SAP Aktie: KI-Ziele verfehlt
SAP verfehlt eigene KI-Ziele deutlich. Die UBS sieht Verzögerungen, hält aber an der Kaufempfehlung fest. Positiv: EU-Verfahren endet ohne Strafe.

Kurz zusammengefasst
- Nur 15 von 40 KI-Agenten aktiv
- UBS bestätigt Kaufempfehlung trotz Verzögerung
- EU-Wettbewerbsverfahren ohne Geldbuße beendet
- SAP öffnet Wartungsgeschäft für zehn Jahre
SAP wollte die eigene Software mit Dutzenden KI-Agenten aufrüsten und damit als Vorreiter der Enterprise-KI auftreten. Die Realität sieht anders aus: Von den ursprünglich für Ende 2025 angepeilten mehr als 40 Agenten sind aktuell erst 15 tatsächlich im Einsatz. Die UBS hat die Lücke jetzt beziffert — und bleibt trotzdem bei ihrer Kaufempfehlung.
UBS sieht Verzögerung, aber keinen Bruch
Die Analysten begründen ihre Zurückhaltung bei der Umsetzung mit der Kundenseite: Viele SAP-Nutzer stellen ihre Systeme offenbar langsamer auf KI-Agenten um als vom Konzern erhofft. Komplexe, oft jahrzehntealte IT-Landschaften lassen sich nicht im Eiltempo modernisieren. Die UBS hatte ihr Kursziel für SAP bereits auf 164 Euro gesenkt und macht das Tempo der KI-Integration zum entscheidenden Faktor für die weitere Kursentwicklung. An der grundsätzlichen Kaufempfehlung ändert das Institut trotz der Verzögerung nichts.
EU-Verfahren endet ohne Bußgeld
Auf regulatorischer Seite gibt es dagegen eine positive Nachricht. Die EU-Kommission hat ihr Wettbewerbsverfahren gegen SAP beendet, ohne eine Geldbuße zu verhängen. Der Softwarekonzern kommt damit um ein milliardenschweres Risiko herum, das im Raum stand.
Im Gegenzug muss SAP seine Regeln für Wartung und Support deutlich anpassen. Kunden erhalten künftig mehr Freiheit, für einzelne Teile ihrer SAP-Systeme externe Dienstleister zu beauftragen, statt auf konzerneigene Angebote festgelegt zu sein. Die neuen Vorgaben gelten weltweit und sind auf zehn Jahre angelegt — eine langfristige strukturelle Verpflichtung, die den Wettbewerb im Wartungsgeschäft dauerhaft öffnen soll.
Für den Aktienkurs dürfte damit vorerst die KI-Frage im Vordergrund stehen. Ob SAP die Lücke zwischen Anspruch und tatsächlicher Umsetzung bei den KI-Agenten in den kommenden Quartalen schließt, entscheidet nach Einschätzung der UBS maßgeblich darüber, wie sich das Kursziel von 164 Euro künftig entwickelt.
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