Super Micro Computer Aktie: 17,6% Marge doppelt über Guidance
Super Micro überrascht mit starken Q4-Zahlen: Gewinn je Aktie fast doppelt so hoch wie erwartet, Aktie steigt um 19 Prozent.

Kurz zusammengefasst
- Aktie steigt nach Zahlen um 19 Prozent
- Gewinn je Aktie übertrifft Prognosen deutlich
- Umsatz wächst um 93 Prozent auf 11,1 Mrd. Dollar
- Auftragseingang übersteigt 60 Mrd. Dollar
Super Micro Computer hat mit seinen Zahlen zum vierten Geschäftsquartal 2026 die Erwartungen der Wall Street deutlich übertroffen. Das Papier legte daraufhin am 12. August um 19 Prozent zu und ist binnen 30 Tagen um rund 48 Prozent gestiegen. Am Freitag schloss die Aktie bei 39,84 US-Dollar, ein Plus von 1,7 Prozent auf Tagesbasis.
Gewinn und Marge übertreffen Prognosen deutlich
Für das am 30. Juni beendete vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 meldete Super Micro ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 1,70 US-Dollar – der Analystenkonsens hatte lediglich 0,92 Dollar erwartet.
Der Umsatz kletterte um 93 Prozent auf 11,1 Milliarden Dollar gegenüber dem Vorjahresquartal, blieb damit aber knapp unter den Markterwartungen. Besonders auffällig war die Bruttomarge: Mit 17,6 Prozent lag sie mehr als doppelt so hoch wie die zuvor in Aussicht gestellten 8,2 bis 8,4 Prozent.
Für das Gesamtjahr 2026 wies das Unternehmen einen Umsatz von 39,1 Milliarden Dollar aus, nach 22,0 Milliarden Dollar im Vorjahr. Der Auftragseingang im vierten Quartal überstieg 60 Milliarden Dollar – ein Anstieg von 50 Prozent gegenüber den 39 Milliarden Dollar, die noch sechs Wochen zuvor gemeldet worden waren.
Für das laufende erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 stellt Super Micro einen Umsatz zwischen 14,5 und 15,5 Milliarden Dollar sowie ein Ergebnis je Aktie von 1,01 bis 1,10 Dollar in Aussicht, bei einer Marge von 10,4 bis 10,8 Prozent. Für das Gesamtjahr peilt das Unternehmen einen Umsatz von 65 bis 72 Milliarden Dollar an.
Analysten bleiben trotz starker Zahlen vorsichtig
Der Analystenkonsens lautet weiterhin auf „Hold“, mit einem durchschnittlichen Kursziel von 42,13 US-Dollar. Die Einschätzungen einzelner Häuser gehen jedoch deutlich auseinander: Rosenblatt sieht das Papier bei 51 Dollar, Raymond James bei 48 Dollar.
Northland-Analyst Nehal Chokshi hob sein Kursziel zwar von 36 auf 43 Dollar an, beließ die Einstufung aber bei „Hold“ und verwies auf Bedenken bei Governance, Margenqualität und operativer Ausführung. Der Anteil KI-bezogener Umsätze sank im Berichtsquartal auf 60 Prozent, nach zuvor 80 Prozent.
Die institutionelle Positionierung zeigt ein gemischtes Bild: Während die Zahl der Hedgefonds mit SMCI-Beteiligung von 39 auf 49 stieg und Marshall Wace eine Position von 163,67 Millionen Dollar hält, reduzierte Handelsbanken Fonder seinen Bestand im zweiten Quartal um 30,8 Prozent und verkaufte 76.761 Aktien.
Überkaufte Signale und laufender Patentstreit
Mit einem RSI von 71,2 gilt die Aktie nach klassischer charttechnischer Lesart als überkauft, bei einer annualisierten Volatilität von 106 Prozent bleibt das Papier hochspekulativ. Zum bisherigen 52-Wochen-Hoch von 58,78 Dollar aus dem Oktober fehlen der Aktie noch rund 32 Prozent.
Belastend wirkt weiterhin die Patentklage von Netlist, die sowohl bei der US-Handelskommission ITC als auch vor einem Bundesgericht gegen Super Micro wegen DDR5-Speichermodulen (RDIMMs und MRDIMMs) anhängig ist.
Zudem kam es im Führungsgremium zu einer personellen Veränderung: Board-Mitglied Yih-Shyan „Wally“ Liaw trat zurück, DeAnna Luna – zuvor bei Intel und Teledyne Technologies tätig – übernimmt kommissarisch die Position der Chief Compliance Officer. An der Ausschussstruktur des Boards ändert sich nach Unternehmensangaben nichts.
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