Mutares Aktie: NEM-Verkauf bringt über 100 Millionen
Mutares bestätigt Jahresziele dank geplantem NEM-Exit mit über 100 Mio. Euro. Operativ drehte das EBITDA im ersten Halbjahr deutlich ins Plus.
Kurz zusammengefasst
- NEM-Verkauf bringt über 100 Mio. Euro
- EBITDA dreht auf 67 Mio. Euro
- Umsatz steigt auf 3,4 Mrd. Euro
- Free2move-Übernahme erweitert Portfolio
Die Münchner Beteiligungsgesellschaft Mutares bereitet im laufenden Halbjahr einen signifikanten Gewinnsprung vor. Im Zentrum steht der geplante Verkauf der Tochtergesellschaft NEM Energy, der dem Konzern einen Ergebnisbeitrag von mehr als 100 Millionen Euro bescheren soll.
Diese Exit-Erlöse bilden das Fundament für die Bestätigung der Jahresprognose, während das Unternehmen operativ bereits in der ersten Jahreshälfte eine Trendwende vollzogen hat.
Operative Erholung und Rekord-Integration
Im ersten Halbjahr gelang Mutares die Rückkehr in die schwarzen Zahlen beim operativen Ergebnis. Das bereinigte EBITDA drehte mit 67 Millionen Euro deutlich ins Plus, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Verlust verzeichnet worden war. Parallel dazu steigerte der Konzern seinen Umsatz um knapp ein Zehntel auf 3,4 Milliarden Euro.
Maßgeblicher Treiber dieser Entwicklung ist die Integration von NexPoint Materials, die das Management als den bisher größten Zukauf in der Unternehmensgeschichte bezeichnet.
Dieser Deal prägt die Struktur des Portfolios nachhaltig und soll die Grundlage für künftige Synergieeffekte bilden. Für das Gesamtjahr bleibt die Führung optimistisch: Ein Jahresüberschuss in der Holding zwischen 165 Millionen Euro und 200 Millionen Euro wird weiterhin angestrebt.
Strategischer Umbau und Liquiditätsdebatte
Neben der Expansion in neue Felder wie Mobilitätsdienstleistungen – markiert durch die Ende Juli vereinbarte Übernahme des Anbieters Free2move von Stellantis – treibt Mutares die Verschlankung bestehender Beteiligungen voran.
So wurde bereits Anfang Juni der Teilverkauf des niederländischen Vertriebsgeschäfts der Tochter F.lli Ferrari an die HMF Group abgeschlossen. Ziel dieser Maßnahme war es, die Struktur des italienischen Kranherstellers effizienter zu gestalten.
Medienberichten zufolge gab es zuletzt Diskussionen über im Halbjahresbericht genannte Liquiditätsrisiken. Das Management ordnete diese Formulierungen jedoch als notwendige rechtliche Vorsichtshinweise ein.
Solche Hinweise seien im Kontext komplexer Restrukturierungen üblich und stellten keine akute Bedrohung für den Fortbestand dar. Vielmehr halte das Unternehmen an seiner Dividendenstrategie fest. Die geplante Ausschüttung soll maßgeblich aus den erwarteten Exit-Erlösen der Sektoren Energie und Infrastruktur gespeist werden.
Marktbeobachtung und Kursverlauf
An der Börse zeigte sich das Papier am Freitag stabil und beendete den Handel bei 26,90 Euro, was einem leichten Plus entspricht. Trotz der operativen Fortschritte bleibt die Aktie im laufenden Jahr unter Druck und verzeichnet seit Jahresbeginn einen Rückgang von 10 Prozent.
Mit dem aktuellen Kursniveau notiert der Wert rund 23 Prozent unter seinem im Januar erreichten 52-Wochen-Hoch. Anleger blicken nun auf die Realisierung der angekündigten Verkäufe im zweiten Halbjahr, um das Erreichen der ambitionierten Gewinnziele abzusichern.
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