Thyssenkrupp Aktie: 7,5-Prozent-Sprung seit Quartalszahlen
Thyssenkrupp erhöht die Untergrenze seiner EBIT-Prognose auf 600 Millionen Euro. Das dritte Quartal zeigt Umsatzplus und Rückkehr in die Gewinnzone.

Kurz zusammengefasst
- Prognose-Untergrenze auf 600 Millionen Euro angehoben
- Umsatz steigt um acht Prozent auf 8,8 Milliarden
- Nettoergebnis dreht auf 34 Millionen Euro ins Plus
- Aktie erreicht höchsten Stand seit November 2018
Thyssenkrupp hat die Untergrenze seiner Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr angehoben. Der Konzern erwartet nun ein bereinigtes EBIT von mindestens 600 Millionen Euro, zuvor lag die Marke bei 500 Millionen Euro. Reuters berichtete, die Anhebung stütze sich vor allem auf die Stahl-, Marine- und Handelseinheiten des Konzerns.
Umsatzwachstum und Rückkehr in die Gewinnzone
Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025/2026 stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 8 Prozent auf 8,8 Milliarden Euro. Das bereinigte EBIT lag bei 183 Millionen Euro. Besonders bemerkenswert: Das Nettoergebnis drehte auf 34 Millionen Euro ins Plus, nachdem der Konzern zuvor Verluste geschrieben hatte.
Thyssenkrupp stellte zudem einen engeren Ausblick für Umsatz, Nettoergebnis und den Free Cash Flow before M&A für das laufende Geschäftsjahr in Aussicht – ein Signal für mehr Planungssicherheit im weiteren Jahresverlauf.
Die Marktreaktion auf die Zahlen fiel deutlich aus. Reuters berichtete von einem zeitweiligen Kursanstieg von bis zu 7,5 Prozent, womit die Aktie ihren höchsten Stand seit November 2018 erreichte. Aktuell notiert das Papier bei 13,65 Euro, nur 2,8 Prozent unterhalb des 52-Wochen-Hochs von 14,05 Euro – ein Beleg dafür, dass die positive Dynamik aus dem Zahlenwerk bislang Bestand hat.
Grünes Stahlwerk in Duisburg als weiterer Faktor
Neben den Quartalszahlen sorgte auch das milliardenschwere Zukunftsprojekt in Duisburg für Aufmerksamkeit. Reuters berichtete, thyssenkrupp habe sich in fortgeschrittenen Gesprächen mit Brüssel befunden, um die Förderstruktur für das geplante grüne Stahlwerk im Wert von 3 Milliarden Euro an veränderte Bedingungen anzupassen.
Für den Konzern ist das Projekt zentral für die Transformation der Stahlsparte hin zu klimafreundlicherer Produktion – und damit auch für die langfristige Ertragskraft, auf die Investoren aktuell besonders achten.
Analysten mit gemischtem, aber überwiegend positivem Signal
Die Reaktionen der Analysten fielen nach den Zahlen mehrheitlich zustimmend aus. JPMorgan hob am 14. August das Kursziel von 12,80 auf 15,00 Euro an, beließ die Einstufung jedoch bei „Neutral“. Jefferies bestätigte am Tag der Zahlenvorlage das Rating „Buy“ bei einem Kursziel von 13,00 Euro, während Deutsche Bank Research ebenfalls auf „Buy“ verblieb und ein Kursziel von 16,00 Euro nannte.
Die Spanne der Einschätzungen zeigt: Während die einen Häuser bereits deutliches weiteres Potenzial sehen, mahnen andere zur Zurückhaltung angesichts der bereits gelaufenen Kursbewegung. Mit einem Plus von 47 Prozent seit Jahresbeginn hat die Aktie einen erheblichen Teil ihrer fundamentalen Verbesserung bereits eingepreist.
Für Anleger dürfte entscheidend sein, ob die angehobene Prognose in den kommenden Quartalen tatsächlich Bestand hat – und ob das Duisburger Stahlprojekt eine tragfähige Förderlösung findet.
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