Ferrexpo Aktie: Zahlungsunfähigkeit droht im Oktober 2026
Ferrexpo droht im Oktober 2026 die Zahlungsunfähigkeit. Ein Steuerstreit in der Ukraine und schwindende Barreserven setzen den Eisenerzproduzenten massiv unter Druck.

Kurz zusammengefasst
- Barmittel auf 27 Millionen Dollar gesunken
- Steuerstreit blockiert 90 Millionen Dollar
- Insolvenzverfahren gegen Tochtergesellschaft läuft
- Kapitalerhöhung von 100 Millionen Dollar geplant
Der Eisenerz-Produzent Ferrexpo kämpft ums Überleben. Dem Unternehmen droht bereits Anfang des vierten Quartals 2026 die Zahlungsunfähigkeit. Schwindende Barreserven und ein festgefahrener Steuerstreit bringen den Konzern in eine existenzbedrohende Lage.
Dramatischer Schwund der Barreserven
Die Liquidität schmilzt rasant. Bis Ende Juni 2026 sanken die Barmittel auf rund 27 Millionen Dollar. Zum Vergleich: Ende 2025 verfügte Ferrexpo noch über 47 Millionen Dollar, im Vorjahr waren es über 100 Millionen. Abzüglich der Leasingverbindlichkeiten bleiben dem Konzern derzeit netto etwa 21 Millionen Dollar.
Ein Hauptgrund für die Misere ist die blockierte Mehrwertsteuer-Erstattung in der Ukraine. Dort hängen Forderungen von 90,4 Millionen Dollar fest. Davon haben die Behörden die Rückzahlung von gut 80 Millionen Dollar bereits offiziell abgelehnt. Ohne eine Lösung in diesem Streit oder frisches Kapital reicht das Geld laut Management nur noch bis Oktober 2026.
Blockierte Millionen und juristische Fronten
Parallel dazu lastet juristischer Druck auf der wichtigsten Tochtergesellschaft. Gegen Ferrexpo Poltava Mining läuft ein Insolvenzverfahren. Eine entscheidende gerichtliche Anhörung dazu ist für Oktober 2026 angesetzt. An der Londoner Börse ist der Handel mit den Papieren bereits seit Mai 2026 ausgesetzt.
Trotz der finanziellen Not läuft der Betrieb eingeschränkt weiter. Das Unternehmen konzentriert sich auf margenstarke Produkte, um das Betriebskapital zu schonen. Die Produktion hochwertiger Pellets verdoppelte sich im ersten Halbjahr 2026 auf gut 163.000 Tonnen. Im zweiten Quartal lag die Gesamtproduktion bei rund 963.000 Tonnen.
Der Vorstand bereitet nun eine Kapitalerhöhung von mindestens 100 Millionen Dollar vor. Ob dieser Schritt gelingt, ist ungewiss. Scheitert die Finanzierung oder die Rückholung der Steuergelder in den kommenden Monaten, werden Insolvenzanträge zum Schutz der Stakeholder unumgänglich.
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