Nel ASA Aktie: Vorstandschef Volldal wechselt zu Elopak
Nel verliert CEO Volldal an Elopak, während Aufträge steigen und Umsatz sinkt. Ausbau in Herøya und neue PA-Series sollen Kosten senken.

Kurz zusammengefasst
- CEO Volldal wechselt zu Elopak
- Auftragseingang steigt um 224 Prozent
- Umsatz sinkt im Q2 2026
- Herøya-Kapazität soll bis 2026 wachsen
Nel ASA verliert seinen Vorstandschef Håkon Volldal an den Verpackungskonzern Elopak ASA. Bereits im Juni hatte Elopak seine Berufung zum neuen CEO bekanntgegeben, spätestens zum 1. Januar 2027 soll der Wechsel vollzogen sein. Die Nachricht ist nicht neu, doch sie bleibt für Nel-Anleger relevant, weil das Unternehmen mitten im Ausbau seiner Produktionskapazitäten steht und nun einen Nachfolger für die operative Führung finden muss.
Kurs bewegt sich seitwärts
Die Aktie notiert aktuell bei 0,1948 Euro und damit nahezu unverändert zum Vortagsschluss von 0,1946 Euro. Auf Wochensicht steht ein Minus von 3,3 Prozent zu Buche, was den mittelfristig angeschlagenen Charttrend unterstreicht.
Zum 52-Wochen-Hoch aus dem Mai fehlen der Aktie 47 Prozent, während sie sich vom Februar-Tief um 13 Prozent erholt hat. Der RSI von 40,7 signalisiert weder überkaufte noch überverkaufte Bedingungen – der Markt scheint die Personalie bereits verarbeitet zu haben.
Operatives Geschäft bleibt im Fokus
Die eigentliche Herausforderung für Nel liegt weniger im Führungswechsel als im operativen Geschäft. Im zweiten Quartal 2026 stieg der Auftragseingang um 224 Prozent auf 230 Millionen norwegische Kronen, während der Umsatz im gleichen Zeitraum um 12 Prozent auf 153,4 Millionen Kronen sank.
Der EBITDA-Verlust weitete sich auf 155 Millionen Kronen aus, maßgeblich belastet durch eine Vergleichszahlung von 70 Millionen Kronen an Iwatani Corporation of America im Rahmen einer bereits vor rund zwei Wochen beigelegten Rechtsstreitigkeit.
Das Missverhältnis zwischen wachsendem Auftragsbestand und schrumpfendem Umsatz zeigt, dass sich Nel derzeit in einer Übergangsphase befindet: Neue Bestellungen kommen herein, doch die Umsetzung in Umsatz hinkt hinterher. Für einen neuen CEO – wer auch immer ihn stellen wird – dürfte genau das die zentrale Aufgabe sein.
Herøya als strategischer Ankerpunkt
Parallel dazu treibt Nel den Ausbau seiner Fertigungsstätte in Herøya voran. Bis Ende 2026 soll die Produktionskapazität dort auf 500 Megawatt steigen, 2027 ist eine weitere Verdopplung geplant.
Ergänzend dazu soll die neue PA-Series, eine druckbeaufschlagte alkalische Elektrolyse-Plattform, die Investitionskosten für 25-Megawatt-Anlagen im Vergleich zu konventionellen Lösungen um 40 bis 60 Prozent senken.
Diese Kostensenkung könnte entscheidend sein, um Kunden trotz eines insgesamt schwierigen Marktumfelds für Wasserstoffprojekte zu gewinnen – mehrere Energiekonzerne hatten zuletzt Vorhaben in diesem Bereich verschoben.
Ausblick
Ein automatisiertes Bewertungsmodell stufte die Aktie am Montag mit „Hold/Accumulate“ ein, wobei die tägliche Einschätzung gegenüber der Vorwoche unverändert blieb – ein Signal mit begrenzter Aussagekraft.
Entscheidender für Anleger dürfte der Quartalsbericht zum dritten Quartal 2026 sein, dessen Veröffentlichung für den 21. Oktober angesetzt ist. Bis dahin bleibt offen, wer Volldal an der Spitze von Nel nachfolgt und wie das Unternehmen den Spagat zwischen steigenden Aufträgen und sinkendem Umsatz auflösen will.
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