PepsiCo Aktie: Poppi-Übernahme verliert an Wert
PepsiCo bewertet mögliche Poppi-Nachzahlungen deutlich niedriger; zugleich gab das organische Volumen im nordamerikanischen Getränkegeschäft leicht nach.

Kurz zusammengefasst
- Earnout-Schätzung fällt auf 12 Millionen Dollar
- Im Juni lag der Wert bei 117 Millionen
- Nordamerikanisches Getränkevolumen ging leicht zurück
- PepsiCo will weiter in Poppi investieren
Die Poppi-Übernahme belastet PepsiCo stärker als gedacht. Der Konzern hat die Bewertung möglicher Nachzahlungen für die Prebiotic-Soda-Marke drastisch gekappt. Das deutet darauf hin, dass Poppi die Wachstumsziele verfehlt.
Earnout schrumpft auf 12 Millionen Dollar
Nach einer aktuellen Regulierungsmeldung schätzt PepsiCo den fairen Wert der leistungsabhängigen Zusatzzahlung zum 5. September nur noch auf 12 Millionen Dollar. Im Juni standen noch 117 Millionen Dollar in den Büchern, zum Jahresende 2025 waren es 278 Millionen Dollar. Über 36 Wochen summieren sich die Anpassungen vor Steuern auf 266 Millionen Dollar.
Der Konzern hatte Poppi im Mai 2025 für 1,9 Milliarden Dollar in bar übernommen. Hinzu kommt eine mögliche Zusatzzahlung von bis zu 300 Millionen Dollar, falls nicht veröffentlichte Finanzziele bis zum dritten Quartal 2027 erreicht werden. Zur Bewertung nutzt PepsiCo Monte-Carlo-Simulationen auf Basis von Umsatz- und Margenprognosen.
Der niedrige Wert zeigt: Das Unternehmen rechnet kaum noch damit, dass diese Hürden genommen werden.
Schwaches Getränkegeschäft in Nordamerika
Die Korrektur passt ins Bild eines zähen Getränkegeschäfts in den USA. In der Sparte North America Beverage sank das organische Volumen im dritten Quartal leicht, der Umsatz lag bei 7,7 Milliarden Dollar. CEO Ramon Laguarta zeigte sich zuletzt unzufrieden mit der Entwicklung bei Softdrinks. Der Konzern will dennoch mehr in Poppi investieren, ebenso in Kernmarken wie Pepsi und Mountain Dew.
An Marketingdruck fehlt es nicht. Nach einem Super-Bowl-Spot Anfang 2026 folgten Partnerschaften mit den Dallas Cowboys und Love Island USA. Neue Sorten mit Koffein und Entspannungseffekt sollen die Marke zudem in funktionale Kategorien führen.
Bewertung auf Krisenniveau
Die Aktie selbst notiert nach Einschätzung von Marktbeobachtern so niedrig bewertet wie zuletzt während der Finanzkrise. Parallel dazu ist die Dividendenrendite historisch hoch. Das lockt Value-Investoren, während sich die Wall Street auf den KI-Boom konzentriert.
Die Poppi-Abschreibung ist allerdings ein Warnsignal für die Wachstumsstory im Getränkesegment. Ob die höheren Investitionen die Marke bis zum Stichtag im dritten Quartal 2027 noch in die Nähe der Earnout-Ziele bringen, zeigen die kommenden Quartalszahlen. Mit nur noch 12 Millionen Dollar Bewertung rechnet PepsiCo selbst kaum damit.
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