Gold: Tiefster Wochenschluss seit einem Jahr
Gold verlor binnen einer Woche fast 4,2 Prozent; technische Verkäufe und ein stabiler Dollar belasteten den Preis.

Kurz zusammengefasst
- Feinunze schloss bei 3.995 Dollar
- Wochenverlust von fast 4,2 Prozent
- Kurzfristige Chartindikatoren bleiben überwiegend negativ
- Technische Beobachter sehen 55 Prozent Erholungschance
Der Goldpreis beendet die Handelswoche auf einem Niveau, das zuletzt vor mehr als einem Jahr zu sehen war. Bei 3.995 Dollar je Feinunze schloss das Edelmetall am Freitag knapp unter der psychologisch wichtigen 4.000-Dollar-Marke. Damit steht ein Wochenminus von fast 4,2 Prozent zu Buche.
Charttechnik bleibt angeschlagen
Der Bruch der runden Marke hat das Chartbild eingetrübt. Sowohl im Tages- als auch im 4-Stunden-Chart überwiegen kurzfristig die bärischen Signale. Eine Entspannung setzt aus technischer Sicht voraus, dass der Preis die 20-Tage-Linie per Tagesschluss zurückerobert. Solange das nicht gelingt, bleibt der Verkaufsdruck dominant.
Ganz einseitig fällt die Einschätzung allerdings nicht aus. Trotz des Rücksetzers sehen charttechnische Beobachter für die neue Woche eine leicht überwiegende Erholungschance, die Wahrscheinlichkeit taxieren sie auf 55 zu 45 zugunsten der Käufer. Das ist kein starkes Signal, eher ein Hinweis auf eine mögliche technische Gegenbewegung.
Dollar und Konjunkturdaten als Hintergrund
Am Freitag kostete die Unze zeitweise rund 27 Dollar weniger als am Vortag. Der Euro gab zeitgleich leicht auf 1,1200 Dollar nach. Schwache Einkaufsmanagerindizes aus Frankreich, die unerwartet unter die Expansionsschwelle von 50 Punkten rutschten, belasteten die Stimmung in der Eurozone. Die US-Verbraucherstimmung trübte sich im Oktober dagegen nur minimal ein.
Als klassischer sicherer Hafen profitierte Gold von der konjunkturellen Unsicherheit in Europa nicht. Ein einzelner Auslöser für den Rückgang ist nicht erkennbar, vielmehr summieren sich technische Verkäufe und ein stabiler Dollar.
Termin voraus
Einen Anlass zur Einordnung bietet am Donnerstag, 29. Oktober 2026, ein Markt-Webinar mit CMC-Markets-Analyst Andreas Lipkow, das unter anderem die Bilanz der Edelmetalle in diesem Jahr zieht. Für den Wochenstart gilt zunächst die Marke von 4.000 Dollar als Referenz: Gelingt der Rückeroberung per Tagesschluss, wäre die kurzfristige Abwärtsdynamik zumindest gebremst.
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