Fujikura Aktie: Streicht 309 Stellen in Dej
Projektende und weniger Aufträge belasten den Standort; Fujikura weist für die rumänische Tochter einen Jahresverlust aus.

Kurz zusammengefasst
- 309 Stellenabbau ab Ende Oktober 2026
- 61 Verwaltungs- und Hilfsstellen betroffen
- Umsatz sinkt um rund zehn Prozent
- Rumänische Tochter mit Jahresverlust
Der japanische Technologiekonzern Fujikura setzt den Rotstift an seinem europäischen Produktionsnetzwerk an. Am Fertigungsstandort im rumänischen Dej fallen ab Ende Oktober 2026 insgesamt 309 Arbeitsplätze weg. Von der kollektiven Entlassung sind sowohl Beschäftigte in der Fertigung als auch 61 Arbeitsplätze in der Verwaltung sowie im Hilfsbereich betroffen.
Projektende und Auftragsflaute belasten Werk in Dej
Als Hauptursache für den tiefen Einschnitt gilt das planmäßige Auslaufen des wichtigsten Großprojekts. Parallel dazu verzeichnete der Standort zuletzt spürbare Rückgänge bei neuen Auftragseingängen. Für das laufende Geschäftsjahr stellt sich die lokale Unternehmensführung daher auf weitere Umsatzeinbußen ein. Die regionale Arbeitsagentur AJOFM begleitet die betroffenen Beschäftigten bei der Wiedereingliederung in den lokalen Arbeitsmarkt.
Die angekündigte Massenentlassung setzt einen langjährigen Schrumpfungsprozess fort. Noch im Jahr 2016 arbeiteten mehr als fünftausend Menschen in dem Werk. Nach einer weiteren Kürzungsrunde im Vorjahr schrumpfte die Belegschaft auf zuletzt nur noch 477 Mitarbeiter. Mit dem bevorstehenden Abbau verbleibt somit nur ein kleiner Rest der früheren Produktionsmannschaft.
Hinter den Einschnitten stehen massive wirtschaftliche Belastungen der rumänischen Geschäftseinheit. Im vergangenen Geschäftsjahr fiel der Umsatz um rund 10 Prozent auf 90,703 Millionen Lei. Gleichzeitig wies die Tochtergesellschaft einen Jahresverlust von 2,081 Millionen Lei aus. Der Konzern reagiert mit der Streichung der Stellen auf die anhaltende Unrentabilität dieses Betriebes.
Strategische Bereinigung des Konzernportfolios
Der Kapazitätsabbau in Osteuropa reiht sich in umfassendere Portfolioanpassungen des japanischen Konzerns ein. Vor rund einem Monat veräußerte Fujikura die eigene Vertriebstochter Fujikura Shoji. Diese Trennung begleitete an den Aktienmärkten ein Kursrückgang von 5,1 Prozent. Vor rund zwei Wochen rückte das Management stattdessen die Kommerzialisierung eines optischen Patchpanels in das Blickfeld der Investoren.
Zuvor hatten vor gut drei Wochen Meldungen über US-Investitionen die Fantasie an den Börsen beflügelt. Seit diesem Zwischenhoch gab das Papier allerdings wieder um 7,9 Prozent nach. Die Marktteilnehmer wägen die Wachstumschancen im Ausbau digitaler Netzinfrastruktur gegen die Kostenbelastungen klassischer Produktionsstandorte ab.
Zum Handelsschluss am Freitag ging die Fujikura-Aktie bei 28,12 Euro aus dem Handel. Das Wertpapier verbuchte dabei einen Tagesanstieg von 1,2 Prozent. Die Marktkapitalisierung des Technologiekonzerns beläuft sich auf umgerechnet 45,39 Milliarden Euro.
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