Citigroup Aktie: Gute Zahlen, schwacher Kurs
Anleihe- und Aktienhandel stützten Citigroups Quartal, doch die flachere Zinskurve belastete den Aktienkurs.

Kurz zusammengefasst
- Erträge steigen auf 23,85 Milliarden Dollar
- Nettogewinn wächst auf 5,2 Milliarden Dollar
- Anleihehandel trägt zum Wachstum bei
- Aktie verliert am Dienstag rund 3,4 Prozent
Starkes Quartal, trotzdem Abschläge: Die Citigroup-Aktie gab am Dienstag um rund 3,4 Prozent nach, obwohl die Bank beim Gewinn und bei den Erträgen die Erwartungen übertraf. Der Markt schaute offenbar weniger auf die Vergangenheit als auf die Zinskurve.
Bestes dritte Quartal seit zehn Jahren
Die Erträge stiegen im dritten Quartal um knapp 8 Prozent auf 23,85 Milliarden Dollar. Bankchefin Jane Fraser sprach vom stärksten Ergebnis für diesen Zeitraum seit einem Jahrzehnt. Der Nettogewinn legte um mehr als ein Drittel auf 5,2 Milliarden Dollar zu.
Getragen wurde das Wachstum vom Anleihehandel, dem zweitgrößten unter den Wall-Street-Banken. Auch im Aktienhandel lief es überraschend gut. Das glich ein eher schwaches Geschäft mit der Beratung bei Fusionen und Übernahmen aus.
Im Branchenvergleich fällt das auf. JPMorgan hatte kurz zuvor im Anleihehandel einen überraschenden Ertragsrückgang gemeldet, den ersten seit mehr als zwei Jahren.
Zinskurve belastet Banken mit Privatkundengeschäft
Warum fällt die Aktie dann? Marktbeobachter verweisen auf die flacher werdende Zinsstrukturkurve. Sie gilt als Signal steigender Kreditrisiken und belastet vor allem Institute mit großem Privatkundengeschäft. Genannt werden neben Citi auch JPMorgan, das nach einem seltenen Gewinnrückgang zwischen Gewinnen und Verlusten schwankte.
Hinzu kommt die Sorge, dass steigende Zinsen das lukrative Handelsgeschäft bremsen könnten. Die Rendite von Anleihen liegt auf mehrjährigen Hochs, getrieben von hohen Ölpreisen und Inflationsängsten. Wells Fargo verlor nach einem verfehlten Zinsüberschuss rund 1,5 Prozent, Goldman Sachs legte dagegen leicht zu.
Parallel dazu meldete Solvay, dass Citigroup die Schwelle von 3 Prozent der Stimmrechte nach unten durchbrochen hat. Das ist eine Routinemeldung nach belgischem Transparenzrecht und gehört zum üblichen Wertpapiergeschäft einer Großbank.
Datenwoche mit Gewicht
Im Wochenverlauf stehen die September-Zahlen zu Verbraucher- und Erzeugerpreisen sowie zu den Einzelhandelsumsätzen an. Sie dürften die Zinserwartungen und damit auch die Stimmung für Bankwerte prägen. Zuletzt hatten schwächere Jobdaten und eine geringere Inflation als erwartet die Wetten auf baldige Zinserhöhungen gedämpft.
Die Citigroup-Aktie notierte im US-Handel zeitweise bei rund 129,62 Dollar.
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