VanEck Seltene Erden ETF: IGO-Quartal verfehlt EBITDA um 10 Prozent

Schwache Quartalszahlen von IGO Limited und fallende Rohstoffpreise in China setzen den VanEck Seltene Erden ETF massiv unter Druck.

Andreas Sommer ·
VanEck Seltene Erden ETF Aktie

Kurz zusammengefasst

  • IGO verfehlt EBITDA-Erwartungen deutlich
  • Lithiumraffinerie mit hohem Verlust
  • Chinesische Preise für Seltene Erden fallen
  • ETF verliert in 30 Tagen über 22 Prozent

Ein Rohstoffindex-Fonds testet seine Belastungsgrenze. Der VanEck Seltene Erden ETF fiel am Mittwoch um 2,97 Prozent auf 11,31 Euro. Der Relative-Stärke-Index steht bei 23,0 Punkten — ein Niveau, das Charttechniker klar als überverkauft einstufen.

Auslöser der jüngsten Talfahrt sind enttäuschende Zahlen von IGO Limited. Der australische Bergbaukonzern zählt zu den Schwergewichten im zugrunde liegenden Index.

IGO enttäuscht bei der Profitabilität

IGO veröffentlichte am Dienstag seinen Bericht für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026. Die Umsatzerlöse der Gruppe stiegen im Quartalsvergleich um 18 Prozent auf 141 Millionen australische Dollar. Die Profitabilität lieferte jedoch ein anderes Bild.

Die Kwinana-Raffinerie für Lithiumhydroxid verbuchte allein im vierten Quartal einen EBITDA-Verlust von 167 Millionen australische Dollar. Das bereinigte Gruppen-EBITDA für das gesamte Geschäftsjahr 2026 landete bei 286 Millionen australische Dollar. Analysten hatten mit 316 Millionen gerechnet — eine Verfehlung von rund 10 Prozent.

Die Greenbushes-Mine lieferte dagegen solide operative Werte. Sie produzierte 387.000 Tonnen Spodumen-Konzentrat. Anlaufschwierigkeiten und hohe Kosten im Downstream-Geschäft überschatteten diesen Erfolg jedoch deutlich.

Chinesische Rohstoffpreise geben nach

Zusätzlichen Druck macht die Preisentwicklung in China. Der Morning Briefing der Shanghai Metals Market meldete am Mittwoch anhaltende Schwäche bei leichten Seltenen Erden. Praseodym-Neodym-Oxid gab wegen Terminmarkt-Schwankungen weiter nach.

Mittelschwere und schwere Seltene Erden zeigten sich stabiler. Dysprosium und Terbium hielten ihre Niveaus. Der China Rare Earth Price Index schloss am Dienstag bei 269,2 Punkten.

Die niedrigeren chinesischen Referenzpreise stehen im Kontrast zu deutlich höheren Kosten für Material außerhalb Chinas. Diese Kluft bleibt eine strukturelle Belastung für westliche Produzenten im ETF-Portfolio.

Geopolitik bleibt im Hintergrund präsent

Der fundamentale Rahmen für den Sektor hat sich kaum verändert. China verhängte erst am 24. Juli neue Exportbeschränkungen gegen 14 europäische Unternehmen, die Dual-Use-Güter einschließlich Seltener Erden beziehen. Die strategische Bedeutung des Sektors bleibt damit unangetastet.

Kurzfristig dominieren jedoch schwächere Quartalszahlen und volatile Rohstoffpreise das Kursbild. Der ETF verlor allein in den vergangenen 30 Tagen 22,76 Prozent an Wert — ein Tempo, das die Schwere der aktuellen Korrektur unterstreicht.

Der nächste wichtige Termin für den Sektor rückt näher: MP Materials veröffentlicht am 6. August 2026 seine Finanzergebnisse. Die Zahlen dürften zeigen, ob die Probleme bei IGO ein Einzelfall bleiben oder ein branchenweites Muster widerspiegeln.

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VanEck Seltene Erden ETF ETF

11,16 EUR

– 0,50 EUR -4,29 %
KGV
Sektor
Div.-Rendite
Marktkapitalisierung
ISIN: IE0002PG6CA6 WKN: A3CRL9

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