IREN Aktie: 10,42 Prozent Minus in sieben Tagen

Dieter Jaworski ·

471 Prozent in zwölf Monaten – und dann der Absturz. IREN hat die Rallye der KI-Infrastrukturwerte mitgemacht wie kaum ein anderer. Doch jetzt wackelt der Boden unter der Aktie. Ein Blick auf die Charts zeigt: Die Party ist vorbei, die Katerstimmung hat begonnen.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 40,75 Prozent zu Buche, doch die letzten sieben Tage haben 10,42 Prozent vernichtet. Der Schlusskurs von 51,33 Euro liegt 25 Prozent unter dem Rekordhoch von 68,61 Euro im November. Gleichzeitig notiert die Aktie noch 30 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt. Ein klassischer Fall von Trend mit Gegenwind.

Die Moving Averages: Bullisch, aber überdehnt

Technisch bleibt die Lage stabil – vorerst. Alle drei gleitenden Durchschnitte (50, 100 und 200 Tage) liegen unter dem aktuellen Kurs. Das ist das Muster eines intakten Aufwärtstrends. Doch der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt von 42,54 Euro beträgt bereits 20,65 Prozent. Solche Überdehnungen enden selten mit Seitwärtsbewegung. Meist folgt die Rückkehr zum Mittelwert.

Sollte die Aktie unter die 50-Tage-Marke fallen, rückt die nächste Unterstützung bei 40,99 Euro in den Fokus. Hält sie dort nicht, droht ein Test der 200-Tage-Linie bei 39,33 Euro. Ein Bruch dieser Marke würde den langfristigen Aufwärtstrend infrage stellen.

RSI: Neutral, aber ohne Signal

Der Relative-Stärke-Index (RSI) steht bei 53,2 – weder überkauft noch überverkauft. Für Trader ist das ein frustrierendes Signal. Kein klarer Einstiegspunkt, keine Warnung vor weiteren Verlusten. Die Aktie bewegt sich in einer Grauzone: nicht schwach genug für einen Rebound, nicht stark genug für neue Hochs.

Die jüngste Korrektur hat die überkauften Bedingungen bereinigt. Doch ohne ein Abtauchen unter 30 Punkte fehlt der klassische „Kauf-die-Schwäche“-Impuls. Kurzfristig bleibt die Richtung offen.

Volatilität: Der stille Risikofaktor

130,95 Prozent annualisierte Volatilität in den letzten 30 Tagen. Das ist kein Ausrutscher, sondern der Normalzustand. IREN gehört zu den schwankungsintensivsten Werten im KI-Sektor. Wer hier investiert, muss mit Ausschlägen von zehn Prozent oder mehr pro Woche leben.

Die aktuelle 10-Prozent-Korrektur ist kein Warnsignal – sie ist Business as usual. Doch genau das macht die Aktie riskant. In einem Umfeld, in dem selbst kleine Nachrichten zu heftigen Reaktionen führen, wird jede Unternehmensmeldung zur Zitterpartie.

Fundamentaldaten: Rückenwind aus Australien und Texas

Die Charts erzählen nur die halbe Geschichte. IREN hat in den letzten Wochen zwei wichtige Projekte angeschoben:

  1. Australien: Ein 800-MW-Rechenzentrum in Bundey, South Australia. Das Projekt ist das erste des Unternehmens auf dem Kontinent und eines der größten in der Region. Der Standort profitiert von direkter Glasfaseranbindung nach Singapur, Indonesien und Japan. South Australias Ziel: 100 Prozent erneuerbare Energie bis 2027 – ein perfekter Match für IRENs Nachhaltigkeitsstrategie.

  2. USA: Ein Deal mit Dell über die Lieferung von Blackwell-Systemen für das Rechenzentrum in Childress, Texas. Die Hardware soll Anfang 2027 in Betrieb gehen und IRENs jährliche Umsätze von 3,7 auf 4,4 Milliarden Dollar steigern. Ein 3,4-Milliarden-Dollar-Vertrag für KI-Cloud-Dienste untermauert die Wachstumsstory.

Diese Projekte zeigen: IREN expandiert gezielt in Märkte mit hoher Nachfrage nach Rechenleistung. Gleichzeitig sichern langfristige Verträge die Einnahmen ab. Doch ob das reicht, um die aktuelle Kurskorrektur zu stoppen, bleibt offen.

Die entscheidenden Marken

LevelPreis (€)Bedeutung
52-Wochen-Hoch68,61Widerstand, psychologische Hürde
Aktueller Kurs51,33Referenzpunkt
50-Tage-SMA42,54Erste Unterstützung
100-Tage-SMA40,99Zweite Verteidigungslinie
200-Tage-SMA39,33Trendbestätigung

Die nächsten Wochen werden zeigen, ob IREN die Korrektur als gesunde Pause nutzt – oder ob der Abwärtstrend weitergeht. Hält die Aktie über 42,54 Euro, bleibt der Aufwärtstrend intakt. Bricht sie darunter ein, könnte die Luft schnell dünn werden.

Eines ist sicher: Bei dieser Volatilität wird es keine ruhige Fahrt geben.

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