Palantir: $130-Millionen-IRS-Vertrag unter Lupe
Palantir sieht sich mit Datenschutzklagen und politischem Druck konfrontiert, während das Geschäft mit neuen Großaufträgen weiter wächst.

Kurz zusammengefasst
- IRS-Vertrag über 130 Millionen Dollar
- FOIA-Klage von American Oversight
- 30 Abgeordnete fordern Aufklärung
- Neuer Rahmenvertrag mit Landwirtschaftsministerium
130 Millionen Dollar für Steuerfahnder, eine Klage wegen Informationsfreiheit und 30 aufgebrachte Kongressabgeordnete — kurz vor den Quartalszahlen häufen sich die politischen Risiken für Palantir.
IRS zahlt seit 2018 für Massenanalyse
Die Nichtregierungsorganisation American Oversight hat Vertragsunterlagen veröffentlicht, die zeigen: Die Strafverfolgungsabteilung des US-Finanzamts IRS nutzt seit 2018 Palantirs Lead and Case Analytics-Plattform, um Steuererklärungen, Bankdaten, Daten aus dem Affordable Care Act sowie sämtliche Informationen des Netzwerks zur Bekämpfung von Finanzkriminalität auszuwerten — einschließlich Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum. Insgesamt flossen dafür 130 Millionen Dollar an Palantir.
Die Plattform kombiniert Palantirs Gotham- und Foundry-Anwendungen, um laut Vertragstext „die Nadel im Heuhaufen“ zu finden. Für Datenschützer ist genau das das Problem. American-Oversight-Direktorin Chioma Chukwu formuliert es pointiert: „Wenn die Regierung Beziehungen kartieren, Verhalten verfolgen und investigative Hinweise über Datensätze hinweg generieren kann — dann ist die Frage nicht nur, was sie tun kann, sondern gegen wen es eingesetzt wird.“
Klage, Kongress und Kurskorrektur
American Oversight hat daraufhin eine elfseitige FOIA-Klage gegen mehrere Bundesbehörden eingereicht. Der Vorwurf: Die Trump-Regierung verweigere Auskunft darüber, wie Behörden über Palantir-Systeme sensible Personendaten teilen und nutzen. Hintergrund ist ein Erlass von Präsident Trump aus März 2025, der Behörden ausdrücklich anwies, Hürden beim behördenübergreifenden Datenaustausch abzubauen.
Parallel dazu forderten 30 Abgeordnete und Senatoren — darunter Dan Goldman, Nydia Velázquez und Ron Wyden — Antworten von ICE und dem Heimatschutzministerium über den Einsatz von Palantir-Technologien zur Datenerhebung über US-Bürger. Palantir selbst ließ Presseanfragen unbeantwortet.
Das ist kein Einzelfall. In Großbritannien sorgt ein NHS-Vertrag für anhaltende politische Debatten, in New York wurde ein vergleichbarer Vertrag mit dem städtischen Krankenhausnetz nach öffentlichem Protest gekündigt.
Wachstum trotz Gegenwind
Das Geschäft läuft währenddessen weiter. Im April erhielt Palantir vom US-Landwirtschaftsministerium einen Rahmenvertrag über 300 Millionen Dollar zur Modernisierung von Behördendienstleistungen. Hinzu kommen Aufträge des Heimatschutzministeriums. Die eigene Umsatzprognose für das erste Quartal 2026 liegt bei rund 1,53 Milliarden Dollar, für das Gesamtjahr bei etwa 7,19 Milliarden Dollar — mit US-Handelserlösen von über 3,1 Milliarden Dollar.
Die Aktie notiert aktuell bei rund 121 Euro und liegt damit knapp 33 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Seit Jahresbeginn hat das Papier rund 16 Prozent verloren, der RSI von 40,6 signalisiert eine neutrale bis leicht überverkaufte Lage.
Am 4. Mai veröffentlicht Palantir nach US-Börsenschluss die Q1-Zahlen. Liefert das Unternehmen erneut starke Ergebnisse, könnte das die Bewertungsdiskussion neu entfachen — die politische Kontroverse um Datenschutz und Behördenverträge wird damit allerdings nicht verstummen.
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