Bayer Aktie: 5 Milliarden US-Dollar neue Anleihen

Bayer strukturiert sein Werk Bergkamen in eine eigene Betreibergesellschaft um. Die Aktie legt leicht zu, während der Halbjahresbericht mit neuer CFO bevorsteht.

Andreas Sommer ·
Bayer Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Ausgliederung des Standorts Bergkamen
  • Aktie steigt moderat auf 47,46 Euro
  • Halbjahreszahlen am 4. August erwartet
  • US-Urteil entlastet bei Glyphosat-Klagen

Bayer strukturiert einen seiner deutschen Produktionsstandorte neu und rückt damit kurz vor der nächsten Quartalsvorlage erneut ins Blickfeld der Anleger. Der Leverkusener Konzern kündigte gestern an, den Standort Bergkamen in eine eigenständige, hundertprozentige Betreibergesellschaft auszugliedern. Ab 2027 soll sich diese Gesellschaft laut Unternehmensangaben auf Infrastruktur und Standortdienstleistungen konzentrieren – ein Schritt, der auf eine schlankere Aufstellung einzelner Werke hindeutet.

Die Aktie reagierte darauf verhalten positiv und schloss am Mittwoch bei 47,46 Euro, ein Plus von 0,72 Prozent auf Tagessicht. Auf Wochensicht steht seit sieben Handelstagen ein Zuwachs von 2,79 Prozent zu Buche, während das Papier vom im Sommer erreichten 52-Wochen-Hoch noch 11,88 Prozent entfernt notiert. Der Kurs bewegt sich damit weiterhin deutlich über seinen gleitenden Durchschnitten der vergangenen Monate, was auf eine grundsätzlich intakte Aufwärtstendenz seit dem Tief im vergangenen Sommer hindeutet.

Bilanztermin mit neuer CFO rückt näher

Der eigentliche Prüfstein für die Bayer-Aktie folgt jedoch erst kommende Woche: Am 4. August legt der Konzern seinen Halbjahresbericht vor. Es ist die erste Zahlenpräsentation unter der neuen Finanzchefin Judith Hartmann, die damit ihren Einstand als CFO gibt. Anleger dürften genau darauf achten, ob sich der positive Trend aus dem ersten Quartal fortsetzt, als der Gewinn je Aktie auf 2,81 Euro kletterte, während der Umsatz leicht um 2,42 Prozent auf 13,41 Milliarden Euro zurückging. Die Nettofinanzverschuldung bezifferte der Konzern zum damaligen Stichtag auf rund 32,5 Milliarden Euro – eine Größe, die angesichts der Rechtsrisiken im Glyphosat-Komplex weiterhin genau beobachtet wird.

Genau in diesem Streitpunkt hatte sich die Lage zuletzt spürbar entspannt. Der Oberste Gerichtshof der USA entschied im Grundsatzurteil „Durnell“ mit 7 zu 2 Stimmen zugunsten von Bayer beziehungsweise dessen Tochter Monsanto. Nach der Entscheidung, über die Reuters und der Spiegel berichteten, schließt Bundesrecht einzelstaatliche Klagen wegen fehlender Krebswarnungen auf Glyphosat-Produkten aus, sofern die US-Umweltbehörde EPA die Etikettierung genehmigt hat. Diese juristische Weichenstellung dürfte die Rechtsrisiken, die Bayer seit Jahren belasten, spürbar eingrenzen.

Analysten sehen Rückenwind, Finanzierung gesichert

Die positive Dynamik aus den jüngsten juristischen Schriftsätzen war laut dpa-AFX auch der Grund, warum die UBS die Einstufung „Buy“ für Bayer mit einem Kursziel von 52,00 Euro bestätigte. Bereits zuvor hatte JPMorgan im Vorfeld der anstehenden Quartalszahlen an der Einstufung „Overweight“ festgehalten. Beide Häuser signalisieren damit Vertrauen in die operative und juristische Entwicklung des Konzerns.

Auf der Finanzierungsseite hat Bayer zudem vorgesorgt: Die Tochtergesellschaft Bayer US Finance LLC platzierte unter Garantie der Bayer AG neue US-Dollar-Anleihen im Gesamtvolumen von 5,00 Milliarden US-Dollar am Kapitalmarkt, mit erwarteten Ratings von Baa2 bei Moody’s sowie BBB bei S&P und Fitch. Diese Mittelaufnahme dürfte die Bilanzstruktur weiter absichern.

Auch im Kerngeschäft setzt Bayer strategische Akzente: Mit dem französischen Pflanzenzüchter RAGT vereinbarte der Konzern eine Lizenzkooperation zur gemeinsamen Entwicklung von Hybridweizen, dessen Markteinführung für Anfang der 2030er Jahre geplant ist. Ergänzend veröffentlichte Bayer gemeinsam mit Economist Enterprise eine Studie zur Integration von Self-Care-Ansätzen in öffentliche Gesundheitssysteme – ein Thema, das die Positionierung im Consumer-Health-Geschäft unterstreicht.

Für Anleger verdichten sich damit mehrere Fäden: ein juristisch entschärftes Umfeld, gesicherte Finanzierung, strategische Weiterentwicklung des Agrargeschäfts und ein bevorstehender Bilanztermin, der erstmals die Handschrift der neuen Finanzchefin trägt.

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Bayer Aktie

47,69 EUR

+ 0,66 EUR +1,40 %
KGV 0,00
Sektor Gesundheitswesen
Div.-Rendite 0,23 %
Marktkapitalisierung 46,20 Mrd. EUR
ISIN: DE000BAY0017 WKN: BAY001

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