Evonik Aktie: Umbau verpufft?

Die operative Verselbstständigung der Infrastrukturtochter SYNEQT wird von Anlegern nicht belohnt. Analysten reduzieren ihre Kursziele, während die Aktie deutlich an Wert verliert.

Kurz zusammengefasst:
  • Neue Tochter SYNEQT startet eigenständig
  • Aktie verliert über 13 Prozent an Wert
  • UBS senkt Kursziel auf 13 Euro
  • Fokus liegt auf Verkaufsprozess der Sparte

Der operative Start der neuen Tochtergesellschaft SYNEQT markiert eigentlich einen entscheidenden Meilenstein in der Konzernstrategie. Doch statt Aufbruchsstimmung herrscht bei den Anlegern Ernüchterung. Während das Management die Strukturen ordnet, verweigert der Markt die Belohnung – und Analysten senken ihre Kursziele.

Die wichtigsten Fakten:
* Strukturwandel: Die Infrastruktursparte SYNEQT operiert seit dem 2. Januar eigenständig.
* Abwärtstrend: Die Aktie verlor auf Wochensicht 13,64 Prozent an Wert.
* Analystenvotum: UBS senkt das Kursziel auf 13 Euro.

Evonik

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Strategie ohne „Cash-Event“

Seit Jahresbeginn bündelt Evonik die Infrastrukturaktivitäten der Chemieparks Marl und Wesseling in der eigenständigen SYNEQT GmbH. Mit rund 1,8 Milliarden Euro Umsatzvolumen und 3.500 Mitarbeitern ist die Einheit groß genug, um für externe Investoren attraktiv zu sein. Doch genau hier liegt das Problem der aktuellen Marktwahrnehmung: Die operative Ausgliederung ist vollzogen, die Monetarisierung lässt jedoch auf sich warten.

Marktteilnehmer hatten darauf spekuliert, dass zeitgleich mit der Verselbstständigung konkrete Signale für einen Teilverkauf oder den Einstieg eines Private-Equity-Partners gesendet werden. Da dieser unmittelbare Zufluss von Liquidität fehlt, bleiben die „stillen Reserven“ in der Bilanz gebunden.

Die Enttäuschung spiegelt sich in den aktuellen Bewertungen wider. Die UBS bestätigte zwar ihre „Neutral“-Einstufung, reduzierte das Kursziel jedoch auf 13 Euro – und damit fast exakt auf das aktuelle Kursniveau von 13,31 Euro. Auch Goldman Sachs hält an der Verkaufsempfehlung fest.

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Marktkorrektur und überverkaufte Lage

Das Timing für den Umbau ist denkbar ungünstig. Die anhaltende Schwäche der europäischen Chemieindustrie lastet schwer auf dem Sektor. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 22,26 Euro beträgt inzwischen über 40 Prozent.

Allerdings deutet die extreme jüngste Abwärtsbewegung auf eine mögliche kurzfristige Übertreibung hin. Der Relative Strength Index (RSI) notiert mit einem Wert von 15,8 tief im überverkauften Bereich. Historisch betrachtet erhöhen solche Werte die Wahrscheinlichkeit einer technischen Gegenbewegung, sofern keine neuen Hiobsbotschaften folgen.

Was jetzt entscheidend wird

Der Fokus verschiebt sich nun auf die Veröffentlichung der vorläufigen Zahlen für 2025 Ende Februar. Anleger erwarten vom CEO Christian Kullmann nicht nur operative Daten, sondern einen konkreten Zeitplan für den Verkaufsprozess der SYNEQT. Ohne die Aussicht auf einen Deal, der den Wert der Sparte realisiert, dürfte es für die Aktie schwer werden, den Widerstand bei 14,00 Euro nachhaltig zurückzuerobern.

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