Rocket Lab Aktie: 18 iQPS-Missionen ab 2027 vereinbart

Rocket Lab erhält von der US Space Force Aufträge über 663 Millionen Dollar und meldet Rekord bei Militärmission. Neutron-Rakete bleibt kritischer Faktor.

Andreas Sommer ·
Rocket Lab Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Space-Force-Verträge über 663 Millionen Dollar
  • Neuer Rekord bei Militärmission Victus Haze
  • Neutron-Rakete entscheidend für Satellitenprogramm
  • Aktie steigt um 26,95 Prozent in einer Woche

Rocket Lab sammelt vor der Vorlage seiner Quartalszahlen am Montag einen Milliardenauftrag nach dem anderen ein. Die US Space Force hat dem Raumfahrtunternehmen einen Vertrag über 397 Millionen Dollar für das Satellitenprogramm SB-AMTI zugesprochen, das sogenannte Flatellites entwickeln, starten und betreiben soll. Gestartet werden die Satelliten auf der noch nicht geflogenen Neutron-Rakete. Zusammen mit einem zuvor vergebenen Auftrag über 266 Millionen Dollar für suborbitale HASTE-Starts kommt Rocket Lab damit allein von der Space Force in kurzer Zeit auf Aufträge von bis zu 663 Millionen Dollar.

Auftragsflut von Militär, NASA und Japan

Der SB-AMTI-Vertrag ist Teil eines Gesamtpakets der Space Force über 615 Millionen Dollar, das an mehrere Anbieter für die Verfolgung von Flugzielen aus dem Orbit vergeben wurde. Ein dritter Anbieter bleibt aus Geheimhaltungsgründen ungenannt. Parallel hat Rocket Lab mit dem japanischen Betreiber iQPS eine weitere Vereinbarung über drei zusätzliche Electron-Starts ab 2027 geschlossen – insgesamt sind damit 18 Missionen für den Aufbau der geplanten 24-Satelliten-Konstellation von iQPS gebucht, sieben davon bereits durchgeführt. Auch die NASA setzt auf das Unternehmen: Für die Klimamissionen PolSIR und TSIS-2, die Eiswolken in den Tropen sowie die Sonnenstrahlung vermessen sollen, hat die Behörde Rocket Lab im Rahmen eines VADR-Vertrags mit einem Deckel von 300 Millionen Dollar über zehn Jahre ausgewählt. Zusätzlich startete das Unternehmen die Militärmission Victus Haze binnen 16 Stunden und 42 Minuten nach Freigabe – ein neuer Rekord, der zuvor bei Firefly Aerospace lag. Es war die 92. Electron-Mission insgesamt und die 13. des Jahres.

Die Auftragsdichte fällt in eine Woche, in der auch SpaceX erstmals eigene Geschäftszahlen vorlegte. Der Konkurrent meldete einen Umsatzsprung von 92 Prozent auf 7,8 Milliarden Dollar und verdoppelte Starlink-Abonnentenzahlen auf 12 Millionen. Für Rocket Lab lesen Beobachter die Zahlen als Bestätigung des eigenen Geschäftsmodells der vertikalen Integration – von der Raketenproduktion über den Start bis zum Satellitenbetrieb.

Neutron bleibt der Flaschenhals

Der Erfolg der Flatellite-Vereinbarung erhöht zugleich den Druck auf die Neutron-Entwicklung, denn ohne die neue Trägerrakete lässt sich der Vertrag nicht erfüllen. Das Archimedes-Haupttriebwerk hat inzwischen einen Testbrand mit 1,5 Millionen Pfund Schub absolviert – eine Schubkraft in der Größenordnung des SpaceX-Triebwerks Merlin 1D. Die zweistufige Rakete erhält ein „Hungry Hippo“ genanntes Fairing-System, das während der gesamten Mission an der Rakete verbleibt und sich binnen Sekunden öffnet und schließt; das Bauteil ist bereits am Startplatz auf Wallops Island eingetroffen. Neutron soll wiederverwendbar sein und bis zu 13.000 Kilogramm Nutzlast transportieren. Der Erstflug hatte sich nach einem Tankriss bei Tests im Januar bereits verzögert. Firmengründer Peter Beck betont, man werde erst starten, wenn die Rakete bereit sei, nicht nach einem festen Termin. Ergänzend hat Rocket Lab den Robotik-Spezialisten Motiv Space Systems übernommen, der unter anderem an NASA-Mars-Rovern mitgearbeitet hat und die Satellitenfertigung stärken soll.

