DAX: Wall Street kehrt zurück, Öl bleibt Risiko

Der DAX bleibt nahe 26.000 Punkten, während steigende Ölpreise, US-Zinserwartungen und die bevorstehende EZB-Sitzung den Markt bewegen.

Dieter Jaworski ·
Ein geschäftiger Handelsraum in Frankfurt mit fokussierten Börsenhändlern und modernen Arbeitsplätzen. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • US-Anleger kehren nach Feiertag zurück
  • Brent erreicht höchsten Stand seit Juni
  • EZB-Zinsschritt gilt weitgehend eingepreist
  • Infineon nach Morgan-Stanley-Abstufung schwächer

Nach dem langen Wochenende in den USA blickt der deutsche Aktienmarkt gespannt auf die Rückkehr der Wall Street. Der DAX schwankt vorbörslich um die Marke von 26.000 Punkten – zuletzt mit leichten Abgaben auf rund 25.917 Zähler. Vom Rekordhoch bei 26.618 Punkten, aufgestellt am 28. August, ist der Index damit weiterhin ein gutes Stück entfernt.

Der Handel am Montag lieferte laut Marktbeobachtern kaum Aussagekraft. Wegen des US-Feiertags war das Volumen extrem dünn – nur am Pfingstmontag wurde zuletzt weniger gehandelt.

Mit der Rückkehr der amerikanischen Investoren dürfte die Aktivität nun spürbar anziehen, gleichzeitig müssen die Marktteilnehmer mehrere Themen auf einmal verarbeiten: den überraschend starken US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag, gestiegene Zinserwartungen und die anhaltende Ölpreis-Rally.

Ölpreis als Belastungsfaktor

Die Nordseesorte Brent notiert auf dem höchsten Stand seit Anfang Juni. Auslöser sind die gegenseitigen Angriffe zwischen den USA und dem Iran sowie neue Attacken der Huthi-Miliz auf saudische Infrastruktur, darunter der Flughafen Abha und Anlagen von Saudi Aramco. Bislang zeigen sich Aktienanleger davon wenig beeindruckt – die Hoffnung auf eine kurze Eskalation und einen anschließend schnellen Rückgang der Preise überwiegt noch.

Sollte sich der Ölpreis jedoch dauerhaft auf hohem Niveau festsetzen, dürften die Folgen für die Weltwirtschaft spürbar werden. Goldman Sachs hat seine Prognose bereits angepasst und hält für 2027 einen Anstieg auf bis zu 120 US-Dollar je Barrel für möglich, falls sich die Lage im Nahen Osten nicht entspannt.

EZB-Entscheidung rückt näher

Parallel zur Ölpreis-Debatte richtet sich der Blick auf die Notenbanken. Für Donnerstag gilt eine Anhebung des EZB-Einlagensatzes um 25 Basispunkte auf 2,5 Prozent inzwischen als weitgehend eingepreist. Bei der Fed ist die Lage weniger eindeutig: Nach dem starken Arbeitsmarktbericht sehen Händler die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September bei rund 57 bis 60 Prozent.

Bei Einzelwerten sorgten Analystenkommentare für Bewegung. Infineon verlor nach einer Abstufung durch Morgan Stanley rund drei Prozent, während Kion und Nordex nach Kaufempfehlungen der Citigroup zulegten. DWS profitierte von einer Hochstufung durch Jefferies auf „Buy“.

Charttechnisch bleibt die Zone um 25.507 Punkte entscheidend. Hält diese Unterstützung, wäre laut Markttechnikern ein neuer Anlauf Richtung 27.500 Punkte denkbar. Rutscht der Index darunter, rücken 25.303 und eine Kurslücke bei 25.099 Punkten in den Fokus. Die Entscheidung dürfte sich in den kommenden Handelstagen zeigen, sobald US-Inflationsdaten und die EZB-Sitzung für klarere Signale sorgen.

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