richtet sich der Blick nun auf weitere Details zum möglichen Verkauf von Unternehmensteilen und auf Fortschritte bei der Vereinfachung des Konzerns. Erst wenn WPP hier messbar liefert, bekommt die Aktie wieder Halt.
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