Glencore Aktie: Kohle als Schutzschild
Glencore profitiert von steigenden Kohlepreisen infolge geopolitischer Spannungen und könnte bei einer anhaltenden LNG-Krise einen deutlichen Gewinnsprung verzeichnen.

Kurz zusammengefasst
- Kohle als Alternative bei LNG-Lieferengpässen
- Potenzial für deutlichen Gewinnanstieg im Konfliktszenario
- Aktienkurs hat sich seit 2025 mehr als verdoppelt
- Unternehmen kehrte 2025 in die Gewinnzone zurück
Der LNG-Markt gerät durch geopolitische Spannungen rund um die Straße von Hormus unter Druck — und Glencore zählt zu den wenigen Bergbaukonzernen, die davon profitieren könnten. Während die meisten Wettbewerber steigende Energiekosten schlucken müssen, ohne sie durch höhere Erlöse auszugleichen, sitzt Glencore auf der richtigen Seite dieser Verwerfung.
Thermalkohle als natürliche Absicherung
Der Kern des Arguments: Newcastle-Kohlepreise notieren seit Ende Februar über 165 US-Dollar pro Tonne — rund 42 Prozent über dem Marktkonsens. Bloomberg Intelligence sieht Kohle als vielversprechende Ausweichoption, wenn LNG-Lieferungen stocken. Schätzungen zufolge könnte ein Gas-zu-Kohle-Umstieg von 40 bis 60 Millionen Tonnen in Europa und Asien anstehen.
Glencore profitiert davon gleich doppelt: über direkte Kohleproduktion und über seinen Energiehandelsarm, der bei Preisverwerfungen zwischen Kohle, LNG und Öl Arbitragemöglichkeiten nutzen kann. Bloomberg Intelligence sieht den Konzern damit strukturell besser aufgestellt als Konkurrenten wie Rio Tinto oder BHP, die faktisch „short Energie“ sind.
Im Extremszenario eines anhaltenden Konflikts prognostiziert Bloomberg Intelligence einen Jahresgewinn von 20 Milliarden US-Dollar — ein Plus von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr, deutlich über den langfristigen Unternehmenserwartungen. Bei einer ein- bis zweimonatigen LNG-Unterbrechung könnten Kohlepreise auf 185 US-Dollar steigen, bei drei Monaten oder mehr auf bis zu 245 US-Dollar.
Parallelen zu 2022 — mit Einschränkungen
Die Erinnerungen an 2022 sind präsent, als Glencore infolge des Russland-Ukraine-Schocks einen Rekordgewinn einfuhr. Bloomberg-Intelligence-Analyst Alon Olsha mahnt jedoch zur Vorsicht: Europäische Kohlekapazitäten sind seitdem zurückgegangen, nordostasiatische Versorger sind an bestehende LNG-Verträge gebunden, und viele asiatische Stromsysteme setzen bereits stark auf Kohle. Die Ausgangslage ist eine andere.
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Löst sich der Konflikt schnell, könnten Kohlepreise spürbar zurückfallen. Allerdings könnte Katars Ras-Laffan-Anlage selbst dann noch monatelang außer Betrieb bleiben — was die Preise nach Einschätzung von Bloomberg Intelligence weiterhin über 125 US-Dollar pro Tonne stützen würde.
Aktie nahe Dreijahreshoch
Die Kursentwicklung spiegelt das veränderte Umfeld wider. Seit dem Tief im April 2025 hat sich die Aktie mehr als verdoppelt und notiert aktuell knapp unter dem Dreijahreshoch vom 31. März. Fundamental untermauert das der Turnaround auf Unternehmensebene: 2025 kehrte Glencore mit einem Nettogewinn von 363 Millionen US-Dollar in die Gewinnzone zurück, nach einem Verlust von 1,6 Milliarden US-Dollar im Vorjahr.
Konkrete Kapitalrückführungen von insgesamt 2 Milliarden US-Dollar sind bereits angelaufen — die erste Dividendentranche hat ihr Ex-Datum am 8. Mai. Kurz davor, am 30. April, veröffentlicht Glencore den Produktionsbericht für das erste Quartal, der erste Hinweise liefern wird, wie stark das operative Geschäft von der aktuellen Marktlage profitiert hat.
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