Super Micro Computer Aktie: Zahlen fürs vierte Quartal
Super Micro Computer verliert 15 Prozent in einer Woche. Die Quartalszahlen müssen nun die hohen Erwartungen des Managements erfüllen.

Kurz zusammengefasst
- Wöchentlicher Kursverlust von fast 15%
- Quartalszahlen am kommenden Donnerstag
- Aktie notiert unter wichtigen Durchschnittslinien
- Hohe Erwartungen an Gewinn und Umsatz
Super Micro Computer verliert innerhalb einer einzigen Woche fast 15 Prozent seines Börsenwerts. Die Aktie schließt am Freitag bei 24,18 Dollar, ein Minus von 2,03 Prozent allein an diesem Tag. Der Ausverkauf trifft den KI-Server-Hersteller kurz vor der Vorlage der Quartalszahlen zum vierten Geschäftsquartal.
Die ganze Branche gerät unter Druck
Investoren ziehen sich derzeit breit aus KI-Hardware-Werten zurück. Super Micro trifft diese Rotation besonders hart, denn das Geschäft hängt eng an der Nachfrage nach KI-Servern, an der Verfügbarkeit von Nvidia-Grafikchips und an den Investitionsplänen der großen Rechenzentren-Betreiber. Zweifel an der Wachstumsgeschwindigkeit der KI-Infrastruktur schlagen deshalb besonders stark auf den Kurs durch.
Das Muster ist nicht neu. Schon das gesamte Jahr über schwankt die Aktie heftig, meist getrieben von der allgemeinen Stimmung rund um KI-Investitionen und weniger von eigenen Unternehmensnachrichten. Über die vergangenen zwölf Monate hat sich der Kurs mehr als halbiert, ein Minus von 54,16 Prozent. Der S&P 500 und die großen Tech-Indizes lässt Super Micro damit weit hinter sich.
Zahlen mit hoher Messlatte
Der Blick richtet sich nun auf den kommenden Quartalsbericht. Analysten erwarten für das vierte Geschäftsquartal einen Gewinn von rund 0,59 Dollar je Aktie, deutlich mehr als die 0,31 Dollar im Vorjahresquartal. Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 taxieren sie den Gewinn je Aktie auf etwa 2,13 Dollar, für 2027 auf rund 2,78 Dollar.
Diese Erwartungen sind hoch gesteckt, weil das Management selbst hohe Vorgaben gemacht hat. Nach dem starken dritten Quartal stellte das Unternehmen einen Umsatz zwischen 11 und 12,5 Milliarden Dollar in Aussicht sowie ein bereinigtes Ergebnis je Aktie zwischen 0,65 und 0,79 Dollar. Beide Werte lagen damals über den Markterwartungen und lösten eine Rally aus. Ob Super Micro diese eigene Prognose nun einlöst oder verfehlt, dürfte die nächste größere Kursbewegung bestimmen.
Chartbild bleibt angeschlagen
Technisch steht die Aktie unter Druck. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 33,10 Dollar, der 200-Tage-Durchschnitt bei 32,04 Dollar. Der aktuelle Kurs liegt damit rund 27 Prozent beziehungsweise 25 Prozent unter diesen wichtigen Trendlinien. Der Relative-Stärke-Index ist auf 34,2 gefallen und nähert sich damit einer überverkauften Zone, ohne bislang ein klares Umkehrsignal zu liefern.
Eine erste Unterstützungszone verläuft zwischen 23 und 24 Dollar. Bricht diese Marke, rückt der Bereich um das 52-Wochen-Tief von 19,48 Dollar in den Blick, das Ende März markiert wurde. Aktuell notiert die Aktie noch gut 24 Prozent über diesem Tiefpunkt, aber mehr als 60 Prozent unter ihrem Jahreshoch von 60,71 Dollar aus dem vergangenen Sommer.
Für eine kurzfristige Erholung müssten die Käufer zunächst die Marke von 26 bis 27 Dollar zurückerobern, danach den Bereich um 29 bis 30 Dollar durchbrechen. Eine nachhaltigere Trendwende würde erst ein Anstieg über die Zone von 34 bis 35 Dollar signalisieren, dort verläuft auch der 200-Tage-Durchschnitt.
Manche Bewertungsmodelle stufen die Aktie nach dem Kursrutsch inzwischen als günstig ein. Der Markt bleibt bei dieser Einschätzung allerdings gespalten: Neben dem Wachstum im KI-Servergeschäft stehen offene Fragen zu Untersuchungen, zur operativen Umsetzung und zur Marge im Raum. Mit einer annualisierten Volatilität von 117,71 Prozent über die vergangenen 30 Tage dürfte die Aktie bis zur Vorlage der Quartalszahlen sowohl auf die Stimmung im KI-Sektor als auch auf unternehmensspezifische Nachrichten heftig reagieren.
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