KOSPI: 1,7 Prozent dank Nvidia
Nvidia übertrifft Umsatzerwartungen, während die Bank of Korea den Zins auf 3,00 Prozent hebt und den KOSPI antreibt.

Kurz zusammengefasst
- KOSPI gewinnt 1,7 Prozent
- Nvidia übertrifft Umsatzprognosen deutlich
- Samsung und SK hynix legen zu
- Bank of Korea hebt Leitzins
Der südkoreanische Leitindex KOSPI verzeichnete am heutigen Donnerstag einen deutlichen Aufschwung und schloss bei 6.924,97 Punkten. Damit legte das Börsenbarometer im Tagesverlauf um 1,7 % zu. Maßgeblich getrieben wurde die positive Entwicklung durch die jüngsten Quartalszahlen des US-Chipkonzerns Nvidia, die weltweit für Erleichterung im Halbleitersektor sorgten und die schwergewichtigen Technologiewerte in Seoul beflügelten.
Chip-Schwergewichte beflügeln den Gesamtmarkt
Die Veröffentlichung der Nvidia-Bilanz für das zweite Quartal wirkte als Katalysator für den südkoreanischen Markt. Nvidia meldete einen Umsatz von 96,22 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung von 106 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht und die Erwartungen der Analysten von rund 92,17 Milliarden US-Dollar übertraf.
Der bereinigte Gewinn pro Aktie lag mit 2,22 US-Dollar ebenfalls über dem Marktkonsens. CEO Huang prognostizierte zudem für das Geschäftsjahr 2028 ein anhaltendes Umsatzwachstum von 70 %, da die Nachfrage nach KI-Infrastruktur weiterhin das Angebot übersteigt.
In der Folge kletterten die Aktien von Samsung Electronics um 3,15 % auf 270.000 KRW, während die Papiere von SK hynix zeitweise um 5,81 % auf 1.786.000 KRW sprangen. Neben dem allgemeinen Branchenaufwind stützten Berichte über technologische Fortschritte die Stimmung.
So zeichnet sich ab, dass Samsung Foundry die Massenproduktion des Groq 3 LPX Chips übernimmt. Analysten von KB Securities gehen davon aus, dass die Halbleitersparte von Samsung im dritten Quartal 2026 erstmals seit zwei Jahren wieder profitabel arbeiten könnte.
Bank of Korea erhöht Leitzins auf drei Prozent
Parallel zum Geschehen im Technologiesektor richtete sich die Aufmerksamkeit auf die geldpolitische Entscheidung der Bank of Korea. Das Gremium erhöhte am heutigen Donnerstag den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf nun 3,00 %. Dies stellt die zweite Anhebung in Folge dar.
Sechs Mitglieder des Ausschusses stimmten für den Schritt, während ein Mitglied für eine Beibehaltung des bisherigen Niveaus plädierte. Hintergrund der Entscheidung ist die hartnäckige Inflation, die im Juli bei 2,6 % lag und damit weiterhin über dem Zielwert von 2,0 % notiert.
Trotz der strafferen Geldpolitik blickt die Zentralbank optimistischer auf die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Die Prognose für das BIP-Wachstum im Jahr 2026 wurde deutlich von zuvor 2,6 % auf 3,3 % angehoben.
Gouverneur Shin Hyun-song betonte die Notwendigkeit, einer Ausweitung des Preisauftriebs präventiv entgegenzuwirken. Gleichzeitig erreichten die Haushaltskredite im zweiten Quartal ein Rekordniveau von 2.019,8 Billionen Won, was den Druck auf die Währungshüter zusätzlich erhöht.
Marktdynamik und Analysteneinschätzungen
Bereits am Mittwoch hatte sich eine Stabilisierung abgezeichnet, als der KOSPI um 0,97 % zulegte. Dabei agierten vor allem institutionelle Investoren als Käufer, während Privatanleger und ausländische Investoren Positionen abbauten. Mit dem heutigen Kurssprung notiert der Index nun wieder knapp mit 0,1 % über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 6.915,37 Zählern.
Analysten bleiben hinsichtlich der weiteren Entwicklung gespalten. Während Goldman Sachs auf ein vorangegangenes „De-Risking“ bei großen Technologiewerten im Juni und Juli verweist, warnt die Bank of America vor möglichen Rücksetzern im Halbleitersektor.
Der Analyst Vivek Arya merkte an, dass Chip-Aktien im Vergleich zum breiten Markt weiterhin hoch gewichtet seien und eine Korrektur im Branchenindex PHLX Semiconductor nicht ausgeschlossen werden könne. In Südkorea zeigten sich zuletzt auch andere Branchen wie Versicherungen und Banken stabil, die tendenziell von dem steigenden Zinsumfeld profitieren.
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