ASML Aktie: Milliarden-Wette läuft!

ASMLs Aktienkurs profitiert von hohen Erwartungen an neue Lithografie-Systeme, doch die Auftragslage entscheidet über die weitere Entwicklung.

Felix Baarz ·
Asml Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Kurs nahe Allzeithoch bei 1.627 Euro
  • High-NA-EUV-Technologie als Wachstumstreiber
  • Auftragseingänge entscheiden über Kursverlauf
  • Bericht zum zweiten Quartal im Juli 2026

Die Papiere von ASML notieren aktuell bei gut 1.627 Euro. Auf Jahressicht beläuft sich das Plus auf rund 143 Prozent. Damit liegt der Kurs nur knapp unter dem Ende Juni markierten Allzeithoch. Der Markt preist enorme Erwartungen ein. Im Zentrum der Fantasie steht die nächste Generation der Lithografie-Systeme. Die High-NA-EUV-Technologie soll das künftige Wachstum dominieren. Jetzt müssen echte Kundenaufträge diese hohe Bewertung rechtfertigen.

Kapazität gegen echte Aufträge

Der zentrale Faktor für das mittelfristige Wachstum bleibt die Auftragslage. ASML baut die neuen Maschinen. Offen ist, wie viele Kunden sie tatsächlich bestellen. Im ersten Quartal nannte das Management eine konkrete Zahl. Das Unternehmen könne im Jahr 2027 rund 80 Low-NA-EUV-Anlagen ausliefern. Diese Aussage kam mit einer klaren Bedingung. Die Nachfrage müsse dieses Ziel stützen.

Es handelt sich also nicht um feste Produktionsgarantien. Die reine Kapazität muss sich erst in belastbaren Buchungen niederschlagen. Diese Umwandlung entscheidet über den weiteren Kursverlauf. Fehlen die Aufträge, droht ein Ende der Rekordjagd.

Das Bullen-Szenario: Analysten heben Ziele

Im optimistischen Szenario entwickeln sich die neuen EUV-Systeme zum hochmargigen Dauerläufer. Analysten von BofA und Barclays hoben zuletzt ihre Kursziele an. Sie halten für 2027 eine Ausweitung auf mehr als 90 Maschinen für möglich. ASML verkürze die Vorlaufzeiten und finde Effizienzen in der Montage.

Kommentare der Kunden stützen diese Sicht. Ein anhaltender Mangel an Speicherchips treibt die Preise auf neue Hochs. Deshalb planen Samsung und SK Hynix einen Ausbau ihrer Produktion. Dafür benötigen die Südkoreaner die Anlagen von ASML.

UBS-Analysten verweisen zudem auf Kosteneinsparungen von bis zu 40 Prozent gegenüber anderen Verfahren. Dies spreche für einen Start der High-NA-Systeme ab 2028. ASML selbst hat seine Finanzziele kürzlich angehoben. Der Konzern erwartet für 2026 nun einen Jahresumsatz zwischen 36 und 40 Milliarden Euro.

Das Bären-Szenario: Zögerliche Kunden

Die Risiken konzentrieren sich derweil auf wenige Großkunden. Einer der wichtigsten Akteure bremst beim Thema High-NA. TSMC wird die neuen Lithografie-Maschinen vor 2029 nicht für die Serienfertigung einsetzen. Das Management begründet dies mit dem Preis von über 350 Millionen Euro pro Stück. Ein TSMC-Manager bezeichnete die Ausrüstung jüngst als sehr teuer.

Die Folge: Das Wachstum hängt an einer kleinen Gruppe von Vorreitern. Hauptsächlich Intel, Samsung und SK Hynix treiben die Nachfrage. Das bündelt das Umsatzrisiko bei wenigen Firmen. Auch Analysten sehen extrem optimistische Lieferziele kritisch. Barclays warnte bereits vor möglichen Enttäuschungen. Selbst die Zielmarke von 80 Einheiten ist noch nicht garantiert.

Ein weiterer Unsicherheitsfaktor betrifft das China-Geschäft. US-Gesetzgeber planen ein Verbot von DUV-Verkäufen an chinesische Chipunternehmen. Dieses Gesetz durchläuft aktuell noch den parlamentarischen Prozess. Stocken die Aufträge und verschärfen sich die Exportregeln, gerät die aktuelle Bewertung unter Druck.

Der Ausblick

Der weitere Weg der Aktie hängt an harten Fakten. Wenn Intel, Samsung und SK Hynix ihre Bestellungen für das 80-Einheiten-Ziel bestätigen, bleibt das Argument für neue Hochs intakt. Derzeit notiert das Papier deutlich über der 50-Tage-Linie bei gut 1.450 Euro.

Sollten die Buchungen für die neuen Systeme jedoch ins Stocken geraten, trübt sich das Bild. Springt die Zurückhaltung von TSMC auf andere Kunden über, gerät die Wachstumsgeschichte unter Druck. Dann dürfte sich der Abstand zum jüngsten Allzeithoch eher ausweiten als schließen. Der nächste konkrete Katalysator steht unmittelbar bevor. ASML legt im Juli 2026 seinen Bericht zum zweiten Quartal vor. Dieser wird aktualisierte Details zu den Auftragseingängen und den konkreten Auslieferungsplänen für 2027 liefern.

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Asml Aktie

1.628,40 EUR

– 6,00 EUR -0,37 %
KGV 63,30
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,37 %
Marktkapitalisierung 629,93 Mrd. EUR
ISIN: NL0010273215 WKN: A1J4U4

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