XRP: Clear Act am 15. September treibt Rally
XRP verzeichnet Wochenplus von 45 Prozent, doch ein überkaufter RSI und Liquidationen deuten auf eine mögliche Konsolidierung hin.

Kurz zusammengefasst
- Wochenplus von 45 Prozent
- Whale-Käufe von 300 Mio. XRP
- ETF-Zuflüsse steigen auf 39,7 Mio.
- RSI signalisiert überkaufte Lage
XRP hat eine der stärksten Wochen seit Monaten hinter sich und kämpft nun mit den Nachwehen der eigenen Rally. Der Kurs notiert aktuell bei 1,45 US-Dollar, nach einem Plus von 45 Prozent auf Sieben-Tage-Sicht. Der Rücksetzer am heutigen Sonntag von 0,5 Prozent wirkt angesichts dieser Dynamik wie eine Verschnaufpause, nicht wie eine Trendwende.
Der Auslöser der Bewegung liegt in einer Kette positiver Nachrichten rund um Ripple und das politische Umfeld in den USA. Die US-Regierung kündigte in der vergangenen Woche verdoppelte Anleihenrückkäufe an, während Präsident Trump auf eine Abstimmung zum sogenannten Clear Act am 15. September drängt – ein Gesetzesvorhaben, das aus Sicht vieler Krypto-Investoren regulatorische Klarheit für XRP und andere Digitalwerte bringen könnte.
Parallel dazu meldete Ripple gemeinsam mit Clearpool und Cicada Partners den Start institutioneller Kreditvergabe auf der XRP Ledger, bei dem sowohl RLUSD als auch XRP zum Einsatz kommen sollen. Clearpool liefert die technische Infrastruktur, Cicada bringt Erfahrung aus einem Kreditvolumen von mehr als 860 Millionen US-Dollar mit, Ripple selbst investiert Kapital in das Vorhaben.
Whale-Aktivität treibt die Erholung
Große Adressen haben die Rally offenkundig mitgetragen. Innerhalb von 96 Stunden kauften Whales rund 300 Millionen XRP, an einem einzelnen Tag kamen weitere 190 Millionen Einheiten hinzu.
Ein Trader eröffnete zudem eine gehebelte Long-Position im Volumen von 3,08 Millionen US-Dollar bei einem Einstiegskurs von 1,5465 US-Dollar – ein Signal, dass institutionelle und semi-institutionelle Akteure trotz der bereits gelaufenen Bewegung weiteres Aufwärtspotenzial sehen.
Auch die Zuflüsse in Spot-XRP-ETFs beschleunigten sich deutlich: In der vergangenen Woche flossen 39,7 Millionen US-Dollar in entsprechende Produkte, verglichen mit lediglich 2,25 Millionen US-Dollar in der Vorwoche. Kumulativ liegen die Zuflüsse inzwischen bei 1,5 Milliarden US-Dollar.
Trotz dieser fundamentalen Unterstützung mehren sich Warnsignale für eine kurzfristige Korrektur. Der Relative-Stärke-Index steht bei 83,9 und signalisiert eine deutlich überkaufte Marktlage.
Zugleich kam es in den vergangenen Tagen zu erheblichen Liquidationen von Long-Positionen, während die Short-Seite bislang kaum zulegte – ein Hinweis darauf, dass die Marktteilnehmer insgesamt weiterhin bullish positioniert sind, auch wenn kurzfristig Gewinne mitgenommen werden.
Kursziele zwischen Vorsicht und Euphorie
Charttechnisch gilt eine Marke von 1,65 US-Dollar als nächster relevanter Widerstand, ein nachhaltiger Ausbruch darüber könnte laut Marktbeobachtern den Weg zu Zielen zwischen 1,92 und 1,96 US-Dollar ebnen. Auf der Unterseite dient eine Zone zwischen 1,20 und 1,30 US-Dollar als Unterstützung.
Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt von 1,09 US-Dollar beträgt derzeit 33 Prozent – ein Wert, der die Überhitzung der jüngsten Bewegung unterstreicht und die Wahrscheinlichkeit einer technischen Konsolidierung erhöht.
Deutlich spekulativer sind Modellrechnungen, die kursierten, wonach bereits ein Netto-Zufluss von einer Milliarde US-Dollar den XRP-Kurs auf rund 40 US-Dollar treiben könnte, sollte der Clear Act im September durchgehen. Solche Szenarien bleiben Extrempositionen und sind von den aktuell gehandelten Kursniveaus weit entfernt.
Für Anleger ergibt sich damit ein zweigeteiltes Bild: Die fundamentale Nachrichtenlage rund um Ripple, institutionelle Kreditprodukte auf der XRP Ledger und wachsende ETF-Zuflüsse spricht für strukturelles Interesse. Die technische Überhitzung mit einem RSI nahe 84 legt jedoch nahe, dass kurzfristige Rücksetzer wahrscheinlicher sind als eine unmittelbare Fortsetzung der Rally in gleichem Tempo.
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