Fresenius Aktie: Kabi-Zulassungen treiben Prognose
Fresenius hebt Jahresprognose an, Analysten erhöhen Kursziele und Fitch verbessert Ausblick. Die Aktie profitiert von der positiven Entwicklung.

Kurz zusammengefasst
- Prognose für Kern-EPS deutlich angehoben
- Analysten erhöhen Kursziele nach Zahlen
- Fitch bestätigt Rating, Ausblick verbessert
- Kabi erhält FDA-Zulassung für Biosimilar
Fresenius kann sich derzeit vor Lob kaum retten. Nach der Anhebung der Ergebnisprognose für 2026 haben mehrere Analysehäuser ihre Kursziele nach oben korrigiert, die Ratingagentur Fitch verbesserte den Ausblick, und auch operativ liefert der Konzern solide Zahlen. Die Aktie hat diese Entwicklung bereits honoriert: In den vergangenen 30 Tagen legte der Kurs um 15 Prozent zu, zuletzt schloss das Papier bei 47,07 Euro.
Kern-EPS soll deutlich stärker wachsen
Auslöser der jüngsten Kursfantasie ist die Anhebung der Jahresprognose, die Fresenius am 4. August bekanntgab. Statt eines währungsbereinigten Wachstums des Kern-Ergebnisses je Aktie von 5 bis 10 Prozent erwartet der Konzern nun 10 bis 15 Prozent.
Grund seien die starken operativen Entwicklungen in den beiden Kernsegmenten Kabi und Helios. Für die Infusions- und Biosimilar-Sparte Kabi präzisierte das Unternehmen zugleich die Margenerwartung: Die EBIT-Marge 2026 soll nun am oberen Ende der Spanne von 16,5 bis 17,0 Prozent liegen.
Die am 7. August veröffentlichten Zahlen zum zweiten Quartal untermauerten diesen Optimismus. Der Konzernumsatz stieg organisch um 6 Prozent auf 5.864 Millionen Euro, das währungsbereinigte Konzern-EBIT vor Sondereinflüssen kletterte um 10 Prozent auf 719 Millionen Euro.
Der Verschuldungsgrad, gemessen an Netto-Finanzverbindlichkeiten zu EBITDA, liegt mit 2,6x weiterhin am unteren Ende des angestrebten Korridors von 2,5x bis 3,0x – ein Signal finanzieller Solidität, das auch die Ratingagentur Fitch registrierte. Sie bestätigte das Kreditrating von Fresenius mit „BBB-“, hob den Ausblick aber von „stabil“ auf „positiv“ an und verwies auf das geschärfte Unternehmensprofil im Rahmen der Strategie #FutureFresenius sowie verbesserte Kreditkennzahlen.
Analysten reagieren mit höheren Kurszielen
Die überarbeitete Prognose löste eine Welle von Kurszielanhebungen aus. Die DZ Bank setzte am 10. August ihren fairen Wert für die Aktie auf 58 Euro und bestätigte die Einstufung „Kaufen“. Am selben Tag zog Morgan Stanley nach und erhöhte das Kursziel von 49 auf 52 Euro bei unverändertem Rating „Overweight“.
Bereits am 12. August legte UBS mit einer Anhebung auf 56 Euro nach – Analyst Graham Doyle sieht im zweiten Quartal eine potenzielle Kehrtwende für den Konzern und identifiziert Kabi als wesentlichen Wachstumstreiber.
Kabi liefert auch bei Zulassungen, muss aber Rückruf verkraften
Auf regulatorischer Seite kann Kabi zusätzliche Erfolge vorweisen: Am 7. August gab die Sparte die FDA-Zulassung eines Rituximab-Biosimilars für den US-Markt bekannt, parallel wurden die Zulassungsanträge für einen Vedolizumab-Biosimilar-Kandidaten sowohl von der FDA als auch von der EMA angenommen.
Getrübt wird das Bild durch einen Rückruf in den USA: Wegen des Risikos von Glaspartikeln zog Fresenius Kabi eine Charge des Medikaments Tyenne (Tocilizumab-aazg) in der 400-mg/20-mL-Vial-Version zurück.
Strukturell bereitet sich der Konzern zudem auf einen Wechsel der Aktiengattung vor: Von Inhaberaktien wechselt Fresenius zu Namensaktien, um eine direktere Kommunikation mit den Aktionären zu ermöglichen.
Auch beim assoziierten Unternehmen Fresenius Medical Care, an dem der Konzern rund 32 Prozent hält, lief es zuletzt gut – das Gewinnwachstum beschleunigte sich im zweiten Quartal auf 23 Prozent, während mit Cassie McLean eine neue Vorständin für den Bereich Care Delivery berufen wurde.
Mit Blick auf die Marktkapitalisierung von rund 26,5 Milliarden Euro bleibt Fresenius damit einer der Werte, bei denen operative Fortschritte, verbesserte Bonität und positive Analystenreaktionen aktuell Hand in Hand gehen.
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