OMV: 300 Millionen für Gabare-Solarpark
Der Ölkonzern treibt mit einem Großprojekt in Bulgarien seine Energiewende voran und plant bis 2030 über 2,5 Gigawatt erneuerbare Kapazitäten.

Kurz zusammengefasst
- 300 Millionen Euro für Solarpark in Bulgarien
- Batteriespeicher mit 600 Megawattstunden Kapazität
- Erste Stromlieferung für 2028 geplant
- Aktie zeigt sich trotz Großprojekt verhalten
OMV Petrom investiert massiv in den Solarausbau. Der österreichisch-rumänische Öl- und Gaskonzern gab den finalen Bau-Beschluss für das Gabare-Solarprojekt in Bulgarien bekannt. 300 Millionen Euro fließen in eine Photovoltaikanlage mit 415 Megawattpeak Leistung samt Batteriespeicher. Das Besondere: Der Speicher fasst 600 Megawattstunden — genug, um Solarstrom auch nach Sonnenuntergang zu liefern. Die erste Kilowattstunde soll 2028 ins Netz fließen.
Strategischer Wandel im Chemiekonzern
Die Investition ist Teil eines größeren Plans. Bis 2030 will OMV Petrom über 2,5 Gigawatt an erneuerbaren Kapazitäten ans Netz bringen. Das Verhältnis: drei Teile Solar, zwei Teile Wind. Hinzu kommt der Einstieg in Biokraftstoffe, für den sich das Unternehmen Mitte Juni einen Teil der Produktion ab 2028 gesichert hat.
Parallel treibt die Konzernmutter OMV die Neuausrichtung ihrer Chemiesparte voran. Mit Borouge International entsteht ein neuer Polyolefin-Riese. Das Führungsteam steht seit März: Roger Kearns als Chef, Stefan Doboczky als Vertriebsvorstand, Hasan Karam als COO. Das Ziel: unabhängiger vom Ölgeschäft werden.
Kurs unter Druck
Die Anleger reagierten zurückhaltend auf die Nachrichten. Die OMV-Aktie notiert am Freitag bei 55,95 Euro, ein kleines Plus von 0,09 Prozent zum Vortag. Seit Jahresbeginn liegt der Kurs zwar 15,65 Prozent im Plus. Die letzten Wochen liefen aber schwach: minus 11,82 Prozent auf 30 Tage. Der RSI von 34,9 signalisiert eine Annäherung an die überverkaufte Zone.
Das 52-Wochen-Hoch von 64,40 Euro aus Mai ist 13 Prozent entfernt. Der Kurs liegt unter dem 50-Tage-Durchschnitt, aber über dem 200-Tage-Mittel. Die Volatilität bleibt mit annualisiert 34 Prozent hoch.
Die entscheidende Frage für die kommenden Monate: Ob die milliardenschwere Transformation in Solar und Chemie sich auch im Aktienkurs niederschlägt. Die nächste Bewährungsprobe folgt mit den Quartalszahlen — dann zeigt sich, ob die neue Strategie bereits erste Gewinnbeiträge liefert.
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