Vanguard FTSE All-World: 3,09 Mrd Euro Zuflüsse im August
Der Weltaktienfonds zog im August Milliarden an und notierte am Freitag nahe seinem 52-Wochen-Hoch.

Kurz zusammengefasst
- Rund 3,09 Milliarden Euro Zufluss
- Meistgekaufter Aktien-ETF Europas im August
- Kurs 0,5 Prozent unter Jahreshoch
- Seit Jahresbeginn 16 Prozent im Plus
Der Vanguard FTSE All-World UCITS ETF war im August der meistgekaufte Aktien-ETF Europas. Nach Daten von fundresearch.de flossen dem Fonds mit der ISIN IE00B3RBWM25 in diesem Monat rund 3,09 Milliarden Euro an frischem Kapital zu.
Die Analysehäuser ETFGI und Vanguard selbst bestätigen den Trend aus leicht unterschiedlichen Blickwinkeln: ETFGI beziffert den August-Zufluss auf 3,58 Milliarden US-Dollar und führt damit die Rangliste der größten Einzelzuflüsse in Europa an, während Vanguard für seine gesamte UCITS-ETF-Palette 7,2 Milliarden Dollar meldet.
Anleger bevorzugen breite Streuung
Die Zahlen fügen sich in ein größeres Bild ein. Laut LSEG Lipper zogen europäische Aktienfonds mit globalem Anlagefokus im August insgesamt 13,2 Milliarden Euro an, wobei Vanguard mit 6,4 Milliarden Euro netto der zweitgrößte Anbieter unter den europäischen ETF-Promotern war.
Der All-World-ETF, der Aktien aus Industrie- und Schwellenländern weltweit bündelt, profitiert damit sichtbar von einer Präferenz vieler Anleger für breit gestreute, kostengünstige Indexprodukte statt Einzelwetten auf einzelne Regionen oder Branchen.
Diese Entwicklung fällt in eine Phase, in der globale Aktienmärkte insgesamt Rückenwind erhalten. Reuters berichtete am Montag, dass der MSCI-All-World-Index um 1,03 Prozent zulegte, getragen von Optimismus rund um die Nachfrage nach Künstlicher Intelligenz und sinkenden Ölpreisen.
Am gestrigen Freitag steuerte der MSCI-Weltaktienindex laut Reuters auf die stärkste Woche seit Anfang August zu, da die Hoffnung auf eine verbesserte Energieversorgung im Nahen Osten steigende Anleiherenditen überwog.
Kurs nahe am Rekordhoch
Der breite Rückenwind für globale Aktien spiegelt sich auch im Kursverlauf des ETFs wider. Der Anteilschein schloss am Freitag bei 164,50 Euro und liegt damit nur 0,5 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 165,28 Euro, das er am 23. September markiert hatte. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 16 Prozent zu Buche – ein Zeichen dafür, dass die massiven Mittelzuflüsse und die positive Marktstimmung bislang Hand in Hand gingen.
Nicht jede Handelswoche verlief dabei geradlinig positiv. Am Donnerstag gaben die US-Indizes nach, weil neue Unsicherheit über eine Lösung im Nahost-Konflikt die Ölpreise und die Anleiherenditen antrieb.
Reuters berichtete, dass sich US-amerikanische und iranische Vertreter bei der UN-Generalversammlung scharfe Worte lieferten, während Brent-Öl kurzzeitig wieder über die Marke von 100 US-Dollar je Barrel stieg. Am Mittwoch hingegen sorgten sinkende Ölpreise und neue Technologie-Euphorie für steigende europäische Aktienkurse.
Für Anleger im ETF unterstreichen die jüngsten Zuflusszahlen, dass der Fonds trotz schwankender Tagesnachrichten aus der Geopolitik seinen Ruf als bevorzugtes Vehikel für weltweite Aktienanlagen behauptet.
Die Kombination aus Rekordzuflüssen und einem Kurs nahe dem Jahreshoch deutet darauf hin, dass institutionelle wie private Anleger die kurzfristige Nervosität an den Märkten bislang nicht zum Anlass für einen Rückzug aus breit gestreuten Weltaktienindizes nehmen.
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