BMW Aktie: Abfindungsprogramm soll 8.000 Stellen kosten
BMW verzeichnet sinkende Erträge und schwache China-Verkäufe, während Elektroautos zulegen und der Konzern seine Fertigung neu ausrichtet.

Kurz zusammengefasst
- Freiwilliges Programm für 8.000 Stellen
- China-Absatz fällt um 20,4 Prozent
- BEV-Verkäufe in Europa steigen
- Neue Elektroproduktion in Mexiko geplant
BMW steckt mitten in einem harten Umbau seiner Kostenstruktur. Nach einem deutlichen Gewinnrückgang im zweiten Quartal kündigte der Konzern Ende Juli ein freiwilliges Abfindungsprogramm an, das von Oktober bis Ende 2027 rund 8.000 Stellen kosten soll. Von weltweit etwa 154.000 Beschäftigten arbeiten rund 85.000 in Deutschland – dort soll mehr als die Hälfte des Abbaus stattfinden.
Der Sparkurs kommt nicht überraschend. Im zweiten Quartal brach der Nettogewinn nach Steuern um rund 35 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro ein, bei einem Umsatz von 31 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis im Automobilgeschäft stürzte um 60 Prozent auf 629 Millionen Euro ab.
Für das erste Halbjahr insgesamt weist BMW ein Konzern-EBT von 4.045 Millionen Euro aus, ein Minus von 29,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, bei einer EBT-Marge von 6,5 Prozent.
China als zentraler Belastungsfaktor
Bereits im Juni hatte BMW seine Jahresprognose kappen müssen. Die EBIT-Marge im Automobilsegment wurde von zuvor 4 bis 6 Prozent auf nunmehr 1 bis 3 Prozent gesenkt, die Rendite auf das eingesetzte Kapital von 6 bis 10 Prozent auf 1 bis 5 Prozent. Auch beim freien Cashflow rechnet der Konzern nur noch mit mehr als 2,5 statt zuvor mehr als 4,5 Milliarden Euro.
Als Hauptgrund nannte BMW einen beschleunigten Markteinbruch in China, verschärft durch einen intensiveren Wettbewerb im gesamten asiatisch-pazifischen Raum. Die chinesische Automobilherstellervereinigung senkte ihre Jahresprognose für den Markt mehrfach. Auch die Folgen des Nahostkonflikts belasten das Geschäft stärker als ursprünglich angenommen.
Die regionalen Zahlen unterstreichen das Ausmaß der China-Schwäche: Im ersten Halbjahr sackte der Absatz dort um 20,4 Prozent auf 261.773 Fahrzeuge ab. Europa und die USA konnten das nicht ausgleichen, wuchsen mit 5,4 Prozent auf 496.651 beziehungsweise 3,9 Prozent auf 200.661 Einheiten zwar solide, aber zu moderat, um die Schwäche in Asien zu kompensieren.
Elektromobilität als Lichtblick
Während die Ertragslage schwächelt, kommt der Umbau zur Elektromobilität voran. Im zweiten Quartal legte der BEV-Absatz in Europa um 38 Prozent auf 81.445 Einheiten zu, begünstigt durch die verbesserte Verfügbarkeit des BMW iX3. Der iX3 nähert sich der Marke von 100.000 Auftragseingängen und macht in Europa bereits jedes dritte bestellte batterieelektrische Fahrzeug der Marke aus. Im ersten Halbjahr war europaweit mehr als jedes vierte ausgelieferte Fahrzeug elektrifiziert, in Europa lag der reine BEV-Anteil bei 28 Prozent.
Parallel dazu treibt BMW den Ausbau seiner Elektro-Fertigung voran: Ab 2027 soll das Werk San Luis Potosí in Mexiko mit iX3 und i3 aus der Neue-Klasse-Reihe ergänzt werden, im US-Werk Spartanburg läuft die Batteriemontage in Woodruff bereits seit diesem Jahr, die Serienproduktion von E-Fahrzeugen dort soll bis Ende 2026 folgen.
Kursreaktion bleibt verhalten
An der Börse spiegelt sich die schwierige Lage im Jahresverlauf deutlich wider. Seit Jahresbeginn hat die BMW-Aktie 35 Prozent verloren, verglichen mit dem 52-Wochen-Hoch von 97,90 Euro vom Dezember liegt der Kurs rund 38 Prozent tiefer.
Zuletzt zeigte sich das Papier mit einem Schlusskurs von 60,92 Euro am Mittwoch aber stabilisiert, mit einem Plus von 2,0 Prozent auf Wochensicht – ein Zeichen dafür, dass die schlechten Nachrichten aus dem Sommer inzwischen weitgehend eingepreist sein dürften. Der Sparkurs und der Fortschritt bei der Elektromobilität werden zeigen müssen, ob BMW die China-Schwäche mittelfristig kompensieren kann.
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