Nvidia Aktie: Vera-Chip ab August für China
Nvidia umgeht US-Exportbeschränkungen mit dem CPU-Chip Vera für den chinesischen Markt. Erste Bestellungen liegen vor, der Start ist für August geplant.

Kurz zusammengefasst
- Vera-CPU als China-Strategie
- Erste Bestellung über 300 Server
- Umsatzziel von 20 Milliarden Dollar
- Hauptversammlung am 24. Juni
Nvidia versucht, seinen chinesischen Markt zurückzugewinnen — diesmal nicht mit einer Grafikkarte. Der Konzern hat chinesischen Kunden mitgeteilt, dass sein neuer „Vera“-Prozessor für KI-Rechenzentren ab August verfügbar sein könnte. Bestellungen nimmt Nvidia bereits entgegen.
Der regulatorische Kniff
GPUs unterliegen in China strengen US-Exportbeschränkungen. CPUs nicht — zumindest nicht in gleichem Maße. Genau hier liegt Nvidias Kalkül.
Washington hat zwar rund zehn chinesische Unternehmen zum Kauf des H200-Grafikprozessors zugelassen. Ausgeliefert wurde bisher kein einziges Gerät, weil chinesische Behörden die Genehmigungen blockieren. CEO Jensen Huang räumte im Oktober ein, dass Nvidias Marktanteil in China faktisch auf null gefallen war.
Der Vera-Chip bietet einen Ausweg. Als Arm-basierter Zentralprozessor konkurriert er direkt mit Intel und AMD — und bewegt sich in einer regulatorisch weniger exponierten Kategorie.
Erste Bestellungen, vorsichtiger Start
Die Nachfrage ist konkret, aber überschaubar. Ein großer chinesischer Cloud-Anbieter bereitet eine erste Bestellung von mehr als 300 Dual-Vera-Servern vor. Zunächst plant er, die Chips nur in seinen Rechenzentren außerhalb Chinas zu testen.
Software- und Migrationshürden bremsen eine breitere Einführung. Das ist kein Zufall: Der globale KI-Markt verschiebt sich gerade von der Modelltrainierung hin zu Inferenz-Workloads — einem Bereich, in dem CPUs gegenüber GPUs aufholen.
Nvidia peilt mit Vera bis Ende des Geschäftsjahres im Januar 2027 einen Umsatz von 20 Milliarden Dollar an.
Dividende und Aktionärstreffen im Juni
Parallel läuft ein bedeutendes Aktionärsereignis. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 erzielte Nvidia einen Rekordumsatz von 81,6 Milliarden Dollar — ein Plus von 85 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Konzern hob die Quartalsdividende von 0,01 Dollar auf 0,25 Dollar je Aktie an und genehmigte ein milliardenschweres zusätzliches Aktienrückkaufprogramm über 80 Milliarden Dollar.
Die erhöhte Dividende fließt am 26. Juni an alle Aktionäre, die am 4. Juni im Register standen. Im abgelaufenen Quartal schüttete Nvidia rund 20 Milliarden Dollar an Aktionäre aus — durch Rückkäufe und Dividenden zusammen.
Am 24. Juni findet die Hauptversammlung online statt. Dort dürften Fragen zur China-Strategie, zu Exportrisiken und zum Vera-Hochlauf dominieren.
Kurs nahe am 50-Tage-Durchschnitt
Die Aktie schloss die Woche bei 177,28 Euro — nahezu unverändert und damit fast exakt auf Höhe ihres 50-Tage-Durchschnitts von 177,30 Euro. Vom Allzeithoch bei 202,50 Euro Mitte Mai hat sich der Kurs um rund 12 Prozent entfernt. 62 Analysten vergeben im Schnitt ein „Strong Buy“-Rating mit einem Kursziel von 298,42 Dollar.
Das Zusammentreffen von Hauptversammlung, Dividendenzahlung und möglichen ersten Vera-Lieferungen nach China macht die letzten Juniwochen zu einem dichten Kalender für Nvidia-Aktionäre.
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