TUI Aktie: Sommerbuchungen im Minus?
Der Reisekonzern verengt seine Ergebnisprognose auf 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro; Winterbuchungen liegen bislang sieben Prozent zurück.

Kurz zusammengefasst
- EBIT-Spanne auf 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro reduziert
- Sommerumsatz bei Pauschalreisen fünf Prozent niedriger
- Winterbuchungen über Quellmärkte sieben Prozent rückläufig
- Johan Lundgren als Aufsichtsratschef nominiert
Der Reisekonzern TUI steuert auf den Abschluss seines Geschäftsjahres zu. Für die am Monatsende endende Periode hat das Unternehmen heute seine Prognose für das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) auf 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro eingegrenzt. Zuvor lag das obere Ende der Spanne noch bei 1,4 Milliarden Euro.
Hinter der Anpassung steht ein geteiltes operatives Umfeld. Während Kunden weiterhin reisefreudig bleiben, sorgen externe Belastungsfaktoren für Gegenwind. Vor allem Störungen infolge des Nahost-Konflikts dämpfen das Geschäft in einzelnen Regionen spürbar.
Die Buchungsdaten verdeutlichen die Herausforderungen im laufenden Geschäft. Am Dienstag teilte das Unternehmen mit, dass der gebuchte Umsatz im Pauschalreisegeschäft für den Sommer um 5 Prozent unter dem Vorjahresniveau lag. Um die Auslastung zu sichern, reduzierte der Konzern zugleich die Risikokapazität für die Sommersaison um 5 Prozent.
Zurückhaltung vor dem Wintergeschäft
Für die kommende Wintersaison halten sich viele Urlauber ebenfalls noch zurück. Über alle Quellmärkte hinweg liegt der gebuchte Umsatz derzeit um 7 Prozent unter dem Vorjahr. Während Kunden in Deutschland mit einem Rückgang von 4 Prozent noch vergleichsweise stabil buchen, fällt das Minus in Großbritannien mit 9 Prozent deutlich stärker aus.
Für den Touristikkonzern kommt es in den kommenden Monaten daher entscheidend darauf an, kurzfristige Buchungseffekte zu nutzen. Erfahrungsgemäß entscheiden sich viele Urlauber erst kurz vor Reiseantritt für einen Winterurlaub, was die Planbarkeit erschwert, aber Raum für späte Aufholeffekte bietet.
Analysten bleiben trotz Kurszielanpassung zuversichtlich
An den Märkten wird die operative Entwicklung dennoch wohlwollend begleitet. Deutsche Bank Research bestätigte gestern die Kaufempfehlung für die TUI-Aktie, passte das Kursziel jedoch von 10,50 Euro auf 10,10 Euro an. Das Analysehaus mwb research sprach gestern ebenfalls eine Kaufempfehlung aus und beließ das Kursziel bei 13,50 Euro.
Führungswechsel im Kontrollgremium
Parallel zum Saisongeschäft stellt der Konzern die Weichen für die personelle Zukunft. Am 18. September wurde Johan Lundgren als künftiger Aufsichtsratsvorsitzender nominiert. Der frühere EasyJet-Chef soll den Posten nach der Hauptversammlung im Februar 2027 antreten. Dieter Zetsche wird sich dann nicht mehr zur Wiederwahl stellen.
Im heutigen Handel notiert die TUI-Aktie bei 6,43 Euro, was einem Tagesverlust von 1,3 Prozent entspricht. Die vollständigen Jahresergebnisse für das abgelaufene Geschäftsjahr will das Unternehmen am 9. Dezember 2026 vorlegen.
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