Alibaba: Gespräche über DeepSeek-Investment
Alibaba verhandelt über eine Beteiligung am KI-Unternehmen DeepSeek zu einer Bewertung von über 20 Milliarden Dollar. Die Investition ist Teil einer breiten KI-Offensive, die jedoch die Profitabilität kurzfristig belastet.

Kurz zusammengefasst
- Verhandlungen über DeepSeek-Beteiligung laufen
- Bewertung des KI-Startups über 20 Milliarden Dollar
- Alibabas KI-Ausgaben steigen massiv an
- Profitabilität in KI-Segmenten erst ab 2028 erwartet
Zwei der schwergewichtigsten Namen im chinesischen Tech-Sektor könnten bald enger zusammenrücken. Berichten zufolge verhandeln Alibaba und Tencent über eine Beteiligung am KI-Startup DeepSeek — zu einer Bewertung von mehr als 20 Milliarden Dollar.
Das Magazin The Information berichtet unter Berufung auf informierte Personen, dass DeepSeek erstmals Kapital einsammelt. Ursprünglich hatte das Unternehmen, das zum chinesischen Hedgefonds High-Flyer Capital Management gehört, mindestens 300 Millionen Dollar bei einer Bewertung von 10 Milliarden Dollar angepeilt. Starkes Investoreninteresse hat die Zielmarke inzwischen auf über 20 Milliarden Dollar getrieben. Die Gespräche laufen noch — sowohl Bewertung als auch Volumen können sich ändern.
KI-Offensive auf breiter Front
Eine Beteiligung an DeepSeek wäre kein Einzelschritt, sondern Teil einer systematischen Strategie. Alibaba hat im April eine Reihe neuer KI-Modelle vorgestellt: Das Videogenerierungsmodell HappyHorse soll laut Rankings von Artificial Analysis ByteDances Seedance 2.0 bei der Videogenerierung ohne Audio übertreffen. Mit Happy Oyster präsentierte der Konzern außerdem ein sogenanntes World Model, das dreidimensionale Umgebungen und interaktive Videos erzeugen kann — anwendbar in Film, Content-Produktion und Gaming.
Die Investitionen schlagen sich in den Zahlen nieder. Bernstein-Analysten schätzen, dass Alibabas KI-Ausgaben im Märzquartal auf rund 20 Milliarden Yuan gestiegen sind — fast doppelt so viel wie im Vorquartal. Das Cloud-Geschäft soll im vierten Fiskalquartal 2026 um 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr wachsen. Langfristig hat Alibaba ausgegeben, KI- und Cloud-Umsätze auf 100 Milliarden Dollar jährlich zu steigern.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Alibaba?
Gegenwind trotz Rückenwind
Die Investitionsoffensive hat ihren Preis. Hohe Ausgaben für KI und das schnell wachsende Liefergeschäft drücken die operativen Margen und den freien Cashflow — Profitabilität in diesen Segmenten wird laut Analystenschätzungen frühestens in den Fiskaljahren 2028 bis 2029 erwartet. Hinzu kommen regulatorische Belastungen: Chinesische Behörden verhängten zuletzt Bußgelder gegen große Lieferplattformen, darunter Alibaba, wegen Mängeln bei der Händleraufsicht.
Bernstein bleibt dennoch konstruktiv und hält an der Übergewichten-Einstufung fest. Die Analysten sehen die erhöhten Investitionen als notwendig, um im KI-Rennen dauerhaft vorn zu bleiben. JPMorgan betonte nach einem Investorentreffen im März, Alibabas Management wolle das Cloud-Geschäft nicht als klassische Infrastruktur verstanden wissen, sondern als umfassenden KI-Stack mit wachsendem Monetarisierungspotenzial.
Kurs erholt sich, aber unter Druck
Die Aktie legte am Mittwoch knapp ein Prozent zu und notiert bei rund 116 Euro — nach einem April, in dem die Hongkonger Notierung bereits mehr als 14 Prozent zulegte. Vom 52-Wochen-Hoch bei 161,60 Euro ist der Kurs allerdings noch weit entfernt. Solange die DeepSeek-Gespräche ohne offizielle Bestätigung bleiben, dürfte der Kursimpuls begrenzt bleiben — eine Ad-hoc-Meldung könnte das Bild rasch verändern.
Alibaba-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Alibaba-Analyse vom 22. April liefert die Antwort:
Die neusten Alibaba-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Alibaba-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 22. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Alibaba: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...