S&P 500: Nahost-Hoffnung trägt
Der US-Aktienindex legte zu, während Gespräche über eine mögliche Öffnung der Straße von Hormus und hohe Anleiherenditen im Fokus blieben.

Kurz zusammengefasst
- S&P 500 gewinnt 0,3 Prozent
- Dow Jones steigt um 0,4 Prozent
- Iran legt Sieben-Tage-Plan vor
- US-Rendite erreicht höchsten Stand seit Juli 2007
Nach einem zähen Handelstag mit kaum Bewegung findet der S&P 500 am Freitag wieder Tritt. Der Index steigt um 0,3 Prozent auf 7.727 Punkte, während der Dow Jones um 0,4 Prozent auf 51.552 Zähler zulegt. Auslöser ist neue Zuversicht, dass sich der Nahost-Konflikt entschärfen könnte.
Am Donnerstag hatte der Markt noch mit sich gerungen. Der S&P 500 schloss praktisch unverändert bei 7.704,13 Punkten, der Dow gab um 0,31 Prozent nach. Grund für das Auf und Ab waren heftige Ölpreisschwankungen, ausgelöst durch Warnungen eines iranischen Regierungsvertreters vor einer weiteren Eskalation der Lage im Nahen Osten.
Diplomatie bremst die Ölpreis-Nervosität
Ein Bericht der Nachrichtenagentur Reuters brachte am Donnerstagabend Entspannung: US-amerikanische und iranische Unterhändler sollen demnach über einen stufenweisen Ausweg aus dem Konflikt sprechen.
Im Gespräch ist eine Wiederöffnung der Straße von Hormus durch Teheran im Gegenzug für eine Lockerung der US-Wirtschaftsblockade. Die Ölpreise gaben nach der Meldung zunächst nach, kletterten im späten Handel aber wieder auf ihr vorheriges hohes Niveau zurück.
Am Freitag kommt zusätzliche Bewegung ins Spiel: Der Iran soll den USA über Vermittler einen Sieben-Tage-Plan vorgelegt haben, wonach die Meerenge nach einer Woche wieder geöffnet werden könnte — sofern bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Aus dem Weißen Haus hieß es dazu lediglich, man führe über Vermittler „positive und konstruktive Gespräche“.
Trotz der diplomatischen Signale bleiben die Fronten spürbar verhärtet: Bei der laufenden UN-Generalversammlung in New York hatten Präsident Donald Trump und sein iranisches Gegenüber Massud Peseschkian zuvor mit scharfen Tönen aufeinander reagiert.
Parallel dazu bleibt der Anleihemarkt ein Unsicherheitsfaktor. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen erreichte am Donnerstag mit 5,160 Prozent ihr höchstes Niveau seit Juli 2007 — getrieben von steigenden Ölpreisen und Inflationssorgen. Solange diese Renditen hoch bleiben, dürfte jede Entspannung an der Ölfront am Aktienmarkt genau beobachtet werden.
Für den S&P 500 bleibt die Gemengelage aus Nahost-Diplomatie und Anleiherenditen damit der entscheidende Taktgeber der kommenden Handelstage. Ob der iranische Sieben-Tage-Plan tatsächlich Substanz hat, dürfte sich an der Reaktion Washingtons in den nächsten Tagen zeigen.
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