BYD Aktie: Haftungsgarantie für God’s Eye
BYD übernimmt als erster Hersteller die volle Haftung für Unfälle mit dem City-Navigation-System. Analysten sehen darin eine Reaktion auf Absatzprobleme und Wettbewerbsdruck in China.

Kurz zusammengefasst
- Pionierarbeit bei Haftungsgarantie für autonomes Fahren
- Absatzrückgang von 15,5 Prozent im April
- Eigener Xuanji A3 Chip in Serienproduktion
- Schlussdividende von 0,36 Yuan je Aktie
Der chinesische Autobauer BYD geht einen ungewöhnlichen Schritt. Wer künftig die „City Navigation“-Funktion des „God’s Eye“-Assistenzsystems nutzt, bekommt eine umfassende Haftungsgarantie. BYD übernimmt alle Reparatur- und Entschädigungskosten bei Unfällen. Die Versicherungsprämie des Fahrers steigt im Folgejahr nicht.
Kein anderer Hersteller bietet das bisher an.
Volle Haftungsübernahme
BYD will mit diesem Schritt das Vertrauen in sein autonomes Fahren stärken. Das Unternehmen spricht vom Ziel „null Verkehrsunfälle“. Die Garantie gilt für alle Fahrten mit aktivierter Stadt-Navigation des „God’s Eye“-Systems.
Analysten werten die Aktion als Reaktion auf den wachsenden Wettbewerbsdruck. Während Tesla in China weiter auf die vollständige Zulassung seiner Assistenzsysteme wartet, haben heimische Rivalen wie Xpeng und Nio ihre KI-gestützten Funktionen bereits ausgerollt.
Absatzflaute im Heimatmarkt
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. BYD kämpft mit einem deutlichen Absatzrückgang. Im April 2026 verkaufte der Konzern 321.123 Fahrzeuge – ein Minus von 15,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Auf dem chinesischen Heimatmarkt brach der Absatz sogar um 19,8 Prozent auf 156.944 Einheiten ein.
Die jüngsten Quartalszahlen fielen entsprechend schwach aus. Der Gewinn sank auf den niedrigsten Stand seit 2020. Die Haftungsgarantie ist ein Signal an die Kunden: BYD steht zu seiner Technologie.
Eigene Chips als Trumpf
Chairman Wang Chuanfu betonte auf der Strategieveranstaltung die vertikale Integration des Konzerns. BYD sei derzeit der einzige Autobauer weltweit, der die gesamte Lieferkette für Assistenzsysteme kontrolliere – von Chips über Software bis zur Hardware.
Herzstück ist der neue Xuanji A3 Chip. Der 4-Nanometer-Prozessor kommt aus dem eigenen Haus und unterstützt autonomes Fahren der Stufen 3 und 4. Er läuft bereits in Serienproduktion. Für Einstiegsmodelle bietet BYD das „God’s Eye B“-Upgrade zum Preis von 12.000 Yuan (rund 1.770 Dollar) an.
Dividende trotz Gegenwind
Trotz der operativen Schwierigkeiten hält BYD an der Aktionärsrendite fest. Das Unternehmen hat eine Schlussdividende von 0,36 Yuan je Aktie angekündigt. Der Ex-Tag ist der 11. Juni 2026, die Auszahlung folgt am 31. Juli.
Die Marktkapitalisierung des Konzerns liegt bei rund 902,6 Milliarden Hongkong-Dollar. Ob die Haftungsgarantie ausreicht, um den Absatztrend zu drehen, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Die Quartalszahlen des dritten Quartals dürften die erste Bewährungsprobe sein.
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