SAP Aktie: Cloud-Backlog wächst um 27 Prozent
SAP gewinnt weiter an Wert: Rückkäufe, ein Insiderkauf und starkes Cloud-Wachstum stützen die Aktie trotz vorsichtigerer UBS-Einschätzung.

Kurz zusammengefasst
- SAP-Aktie steigt um 2,5 Prozent
- Rückkauf von 5.855.112 Aktien
- Vorstand erwirbt 1.500 SAP-Papiere
- Cloud-Auftragsbestand wächst um 27 Prozent
SAP-Aktien legen am heutigen Donnerstag um 2,5 Prozent auf 185,80 Euro zu und setzen damit die Erholung nach der UBS-Abstufung vom 26. August fort. Seit der Herabstufung von Kaufen auf Neutral hat sich das Papier bereits um 2,5 Prozent erholt – ein Zeichen dafür, dass Anleger dem Konzern trotz der vorsichtigeren Einstufung weiter Vertrauen schenken.
Rückkaufprogramm läuft auf Hochtouren
Ein wesentlicher Stützpfeiler für den Kurs dürfte das laufende Aktienrückkaufprogramm sein. Zwischen dem 24. und 28. August erwarb SAP über die Handelsplattform Xetra 676.583 eigene Aktien zu einem Durchschnittspreis von 185,43 Euro. Damit summiert sich das bis zum 28. August zurückgekaufte Gesamtvolumen auf 5.855.112 Aktien. Solche Rückkäufe entziehen dem Markt Papiere und wirken damit tendenziell kursstützend, unabhängig von der Nachrichtenlage im Tagesgeschäft.
Parallel dazu setzt sich auch das Vertrauen aus den eigenen Reihen fort: Vorstand Thomas Heinrich Saueressig kaufte am 26. August 1.500 Aktien zu 178,30 Euro. Insider-Käufe dieser Art gelten unter Anlegern häufig als Signal, dass das Management die eigene Aktie für unterbewertet hält – gerade in einer Phase, in der der Kurs deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch von 242,00 Euro vom 23. Oktober notiert.
UBS sieht mehr Potenzial trotz Abstufung
Die UBS stufte SAP am 26. August zwar von Kaufen auf Neutral zurück, hob das Kursziel aber gleichzeitig deutlich auf 201 Euro an. Diese auf den ersten Blick widersprüchliche Kombination – Abstufung bei steigendem Kursziel – deutet darauf hin, dass die Analysten die fundamentale Bewertung positiver sehen, nach dem bereits gelaufenen Kursanstieg aber weniger kurzfristiges Aufwärtspotenzial erwarten.
Zusätzlich belasteten am Mittwoch allgemeine Marktsorgen um Ölpreise und Zinsen die Stimmung, bevor sich das Papier am Donnerstag wieder erholte.
Operatives Geschäft liefert Rückenwind
Die fundamentale Basis für den Optimismus liefert weiterhin das zweite Quartal: Der Auftragsbestand im Cloud-Geschäft (Current Cloud Backlog) wuchs um 27 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro, die Cloud-Erlöse legten währungsbereinigt um 24 Prozent zu.
Besonders die Cloud-ERP-Suite zeigte mit einem währungsbereinigten Plus von 27 Prozent starke Dynamik. Für das Gesamtjahr rechnet SAP mit Cloud-Erlösen zwischen 25,8 und 26,2 Milliarden Euro, ein währungsbereinigtes Wachstum von 23 bis 25 Prozent gegenüber den 21,02 Milliarden Euro des Vorjahres.
Die Non-IFRS-Betriebsergebnis-Prognose für 2026 wurde leicht auf 11,8 bis 12,2 Milliarden Euro gesenkt, nachdem die Übernahmen von Dremio und Prior Labs mit mehr als 100 Millionen Euro belastend wirkten. Diese Zukäufe sollen SAPs Position im Bereich Agentic AI stärken und die Fähigkeit verbessern, SAP- und Non-SAP-Daten zu kombinieren.
Fazit für Anleger
Mit einem Abstand von 3,7 Prozent zum 50-Tage-Durchschnitt von 179,12 Euro und einem RSI von 60,9 zeigt die Aktie technisch keine Überhitzung, obwohl sie binnen 30 Tagen um 10 Prozent zulegte. Die Kombination aus konzerneigenen Rückkäufen, Insider-Käufen und robustem Cloud-Wachstum liefert derzeit mehr Kursunterstützung als die vorsichtigere UBS-Einstufung Gegenwind erzeugt.
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