Kraft Heinz stellt die Weichen neu: Der neue CEO Steve Cahillane stoppt die geplante Aufspaltung und setzt stattdessen auf eine große Investitionsoffensive. Die Botschaft dahinter ist klar: Wachstum soll nicht durch Zerschneiden, sondern durch Reparieren kommen. Doch reicht das, um die schwächelnden Verkäufe – vor allem in Nordamerika – wieder in Gang zu bringen?
Aufspaltung gestoppt, 600 Millionen für Wachstum
Der entscheidende Impuls kam mit den Zahlen zum vierten Quartal und Gesamtjahr 2025 am 11. Februar: Die Trennung in zwei börsennotierte Unternehmen wird vorerst auf Eis gelegt. Der Plan war erst im September 2025 vom Board abgesegnet worden und hätte das Geschäft in eine eher „Grocery“-lastige Einheit sowie eine „Sauces-and-Spreads“-Gesellschaft geteilt.
Cahillane lenkt das Geld nun anders: Für das Geschäftsjahr 2026 sind 600 Millionen US-Dollar vorgesehen – für Marketing, Vertrieb, Forschung & Entwicklung, bessere Produkte und selektive Preisanpassungen. Zusätzlich soll das Pausieren der Trennung rund 300 Millionen US-Dollar an sogenannten „Dis-synergy“-Kosten sparen, also Mehrkosten, die bei einer Aufspaltung typischerweise entstehen.
Parallel dazu rechnet das Unternehmen laut Reuters für 2026 mit rund 950 Millionen US-Dollar an Investitionen (Capex) – ebenfalls mehr als im Vorjahr. Kraft Heinz geht damit bewusst in eine Phase höherer Ausgaben, um die Marken und Innovation wieder zu stärken.
Zahlen gemischt – und der Ausblick enttäuscht
Operativ lieferte das vierte Quartal ein gemischtes Bild: Beim bereinigten Gewinn je Aktie lag Kraft Heinz über den Erwartungen, beim Umsatz knapp darunter. Gleichzeitig schrumpften die organischen Nettoerlöse, vor allem weil Volumen und Mix nachgaben – ein Hinweis darauf, dass das Wachstum nicht nur eine Preisfrage ist.
Noch wichtiger für die Stimmung am Markt: Der Ausblick auf 2026. Die Gewinnprognose (EPS) liegt mit 1,98 bis 2,10 US-Dollar deutlich unter den Analystenerwartungen von 2,49 US-Dollar. Das Unternehmen begründet die Lücke mit dem geplanten Reinvestitionsprogramm – kurzfristig belastet das Ergebnis, langfristig soll es die Basis für profitables Wachstum legen.
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Nordamerika im Fokus – und die Wall Street bleibt vorsichtig
Ein weiterer Baustein ist der Umbau im Management: Am 18. Februar wurde Nicolas Amaya zum Präsidenten für Nordamerika ernannt. Das unterstreicht, wie zentral das US-Geschäft für die Wende ist – zumal Kraft Heinz dort laut FoodNavigator-USA seit Jahren Marktanteile verliert.
Auf der CAGNY-Konferenz am 19. Februar konkretisierte Cahillane den Fahrplan: Optimierte Preis- und Packungsarchitektur, stärkere Produkte und mehr Innovation sollen die Region wieder beleben.
An der Börse kommt das zwar als Strategie-Update an, aber Analysten bleiben gespalten. Morgan Stanley senkte das Kursziel leicht und reduzierte Gewinnschätzungen, um die höheren Ausgaben einzupreisen. Andere Häuser passten Ziele in beide Richtungen an – ein Zeichen dafür, dass die Story gerade erst neu sortiert wird.
Beim Kursbild zeigt sich der vorsichtige Optimismus nur in kleinen Schritten: Die Aktie notiert heute bei 20,75 Euro und liegt damit weiterhin deutlich unter dem Niveau vor zwölf Monaten (-30,79%).
Zum Kalender gehört außerdem die Dividende: Das Board beschloss eine Quartalsdividende von 0,40 US-Dollar je Aktie, zahlbar am 27. März 2026 (Record Date: 6. März 2026).
Unterm Strich ist 2026 für Kraft Heinz ein Ausführungsjahr: Die nächsten Quartale müssen zeigen, ob die 600-Millionen-Investitionen in Marke, Innovation und Vertrieb in Nordamerika schnell genug Wirkung entfalten – trotz des bewusst niedrigeren Gewinn-Ausblicks.
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