Nvidia Aktie: Dealmaker im KI-Ökosystem
Nvidia könnte bei Firmus aufstocken, finanziert Amkors Kapazitätsausbau vor und steht auf der Liste geplanter tokenisierter Aktien.

Kurz zusammengefasst
- Firmus plant Aktienvergabe an Anteilseigner
- Nvidia könnte Beteiligung weiter ausbauen
- Vorauszahlung für Amkors US-Kapazitäten
- Nvidia für tokenisierten Handel vorgesehen
Nvidia sitzt an vielen Stellen zugleich am Tisch: als Chiplieferant, als Kapitalgeber und als Auftraggeber in der Lieferkette. Die jüngsten Meldungen zeigen, wie weit der Konzern sein Netz inzwischen gespannt hat.
Beteiligung an Firmus: Aufstockung möglich
Der australische Rechenzentrumsbetreiber Firmus Grid plant, rund die Hälfte der Aktien aus seinem Börsengang an bestehende Anteilseigner zu vergeben. Davon könnten Nvidia und Blackstone profitieren, die ihre Beteiligungen damit ausbauen könnten. Beide haben Investoren zufolge bereits Zusagen gemacht.
Die Nachfrage liegt deutlich über dem Angebotsvolumen. Firmus will bis zu 5,5 Milliarden australische Dollar einsammeln, der Ausgabepreis liegt bei 11 australischen Dollar je Aktie. Die Orderbuchfrist wurde auf Donnerstag vorgezogen. Es wäre einer der größten Börsengänge in der Geschichte Australiens.
Mit dem Geld will Firmus GPUs für sein erstes Rechenzentrum im indonesischen Batam finanzieren. Das dürfte vor allem Nvidias Chips zugutekommen. Ein Teil des Kapitals fließt so indirekt zum Investor zurück.
Vorauszahlung für Advanced Packaging
Auch in der Fertigung sichert sich Nvidia Kapazitäten. Mit dem Chip-Dienstleister Amkor besteht eine mehrjährige Partnerschaft über 1,5 Milliarden Dollar. Nvidia leistet dabei eine Vorauszahlung für den Ausbau von Advanced-Packaging-Kapazitäten in den USA.
Amkor hat im September die zweite Ausbaustufe seines Standorts in Arizona angekündigt. Das Gesamtvolumen steigt damit auf etwa 12 Milliarden Dollar. Die Vereinbarung gibt Amkor Planungssicherheit, Nvidia wiederum einen verlässlichen Zugang zu Verpackungstechnologie, die für leistungsfähige KI-Systeme zunehmend entscheidend ist.
Wettbewerber unter Druck, Aktie auf Blockchain
Wie stark Nvidias Position im Inferenzgeschäft wirkt, zeigte sich zuletzt bei Cerebras. Dessen Aktie verlor in der Vorwoche rund 20 Prozent. Auslöser war die Einschätzung eines Researchhauses, wonach OpenAIs schnellste Modellstufe GPT-6.1 Sol Ultrafast bei niedriger Batch-Größe auf Nvidia-GPUs läuft und nicht auf Cerebras-Hardware. OpenAI-Chef Sam Altman bestätigte oder dementierte das nicht.
Zudem rückt Nvidia in den Handel mit tokenisierten Aktien. Ein Gemeinschaftsunternehmen von OKX und der NYSE-Mutter ICE hat bei der US-Börsenaufsicht SEC angezeigt, einen Handelsplatz für tokenisierte US-Aktien zu starten. Mehr als 60 Unternehmen sind geplant, Nvidia steht auf der Liste. Emittenten haben 30 Tage Zeit, um sich auszuklinken.
Die Nvidia-Aktie legte zuletzt um gut 1 Prozent zu. Die Beteiligung an Firmus gibt der Woche einen konkreten Termin: Die Orderbuchfrist für den Börsengang endet am Donnerstag.
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