BYD Aktie: Auslandsauslieferungen springen um 124,3 Prozent
BYD verkauft im Juli 420.000 Autos, Auslandsanteil steigt auf 43 Prozent. Für das Jahresziel sind stärkere Monate nötig.

Kurz zusammengefasst
- Auslandsverkäufe steigen um 124 Prozent
- Jahresziel erfordert stärkeres zweites Halbjahr
- Größte E-Auto-Lieferung in Chile
- Aktie bleibt unter Druck
BYD hat im Juli rund 420.000 Fahrzeuge verkauft, ein Plus von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders auffällig: Der Auslandsanteil kletterte auf 43 Prozent der Gesamtverkäufe, die Überseeauslieferungen schossen um 124,3 Prozent auf 179.841 Einheiten nach oben. Der chinesische Automobilhersteller verlagert sein Wachstum damit spürbar ins Ausland, während der Heimatmarkt offenbar an Dynamik verliert.
Für das Gesamtjahr bleibt die Rechnung dennoch anspruchsvoll. Bis Ende Juli kam BYD kumuliert auf 2.227.722 verkaufte Fahrzeuge. Nach Berechnungen von Reuters benötigt das Unternehmen ein deutlich stärkeres zweites Halbjahr, um sein Ziel von 5 bis 5,5 Millionen ausgelieferten Fahrzeugen für das laufende Jahr zu erreichen. Die bisherigen Monatswerte reichen für diese Marke nicht aus, selbst wenn das Auslandsgeschäft weiter zulegt.
Neue Häfen, neue Modelle
Die Internationalisierung zeigt sich auch in der Logistik. In Chile hat BYD über das eigene Schiff BYD Changzhou die größte jemals in dem Land empfangene Einzellieferung von Elektrofahrzeugen abgewickelt: 1.918 Fahrzeuge wurden im Hafen von San Antonio gelöscht. Solche Direktlieferungen per eigener Flotte senken Transportkosten und beschleunigen die Marktdurchdringung in Lateinamerika.
In Brasilien brachte BYD Anfang August nach eigenen Angaben sein erstes im Land gefertigtes Plug-in-Hybrid-Modell mit Flex-Fuel-Technik auf den Markt. Nach einer zweijährigen Investition von 100 Millionen Reais fährt das Fahrzeug wahlweise mit Strom, Benzin oder Ethanol – eine Antwort auf die Besonderheiten des brasilianischen Kraftstoffmarkts, in dem Ethanol traditionell eine große Rolle spielt.
Auf dem Heimatmarkt öffnete BYD am Donnerstag die Vorbestellungen für das SUV-Modell Sealion 08, das als Plug-in-Hybrid unter der Bezeichnung DM-i sowie als reines Elektrofahrzeug angeboten wird. Die Vorbestellpreise beginnen bei 230.000 Yuan für die Hybridvariante und 250.000 Yuan für die Elektroversion – ein Preissegment, das BYD im margenstärkeren SUV-Bereich positioniert.
Kursbild bleibt angeschlagen
An der Börse hat sich die Aktie von den Halbjahreszahlen, die der Aufsichtsrat am vergangenen Mittwoch behandelte, kaum erholt und notierte seither rund 0,5 Prozent leichter. Zum Wochenschluss stand das Papier bei 9,79 Euro, nach einem Freitagsplus von 0,3 Prozent.
Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Rückgang von 21 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn liegt die Aktie 8,6 Prozent im Minus. Vom 52-Wochen-Hoch bei 13,23 Euro, erreicht Ende August vergangenen Jahres, trennen das Papier aktuell 26 Prozent.
Der nächste wichtige Termin steht bereits fest: Am 28. August soll der Aufsichtsrat die Halbjahreszahlen zum 30. Juni 2026 final prüfen und deren Veröffentlichung freigeben. Bis dahin dürfte der Blick der Anleger vor allem auf die Absatzentwicklung im August gerichtet bleiben – als Gradmesser dafür, ob BYD die notwendige Beschleunigung im zweiten Halbjahr tatsächlich schafft.
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