Rocket Lab Aktie: Insider kassieren nach 350-Prozent-Rally
Zwei Rocket-Lab-Insider haben nach dem massiven Kursanstieg Aktien verkauft. Die Transaktionen werfen Fragen zur aktuellen Bewertung auf.

Kurz zusammengefasst
- Direktor Slusky erlöst knapp 9 Millionen Dollar
- President Clevenger verkauft 3.500 Aktien
- Aktie fällt 18 Prozent nach Rekordhoch
- Umsatzwachstum von über 63 Prozent im Quartal
Nach einem Kursanstieg von mehr als 350 Prozent innerhalb eines Jahres haben zwei hochrangige Rocket-Lab-Insider ihre Positionen teilweise versilbert — und die Timing-Frage, die solche Transaktionen immer aufwerfen, ist diesmal besonders scharf.
Wer hat verkauft, und wie viel?
Direktor Alexander Slusky trennte sich am 28. Mai von insgesamt 60.000 Aktien: 40.000 Stück zu einem gewichteten Durchschnittspreis von rund 149 Dollar, weitere 20.000 zu 150 Dollar. Der Erlös summierte sich auf knapp 9 Millionen Dollar. Marvin Bradford Clevenger, President von Rocket Lab USA, verkaufte am selben Tag 3.500 Aktien zu einem Durchschnittspreis von rund 147 Dollar — ein Erlös von gut 513.000 Dollar.
Beide Transaktionen waren offene Marktverkäufe, keine steuerlich bedingten Pflichtgeschäfte. Das ist der entscheidende Unterschied zu einem dritten Formular, das für COO Frank Klein eingereicht wurde: Dessen Verkäufe erfolgten im Rahmen einer vorher festgelegten 10b5-1-Regelung zur Deckung von Steuerverbindlichkeiten aus Restricted Stock Units — eine Mechanik, die Insider-Signale erheblich abschwächt.
Kurs korrigiert nach scharfer Rally
Die Verkäufe fallen in eine Phase extremer Kursbewegungen. Das 52-Wochen-Hoch lag bei 129,20 Euro, erreicht am 27. Mai — einen Tag vor den Insider-Transaktionen. Seitdem hat die Aktie rund 18 Prozent abgegeben und schloss zuletzt bei 106 Euro. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei über 130 Prozent, was die Heftigkeit dieser Schwankungen unterstreicht.
Trotz der jüngsten Korrektur notiert die Aktie noch immer rund 74 Prozent über ihrem 200-Tage-Durchschnitt und hat seit Jahresbeginn gut 63 Prozent zugelegt.
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Fundamentaldaten als Gegengewicht
Das operative Bild liefert Argumente für beide Seiten. Im ersten Quartal 2026 erzielte Rocket Lab einen Umsatz von 200 Millionen Dollar — ein Plus von 63,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Auftragsbestand kletterte auf 2,2 Milliarden Dollar, ein Anstieg von mehr als 20 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Die GAAP-Bruttomarge lag bei 38,2 Prozent, die Liquidität überstieg nach Abschluss eines At-the-Market-Angebots die Marke von 2 Milliarden Dollar.
Für das zweite Quartal erwartet das Unternehmen Erlöse zwischen 225 und 240 Millionen Dollar. Die bereinigte EBITDA-Verlustspanne von 20 bis 26 Millionen Dollar zeigt allerdings, dass Profitabilität noch kein Thema ist.
Monetarisierung oder Warnsignal?
Ob die Insider-Verkäufe als normale Gewinnmitnahme nach einer außergewöhnlichen Kursrally zu werten sind oder als Zeichen, dass die Bewertung der Realität vorausgeeilt ist, bleibt offen. Konkrete Antworten liefern die Q2-Zahlen, die nächste Electron-Startsequenz sowie der für Juni geplante iQPS-Launch vom Launch Complex 1 — der erste sichtbare Praxistest nach dem Bewertungssprung.
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