Ferrexpo Aktie: Gericht verhandelt Insolvenz am 27. Mai
Gericht prüft Insolvenzverfahren gegen Ferrexpo-Tochter. Aktienhandel in London pausiert. Kapitalerhöhung von 100 Mio. Dollar geplant.

Kurz zusammengefasst
- Insolvenzverfahren gegen ukrainische Tochter
- Aktienhandel in London ausgesetzt
- Kapitalerhöhung von 100 Millionen Dollar
- Liquidität reicht nur bis August
Ferrexpo gerät von zwei Seiten unter Druck. In der Ukraine prüft ein Gericht ein mögliches Insolvenzverfahren gegen die wichtigste Tochter. In London bleibt der Handel mit der Aktie ausgesetzt, weil der Konzern seinen geprüften Jahresabschluss nicht rechtzeitig vorlegen konnte.
Für den Eisenerzproduzenten ist das mehr als ein juristischer Nebenkriegsschauplatz. Ohne frisches Kapital wackelt die finanzielle Basis. Das dürfte spannend werden.
Gericht prüft Verfahren gegen Poltava Mining
Am 1. Mai nahm das Handelsgericht Poltawa einen Antrag an, die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gegen Ferrexpo Poltava Mining zu prüfen. Die vorbereitende Anhörung ist für den 27. Mai angesetzt.
Der Streit dreht sich um eine bestrittene Bürgschaftsforderung von Maxi Capital Group über 4,7 Milliarden Hrywnja. Der Oberste Gerichtshof der Ukraine prüft diese Forderung derzeit. Ferrexpo will gegen eine frühere Entscheidung eines lokalen Gerichts vorgehen, das im Februar ein Verfahren gegen die Tochter eröffnet hatte.
Das operative Management soll im Amt bleiben. Der Konzern signalisiert damit, dass Poltava Mining weiterarbeiten soll, während die Gerichte prüfen.
London-Handel bleibt ausgesetzt
Die Ferrexpo-Aktie handelt seit dem 1. Mai nicht mehr an der Londoner Börse. Der Auslöser war der fehlende geprüfte Abschluss für 2025, der bis zum 30. April hätte vorliegen müssen.
Die Wirtschaftsprüfer brauchen eine tragfähige Finanzierungslösung, um die Bilanz auf Basis der Unternehmensfortführung abzuschließen. Genau hier liegt der Engpass. Ferrexpo kann derzeit keinen Zeitpunkt nennen, an dem der Handel wieder startet.
Der Vorstand arbeitet an einer Kapitalerhöhung von mindestens 100 Millionen Dollar. Er sieht sie als einzige praktikable Lösung, um laufende Pflichten zu erfüllen und ausreichend Betriebskapital zu sichern.
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Institutionelle Investoren haben unverbindliches Interesse an einer Rekapitalisierung über diesen Betrag hinaus gezeigt. Die Bedingungen ließen sich aber nicht rechtzeitig erfüllen, um den geprüften Abschluss fertigzustellen.
Liquidität wird knapp
Mitte April verfügte Ferrexpo über frei zugängliche Nettoliquidität von rund 17 Millionen Dollar. Ohne Kapitalzufuhr reicht das Geld nach Einschätzung des Managements nur bis etwa Ende August 2026. Dann auch nur bei gedrosseltem Betrieb.
Der größte Aktionär Fevamotinico Sarl hält rund 49,32 Prozent der Anteile. Die Gesellschaft wird von Kostyantyn Zhevago kontrolliert und hat Unterstützung für die Finanzierungsrunde signalisiert.
Auch operativ bleibt die Lage schwierig. Schäden an ukrainischer Infrastruktur und Probleme bei der Stromversorgung bremsen den Betrieb. Im ersten Quartal 2026 produzierte Ferrexpo rund 593.000 Tonnen Pellets und Konzentrat.
Der Konzern reagiert mit Kostendisziplin. Dazu zählen kürzere Arbeitszeiten und verschobene Investitionen.
Zur juristischen Last kommt ein älterer Streit hinzu. Am 13. Juni 2024 wies der Oberste Gerichtshof eine Beschwerde gegen das Einfrieren von 50,3-Prozent-Anteilen an Bergbaugesellschaften ab. Die Maßnahme hängt mit einer Klage des ukrainischen Einlagensicherungsfonds gegen Zhevago zusammen.
Der nächste konkrete Termin ist die Anhörung am 27. Mai. Bis dahin bleibt Ferrexpo in einer engen Spanne aus Gerichtsdruck, fehlendem Abschluss und Kapitalbedarf gefangen. Ohne schnelle Finanzierung rückt der August als Liquiditätsgrenze näher.
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