Mercedes-Benz Aktie: Sonderzahlung erst im April 2027
Mercedes-Benz verschiebt Sonderzahlung um neun Monate und strebt längere Arbeitszeiten an. Die Aktie fällt auf ein neues Jahrestief.

Kurz zusammengefasst
- Sonderzahlung für Mitarbeiter verschoben
- Rückkehr zur 40-Stunden-Woche geplant
- Gewinn im ersten Quartal eingebrochen
- Aktie erreicht neues 52-Wochen-Tief
Die Ertragskrise bei Mercedes-Benz fordert harte Opfer. Der Stuttgarter Autokonzern verschiebt eine fest zugesagte Sonderzahlung für rund 90.000 Beschäftigte. Parallel dazu strebt das Management längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich an. Die Börse reagiert prompt und schickt das Papier auf Talfahrt.
Konflikt mit der Belegschaft
Eigentlich sollten die Mitarbeiter im Juli 2026 den tariflichen „Transformationsbaustein“ erhalten. Das Management streicht diesen Termin nun aus dem Kalender. Das Geld fließt erst im April 2027. Der Vorstand verweist zur Begründung auf die dramatische Kostensituation am Standort Deutschland.
Die Führungsetage fordert außerdem, dass die Belegschaft wieder 40 Stunden pro Woche arbeitet. Bisher gilt für viele Angestellte die 35-Stunden-Woche. Aufsichtsratschef Brudermüller unterstützt diesen Vorstoß öffentlich. Der Gesamtbetriebsrat lehnt die spätere Auszahlung der Prämie strikt ab. Für Arbeitszeitfragen verweisen die Arbeitnehmervertreter auf die IG Metall.
Gewinne im freien Fall
Die drastischen Einschnitte folgen auf katastrophale Geschäftszahlen. Im ersten Quartal brach das Konzernergebnis um gut 17 Prozent ein. Bereits im vergangenen Jahr hatte sich der Gewinn auf 5,3 Milliarden Euro nahezu halbiert. Die Pkw-Marge schrumpfte zuletzt auf magere 4,1 Prozent.
Als Hauptgründe nennt Mercedes-Benz das schwache China-Geschäft und ungünstige Wechselkurse. Um gegenzusteuern, will der Konzern jährlich rund fünf Milliarden Euro einsparen. Tausende Mitarbeiter verließen das Unternehmen bereits freiwillig. Derweil verlagert der Autobauer immer mehr Produktionskapazitäten nach Polen und Ungarn.
Aktie auf Jahrestief
Die Anleger strafen den Sparkurs am Freitag weiter ab. Die Aktie rutscht um mehr als zwei Prozent auf 43,53 Euro ab. Damit markiert der Titel ein neues 52-Wochen-Tief. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust auf fast ein Drittel.
Das technische Bild bleibt düster. Die Papiere notieren gut 20 Prozent unter der wichtigen 200-Tage-Linie. Analystin Eunice Lee von Bernstein Research belässt ihre Einstufung auf „Market-Perform“. Sie sieht weiterhin Risiken bei der Lieferkette und der schleppenden Elektromobilität.
Die Folge: massiver Handlungsdruck für das Management. Am Kapitalmarkt richten sich alle Augen nun auf den Juli. Dann veröffentlicht Mercedes-Benz die detaillierten Halbjahreszahlen. Diese müssen belegen, ob die harten Kostensenkungen erste Erfolge zeigen.
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