ITM Power Aktie: 46,5 Millionen Pfund Fördergeld
Die britische Regierung entscheidet über einen 46,5-Millionen-Pfund-Zuschuss für ITM Power. Analysten bewerten die Aktie uneinheitlich.

Kurz zusammengefasst
- Entscheidung über Förderung in dieser Woche
- Neue Produktionsplattform „Chronos“ im Fokus
- Strategische Partnerschaft mit Protium Green Solutions
- Aktie nach Höhenflug unter Druck
Für ITM Power beginnt eine entscheidende Woche. Bis Ende Juni 2026 soll die britische Regierung über einen Zuschuss von 46,5 Millionen Pfund entscheiden — Geld, das der Sheffielder Elektrolyseur-Hersteller dringend für seine nächste Produktionsgeneration braucht.
Staatliche Rückendeckung auf dem Prüfstand
Das Fördergeld stammt vom Department for Energy Security and Net Zero und soll den Aufbau einer automatisierten Fertigungslinie mit einer Gigawatt-Jahreskapazität finanzieren. Technologische Grundlage ist die neue „Chronos“-Plattform. Zusammen mit einer 40-Millionen-Pfund-Beteiligung von Great British Energy — gesichert im April 2026 — ergibt sich ein staatlich gestütztes Paket von insgesamt 86,5 Millionen Pfund.
Das Geld fließt nicht auf einmal. Zahlungen sind an Meilensteine und Ausgabennachweise geknüpft. Das Gesamtinvestitionsvolumen für die neue Fabrik liegt bei bis zu 120 Millionen Pfund über drei Jahre. Kommerzielle Produktion soll 2028 starten.
Noch steht die Förderung unter sogenannter Subventionskontrolle — ein gesetzlich vorgeschriebenes Verfahren, das im Juni 2026 enden soll. Erst danach kann der Vertrag formal geschlossen werden.
Neue Partner, offene Entscheidungen
Anfang Juni 2026 schloss ITM Power eine strategische Partnerschaft mit Protium Green Solutions. Gemeinsam wollen beide Unternehmen industrielle Grüne-Wasserstoff-Anlagen in Großbritannien entwickeln und betreiben. Den Anfang macht das 15-MW-Projekt „Cromarty“ in Schottland, das bereits Mittel aus der ersten britischen Wasserstoff-Ausschreibungsrunde erhalten hat. Eine finale Investitionsentscheidung für Cromarty ist für Dezember 2026 geplant.
Am 24. Juni 2026 folgte eine weitere Meldung: eine Forschungskooperation mit DB Systemtechnik.
Analysten uneins, Kurs unter Druck
Die Meinungen der Analysten gehen weit auseinander. Morgan Stanley hält an einem Kursziel von 170 Pence und einer Kaufempfehlung fest. Berenberg erhöhte das Ziel im April auf 110 Pence — ebenfalls mit „Buy“ — und wertete die staatliche Unterstützung als klares Signal für die Technologie. Goldman Sachs sieht das anders: Die Bank bekräftigte Anfang Juni ein „Sell“-Rating mit einem Kursziel von nur 63 Pence.
Der Kurs selbst spiegelt diese Unsicherheit wider. Nach dem 52-Wochen-Hoch von 2,58 Euro Ende Mai ist die Aktie seither um rund 50 Prozent gefallen. Aktuell notiert sie bei 1,30 Euro — knapp 26 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt. Der RSI liegt bei 36,6 und nähert sich damit überverkauftem Terrain. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 79 Prozent zu Buche.
Die Entscheidung über den Zuschuss in dieser Woche dürfte das nächste klare Signal setzen — für die Aktie wie für die Zukunft der britischen Wasserstoffindustrie insgesamt.
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