Kioxia Aktie: SK Hynix prüft gemeinsames Japan-Werk

Kioxia profitiert von Spekulationen über ein Japan-Werk mit SK Hynix, während eigene Fabrikpläne und starke Quartalszahlen den Kurs stützen.

Felix Baarz ·
Abstrakte Darstellung einer modernen Halbleiterfertigung mit Fokus auf Silizium-Wafer und industrielle Präzision. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Kioxia-Aktie legt 9,9 Prozent zu
  • SK Hynix prüft gemeinsames Japan-Werk
  • Fab3-Ausbau in Kitakami gestartet
  • Umsatz wächst im ersten Quartal

Kioxia bleibt Gesprächsthema der Chipbranche. Am Freitag schoss die Aktie um 9,9 Prozent nach oben und schloss bei 319,75 Euro – Auslöser war eine Verdichtung der Signale rund um eine mögliche Kooperation mit dem südkoreanischen Konkurrenten SK Hynix. Auf Wochensicht steht damit ein Plus von 23 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn hat sich der Kurs mehr als verfünffacht.

Chey Tae-won bringt Japan-Werk ins Spiel

Den entscheidenden Impuls lieferte SK-Group-Chairman Chey Tae-won, der laut Berichten von Bloomberg und Korea Herald erklärte, sein Konzern prüfe den Bau eines gemeinsamen Speicherchip-Werks in Japan – möglicherweise zusammen mit Kioxia. Eine gemeinsame Produktion sei „eine Option“, zudem kämen eine abgestimmte Lieferkette und gemeinsame Forschung und Entwicklung infrage.

Bereits am 27. August hatte SK-Hynix-CEO Kwak Noh-Jung laut Bloomberg gesagt, man prüfe Wege zu einer vertieften Zusammenarbeit mit Kioxia, an dem SK Hynix indirekt bedeutend beteiligt ist. Feste Pläne für die Beteiligung gebe es nicht, man schaue sich aber sehr genau an, wie man den NAND-Flash-Markt für Kunden und Zulieferer gemeinsam weiterentwickeln könne.

Für Anleger ist die Aussicht auf eine engere Verzahnung der beiden Anbieter deshalb brisant, weil sie die Marktmacht gegenüber dem Branchenprimus Samsung stärken würde. Gleichzeitig bleibt vieles vage – von konkreten Standorten oder Investitionssummen für ein mögliches Gemeinschaftswerk ist bislang nicht die Rede.

Parallel läuft der Ausbau in Eigenregie

Die SK-Hynix-Avancen treffen auf ein Unternehmen, das ohnehin schon kräftig investiert. Am 27. August begann Kioxia mit den Erschließungsarbeiten für die neue Fabrik Fab3 am Standort Kitakami in der Präfektur Iwate, die künftig 3D-Flash-Speicher der Marke BiCS FLASH produzieren soll.

Der Betrieb soll im Geschäftsjahr 2029 anlaufen. Am selben Tag kündigten Kioxia und SanDisk gemeinsam ein Investitionsvorhaben von umgerechnet rund 31 Milliarden Dollar bis 2032 an, das vorbehaltlich staatlicher Unterstützung aus Japan die Infrastruktur an den Werken Yokkaichi und Kitakami stärken soll.

Diese Ausbaupläne fügen sich in ein Geschäftsjahr, das für Kioxia bislang außergewöhnlich verlief. Ende Juli hatte das Unternehmen Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 vorgelegt: Der Umsatz kletterte um 76,2 Prozent zum Vorquartal und um 415,5 Prozent zum Vorjahr auf 1.767,1 Milliarden Yen, getrieben von einem Anstieg der durchschnittlichen Verkaufspreise um 70 Prozent und starker Nachfrage aus Rechenzentren für KI-Infrastruktur.

Die operative Marge nach Non-GAAP-Rechnung erreichte 75 Prozent und übertraf damit bereits den operativen Gewinn des gesamten Geschäftsjahres 2025. Für das laufende zweite Quartal stellte Kioxia ein weiteres Umsatzwachstum von 35,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal in Aussicht.

Aktienrückkauf und Split als zusätzliche Kurstreiber

Neben dem operativen Rückenwind stützen auch Kapitalmaßnahmen die Aktie. Kioxia hatte Ende Juli ein Rückkaufprogramm über bis zu 30 Millionen Aktien – 5,5 Prozent der ausstehenden Anteile – mit einem Volumen von bis zu 800 Milliarden Yen angekündigt, das bis Ende Oktober läuft. Hinzu kommt ein Aktiensplit im Verhältnis 3-zu-1 mit Stichtag 30. September und Wirksamkeit zum 1. Oktober, der die Zugänglichkeit des Papiers für Investoren verbessern soll.

Trotz der jüngsten Rally notiert die Aktie mit 319,75 Euro noch 49 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 621,00 Euro, das im Juni erreicht wurde. Zum 50-Tage-Durchschnitt von 321,47 Euro besteht praktisch kein Abstand mehr, während der 200-Tage-Durchschnitt von 215,72 Euro deutlich unterschritten ist – ein Zeichen dafür, wie stark sich der Kurs binnen weniger Monate von seinem langfristigen Trend gelöst hat. Die annualisierte Volatilität von 153 Prozent unterstreicht, wie nervös der Handel um den Speicherchip-Hersteller bleibt.

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Kioxia Aktie

299,30 EUR

+ 10,25 EUR +3,55 %
KGV 55,72
KUV 7,08
Sektor Technologie
Div.-Rendite
Marktkapitalisierung 165,28 Mrd. EUR
ISIN: JP3236330001 WKN: A2QB8W

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