Volkswagen Aktie: Audi baut in Georgia
Audi sieht rund 4.500 Arbeitsplätze und jährlich 200.000 SUVs vor; Baubeginn und mögliche Zollentlastungen bleiben offen.

Kurz zusammengefasst
- Investition von rund vier Milliarden Dollar
- Etwa 4.500 neue Stellen vorgesehen
- SUV-Produktion soll Anfang der 2030er starten
- Zollgespräche zwischen Konzern und Regierung laufen
Ein Autobauer verkündet ein Milliardenprojekt, und die Bühne dafür liefert der US-Präsident persönlich. Audi will erstmals ein eigenes Werk in den USA errichten. Die Ankündigung kam bei einer Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump in Perry, Georgia.
Ein Werk für 200.000 SUVs
Trump verkündete vor Anhängern, Audi beginne im nächsten Monat mit dem Bau. Audi-Chef Gernot Döllner trat anschließend auf die Bühne und dankte dem Präsidenten für dessen Unterstützung. In einer Mitteilung der VW-Tochter ist der Baubeginn dagegen für 2027 vorgesehen. Die Zeitangaben gehen also auseinander.
Die Eckdaten stehen: Rund vier Milliarden US-Dollar, etwa 3,6 Milliarden Euro, will Audi investieren. Etwa 4.500 Jobs sollen entstehen. Die Produktion soll Anfang der 2030er Jahre anlaufen, jährlich sind 200.000 Fahrzeuge geplant.
Gebaut werden sollen Premium-SUVs, die auf die Anforderungen nordamerikanischer Kunden zugeschnitten sind. Nach Informationen aus Regierungskreisen geht es um die Modelle Q7, Q8 und Q9 am Standort Macon. Audi selbst wollte sich vorab nicht äußern.
Zollerleichterungen als Motiv
Hinter dem Schritt steht der Zolldruck. Trump verlangt seit Beginn seiner zweiten Amtszeit im Januar 2025 mehr Produktion in den USA und droht ausländischen Herstellern mit hohen Einfuhrzöllen. Wer investiert, dem stellt er Erleichterungen in Aussicht. Die Zölle belasten die Ergebnisse von Volkswagen spürbar.
Nach Angaben eines US-Regierungsvertreters verhandeln Administration und Konzern weiter über Zollanpassungen. Im Gespräch ist ein Rahmen, der Autobauern anteilige Zollgutschriften für Investitionen in US-Standorte gewährt. Eine mögliche Entlastung würde demnach für die gesamte Branche gelten, nicht nur für Volkswagen.
Parallel dazu soll das Scout-Motors-Werk im US-Bundesstaat South Carolina wachsen. Dort sind zusätzlich 25.000 Einheiten Jahreskapazität für eine noch unbestimmte Fahrzeuglinie vorgesehen. Eine offizielle Bestätigung dieser Erweiterung liegt bislang nicht vor.
Politischer Rahmen
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Am 3. November finden die Zwischenwahlen statt, bei denen die Republikaner ihre knappen Mehrheiten in Repräsentantenhaus und Senat verteidigen wollen. Die Regierung nutzt Ansiedlungen wie diese, um Erfolge bei der heimischen Industrie zu zeigen.
Für Volkswagen zählt nun, ob den Worten konkrete Zollzugeständnisse folgen. Bis zu den Wahlen am 3. November dürfte sich zeigen, ob Washington das Thema weiter öffentlichkeitswirksam spielt.
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