Nokia Aktie: 2,8 Milliarden KI-Aufträge im Q2
Nokia-Aktie findet Halt an der 200-Tage-Linie, während KI-Aufträge boomen. S&P hebt Ausblick an, Dividende wird am 6. August gezahlt.

Kurz zusammengefasst
- Kurs trifft 200-Tage-Durchschnitt
- KI-Umsatz wächst um 105 Prozent
- S&P hebt Kreditausblick an
- Dividendenzahlung am 6. August
Nokia-Aktionäre erleben derzeit einen Balanceakt zwischen Chartsignalen und Fundamentaldaten. Der Kurs ist nach einer heftigen Korrektur exakt auf dem 200-Tage-Durchschnitt gelandet. Zeitgleich liefert der KI-Boom im Netzwerkgeschäft neue Argumente für die Bullen.
Der Kurs trifft auf seine wichtigste Unterstützung
Am Freitag schloss die Nokia-Aktie bei 7,93 Euro, ein moderates Minus von 0,15 Prozent. Der Kurs liegt damit fast exakt auf dem 200-Tage-Durchschnitt und trifft dort auf eine der am meisten beachteten charttechnischen Marken überhaupt.
Der Weg dorthin war turbulent. Seit dem Jahreshoch von 14,97 Euro Anfang Juni hat die Aktie fast 30 Prozent in nur 30 Tagen verloren. Der RSI von 33,3 signalisiert eine Annäherung an überverkauftes Terrain. Das deutet darauf hin, dass der Abwärtsdruck an Kraft verlieren könnte.
KI-Aufträge wachsen schneller als der Gesamtmarkt
Während der Kurs schwächelt, läuft das operative Geschäft in eine andere Richtung. Der Umsatz mit KI- und Cloud-Kunden stieg im vergangenen Quartal um 105 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Auftragseingang in diesem Segment erreichte allein im zweiten Quartal 2,8 Milliarden Euro – mehr als im gesamten Vorjahr zusammen.
CEO Justin Hotard rechnet damit, dass rund die Hälfte dieser Aufträge innerhalb der nächsten zwölf Monate in Umsatz umgewandelt wird. Das würde der zweiten Jahreshälfte 2026 und dem Jahr 2027 Rückenwind geben.
S&P Global sieht strukturellen Fortschritt
Am 30. Juli hob S&P Global den Kreditausblick für Nokia von „stabil“ auf „positiv“ an. Das Langfrist-Rating ‚BBB-‚ bestätigte die Agentur unverändert. Als Grund nannte S&P die erfolgreiche Diversifizierung des Geschäfts und stabilere Cashflow-Aussichten.
Besonders die wachsende Nachfrage aus dem KI- und Cloud-Segment werteten die Analysten als strukturellen Vorteil. Nokia reduziert damit seine historische Abhängigkeit vom zyklischen Telekom-Infrastrukturgeschäft. Die Aufwertung wirkt wie ein Gegengewicht zum operativen Verlust von 50 Millionen Euro im zweiten Quartal, den das Management mit einem schnelleren Restrukturierungstempo als geplant erklärte.
Dividende und Portfoliobereinigung
Am Donnerstag, den 6. August, zahlt Nokia eine Quartalsdividende von 0,04 Euro je Aktie. Diese Rate ist Teil einer Gesamtausschüttung von bis zu 0,14 Euro je Aktie, welche die Hauptversammlung im April genehmigt hatte.
Strategisch trennt sich der Konzern parallel von Randbereichen. Die Sparten Fixed Wireless Access CPE und Enterprise Campus Edge stuft Nokia nun als nicht fortgeführte Aktivitäten ein. Das Unternehmen bündelt seine Ressourcen stattdessen auf Wachstumsfelder wie Optical Networks und IP Networks.
Für das Gesamtjahr 2026 hält Nokia an seiner Prognose fest: Das vergleichbare operative Ergebnis soll zwischen 2,1 und 2,6 Milliarden Euro liegen. Die aktuelle Geschäftsentwicklung bewegt sich leicht oberhalb der Zielspanne.
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