Salesforce Aktie: Benioff benennt AIForce in SIForce um
ClaudeForce und Agentforce Coworker verzeichnen erste Nutzung; das gemeinsam mit NVIDIA entwickelte Koa wird für Winter 2026 erwartet.
Kurz zusammengefasst
- AIForce heißt laut Medienberichten nun SIForce
- ClaudeForce testet 37 Vertriebsfunktionen
- Agentforce Coworker erreichte 100.000 Nutzer
- Koa-Verfügbarkeit für Winter 2026 erwartet
Salesforce gibt seiner KI-Initiative einen neuen Namen. Medienberichten zufolge hat CEO Marc Benioff AIForce in SIForce umbenannt. Die gestern gemeldete Änderung soll einer Direktive von Präsident Trump folgen: „Künstliche Intelligenz“ soll demnach durch „Superintelligenz“ ersetzt werden. Für Anleger wiegt allerdings die Umsetzung der angekündigten Produkte schwerer als das neue Etikett.
Die Umbenennung begleitet eine breitere Produktoffensive. Salesforce will seine Daten und Arbeitsabläufe über externe KI-Oberflächen zugänglich machen. Zugleich soll das gemeinsam mit NVIDIA entwickelte Modell Koa komplexe Aufgaben im Kundenmanagement übernehmen. Damit stehen die praktische Nutzung und die Verlässlichkeit der Anwendungen im Mittelpunkt.
Neue Bezeichnung, gleiche Integrationsaufgabe
Auf der Dreamforce stellte Salesforce AIforce als Verbindungsschicht zu Anwendungen wie Claude, Slack, Gemini Enterprise und Amazon Q vor. Der Ansatz bringt Salesforce-Daten und Arbeitsabläufe dorthin, wo Nutzer mit KI-Systemen arbeiten. Nach Unternehmensangaben gilt für alle Versionen „Zero Data Retention“. Kundendaten würden nicht zum Training der Modelle verwendet.
Das ist für die Einordnung der Namensänderung wesentlich: Der wirtschaftliche Nutzen hängt davon ab, ob diese Verbindungen alltägliche Aufgaben erleichtern. Eine neue Bezeichnung allein ersetzt weder den produktiven Einsatz noch messbare Ergebnisse.
ClaudeForce befindet sich in einer offenen Testphase und bietet 37 vorgefertigte Funktionen für Vertriebsaufgaben. Salesforce und Anthropic nutzten die Anwendung intern mit rund 4.000 täglichen Nutzern.
Diese interne Nutzung liefert einen ersten Anhaltspunkt für die Alltagstauglichkeit. Sie ist jedoch von einer breiten Einführung bei zahlenden Kunden zu unterscheiden.
Nutzung wächst, Koa bleibt im Pilotstadium
Agentforce Coworker erreichte nach den veröffentlichten Angaben 100.000 Nutzer innerhalb der ersten 35 Tage. Salesforce stellte außerdem spezialisierte Agenten sowie Erweiterungen für länger laufende Aufgaben und die Zusammenarbeit mehrerer Agenten vor.
Die Erweiterungen zielen auf anspruchsvollere Arbeitsabläufe. Für Anleger ist deshalb nicht nur die Reichweite interessant, sondern auch die zuverlässige Ausführung zusammenhängender Aufgaben.
Salesforce und NVIDIA kündigten Koa am 15. September an. Laut NVIDIA basiert das Training auf synthetischen Daten aus langjährigen CRM-Einsätzen. Kundendaten seien weder beim Training noch im Betrieb verwendet worden. Die allgemeine Verfügbarkeit in US-Regionen wird für Winter 2026 erwartet.
Leistungsaussagen brauchen praktische Bewährung
NVIDIA zufolge erreichte Koa auf Salesforce’ eigenem CRM-Testmaßstab mindestens das Niveau führender Modelle und produzierte weniger Fehler. Diese Leistungsangaben sind als Herstellerangaben einzuordnen.
Die SIForce-Umbenennung setzt damit zunächst einen sprachlichen Akzent. Die substanziellen Anhaltspunkte liegen in der Nutzung von ClaudeForce und Agentforce Coworker sowie den Kundenpiloten für Koa. Für die Bewertung der KI-Offensive zählt, ob aus diesen Anwendungen dauerhaft verlässliche Werkzeuge werden. Die erwartete Verfügbarkeit im Winter ist dafür der nächste konkrete Umsetzungsschritt.
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