Volkswagen Aktie: Niedersachsen blockiert 100.000er-Kahlschlag
Volkswagen droht ein harter Konflikt um den geplanten Stellenabbau. Das Land Niedersachsen und die Arbeitnehmervertreter stellen sich gegen die Vorstandspläne.

Kurz zusammengefasst
- Bis zu 100.000 Stellen weltweit gefährdet
- Land Niedersachsen lehnt Werksschließungen ab
- Aktie fällt auf 74,40 Euro ab
- Entscheidung im Aufsichtsrat am 9. Juli
Bei Volkswagen bahnt sich ein massiver Konflikt an. Medienberichten zufolge plant der Vorstand den Abbau von bis zu 100.000 Arbeitsplätzen weltweit. Der Konzern verweigert bislang eine Bestätigung konkreter Zahlen. Das Management verweist lediglich auf laufende Beratungen in den Gremien. Klar ist aber: Das bisherige Geschäftsmodell funktioniert nicht mehr.
Niedersachsen blockiert Sparkurs
Ein reines Effizienzprogramm lässt sich in Wolfsburg kaum geräuschlos durchsetzen. Im Gegenteil. IG Metall und der Betriebsrat werten die Pläne als unverantwortliche Drohung. Sie kündigen massiven Widerstand an. Auch das Land Niedersachsen positioniert sich klar. Ministerpräsident Olaf Lies lehnt Werksschließungen strikt ab. Eine Schwächung der Mitbestimmung kommt für die Landesregierung nicht infrage.
Diese politische Haltung definiert die Grenzen des Umbaus. Die Arbeitnehmervertreter stellen die Hälfte der Aufsichtsratsmitglieder. Zusammen mit den beiden Vertretern aus Niedersachsen bilden sie eine deutliche Mehrheit. Das Land hält ein Fünftel der Stimmrechte am Autobauer. Ein harter Sparkurs gegen diesen Block gilt als kaum durchsetzbar. Am 9. Juli berät das Gremium über die Pläne.
Aktie nahe am Jahrestief
An der Börse hinterlässt die Unsicherheit tiefe Spuren. Die Volkswagen-Aktie rutschte am Freitag auf 74,40 Euro ab. Damit notiert das Papier nur Haaresbreite über seinem 52-Wochen-Tief. Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust auf fast 30 Prozent.
Der Abwärtstrend spiegelt sich auch in der Technik wider. Der Kurs liegt rund 21 Prozent unter der 200-Tage-Linie. Ein RSI-Wert von 23 signalisiert eine stark überverkaufte Situation. Fundamental fehlt jedoch ein klarer Impuls für eine Gegenbewegung.
Der Zeitplan für die kommenden Wochen steht. Nach der entscheidenden Aufsichtsratssitzung Anfang Juli informiert Volkswagen den Kapitalmarkt. Am 13. Juli folgt der Pre-Close-Call zum ersten Halbjahr. Elf Tage später legt der Konzern den vollständigen Finanzbericht vor. Dann muss das Management zeigen, wie es Rentabilität und politische Realität vereint.
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