BYD Aktie: 270 Prozent Wachstum in Europa 2025

BYD meldet starke Nachfrage nach neuen Modellen, kämpft aber in der Türkei mit Einbrüchen und in Europa mit Zweifeln an Zulassungsdaten.

Eduard Altmann ·
BYD Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Auftragsbücher durch neue Modelle gefüllt
  • Europäisches Wachstum auf Kosten der Marge
  • Türkei-Geschäft bricht um 73 Prozent ein
  • Internationale Expansion trotz Handelshemmnissen

BYD meldet nach eigenen Angaben prall gefüllte Auftragsbücher. Seit dem Start der neuen Blitzladetechnik und mehrerer aktueller Modelle ziehe die Nachfrage kräftig an, teilte der chinesische Autobauer mit. Das Unternehmen arbeite deshalb daran, die Produktionskapazitäten zügig zu erhöhen. An der Börse in Frankfurt reagierten Anleger positiv: Das Papier legte am heutigen Donnerstag um 1,47 Prozent auf 10,50 Euro zu und baut damit eine Erholung aus, die sich bereits seit Wochen abzeichnet. Binnen 30 Tagen hat die Aktie um 28,78 Prozent zugelegt.

Europas Wachstum hat einen Haken

Der Absatzschub in Europa bleibt der zentrale Wachstumstreiber. Die Verkäufe batterieelektrischer Fahrzeuge von BYD legten 2025 auf dem Kontinent um rund 270 Prozent zu, im ersten Quartal 2026 kamen weitere 156 Prozent hinzu. Finanziert wird dieses Tempo überwiegend über Partnerschaften mit europäischen Banken und Leasinggesellschaften statt über eine eigene Finanzsparte. Der Branchenanalyst Stefan Bratzel vom CAM ordnet die Entwicklung nüchtern ein: BYD gewinne an Fahrt, allerdings auf Kosten der Marge.

Zweifel an der Datenqualität nähren zusätzliche Fragen. Von 30.472 BYD-Zulassungen in Deutschland seit Dezember 2022 sind laut dem Marktbeobachter Matthias Schmidt nur 18.536 Fahrzeuge tatsächlich im Straßenverkehr unterwegs. Die Differenz nährt den Verdacht, dass ein Teil der Zulassungen dem Aufbau von Handelsbeständen dient statt echten Endkundenverkäufen zu entsprechen. Gleichwohl wuchs der Privatkundenanteil in Deutschland von 12,4 Prozent im Jahr 2025 auf 32,5 Prozent im Zeitraum Januar bis April 2026 – ein Hinweis darauf, dass die Marke jenseits von Flottengeschäft an Boden gewinnt.

Rückschlag in der Türkei

Deutlich schwieriger gestaltet sich das Geschäft in der Türkei. Ein WTO-Panel stufte den türkischen Zusatzzoll von 40 Prozent auf chinesische Elektrofahrzeuge als regelwidrig ein. Ankara hatte die Abgabe im Juni 2024 eingeführt, später aber Hersteller mit lokalen Investitionen davon ausgenommen. BYD hatte im Juli 2024 eine Investitionsvereinbarung über eine Milliarde Dollar für ein Werk in Manisa unterzeichnet, das eine Kapazität von 150.000 Fahrzeugen und 5.000 Arbeitsplätze vorsah. Das Projekt kommt jedoch nicht voran, und Ankara hat die Vergünstigungen für BYD seit Januar 2026 ausgesetzt. Die Folge zeigt sich in den Verkaufszahlen: In der ersten Jahreshälfte 2026 setzte BYD in der Türkei nur noch 6.809 Fahrzeuge ab, nach 25.501 im entsprechenden Vorjahreszeitraum – ein Einbruch um 73,3 Prozent.

Expansion trotz Widerständen

Parallel zu diesen Rückschlägen treibt BYD die internationale Expansion weiter voran. In Großbritannien hat der Hersteller die Marke von 100.000 verkauften Fahrzeugen seit dem Markstart 2023 überschritten, das Händlernetz ist von fünf auf 143 Standorte gewachsen. Auf der Automesse GIIAS in Indonesien präsentierte BYD zudem das neue Modell M6 EV mit einer Reichweite von 450 Kilometern. Für den Aktienkurs bleibt die Gemengelage ambivalent: Der jüngste Kursanstieg spiegelt die Wachstumsdynamik wider, doch die Debatte um Zulassungsqualität in Europa und der Handelsstreit in der Türkei zeigen, dass der internationale Expansionskurs nicht überall reibungslos verläuft.

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BYD Aktie

10,50 EUR

KGV 27,05
Sektor Zyklischer Konsum
Div.-Rendite 0,40 %
Marktkapitalisierung 853,37 Mrd. EUR
ISIN: CNE100000296 WKN: A0M4W9

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