Partners Group Aktie: 1 Milliarde für AVK, 2 Milliarden für Aroma-Zone
Partners Group treibt mit zwei Großakquisitionen den Ausbau im Infrastruktur- und Konsumgütersektor voran. Die Aktie bleibt trotz der Dealaktivität deutlich unter ihrem Jahreshoch.

Kurz zusammengefasst
- Milliardenschwere Mehrheitsbeteiligung an AVK Power
- Exklusive Gespräche zur Aroma-Zone-Übernahme
- Portfoliounternehmen melden deutliche Umsatzzuwächse
- Aktienkurs liegt 38 Prozent unter Höchststand
Partners Group hat innerhalb weniger Wochen zwei große Zukäufe eingeleitet und stärkt damit ihr Infrastruktur- und Konsumgütergeschäft. Am Donnerstag meldete der Schweizer Investmentmanager den Abschluss einer Vereinbarung zum Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung am britischen Stromversorgungsspezialisten AVK Power Solutions.
Das Eigenkapitalinvestment übersteigt eine Milliarde US-Dollar. Ziel ist der Aufbau einer europäischen Infrastrukturplattform für sogenannte Energy-as-a-Service-Lösungen.
AVK-Deal als Baustein für Infrastruktur-Ausbau
Erste Berichte über die Gespräche mit AVK Power Solutions gab es bereits Anfang August. Nun liegt die unterzeichnete Vereinbarung vor. Partners Group setzt damit auf den steigenden Strombedarf in Europa, der durch Elektrifizierung und den Ausbau erneuerbarer Energien getrieben wird. Die neue Plattform soll Unternehmen und Kommunen flexible Energieversorgung als Dienstleistung anbieten, statt reine Anlagen zu verkaufen.
Parallel dazu verhandelt Partners Group exklusiv mit dem Verkäufer Eurazeo über die Übernahme einer Mehrheitsbeteiligung an der französischen Naturkosmetikmarke Aroma-Zone. Medienberichten zufolge könnte der Unternehmenswert bei rund zwei Milliarden Euro liegen. Ein Abschluss ist bislang nicht bestätigt, die Gespräche laufen weiter.
Bestandsportfolio liefert operative Erfolge
Neben den Neuzugängen zeigt auch das bestehende Portfolio Fortschritte. Die US-Beteiligungen DiversiTech und PremiStar aus dem Bereich Heizung, Lüftung und Klimatechnik verzeichneten seit der Übernahme 2021 Umsatzsteigerungen von 60 Prozent beziehungsweise 100 Prozent. Extreme Wetterereignisse treiben die Nachfrage nach entsprechenden Systemen an.
Auch technologisch investiert Partners Group in seine Beteiligungen: Bei der Portfoliogesellschaft Foundation Risk Partners führte ein KI-Transformationsprogramm gemeinsam mit dem IT-Dienstleister Version 1 zu einer um 120 Basispunkte höheren EBITDA-Marge, was einem Effekt von zehn Millionen US-Dollar entspricht.
Solche operativen Verbesserungen sind für Beteiligungsgesellschaften ein zentraler Werttreiber, insbesondere in einem Umfeld, in dem Exits schwieriger zu realisieren sind als in früheren Jahren.
Aktie bleibt unter Druck
An der Börse spiegelt sich die Dealaktivität bislang nicht in einer Kurserholung wider. Die Aktie notiert bei 775,00 Euro und damit rund 38 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 1.240,00 Euro aus dem September vergangenen Jahres.
Seit Jahresbeginn steht ein Kursverlust von 27 Prozent zu Buche. Zum 50-Tage-Durchschnitt von 747,13 Euro liegt der aktuelle Kurs mit einem Abstand von 3,7 Prozent aber wieder etwas darüber, was auf eine gewisse Stabilisierung der letzten Wochen hindeutet.
Anleger richten den Blick nun auf den 1. September, wenn Partners Group die Halbjahreszahlen 2026 vorlegt und im Rahmen einer Analystenkonferenz weitere Details zur strategischen Ausrichtung erläutern dürfte. Dann wird sich zeigen, ob die aktuelle Übernahmewelle bereits erste Spuren in den Geschäftszahlen hinterlassen hat oder ob ihre Wirkung erst in den kommenden Quartalen sichtbar wird.
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