Bewertung zwischen Rekordlauf und Warnsignalen

An der Börse hat die Auftragsflut die Aktie beflügelt. Am deutschen Handelsplatz schloss das Papier am Freitag bei 71,60 Euro, ein Plus von 8,65 Prozent an einem einzigen Tag. Auf Wochensicht steht ein Zuwachs von 26,95 Prozent zu Buche – ein deutlicher Ausschlag für einen ohnehin volatilen Titel. Analysten bleiben insgesamt zuversichtlich: Ein Konsens aus mehreren Häusern kommt auf ein moderates Kaufvotum mit einem Kursziel von 110,29 Dollar, KGI Securities stuft die Aktie mit „Outperform“ und einem Kursziel von 107 Dollar ein.

Gegenläufig mahnen Bewertungsmodelle zur Vorsicht. Ein Discounted-Cashflow-Modell errechnet einen fairen Wert von 81,92 Dollar und sieht die Aktie damit bereits leicht überbewertet, bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 21,9 gegenüber einem Branchenschnitt von 3,9. Der freie Cashflow der vergangenen zwölf Monate liegt bei minus 300,8 Millionen Dollar. Bullen verweisen auf ein mögliches 800-Milliarden-Dollar-Marktpotenzial für Raumfahrt-Infrastruktur, Bären halten dagegen eine Überbewertung von bis zu 410 Prozent für möglich. Zusätzlich hatten Insider im vergangenen Quartal rund 3,85 Millionen Aktien im Wert von 362,8 Millionen Dollar verkauft. Wie tragfähig die aktuelle Rally ist, dürfte sich am Montag zeigen, wenn Rocket Lab seine Quartalszahlen vorlegt.

Anzeige

Rocket Lab-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Rocket Lab-Analyse vom 8. August liefert die Antwort:

Die neusten Rocket Lab-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Rocket Lab-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 8. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Rocket Lab: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Rocket Lab Aktie

76,00 EUR

– 3,50 EUR -4,40 %
KGV 0,00
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 0,00 %
Marktkapitalisierung 51,44 Mrd. EUR
ISIN: US7731211089 WKN: A419CG

Community Forum zu Rocket Lab

Ähnliche Artikel

Take-Two: GTA-VI-Ausblick auf Netflix am 27. August

Take-Two: GTA-VI-Ausblick auf Netflix am 27. August

Gaming & Metaverse ·
Nike Aktie: JPMorgan warnt vor 1-Milliarde-Verlust in China

Nike Aktie: JPMorgan warnt vor 1-Milliarde-Verlust in China

Konsum & Luxus ·
Quarterback Resources Aktie: Twin Project bleibt Werttreiber

Quarterback Resources Aktie: Twin Project bleibt Werttreiber

Trading & Momentum ·
Equinor Aktie: Wall Street Zen stuft auf Strong-Buy hoch

Equinor Aktie: Wall Street Zen stuft auf Strong-Buy hoch

Europa-Märkte ·
OHB: Analysten setzen Kursziele von 250 bis 360 Euro

OHB: Analysten setzen Kursziele von 250 bis 360 Euro

Raumfahrt ·

Weitere Artikel zu Rocket Lab

Alle Artikel anzeigen
Rocket Lab Aktie: 8-Milliarden-Dollar-Übernahme von Iridium

Rocket Lab Aktie: 8-Milliarden-Dollar-Übernahme von Iridium

Raumfahrt ·
Rocket Lab Aktie: Fünf-Flug-Deal für Neutron

Rocket Lab Aktie: Fünf-Flug-Deal für Neutron

Raumfahrt ·
Rocket Lab Aktie: Rekordaufträge gegen Kursverfall

Rocket Lab Aktie: Rekordaufträge gegen Kursverfall

Raumfahrt ·
Rocket Lab Aktie: Drei Starts für iQPS

Rocket Lab Aktie: Drei Starts für iQPS

Raumfahrt ·
Rocket Lab Aktie: 2,2 Milliarden Dollar Auftragsbestand

Rocket Lab Aktie: 2,2 Milliarden Dollar Auftragsbestand

Raumfahrt ·