XRP: 1,23 Milliarden Token von Walen gekauft
XRP fällt trotz massiver Wal-Akkumulation auf 1,03 Dollar. Regulatorische Fortschritte und neue Ledger-Features könnten die Trendwende einleiten.

Kurz zusammengefasst
- Kursverlust von fünf Prozent
- Wal-Akkumulation von 1,23 Mrd. Token
- CLARITY Act: Abstimmung am 15. September
- Ledger-Update mit Confidential Transfers
XRP steckt in einer Zwickmühle. Während der Kurs auf 1,03 Dollar abrutscht und in Richtung Jahrestief tendiert, häufen große Wallet-Besitzer munter weiter Bestände an. Ein Widerspruch, der sich nicht von selbst auflöst.
Der Token verliert in den letzten sieben Tagen gut fünf Prozent. Ein stärkerer Dollar und steigende US-Anleiherenditen setzen dem Krypto-Markt insgesamt zu. Seit Jahresbeginn steht XRP nun mit 44 Prozent im Minus, verglichen mit dem 52-Wochen-Hoch von 3,35 Dollar aus dem August 2025 ist der Kurs um fast 70 Prozent eingebrochen.
Zwangsverkäufe drücken den Kurs unter die Marke
Am Wochenende rutschte XRP kurzzeitig auf ein Intraday-Tief von 1,01 Dollar. Der Rutsch löste eine Welle von Zwangsverkäufen aus: Etwa 9,6 Millionen Dollar an gehebelten Long-Positionen wurden liquidiert. Das offene Interesse am Terminmarkt sank daraufhin merklich.
Für Trader bedeutet das: Der Markt kühlt ab. Statt spekulativem Momentum-Handel dominiert jetzt eher eine Konsolidierungsphase. Die psychologisch wichtige Marke von einem Dollar bleibt der zentrale Referenzpunkt, an dem sich Käufer und Verkäufer messen.
Der RSI auf 14-Tage-Basis liegt bei 38,8. Das signalisiert Schwäche, aber noch keine überverkaufte Lage. Der Kurs notiert damit rund fünf Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt und fast 22 Prozent unter der 200-Tage-Linie.
Senat bewegt sich beim CLARITY Act
Auf regulatorischer Seite tut sich etwas. Mehrheitsführer John Thune stellte am Samstag, den 8. August, um 4:52 Uhr Ortszeit einen Antrag auf Beendigung der Debatte zum CLARITY Act. Der Schritt erfolgte während einer Nachtsitzung, kurz bevor der Senat in die August-Pause ging.
Damit ist der Weg frei für eine entscheidende Verfahrensabstimmung am 15. September 2026. Der CLARITY Act soll erstmals klare Zuständigkeiten zwischen SEC und CFTC für digitale Vermögenswerte festlegen. Für die endgültige Verabschiedung braucht das Gesetz allerdings mindestens 60 Stimmen, um eine Blockade zu verhindern.
Offene Fragen zu Ethikvorschriften und Regeln für Stablecoin-Prämien könnten den Prozess noch verzögern. Die Hürde ist real, aber nicht unüberwindbar.
Neue Ledger-Version zielt auf institutionelle Nutzer
Parallel zur politischen Entwicklung treibt das XRP-Ledger-Team die technische Seite voran. Zwischen dem 6. und 8. August veröffentlichten Entwickler Version 3.3.0 mit sechs neuen Protokoll-Erweiterungen. Im Zentrum steht die Funktion „Confidential Transfers“, die per Zero-Knowledge-Technologie Salden und Zahlungsbeträge verschleiert – autorisierte Prüfer können die Transaktionen aber weiterhin einsehen.
Hinzu kommen „Batch Transactions“, mit denen sich bis zu acht Transaktionen gebündelt und gleichzeitig abwickeln lassen, sowie „Sponsored Fees“, über die Plattformen Transaktionskosten für ihre Nutzer übernehmen können. Bevor diese Funktionen live gehen, brauchen sie 80 Prozent Validator-Zustimmung – und das 14 Tage in Folge.
Große Wallets kaufen gegen den Trend
Ein wöchentlicher Bericht von CryptoQuant vom 10. August liefert den vielleicht interessantesten Kontrast zum schwachen Kurs. Wallets mit Beständen zwischen 10 und 100 Millionen XRP haben seit Jahresbeginn 1,23 Milliarden Token zusätzlich angehäuft. Ihre Gesamtbestände liegen inzwischen bei rund 12,2 Milliarden XRP.
CryptoQuant ordnet dieses Verhalten historisch ein: Whale-Akkumulation nahe den realisierten Preisen falle oft in die Schlussphase eines Bärenmarkt-Zyklus. Das Privatanleger-Sentiment bleibt dagegen vorsichtig – ein Auseinanderlaufen von Retail-Stimmung und institutionellem Verhalten, das sich in den kommenden Wochen entweder auflöst oder verschärft.
Die Abstimmung im Senat am 15. September dürfte dabei zum nächsten sichtbaren Prüfstein werden. Bis dahin bleibt die Marke von einem Dollar der Ort, an dem sich zeigt, ob die Käufer der großen Wallets recht behalten.
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