Infineon Aktie: Oddo BHF macht Kasse mit Kursschwäche
Oddo BHF bewertet Infineon nach dem Kursrückgang positiver, während eine freundlichere Chipbranche und neue 2027-Chancen den Ausblick prägen.

Kurz zusammengefasst
- Oddo BHF hebt Infineon auf Outperform
- Aktie gewinnt rund vier Prozent
- Kursrückgang macht Bewertung attraktiver
- Siltronic steigt sogar um 8,5 Prozent
Vier Prozent im Plus, zurück über der 200-Tage-Linie – die Infineon-Aktie fängt sich am Freitag deutlich, nachdem sie tags zuvor der Erholung in der Chipbranche noch fern geblieben war. Der Auslöser kommt nicht vom eigenen Unternehmen, sondern von einer Bank: Oddo BHF stuft die Aktie auf „Outperform“ hoch.
Kurskorrektur als Kaufargument
Analyst Stephane Houri begründet seine Hochstufung mit einem Argument, das zunächst paradox wirkt: Die jüngste Schwäche mache die Bewertung wieder attraktiv. Im Juni hatte die Infineon-Aktie mit knapp 89 Euro ihr höchstes Niveau seit 26 Jahren erreicht. Seither ging es um bis zu 40 Prozent nach unten. Nach einer Roadshow in Paris sieht Houri für 2027 Aussichten, die sich kaum ignorieren ließen.
Der Rückenwind kommt zusätzlich aus Asien. SK Hynix legte in Seoul kräftig zu, nachdem Nvidia-Chef Jensen Huang optimistische Aussagen zum Chipabsatz im kommenden Jahr gemacht hatte. Die Nasdaq-Rally vom Vortag wirkt so bis nach Frankfurt durch, wo auch die deutschen Chip-Ausrüster Jenoptik, Süss Microtec und Aixtron zulegen.
Noch deutlicher als Infineon reagierte am Freitag der Waferhersteller Siltronic mit einem Kursplus von rund 8,5 Prozent. Die UBS traut dem Papier mit einem Kursziel von 120 Euro weiteres Potenzial zu und verweist auf steigende Durchschnittspreise in einem enger werdenden Markt.
Sektorstimmung kippt zurück ins Positive
Anfang der Woche dominierte noch die Sorge, der KI-Ausbau könnte überhandnehmen und neue Sicherheitsrisiken schaffen. Diese Einschätzung hat sich gedreht: Zuletzt hieß es, der Trend erfordere eher mehr Rechenleistung statt weniger – eine Lesart, die der gesamten Chipbranche zugutekommt.
Am breiten Aktienmarkt sorgen indes die anstehenden Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern für Unsicherheit, mit möglichen Folgen für die politische Zukunft von Kanzler Friedrich Merz.
Für Infineon bleibt die Ausgangslage zweigeteilt: Der Kurs hat einen erheblichen Teil seines Jahreshochs eingebüßt, doch genau diese Korrektur liefert nun das Argument für die Hochstufung. Ob die Erholung über den Freitag hinaus trägt, hängt davon ab, wie belastbar sich die freundliche Stimmung in der Chipbranche in den kommenden Wochen erweist.
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