Alibaba Aktie: Peking stellt Nvidia-Chipkäufe in Aussicht
China signalisiert mögliche Chipkäufe für Alibaba; zugleich plant der Konzern eigene Prozessoren und den Ausbau seiner globalen Recheninfrastruktur.

Kurz zusammengefasst
- China signalisiert mögliche Nvidia-Chipkäufe
- Zhenwu V900 bietet dreifache Vorgängerleistung
- Alibaba plant Modelle mit bis zu zehn Billionen Parametern
- Cloud-Regionen in drei Ländern angekündigt
Chinas Behörden stellen heimischen Technologiekonzernen Erleichterungen beim Erwerb moderner Halbleiter in Aussicht. Wie die Nachrichtenagentur Reuters meldete, signalisierte die chinesische Regierung am Sonntag, dass Alibaba und der Wettbewerber ByteDance Chips des Typs Nvidia RTX PRO 5500 erwerben dürfen könnten.
Das Ministerium für Industrie und Informationstechnologie forderte Unternehmen einschließlich Alibaba dazu auf, entsprechende Einkaufspläne zu übermitteln.
An den Finanzmärkten sorgte der mögliche Zugang zu hochentwickelter Rechenleistung für Aufmerksamkeit. Am gestrigen Montag ging die Aktie im Handel bei 95,90 Euro aus dem Markt. Das entsprach einem leichten Tagesverlust von 0,4 Prozent.
Eigene Prozessoren und gigantische Modellparameter
Eigene Hardware-Entwicklungen ergänzen die Beschaffungsstrategie des Konzerns. Bereits am 22. September stellte Alibaba den unternehmenseigenen Prozessor Zhenwu V900 vor. Nach Angaben des Konzerns liefert der Chip die dreifache Leistung seines Vorgängermodells.
Die Halbleiter sollen das Fundament für ambitionierte Entwicklungsschritte im Bereich der künstlichen Intelligenz bilden. CEO Eddie Wu kündigte an, Alibaba plane das Training eines Modells mit 5 Billionen bis 10 Billionen Parametern.
Um den massiven Rechenbedarf für derartige Anwendungen zu bewältigen, plant der Konzern den langfristigen Ausbau seiner weltweiten Infrastruktur. Bis zum Jahr 2032 peilt Alibaba global eine Rechenzentrumskapazität von mehr als 20 Gigawatt an. Dieser Kapazitätsausbau soll sicherstellen, dass die Gruppe im Wettbewerb um führende Plattformen technologisch Schritt hält.
Internationale Offensive bei Rechenzentren
Flankierend zur Chip-Strategie treibt die Tochtergesellschaft Alibaba Cloud ihre geographische Reichweite voran. Das Unternehmen gab am 23. September bekannt, innerhalb der kommenden zwölf Monate seine ersten Cloud-Regionen in der Türkei, in Finnland sowie in den Niederlanden zu errichten. Mit diesen neuen Standorten erschließt der Dienstleister zusätzliche europäische und vorderasiatische Märkte.
Zugleich erweitert Alibaba die Kapazitäten bestehender Rechenzentren. Entsprechende Ausbauten sind für Standorte in Deutschland, Frankreich, Malaysia, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Hongkong vorgesehen. Der Konzern verbindet damit die eigene Chip-Architektur und den potenziellen Zukauf externer Prozessoren mit einem weltweit wachsenden Netzwerk.
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