Gerresheimer: Chicago-Werk schließt September 2026
Gerresheimer schließt sein US-Werk und verbucht hohe Wertminderungen. BaFin-Prüfungen und eine negative Analystenbewertung belasten die Aktie zusätzlich.

Kurz zusammengefasst
- Schließung der Fabrik in Chicago Heights
- Wertminderungen von bis zu 240 Millionen Euro
- BaFin leitet zwei Kontrollverfahren ein
- Barclays stuft Aktie auf 'Underweight' herab
Starke Kursgewinne auf der einen Seite, tiefe strukturelle Risse auf der anderen. Bei Gerresheimer klaffen Marktdynamik und Unternehmensrealität derzeit weit auseinander. Während die Aktie eine technische Gegenbewegung vollzieht, greift das Management in der operativen Krise hart durch.
Der Verpackungshersteller plant die Schließung seiner Fabrik in Chicago Heights. Bis Ende September 2026 verlieren dort 172 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz. Die Produktion wandert stattdessen in bestehende Werke nach Italien und Indien ab. Ein Sprecher begründete den Schritt mit einer nötigen Leistungssteigerung im globalen Netzwerk.
Diese operative Straffung hat einen hohen Preis. Für das Geschäftsjahr 2025 verbucht der Konzern nicht-zahlungswirksame Wertminderungen zwischen 220 und 240 Millionen Euro. Die Abschreibungen treffen primär das nun betroffene US-Werk sowie die Tochtergesellschaft Sensile Medical AG.
BaFin-Prüfung und Analysten-Skepsis
Parallel dazu schwelt der Bilanzskandal weiter. Die Finanzaufsicht BaFin führt aktuell zwei Kontrollverfahren durch. Im Zentrum stehen angebliche „Bill-and-Hold“-Verstöße, die Bewertung von Entwicklungskosten sowie fragliche Leasingverbindlichkeiten. Hinzu kommt eine mögliche weitere Wertminderung im Segment Advanced Technologies über knapp 197 Millionen Euro.
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Angesichts dieser Gemengelage positionieren sich große Adressen defensiv. Die britische Investmentbank Barclays stufte das Papier am Dienstag auf „Underweight“ ein. Die Analysten verweisen explizit auf die anhaltende Unsicherheit durch die verzögerten Finanzberichte und die laufenden behördlichen Untersuchungen.
Technische Erholung unter hoher Volatilität
Am Aktienmarkt reagieren Investoren mit extremen Preisausschlägen. Zuletzt erholte sich der Kurs auf 24,18 Euro, was ein Monatsplus von gut 22 Prozent bedeutet. Auf Jahressicht steht indes weiterhin ein massiver Wertverlust von rund 59 Prozent an der Kurstafel.
Ein Ende der Hängepartie ist an konkrete Termine geknüpft. Im Juni 2026 will das Management den testierten Jahres- und Konzernabschluss für 2025 vorlegen. Gelingt dies, wäre ein wichtiger Schritt zur Normalisierung getan. Andernfalls droht akuter Druck auf der Finanzierungsseite: Die jüngst erwirkte Fristverlängerung der Kreditgeber läuft im September 2026 ab.
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