CATL Aktie: Kühne+Nagel soll Batterielogistik ausbauen
CATL beschloss Finanzierungszusagen und Kupferkäufe, während in Ungarn die Probeproduktion auf zwei Zellfertigungslinien startete.

Kurz zusammengefasst
- Spanien-Darlehen über 50 Millionen Euro beschlossen
- Indonesien-Bürgschaft bis 130 Millionen US-Dollar
- Kupferbeschaffung bis 320 Millionen US-Dollar genehmigt
- Ungarns Zelllinien starteten den Probebetrieb
Der chinesische Batteriekonzern CATL forciert seine weltweiten Expansions- und Lieferkettenpläne. Das Führungsgremium des Unternehmens hat Beschlüsse für Standorte in Europa und Asien sowie für die langfristige Rohstoffversorgung auf den Weg gebracht. Die Maßnahmen sehen Finanzierungszusagen für Vorhaben in Spanien und Indonesien sowie millionenschwere Materialverträge vor.
Am 30. September billigte das Board eine Zusage für ein Gesellschafterdarlehen über 50 Millionen Euro zugunsten der Tochtergesellschaft für die geplante spanische Batteriefabrik. Zeitgleich wurde eine Bürgschaft von bis zu 130 Millionen US-Dollar durch den Mehrheitsaktionär von CATL für ein Lieferkettenprojekt in Indonesien verabschiedet. Beide Beschlüsse stehen noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Aktionäre.
Rohstoffsicherung und europäischer Fertigungsausbau
Neben den finanziellen Weichenstellungen für die Projektgesellschaften bereitet das Unternehmen seine Materialbasis für die kommenden Geschäftsjahre vor. Das Board genehmigte die Beschaffung von Kathodenkupfer mit einem Gesamtvolumen von bis zu 320 Millionen US-Dollar für den Zeitraum 2027 bis 2028. Auch dieses Beschaffungspaket bedarf noch der Bestätigung durch die Hauptversammlung.
Die Expansion in Europa beschränkt sich nicht auf Spanien. In Ungarn erreichte der Batteriehersteller am 22. September eine wichtige operative Etappe: Im Werk in Debrecen lief die Probeproduktion auf den ersten beiden Zellfertigungslinien an, nachdem alle behördlichen Genehmigungen vorlagen.
Ziel des Probebetriebs ist es, Anlagen und Prozesse vor dem Start der regulären Serienfertigung zu validieren. Für den ungarischen Standort ist nach vollständiger Fertigstellung eine Produktionskapazität von 100 Gigawattstunden vorgesehen.
Zudem baut das Unternehmen seine logistische Infrastruktur aus. In einer Partnerschaft mit dem Logistikkonzern Kühne+Nagel soll die Batterielogistik sowie die Elektrifizierung von Fahrzeugflotten weiterentwickelt werden. In Norwegen eröffnete der Konzern ein Kundendienst- und Erlebniszentrum.
Wettbewerbsdruck im Heimatmarkt
Die Beschlüsse zur Auslandspräsenz fallen in eine Phase intensivierter Konkurrenz im chinesischen Markt. Vor rund zwei Wochen geriet der Marktführer unter Druck, nachdem mehrere inländische Automobilhersteller Schritte zur Diversifizierung ihrer Lieferanten unternahmen; seither büßten die Papiere 4,7 Prozent ein.
Medienberichten zufolge investierte der Elektrofahrzeugbauer Li Auto 2,65 Milliarden Renminbi in den Konkurrenten Sunwoda und rüstete ein neues Modell mit dessen Zellen aus. Parallel dazu kündigte Xiaomi eine Entwicklungszusammenarbeit mit CALB an, während Xpeng vermehrt Batteriezellen von EVE Energy bezog.
Auf die Marktbewegungen reagierte das Unternehmen unter anderem mit eigenen Kapitalmaßnahmen. Laut der Nachrichtenagentur Reuters kaufte CATL am 16. September 3,098 Millionen eigene A-Aktien über die Börse zurück.
Das Transaktionsvolumen für diesen Rückkauf belief sich auf 946,97 Millionen Renminbi. Mit den neuen Beschlüssen zur Vor-Ort-Produktion und Rohstoffsicherung versucht der Konzern nun, seine Position im internationalen Wettbewerb weiter abzusichern.
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