Palantir Aktie: Q2-Zahlen in ersten Augusttagen
Trotz starkem Wachstum verliert Palantir an Wert. Konkurrenz durch KI-Labore und offene Kundenfragen belasten die Aktie.

Kurz zusammengefasst
- Aktie verliert trotz Wachstum
- KI-Labore als neue Konkurrenz
- Kunde erwägt Plattformwechsel
- Analysten sehen 47 Prozent Potenzial
Palantir liefert weiter spektakuläres Wachstum – und der Markt straft das Unternehmen trotzdem ab. Der Grund ist paradox: Ausgerechnet die KI-Welle, die Palantir mit aufgebaut hat, könnte nun sein eigenes Geschäftsmodell untergraben. Die Aktie notiert bei 109,30 Euro, ein Drittel unter ihrem Wert vom Jahresanfang und rund 39 Prozent unter dem Rekordhoch vom November. Das ist keine gewöhnliche Korrektur, sondern eine echte Vertrauensfrage.
Wenn der Angreifer plötzlich der Angegriffene ist
Palantirs Geschäftsidee war jahrelang einfach zu erklären: Niemand sonst konnte chaotische Behörden- und Unternehmensdaten so in handlungsfähige „Ontologien“ verwandeln. Genau dieses Alleinstellungsmerkmal steht jetzt zur Debatte – ausgerechnet durch die großen KI-Labore, gegen die Palantir bislang immun schien.
Anthropic hat einen Blogbeitrag veröffentlicht, in dem das Unternehmen seine wachsenden Datenanalyse-Fähigkeiten beschreibt. UBS-Analysten kommentierten das nüchtern: Das klinge „nicht gut“ für Softwarefirmen wie Palantir und Snowflake. Die Bank verweist auf „wachsende Investorensorgen“ wegen der Datenverarbeitungs-Kapazitäten von Anthropic und OpenAI. Selbst Snowflake, in der Berichterstattung als Palantir-Partner beschrieben, räumte Überschneidungen zwischen den Fähigkeiten großer KI-Modelle und klassischer Datenspezialisten ein.
Konkreter wurde es auf der eigenen Hausmesse. Bei der Konferenz AIPCon 10 in San Francisco erklärte ein Palantir-Kunde offen, er wolle prüfen, ob er eine parallele Open-Source-Grafikdatenbank aufbaut – oder gleich auf OpenAI und Anthropic wechselt. Genau solche Aussagen verwandeln die abstrakte Sorge vor einer „KI-Blase“ in ein konkretes Bild: ein zahlender Kunde, der öffentlich überlegt, die Plattform zu umgehen.
CEO Alex Karp hält dagegen, und zwar energisch. Gegenüber CNBC nannte er die Vorstellung, große Sprachmodelle könnten Palantirs Produkt auf Unternehmensebene ersetzen, eine „komplette Farce“. Sein Argument: Palantirs Plattform AIP verkauft keine Tokens, sondern Ergebnisse – verpackt in eine Ontologie und ausgeliefert über Boot-Camps, die den Return on Investment in wenigen Wochen belegen sollen.
Der Chart bestätigt keine der beiden Seiten
Die Kursbewegung spiegelt diesen Streit, ohne ihn zu entscheiden. Palantir notiert derzeit rund 17 Prozent unter seinem 200-Tage-Durchschnitt – ein Abstand, der auf einen intakten Abwärtstrend hindeutet, selbst nach einer Erholung von gut zehn Prozent innerhalb der vergangenen 30 Tage. Der RSI von 45 signalisiert neutrale Dynamik: Die Aktie ist weder überverkauft genug für eine Kapitulation noch stark genug für eine bestätigte Trendwende.
Die annualisierte Volatilität von rund 49 Prozent zeigt zudem, dass hier weiterhin heftig in beide Richtungen ausgeschlagen wird. Kurz gesagt: ein Markt ohne klare Meinung.
Selbst die Skeptiker haben ihre Grenzen
Bemerkenswert an der aktuellen Lage: Die Bärenseite hat prominente Verstärkung bekommen, ohne dass der breite Analystenoptimismus verschwunden wäre. Hedgefonds-Manager Michael Burry, bekannt für seine Wette gegen den US-Häusermarkt vor der Finanzkrise, shortet Palantir seit Monaten. Ende Juni schrieb er, er habe die Hälfte seiner Short-Position bei 107,15 Dollar gedeckt, halte aber weiter Put-Optionen. Eine solche Positionierung von einem Investor mit diesem Track Record verleiht dem Vorsichtslager echtes Gewicht.
Gleichzeitig liegt das durchschnittliche Analysten-Kursziel bei 160,97 Euro – ein Aufwärtspotenzial von knapp 47 Prozent gegenüber dem aktuellen Kurs. Eine derart große Lücke zwischen Marktpreis und Analystenerwartung gab es bei Palantir selten. Spiegelt diese Differenz, dass Analysten mit ihren Bewertungen dem sich verlangsamenden Wachstum hinterherhinken? Oder überreagiert der Markt schlicht auf das Konkurrenzgeräusch aus Richtung Anthropic und OpenAI? Genau diese Frage spaltet die Aktie gerade in zwei Lager.
Die Bilanz muss die Antwort liefern
Palantirs Fundament im Verteidigungs- und Regierungsgeschäft, einschließlich seiner Rolle bei prominenten Modernisierungsprojekten des Militärs, bleibt intakt und stützt weiterhin die Bullenthese. Allein reicht das aber nicht mehr, um Zweifel am kommerziellen Burggraben des Unternehmens auszuräumen. Die nächsten Quartalszahlen stehen in den ersten Augusttagen an – und dürften mehr über die Richtung entscheiden als jedes Chartmuster der vergangenen Wochen.
Palantir-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Palantir-Analyse vom 27. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Palantir-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Palantir-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 27. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Palantir: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...