Coinbase Aktie: Senat bremst Krypto-Branche aus
Nach dem gescheiterten Clarity Act geraten Coinbase, Circle und Bitcoin unter Druck; für die Branche bleibt der regulatorische Rahmen unsicher.

Kurz zusammengefasst
- Coinbase verliert rund neun Prozent
- Clarity Act scheitert mit 50 zu 49
- Bitcoin fällt auf 75.900 Dollar
- Neue Gesetzesinitiative wohl erst nächstes Jahr
Der US-Senat hat der Kryptoindustrie eine Abfuhr erteilt. Eine Verfahrensabstimmung zum sogenannten Clarity Act scheiterte am Dienstag deutlich unterhalb der nötigen Mehrheit — mit Folgen, die sofort an der Börse sichtbar wurden.
Coinbase-Aktien fielen im Handelsverlauf um rund 9 Prozent, Wettbewerber Circle verlor ähnlich stark. Bitcoin selbst geriet ebenfalls unter Druck und rutschte auf rund 75.900 Dollar ab. Der breite Ausverkauf traf damit nicht nur einzelne Werte, sondern die gesamte Kryptobranche.
Was der Clarity Act eigentlich sollte
Der Gesetzentwurf sollte erstmals einen klaren regulatorischen Rahmen für digitale Assets schaffen — mit einer Aufteilung der Zuständigkeiten zwischen der Börsenaufsicht SEC und der Terminmarktaufsicht CFTC. Registrierungspflichten und schärfere Vorgaben gegen Geldwäsche waren ebenfalls Teil des Pakets.
Republikanische Verhandlungsführer hatten den Entwurf erst am Sonntag mit zusätzlichen Ethikauflagen nachgebessert, um demokratische Bedenken zu zerstreuen. Das reichte nicht: Die Abstimmung endete mit 50 zu 49 Stimmen, zehn Stimmen fehlten für die nötige Hürde.
Senatorin Cynthia Lummis, eine der prominentesten Fürsprecherinnen der Branche im Senat, brachte die Stimmung vor der Abstimmung bereits auf den Punkt: Scheitere die Abstimmung, sei die Sache erledigt. Erschwerend kommt der Zeitfaktor hinzu. Die Kongressabgeordneten verlassen Washington Anfang Oktober für den Wahlkampf zu den Zwischenwahlen und kehren erst danach zurück — das Repräsentantenhaus sogar schon Ende dieser Woche.
Regulierung ohne Kongress
Für Coinbase als größte US-Kryptobörse bedeutet das fehlende Gesetz vor allem eines: anhaltende Unsicherheit über die eigenen Rahmenbedingungen. Teile der Branche hatten sich bereits darauf eingestellt, dass klare Regeln eher über Behörden als über den Kongress kommen.
Die SEC hat etwa vorgeschlagen, Start-ups den Verkauf von Token bis zu 75 Millionen Dollar ohne vollständige Registrierung zu erlauben, während die CFTC kürzlich die ersten Bitcoin-Perpetual-Futures in den USA genehmigt hat.
Ein neuer Anlauf für umfassende Kryptogesetzgebung dürfte damit erst nächstes Jahr möglich sein. Bis der Senat nach den Zwischenwahlen wieder handlungsfähig ist, bleibt der regulatorische Status quo bestehen — und mit ihm die Kursschwankungen, die politische Unsicherheit in dieser Branche traditionell auslöst.
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