Silber Preis: Fed-Entscheid am Mittwoch
Die US-Notenbank entscheidet über den weiteren Zinspfad, was die Richtung für das angeschlagene Edelmetall vorgibt.

Kurz zusammengefasst
- Silber verlor 25 Prozent in 30 Tagen
- Fed-Zinsentscheidung als entscheidender Faktor
- Unterstützung bei 54 USD, Widerstand bei 80 USD
- Dot Plots geben wichtige Signale
Silber steht vor einer entscheidenden Woche. Innerhalb von 30 Tagen hat das Edelmetall fast ein Viertel seines Wertes verloren — und liegt nun rund 44 Prozent unter seinem Januarhoch von 121,78 USD. Am Mittwoch entscheidet die US-Notenbank über den Zinspfad. Das dürfte die Richtung vorgeben.
Inflation und Anleiherenditen als Gegenwind
Der Hauptdruck kommt von zwei Seiten. Hartnäckige Inflation in den USA — befeuert durch Energiekosten, die seit dem Ukraine-Krieg erhöht geblieben sind — lässt den Spielraum der Fed schrumpfen. Gleichzeitig notieren 10-jährige US-Staatsanleihen nahe 4,5 Prozent Rendite. Silber wirft keine Zinsen ab. Bei steigenden Realrenditen verliert das Edelmetall an Attraktivität gegenüber festverzinslichen Papieren.
Ein Gegengewicht liefert der Dollar. Der US-Dollar-Index scheiterte zuletzt an der Marke von 100 Punkten. Ein schwacher Dollar verbilligt Rohstoffe für Käufer außerhalb des Dollarraums — das stützt die Nachfrage tendenziell.
Dot Plots als eigentlicher Kurstreiber
Eine Zinserhöhung am Mittwoch erwartet kaum jemand. Entscheidend sind die Quartalsprojektionen der Fed — die sogenannten Dot Plots — zu Wachstum, Inflation und künftigen Zinsen. Fallen sie restriktiv aus, droht ein Rücksetzer in Richtung 54 USD. Sendet die Fed taubenhafte Signale, könnte eine Erholung bis in die Zone um 80 USD einsetzen.
Aktuell notiert Silber bei 68,13 USD — rund zehn Prozent unterhalb des 50-Tage-Durchschnitts. Der RSI liegt bei 40,7 und zeigt damit keine überkaufte Lage, aber auch keine klare Stabilisierung.
Zwischen 54 und 80 USD
Die technischen Marken sind klar gesetzt. Die 54-USD-Zone fungiert als Unterstützung nach unten. Die 80-USD-Zone markiert das Ziel im bullischen Szenario. Welche Seite zuerst getestet wird, hängt maßgeblich davon ab, wie die Fed ihre wirtschaftlichen Aussichten kommuniziert. Bei einer annualisierten Volatilität von knapp 61 Prozent kann der Markt schnell reagieren — in beide Richtungen.
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