Glencore Aktie: Kobalt-Engpass spitzt sich zu

Glencore deckt Lieferverpflichtungen durch massive Entnahmen an der Wuxi-Börse, nachdem Exporte aus dem Kongo gedrosselt wurden. Die Kobaltpreise haben sich mehr als verdoppelt.

Felix Baarz ·
Glencore Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Exportquoten aus dem Kongo deutlich reduziert
  • Lagerbestände in Wuxi binnen zwei Monaten halbiert
  • Kobaltpreise steigen um über 160 Prozent
  • Strategischer Portfolioumbau hin zu Kupfer

Die Kobaltversorgung wird für Glencore zur Geduldsprobe. Nachdem die Demokratische Republik Kongo Exporte über Monate gesperrt hatte, greift der Rohstoffkonzern nun auf Börsenbestände in China zurück — und leert dabei die Wuxi-Lager in einem historischen Tempo.

Wenn Malaysia nicht mehr reicht

Der Hintergrund erklärt die Dramatik: Kongo setzte im Februar 2025 seine Kobaltexporte aus, um die auf Neunjahrestiefs gefallenen Preise zu stützen. Erst im Oktober folgte die Wiederaufnahme — allerdings unter einem Quotensystem. Glencores genehmigtes Exportvolumen für 2026 beläuft sich auf 22.800 Tonnen, während das Unternehmen im Vorjahr noch 33.500 Tonnen in der DRC produzierte. Diese Lücke von fast 11.000 Tonnen lässt sich nicht einfach schließen.

Ein Zwischenschritt war der Transfer von in Malaysia eingelagertem Kobalt nach China. Doch diese Reserve reicht nicht aus, um die vertraglichen Lieferverpflichtungen gegenüber Batterieherstellern zu erfüllen. Deshalb zog Glencore nun Bestände direkt von der Wuxi-Metallbörse ab — mit sichtbaren Folgen: Die dortigen Lagermengen halbierten sich binnen zwei Monaten von rund 7.870 Tonnen Ende Januar auf 3.934 Tonnen im März 2026.

Preise auf Rekordjagd, Portfolioumbau läuft

Der Markt reagiert entsprechend. Kobaltmetallpreise haben sich seit Februar 2025 mehr als verdoppelt — ein Anstieg von 160 Prozent auf 26 Dollar je Pfund. Kobalthydroxid-Payables notieren inzwischen regelmäßig bei 100 Prozent, verglichen mit 55 Prozent noch im Januar 2025. Branchendaten prognostizieren für 2026 ein globales Angebotsdefizit von über 5.000 Tonnen.

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Parallel läuft ein tiefgreifender Portfolioumbau. Seit Februar verhandelt Glencore über den Verkauf seines 70-prozentigen Anteils am kasachischen Zink- und Goldproduzenten Kazzinc — ein Deal, der auf 4 bis 4,5 Milliarden Dollar geschätzt wird. Die Richtung ist klar: weg von Zink, hin zu Kupfer und kritischen Metallen.

Zusätzlichen Druck erzeugt die Lage in Südafrika. Die Ferrochrom-Sparte hat angedeutet, Verhandlungen über ein staatliches Stromrabattpaket abzubrechen. Bis zum 31. März läuft eine Frist, die laufende Entlassungsverfahren für bis zu 1.500 Mitarbeiter betrifft — in einem Land, in dem die Stromkosten seit 2008 um mehr als 900 Prozent gestiegen sind.

Die Glencore-Aktie hat diese operativen Belastungen bislang gut verdaut. Mit einem Plus von rund 26 Prozent seit Jahresbeginn notiert sie nur knapp unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 6,13 Euro. Auf der Hauptversammlung am 28. Mai dürfte die strategische Neuausrichtung — und die Frage, wie das Unternehmen die Kobaltlücke mittelfristig schließen will — ganz oben auf der Agenda stehen.

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Glencore Aktie

5,96 EUR

– 0,04 EUR -0,62 %
KGV 260,05
Sektor Grundlegende Materialien
Div.-Rendite 3,28 %
Marktkapitalisierung 60,93 Mrd. EUR
ISIN: JE00B4T3BW64 WKN: A1JAGV

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