Barclays Aktie: Anthropic-Tool soll Mehrheit erreichen
Barclays setzt Claude bereits in Support und Märkten ein und plant, das Programmierwerkzeug bis 2027 einer Mehrheit der Entwickler bereitzustellen.

Kurz zusammengefasst
- Claude Code bis Ende 2026 für die Hälfte
- Mehrheit der Entwickler soll 2027 folgen
- Assistent bearbeitete über eine Million Suchanfragen
- Global Markets verarbeitet täglich rund 120.000 E-Mails
Umstellung der Entwicklerteams bis 2027
Barclays forciert die technologische Erneuerung seiner IT und weitet den Einsatz künstlicher Intelligenz in den Bereichen Engineering, Märkte und Support aus.
Wie das Finanzinstitut am Donnerstag bekanntgab, soll das Programmierwerkzeug Claude Code bis Ende 2026 bei der Hälfte der eigenen Softwareentwickler eingeführt werden. Für das Jahr 2027 plant die Bank, dass eine Mehrheit der Softwareingenieure mit der Anwendung des Anbieters Anthropic arbeitet.
Genaue Angaben zur Gesamtstärke der Entwicklerteams oder zur bisherigen Nutzungsintensität machte Barclays dabei nicht. Craig Bright, Co-COO des Unternehmens, verwies bei der Vorstellung des Vorhabens auf zwei wesentliche Schwerpunkte: Neben der Modernisierung historisch gewachsener Altsysteme stehe vor allem das Erreichen einer höheren Softwarequalität im Vordergrund der Initiative.
Millionen Anfragen in bestehenden Systemen
Die geplante Ausweitung knüpft an Erfahrungen an, die das Institut im operativen Alltag bereits gesammelt hat. Im britischen Geschäft setzt Barclays seit 2025 einen internen Wissensassistenten für Mitarbeiter ein, der ebenfalls auf Claude basiert.
Diese Anwendung wird inzwischen von über 16.000 Beschäftigten genutzt und hat bereits mehr als eine Million Suchanfragen bewältigt. In der Sparte Global Markets kommt die Technologie ebenfalls zum Einsatz und bearbeitet täglich rund 120.000 Kunden-E-Mails.
Trotz der zunehmenden Durchdringung der Arbeitsabläufe hob Barclays hervor, dass Kontrollen gewahrt bleiben. Interne Governance, IT-Sicherheit und die Aufsicht durch menschliche Mitarbeiter seien als zentrale Leitplanken fest in den Prozessen verankert. Die Bank will damit sicherstellen, dass die automatisierte Erstellung und Prüfung von Programmcodes geregelten Abläufen folgt.
Vorstöße im Filialnetz und Auslandsgeschäft
Der softwareseitige Schritt folgt auf weitere organisatorische Maßnahmen der jüngeren Vergangenheit. Vor rund einem Monat hatte Barclays die Eröffnung neuer Filialen bekanntgegeben, seither verzeichnete die Aktie ein Minus von 6,9 Prozent.
Zudem vermeldete das Institut vor rund einem Monat die Eröffnung eines Booking Centre in Singapur, woraufhin der Kurs seither um 9,4 Prozent nachgab. An den Finanzmärkten beendete das Papier den Handel gestern bei einem Schlusskurs von 5,26 Euro.
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