S&P 500: Gesundheit statt KI?

Aufwertungen und positive Unternehmensmeldungen stützten den Index, während KI-Sorgen und steigende Erzeugerpreise die Zuversicht begrenzten.

Andreas Sommer ·
Professionelle Büroatmosphäre in einem Finanzzentrum mit Fokus auf moderne Arbeitsumgebungen und Marktstabilität. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • S&P 500 schloss 0,3 Prozent höher
  • Gesundheits- und Konsumwerte stützten den Index
  • KI-nahe Aktien gerieten unter Finanzierungsdruck
  • US-Erzeugerpreise legten im September zu

Gesundheits- und Konsumaktien haben den S&P 500 gestern ins Plus getragen, während KI-nahe Technologiewerte unter Druck standen. Der Index gewann nach anfänglichen Verlusten 0,3% und schloss bei 7.744,06 Punkten. Die Erholung beruhte damit nicht auf einer Rückkehr zu den bisherigen Technologiefavoriten, sondern auf einem Wechsel der Kurstreiber.

Aufwertungen und Geschäftszahlen stützen

Reuters zufolge gehörten Eli Lilly, UnitedHealth Group und Walmart zu den wichtigsten Stützen des Index. Aufstufungen durch die Deutsche Bank verliehen den Papieren gestern Rückenwind. Zugleich halfen besser als erwartet ausgefallene Unternehmensmeldungen, die Belastung durch schwache Technologiewerte auszugleichen.

Laut AP meldete Marsh & McLennan einen überraschend starken Gewinn für das Sommerquartal. Kimberly-Clark stellte Umsatz und Gewinn oberhalb der Erwartungen in Aussicht. Bank of New York Mellon überzeugte ebenfalls mit einem stärkeren Gewinn. Damit kamen positive Impulse aus unterschiedlichen Unternehmen und nicht allein aus dem KI-Umfeld.

Auf der Gegenseite belasteten Nvidia, Dell Technologies und Hewlett Packard Enterprise den Markt. Reuters und AP verwiesen auf Sorgen über höhere Finanzierungskosten für KI-Infrastruktur. Der Rekordquartalsgewinn von Taiwan Semiconductor Manufacturing Company reichte nicht aus, um diese Bedenken zu verdrängen: Das Unternehmen äußerte sich zugleich vorsichtig zum Ausblick für 2027.

Für den Gesamtindex war diese gegenläufige Entwicklung entscheidend. Die Schwäche der KI-nahen Aktien verhinderte einen positiven Handelsschluss nicht. Das Tagesplus bedeutete allerdings auch keine Entwarnung für jene Technologiewerte, deren Investitionsaussichten Anleger angesichts höherer Finanzierungskosten hinterfragten.

Preisdruck begrenzt die Entspannung

Die Inflationsdaten lieferten weiterhin Anlass zur Vorsicht. Das US-Arbeitsministerium meldete gestern für September einen Anstieg der Erzeugerpreise um 1,3% gegenüber dem Vormonat. Im Jahresvergleich betrug das Plus 6,3%. Besonders die Energiekosten trieben den Preisauftrieb.

Diese Entwicklung erschwert die Einordnung der jüngsten Konjunktursignale. Kräftige nominale Ausgaben können Nachfragefestigkeit anzeigen, spiegeln bei steigenden Treibstoffkosten aber nicht automatisch einen entsprechend starken realen Konsum wider.

Bereits am Mittwoch hatte die Verbraucherpreisinflation den Markt belastet. Nach Angaben der US-Statistikbehörde BLS stiegen die Verbraucherpreise im September gegenüber dem Vormonat um 0,6% und gegenüber dem Vorjahr um 3,7%. Die Kernrate lag im Jahresvergleich bei 2,6%.

Trotz der erneuten Inflationssorgen sanken die Renditen von US-Staatsanleihen gestern im Handelsverlauf. Für Aktien entstand dadurch zumindest zeitweise ein weniger belastendes Zinsumfeld. Der anhaltende Druck auf KI-nahe Titel zeigt jedoch, dass die Finanzierungssorgen damit nicht verschwunden waren.

Neue Konjunkturdaten als nächster Prüfstein

Heute steht laut Kalender der Federal Reserve die Veröffentlichung zur Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung für September an. Anschließend richtet sich der Blick auf die für den 27.–28. Oktober angesetzte Sitzung der US-Notenbank.

Für den S&P 500 treffen damit zwei Kräfte aufeinander: Überzeugende Unternehmensmeldungen können einzelne Aktien und den Gesamtindex stützen. Der stärkere Preisauftrieb hält zugleich die Unsicherheit über den Zinskurs hoch. Gestern reichten die Beiträge aus Gesundheit und Konsum, um die Technologieschwäche auszugleichen – eine breite Entspannung über alle wichtigen Kurstreiber hinweg war das nicht.

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S&P 500 Index

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