SpaceX Aktie: Cathie Wood kauft gegen 8,7 Milliarden Short-Gewinne
Leerverkäufer erzielen Milliarden-Gewinne, während ARK-Chefin Cathie Wood trotz fallender Kurse weiter SpaceX-Aktien kauft.

Kurz zusammengefasst
- Short seller mit 8,7 Milliarden Buchgewinn
- Cathie Wood kauft weiter massiv zu
- Starship-Startversuch musste abgebrochen werden
- Analysten sehen trotz Kursrutsch Kurspotenzial
Ein Börsenneuling wird zum Schlachtfeld. Auf der einen Seite stehen Leerverkäufer, die Milliarden an Buchgewinnen einstreichen. Auf der anderen Seite kauft ARK-Invest-Chefin Cathie Wood Woche für Woche nach. Die Aktie von SpaceX notiert nur knapp über ihrem Jahrestief – und genau das macht den Machtkampf so brisant.
Am Freitag schloss das Papier bei 108,40 Euro, ein Minus von 5,39 Prozent an einem einzigen Tag. Damit liegt der Kurs nur noch 0,99 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 107,34 Euro, aufgestellt erst am 17. Juli. Binnen eines Monats hat die Aktie fast 35 Prozent verloren.
Leerverkäufer kassieren ab
Für Shortseller war der Ausverkauf ein Glücksfall. Laut dem Analysehaus Ortex Technologies sitzen Wetten gegen SpaceX seit dem Börsengang im Vormonat auf Buchgewinnen von rund 8,7 Milliarden US-Dollar. Der Grund: Die Aktie ist unter ihren Ausgabepreis gefallen.
Fast die Hälfte aller handelbaren Aktien ist mittlerweile verliehen, um auf fallende Kurse zu setzen. Ortex-Mitgründer Peter Hillerberg bringt es auf den Punkt: „SpaceX war für die Shortseller eine Achterbahnfahrt – und sie ist klar zu ihren Gunsten ausgegangen.“ Statt Gewinne mitzunehmen, hätten die Bären ihre Positionen auf dem gesamten Weg nach unten sogar ausgebaut.
Die schiere Größe dieser Wette verstärkt jede Kursbewegung zusätzlich. Nach Ortex-Schätzung ist jeder Dollar Kursbewegung bei SpaceX mehr als 300 Millionen Dollar für die Short-Seite wert.
Cathie Wood bleibt Käuferin
Während die Bären Kasse machen, hält Cathie Wood dagegen. Als die Aktie am Dienstag ein neues Post-IPO-Tief markierte, kaufte ARK Invest 44.196 Aktien im Wert von rund 6,6 Millionen Dollar. Am folgenden Handelstag legte das Investmenthaus deutlich nach: 181.847 Aktien für etwa 27 Millionen Dollar.
Zum Wochenschluss kaufte Wood erneut zu, diesmal 116.971 Aktien für rund 17,8 Millionen Dollar. Damit wächst die gesamte SpaceX-Position über mehrere ARK-ETFs hinweg auf über 550 Millionen Dollar. Bemerkenswert: Keiner der Fonds hat bislang auch nur eine einzige Aktie wieder verkauft.
Was den Kurs unter Druck setzt
Mehrere Faktoren überlagern sich bei dem Kursrutsch. Anleger sorgen sich um die aggressiven KI-Ausgaben des Unternehmens seit der Übernahme von xAI. Hinzu kommt die Aussicht auf hohe Investitionen in den kommenden Quartalen.
Im August droht zudem eine Lockup-Frist auszulaufen, die rund 20 Prozent der ausstehenden Aktien für den Handel freigeben könnte – zusätzlicher Verkaufsdruck ist programmiert.
Der wichtigste kurzfristige Kurstreiber enttäuschte diese Woche zusätzlich. SpaceX musste den Start seiner Starship-Rakete am Donnerstag abbrechen, weil mehrere Triebwerke nicht zündeten. Die Aktie reagierte prompt mit Verlusten. Elon Musk kündigte an, zwei Raptor-Triebwerke auszutauschen: „Um eines guten Flugs sicher zu sein, werden 2 Raptors entfernt und ersetzt. Der wahrscheinlichste Starttermin ist Anfang nächster Woche.“
Analysten bleiben mehrheitlich bullish
Trotz des scharfen Rückgangs überwiegt an der Wall Street weiterhin Zuversicht. Von 33 Analysten, die die Aktie abdecken, lautet das Konsens-Rating „Moderate Buy“ mit einem durchschnittlichen Kursziel von 234,45 Dollar – ein Aufwärtspotenzial von rund 86 Prozent.
Die Einschätzungen im Einzelnen zeigen aber eine deutliche Bandbreite:
- Morgan Stanley: „Overweight“, Kursziel 300 Dollar, mit Verweis auf die KI-Plattform und wachsende Unternehmenskunden
- Goldman Sachs: „Buy“, Kursziel 205 Dollar
- Needham: jüngst angehoben auf 250 Dollar, mit mehr Vertrauen in die operative Umsetzung
- Raymond James: einer der größten Bullen an der Wall Street, Kursziel 800 Dollar – die Bank sieht SpaceX als mögliches Schlüsselunternehmen der KI-Infrastruktur im kommenden Jahrzehnt
Kritiker sehen genau in dieser Fantasie das Problem. Bei einer Marktkapitalisierung von umgerechnet 1.558 Milliarden Euro übersteige die Bewertung deutlich das, was die Fundamentaldaten hergeben. Die Sorge um schuldenfinanzierte KI-Ausgaben bleibt der zentrale Kritikpunkt der Skeptiker.
Der Machtkampf zwischen Leerverkäufern und Käufern wie Wood dürfte sich in den kommenden Wochen weiter zuspitzen. Zwei Termine rücken in den Fokus: der verschobene Starship-Testflug, voraussichtlich Anfang kommender Woche, und der erste Quartalsbericht von SpaceX als börsennotiertes Unternehmen im August. Analysten rechnen dabei mit einem Verlust je Aktie bei einem Umsatz von rund 6,87 Milliarden Dollar. Bis dahin bleibt die Kombination aus hoher Short-Quote und anhaltenden Käufen ein Nährboden für weitere Kursausschläge.
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