Deutsche Telekom Aktie: Holding-Dach mit T-Mobile US
Großaktionäre und die Bundesregierung kritisieren die geplante engere Verzahnung mit T-Mobile US. Die Aktie steigt trotzdem.

Kurz zusammengefasst
- Holding-Dach für Telekom und T-Mobile US geplant
- Kritik von DJE Kapital, FPM und Bundesregierung
- Aktie springt trotz charttechnischer Schwäche
- Aktienrückkaufprogramm stützt den Kurs
Die Deutsche Telekom will Konzern und US-Tochter T-Mobile US offenbar enger verzahnen. Namhafte Großaktionäre stellen sich dagegen. Selbst die Bundesregierung als Ankeraktionär reagiert skeptisch. Ausgerechnet in dieser Phase klettert die Aktie – ein Widerspruch, der aufmerken lässt.
NZZ-Bericht sorgt für Unruhe unter Investoren
Auslöser ist ein Bericht der „Neuen Zürcher Zeitung“ vom 11. Juli. Das Management prüft demnach ein gemeinsames Holding-Dach für Deutsche Telekom und T-Mobile US. Ziel wäre es, die Bewertungslücke zur deutlich höher gehandelten US-Tochter zu schließen.
Die Reaktion aus dem Aktionärskreis fiel scharf aus. Jens Ehrhardt von DJE Kapital und Martin Wirth von FPM äußerten sich kritisch. Ein nicht namentlich genannter Top-30-Aktionär warnte sogar vor Risiken für den gesamten Börsenwert des Konzerns.
Auch die Politik bremst. Die Bundesregierung hält rund 28 Prozent der Anteile und steht der Umstrukturierung offenbar skeptisch gegenüber. Die Deutsche Telekom selbst hat sich zu den Spekulationen bislang nicht offiziell geäußert.
Kursreaktion trotz charttechnischer Schwäche
Trotz der Kontroverse legte die Aktie zuletzt zu. Am Freitag sprang der Kurs um 3,40 Prozent auf 26,15 Euro und beendete damit eine schwache Phase. Aktuell notiert das Papier bei 26,22 Euro, ein Plus von 0,27 Prozent.
Das charttechnische Bild bleibt trotzdem angeschlagen. Die Aktie sprang zwar über die kurzfristige 20-Tage-Linie. Wichtige Widerstände liegen aber weiterhin klar darüber.
Zum 50-Tage-Durchschnitt von 27,36 Euro fehlen noch 4,17 Prozent. Zur 200-Tage-Linie bei 28,75 Euro sind es 8,79 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 34,35 Euro aus dem Februar trennt das Papier weiterhin eine Lücke von fast 24 Prozent.
Auf Monatssicht steht ein Minus von 7,68 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn sind es 5,92 Prozent. Zum Jahrestief von Ende Juni bei 23,54 Euro beträgt der Abstand nach oben noch 11,38 Prozent.
Aktienrückkauf als Stabilisator
Während die Holding-Debatte die Gemüter erhitzt, läuft das Rückkaufprogramm unbeeindruckt weiter. In der ersten Juliwoche kaufte die Deutsche Telekom rund 908.705 eigene Aktien über Xetra zurück. Das Volumen lag bei etwa 22,5 Millionen Euro, der Durchschnittskurs bei 24,74 Euro.
Für das laufende Jahr plant der Konzern Rückkäufe von bis zu zwei Milliarden Euro. Das Programm dürfte den Kurs auch in den kommenden Wochen stützen.
Blick auf kommende Termine
Am 23. Juli legt T-Mobile US die Zahlen für das zweite Quartal vor. Bis dahin dürfte die Aktie zwischen zwei Kräften pendeln: dem Versuch, die Marke von 27 Euro zurückzuerobern, und der offenen Frage zur künftigen Konzernstruktur.
Mit DJE Kapital, FPM und der Bundesregierung stehen sich gleich drei gewichtige Stimmen der Holding-Idee entgegen. Ohne eine offizielle Stellungnahme aus der Bonner Zentrale bleibt die Debatte vorerst offen.
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