Qualcomm Aktie: 12,15 Prozent Sprung auf 192,94 Euro
Qualcomm kauft Startup Modular für 3,9 Milliarden Dollar und greift Nvidias KI-Monopol an. Die Aktie steigt um über 12 Prozent.

Kurz zusammengefasst
- Aktie steigt um 12 Prozent
- Übernahme von Modular Inc.
- Angriff auf Nvidias CUDA-Monopol
- Neue Umsatzprognose für 2029
Qualcomm bricht aus der Smartphone-Nische aus. Mit einem massiven Strategiewechsel in Richtung KI-Software und Rechenzentren schickte der Halbleiter-Riese seine Aktie am Donnerstag auf Höhenflug. Das Papier legte um 12,15 Prozent auf 192,94 Euro zu. Damit rückt das 52-Wochen-Hoch von 222,90 Euro wieder näher.
Der Konzern kauft das Startup Modular Inc. für rund 3,92 Milliarden US-Dollar. Die Akquisition erfolgt komplett über eigene Aktien. Hinter Modular steht Chris Lattner, der Entwickler der Apple-Programmiersprache Swift.
Qualcomm greift damit direkt das CUDA-Monopol von Nvidia an. Die Software von Modular ermöglicht es Entwicklern, KI-Modelle auf unterschiedlicher Hardware zu nutzen. Ein Umschreiben des Codes ist nicht mehr nötig. Das Ziel: eine herstellerunabhängige Plattform.
Bis zum Geschäftsjahr 2029 soll der Umsatz außerhalb des Smartphone-Marktes auf 40 Milliarden US-Dollar steigen. Das Management verdoppelt damit fast seine bisherige Prognose. Handys sollen dann nur noch ein Drittel des gesamten Chip-Umsatzes ausmachen.
Allein das Geschäft mit Rechenzentren soll 15 Milliarden US-Dollar beisteuern. Hier setzt Qualcomm auf den Dragonfly C1000, einen Server-Prozessor mit 250 Kernen. Meta Platforms unterzeichnete bereits eine mehrjährige Vereinbarung für diese Hardware.
Microsoft integriert die Rechenarchitektur von Qualcomm parallel dazu in seine Cloud-Plattform Azure. Indes baut das Unternehmen das Geschäft mit maßgeschneiderten Chips aus. Berichten zufolge verhandelt Qualcomm bereits mit der TikTok-Mutter ByteDance über spezialisierte Designs.
Im Automobilsektor wuchs die Pipeline für künftige Aufträge auf 65 Milliarden US-Dollar an. Bis zum Ende des Jahrzehnts will Qualcomm hier jährlich 10 Milliarden US-Dollar umsetzen. Das unterstreicht den Wandel vom reinen Handy-Spezialisten zum breiten Chip-Konzern.
Für das Jahr 2029 rechnet der Vorstand nun mit einem bereinigten Gewinn von über 18 US-Dollar je Aktie. Das liegt deutlich über den bisherigen Erwartungen des Marktes. Im Juni 2026 schüttet das Unternehmen eine Quartalsdividende von 0,92 US-Dollar aus.
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