Mutares Aktie: AmeriTerpenes-Übernahme vereinbart
Mutares integriert neue Flughafen- und Transportspezialisten, steigert den Halbjahresumsatz auf 3,4 Milliarden Euro und plant weitere Zukäufe.

Kurz zusammengefasst
- Zwei Übernahmen erfolgreich vollzogen
- Neue Einheiten mit 410 Mitarbeitern
- Halbjahresumsatz auf 3,4 Milliarden Euro
- Aktie seit Jahresbeginn 16 Prozent schwächer
Am Mittwoch vermeldete die Münchener Beteiligungsgesellschaft Mutares den erfolgreichen Vollzug der Übernahme der TREPEL Airport Equipment GmbH sowie der MAFI Transport-Systeme GmbH.
Die beiden Spezialisten für Flughafen- und Transportsysteme wurden von der NDW Maschinenbau Holding GmbH erworben und verstärken fortan das Segment Infrastructure & Defense des Konzerns. Mit rund 410 Mitarbeitern erwirtschaften die Neuzugänge einen kombinierten Jahresumsatz von etwa 150 Millionen Euro.
Expansion im Segment Chemicals & Materials
Die Transaktion ist Teil einer weitreichenden Zukaufserie im laufenden Quartal. Erst am Dienstag gab das Unternehmen die Vereinbarung zur Übernahme von AmeriTerpenes LLC bekannt. Das US-Geschäft mit Terpen-Inhaltsstoffen wird im Rahmen eines Corporate Carve-outs von der Symrise AG übernommen.
AmeriTerpenes betreibt zwei Produktionsstandorte in den Bundesstaaten Florida und Georgia, beschäftigt rund 170 Mitarbeiter und erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von etwa 200 Millionen US-Dollar. Dieser Schritt soll das Segment Chemicals & Materials gezielt ausbauen.
Diese jüngsten Schritte unterstreichen die Strategie der Holding, gezielt Unternehmensteile von Großkonzernen zu übernehmen und diese in bestehende Plattformen zu integrieren.
Durch die internationale Ausrichtung, insbesondere mit Fokus auf den US-Markt, diversifiziert das Unternehmen seine geografische Präsenz und reduziert die Abhängigkeit von einzelnen europäischen Industriemärkten. Die Integration der Neuzugänge zielt dabei auf eine zügige Hebung operativer Synergien ab.
Hohe Schlagzahl bei internationalen Akquisitionen
Parallel dazu treibt Mutares die Integration weiterer Großprojekte voran. So wurde bereits im August das Closing für NexPoint Materials gemeldet. Der ehemals zu SABIC gehörende Bereich bringt acht Produktionsstandorte sowie einen Jahresumsatz von rund 2,0 Milliarden Euro in die Gruppe ein.
Diese Expansion schlägt sich bereits im Konzernumsatz nieder, der im ersten Halbjahr deutlich auf 3,4 Milliarden Euro kletterte. Zudem steht der Abschluss weiterer Übernahmen wie die der Synthomer a.s. kurz bevor.
Besonders positiv entwickelte sich die operative Ertragskraft, da das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen den Sprung in die Gewinnzone schaffte. Für das Gesamtjahr strebt die Holding zudem einen signifikanten Jahresüberschuss an, der nach aktuellen Planungen eine Marke von bis zu 200 Millionen Euro erreichen soll. Diese Zielsetzung verdeutlicht das Vertrauen in die Restrukturierungserfolge der übernommenen Einheiten.
Marktreaktion und finanzielle Basis
Trotz der operativen Fortschritte und der prall gefüllten Akquisitionspipeline zeigt sich die Aktie an der Börse anfällig. Seit Jahresbeginn hat das Papier 16 Prozent an Wert verloren.
Am Freitag verabschiedete sich der Titel mit einem Kurs von 25,25 Euro aus dem Handel. Damit notiert der Wert aktuell 6,2 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt, was die kurzfristige Kursschwäche unterstreicht.
Zur Finanzierung des weiteren Wachstums hatte das Unternehmen bereits im Frühjahr eine umfangreiche Kapitalerhöhung abgeschlossen, wobei die US-Akquisitionspipeline ein potenzielles Milliardenvolumen umfasst.
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