Allianz Aktie: EU genehmigt Ingenico-Übernahme
Die Allianz erhält grünes Licht für Ingenico, kooperiert mit Waymo und investiert über einen EU-Fonds in europäische Technologiefirmen.

Kurz zusammengefasst
- EU erlaubt Übernahme von Ingenico
- Allianz Partners kooperiert mit Waymo
- Versicherer beteiligt sich an Scaleup-Fonds
- Aktie verliert 1,7 Prozent
Mit der kartellrechtlichen Freigabe für einen Zukauf und neuen Initiativen erweitert die Allianz ihre strategische Aufstellung. Die Europäische Kommission genehmigte am Montag den Erwerb von Ingenico durch den Konzern. Als Käufer sichert sich die Allianz damit die rechtliche Grundlage, um das Geschäft des Anbieters von Zahlungsterminals zu übernehmen und ihr Leistungsangebot jenseits der traditionellen Assekuranz auszubauen.
Partnerschaften für Mobilität und europäische Wachstumsfinanzierung
Parallel dazu erschließt der Konzern neue Geschäftsfelder im Verkehrsbereich. Die Tochtergesellschaft Allianz Partners vereinbarte am Mittwoch eine strategische Zusammenarbeit mit dem Fahrdienstentwickler Waymo. Beide Partner wollen in Europa gemeinsam Lösungen für Versicherungen, das Schadenmanagement und die Sicherheitsforschung rund um die autonome Mobilität erarbeiten.
Auch an der Finanzierung europäischer Zukunftstechnologien beteiligt sich die Allianz. Mehrere Konzerneinheiten – die Allianz Lebensversicherung, die Allianz Private Krankenversicherung und Allianz France – engagieren sich gemeinsam mit der Europäischen Kommission am Scaleup Europe Fund. Das Kapital fließt gezielt in europäische Wachstumsunternehmen aus den Bereichen künstliche Intelligenz, Quantencomputing und Halbleiter.
Mit diesem Engagement stärkt das Unternehmen seine Präsenz in Segmenten, die für den europäischen Wirtschaftsstandort strategische Bedeutung besitzen. Für die beteiligten Versicherungsgesellschaften eröffnet der Fonds den Zugang zu innovativen Unternehmen in wachstumsstarken Technologiefeldern.
Börsenreaktion und Einschätzungen der Analysten
An der Börse ging die Aktie am Freitag mit 442,60 Euro aus dem Handel, was einem Tagesrückgang von 1,7 Prozent entspricht. Das 52-Wochen-Hoch von 454,50 Euro bleibt für die Notierung damit weiterhin in Sichtweite.
Aufmerksamkeit erzeugten zudem Medienberichte über das internationale Versicherungsgeschäft. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete am 11. September, dass die Allianz zusammen mit Zurich Insurance Transaktionen im Zusammenhang mit Radiant World versichert haben soll. Eine Unternehmensbestätigung der Allianz gab es für diese Angaben allerdings nicht.
Die strategischen Weichenstellungen spiegeln sich in aktuellen Analystenkommentaren wider. Medienberichten zufolge stufte die DZ Bank den Titel am Freitag mit „Buy“ ein und erhöhte den fairen Wert auf 495 Euro. Zuvor hatte UBS am 9. September ihr Kursziel auf 450 Euro angehoben, beließ die Einstufung des Papiers jedoch bei „Neutral“.
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