BASF Aktie: Arndt übernimmt am 1. Juli
BASF ernennt Steve Arndt zum neuen Leiter der Autoreparaturlack-Sparte. Der Schritt unterstreicht die Portfoliostraffung des Chemiekonzerns.

Kurz zusammengefasst
- Steve Arndt übernimmt globale Lacksparte
- Langjähriger Branchenexperte folgt auf Titmarsh
- Portfoliostraffung bei BASF Coatings im Fokus
- Aktie bleibt trotz Umsatzrückgang im Plus
BASF ordnet im Lackgeschäft die Führung neu — und das kurz vor dem Abschluss laufender Portfoliomaßnahmen. Steve Arndt übernimmt zum 1. Juli 2026 die globale Leitung von Automotive Refinish Coatings. Die Personalie ist kein klassischer Kurstreiber. Sie passt aber in eine Phase, in der BASF sein Portfolio straffer aufstellen will.
Neuer Chef für Reparaturlacke
BASF Coatings meldete die Ernennung am 3. Juni 2026. Arndt wird Senior Vice President, Global Automotive Refinish Coatings, und folgt auf Chris Titmarsh, der seine Position niederlegt.
Der neue Spartenchef bringt mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Autoreparaturlack-Industrie mit. Zuletzt war er sechs Jahre bei Axalta Coating Systems als Global Distribution Sales Director tätig und verantwortete dort die Vertriebsstrategie in mehr als 140 Ländern.
Titmarsh verlässt die Rolle nach einer langen Konzernlaufbahn. Er war 20 Jahre bei BASF, davon elf Jahre im Autoreparaturlack-Geschäft. Mehr als sechs Jahre führte er den Bereich als Senior Vice President, zunächst in EMEA und später global.
Warum der Zeitpunkt zählt
Das Refinish-Geschäft gehört zu BASF Coatings. Diese Sparte steht im Zuge der Portfoliostraffung besonders im Blick. Für das Jahr 2025 bezifferte BASF Coatings den weltweiten Umsatz seiner Geschäfte auf rund 3,7 Milliarden Euro.
Der Führungswechsel kommt damit nicht isoliert. BASF besetzt eine operative Schlüsselrolle mit einem Manager, der stark aus Vertrieb und internationaler Marktbearbeitung kommt. Das kann helfen, ein spezialisiertes Geschäft näher an Kunden, Werkstattketten und Distributoren auszurichten.
Der Konzernkontext bleibt gemischt. Im ersten Quartal 2026 sank der Umsatz auf 16,020 Milliarden Euro, nach 16,509 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum.
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Auch das Ergebnis gab nach. Das EBITDA vor Sondereinflüssen fiel auf 2,356 Milliarden Euro, nach 2,495 Milliarden Euro ein Jahr zuvor.
BASF verwies auf negative Währungseffekte und niedrigere Preise. In nahezu allen Segmenten stiegen zwar die Mengen. Im Segment Surface Technologies kletterten die Preise vor allem wegen höherer Edelmetallpreise, der Absatz ging dort jedoch zurück.
Aktie sucht neue Richtung
Am Donnerstag schloss die BASF Aktie bei 50,61 Euro; seit Jahresanfang bleibt ein Plus von 13,12 Prozent. Kurzfristig wirkt das Bild schwächer: Über einen Monat verlor der Titel 3,53 Prozent, der Abstand zum Hoch beträgt 8,07 Prozent.
Die Jahresprognose bleibt der wichtigere Bewertungsanker. Für 2026 erwartet BASF weiter ein EBITDA vor Sondereinflüssen von 6,2 bis 7,0 Milliarden Euro. Beim Free Cashflow liegt die Spanne bei 1,5 bis 2,3 Milliarden Euro.
Allerdings hat der Konzern bereits angedeutet, dass frühere Annahmen zur Weltwirtschaft, Industrieproduktion und Chemieproduktion zu optimistisch gewesen sein könnten. Genau hier liegt der Knackpunkt: BASF hält an den Zielen fest, während das Umfeld nicht leichter wird.
Der Personalwechsel im Lackgeschäft liefert daher vor allem ein operatives Signal. BASF richtet ein spezialisiertes Geschäft neu aus, während der Konzern seine Prognose im schwierigeren Chemieumfeld verteidigt. Für die Aktie zählt nun, ob Portfolioarbeit, Kostendisziplin und Cashflow-Stabilisierung spürbar zusammenfinden.
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