Gerresheimer Aktie: 96 Prozent für Fristverlängerung bis September

Gerresheimer erhält Fristverlängerung von Gläubigern, verliert aber den SDAX-Status. Fehlende Bilanzen und hohe Volatilität prägen die Aktie.

Dr. Robert Sasse ·
Gerresheimer Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Gläubiger gewähren Aufschub bis September
  • Aktie verliert Platz im SDAX
  • Umbau und Centor-Verkauf laufen
  • Hohe Volatilität von 94 Prozent

Starke Kursgewinne auf der einen Seite, der Rauswurf aus dem Index auf der anderen. Bei Gerresheimer klaffen Marktdynamik und regulatorische Realität derzeit weit auseinander. Ein Aufschub der Gläubiger verhinderte zuletzt Schlimmeres, das Fehlen testierter Bilanzen bleibt ein massives Risiko.

Zuletzt verschaffte sich das Düsseldorfer Unternehmen eine wichtige Atempause. Mitte April stimmten die Inhaber von Schuldscheindarlehen im Volumen von rund 870 Millionen Euro einer Fristverlängerung zu. Bis Ende September 2026 hat das Management nun Zeit, die fehlenden Finanzberichte vorzulegen.

Die Börse quittierte diesen Schritt mit Erleichterung. Auf Monatssicht legte der Kurs um knapp 23 Prozent zu und löste sich deutlich vom Februar-Tief bei 15,57 Euro. Aktuell pendelt das Papier um die Marke von 23,80 Euro.

Absturz aus dem Auswahlindex

Im Gegenzug forderte die mangelnde Transparenz nun ihren Tribut auf Index-Ebene. Da die Jahres- und Konzernabschlüsse für 2025 weiterhin fehlen, strich die Deutsche Börse das Papier aus dem SDAX. Den freigewordenen Platz nimmt der Smart-Home-Spezialist Shelly ein.

Auch das Zahlenwerk für das erste Quartal des laufenden Jahres lässt auf sich warten. Hintergrund der Verzögerungen sind interne Untersuchungen zu bestimmten Geschäftsvorgängen. Offizielle Publikationstermine nennt das Unternehmen bislang nicht.

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Umbau unter Zeitdruck

Parallel dazu treibt der Vorstand den Umbau der Konzernstruktur voran. Um die Schuldenlast zu senken, steht die US-Tochter Centor zum Verkauf. Gerresheimer fokussiert sich künftig stärker auf margenträchtige Biopharma-Verpackungen und Autoinjektoren. Den Expansionskurs in diesem Segment untermauert der Ausbau am Standort Wertheim.

Finanzchef Wolf Lehmann muss nun die internen Compliance-Strukturen stabilisieren. Die operative Prognose für das aktuelle Geschäftsjahr sieht einen Umsatz von bis zu 2,4 Milliarden Euro vor. Die angepeilte operative Marge (EBITDA) liegt bei maximal 19 Prozent. Alle Ziele stehen unter dem Vorbehalt der noch ausstehenden Bilanzprüfung.

Der Ausschluss aus dem SDAX schneidet Gerresheimer kurzfristig von institutionellen Kapitalflüssen ab, die an Index-Benchmarks gebunden sind. Solange kein konkretes Datum für die Hauptversammlung feststeht, bleibt das regulatorische Risiko hoch. Die extrem hohe 30-Tage-Volatilität von rund 94 Prozent signalisiert anhaltende Nervosität im Handel.

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Gerresheimer Aktie

24,18 EUR

+ 0,20 EUR +0,83 %
KGV 35,38
Sektor Gesundheitswesen
Div.-Rendite 0,18 %
Marktkapitalisierung 831,03 Mio. EUR
ISIN: DE000A0LD6E6 WKN: A0LD6E

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