Kioxia Aktie: 2027 ist schon komplett ausverkauft
Ein starkes zweites Quartal und langfristige Lieferverträge sichern Kioxias Absatzperspektive, garantieren jedoch keine weiteren Gewinnzuwächse.

Kurz zusammengefasst
- 2027er Kapazität vollständig vertraglich gebunden
- Mehr als 50 Prozent für 2028 abgesichert
- Quartalsumsatz steigt um 40,3 Prozent
- Rechenzentren sollen 60 Prozent des Umsatzes ausmachen
Kioxia hat einen großen Teil seiner künftigen Auslieferungen bereits vertraglich abgesichert. Nach Unternehmensangaben ist die Kapazität für das Kalenderjahr 2027 ausverkauft. Für 2028 sind mehr als 50% der Auslieferungen durch langfristige Verträge abgedeckt. Das schafft Planungssicherheit beim Absatz, beantwortet aber nicht automatisch die Frage nach weiter steigenden Gewinnen.
Rekordquartal stärkt die Ausgangslage
Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erzielte Kioxia einen Rekordumsatz von 2.480 Mrd. Yen. Gegenüber dem Vorquartal entspricht das einem Anstieg um 40,3%.
Damit übertraf das Unternehmen innerhalb eines Quartals sogar den Umsatz des gesamten vorherigen Geschäftsjahres. Hinter dem Wachstum standen sowohl höhere NAND-Verkaufspreise als auch steigende Bit-Auslieferungen. Das Geschäft legte damit nicht allein durch Preissteigerungen zu.
Der bereinigte Betriebsgewinn erreichte 1.988,3 Mrd. Yen bei einer Marge von 80,2%. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 833,94 Yen und übertraf die eigene Prognose.
Die starke Nachfrage aus künstlicher Intelligenz und Rechenzentren stützt nach Angaben des Managements das Geschäft. Die langfristigen Liefervereinbarungen ergänzen diese Nachfrageentwicklung um eine vertragliche Absicherung. Für Anleger ist diese Unterscheidung wichtig: Eine hohe Auslastung und zusätzliche Preissteigerungen sind unterschiedliche Wachstumstreiber.
Rechenzentren gewinnen an Bedeutung
Laut Japan Times erwartet Kioxia künftig 60% seines Umsatzes mit Rechenzentren. Damit würde dieser Bereich den überwiegenden Teil des Geschäfts ausmachen.
Die Nachfrage aus diesem Markt ist somit nicht nur für das jüngste Rekordquartal relevant. Sie steht auch hinter der Frage, wie belastbar die bereits vereinbarten Auslieferungen sind. Das Management erwartet, dass das Verhältnis von NAND-Angebot und -Nachfrage bis zum Kalenderjahr 2027 angespannt bleibt.
Parallel plant Kioxia Veränderungen beim Produktmix. Der Anteil von QLC an den Bit-Auslieferungen soll im Kalenderjahr 2027 etwa 30% erreichen.
Im darauffolgenden Kalenderjahr soll dieser Anteil weiter zulegen. Für Anleger zählt deshalb neben der gebundenen Kapazität auch, mit welchen Produkten Kioxia seine Lieferverpflichtungen erfüllt.
Absatzsicherheit ist keine Gewinnzusage
Die langfristigen Vereinbarungen sprechen für eine gute Sichtbarkeit der Auslieferungen. Sie sollten jedoch nicht mit einer Zusage gleichgesetzt werden, dass Umsatz und Profitabilität im bisherigen Tempo weiterwachsen.
Kioxias Ausgangslage verbindet damit operative Stärke mit hohen Anforderungen an die weitere Entwicklung. Das Rekordquartal belegt die gegenwärtige Ertragskraft. Die vertraglich gebundenen Mengen stützen den künftigen Absatz. Ob daraus weitere Gewinnsprünge entstehen, hängt nicht allein von der Auslastung ab, sondern auch von Verkaufspreisen und Produktmix.
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