Moderna Aktie: Bewertung schlägt Studiendaten
Analystenkursziele liegen zwischen 45 und 220 Dollar; bis zu möglichen Umsätzen sind Zulassungsverfahren und Markteinführung nötig.

Kurz zusammengefasst
- Rückfallrisiko sank um 42 Prozent
- Zwei-Jahres-Rückfallfreiheit erreichte 82,2 Prozent
- Analystenziele reichen von 45 bis 220 Dollar
- Zulassung und Markteinführung stehen noch aus
Gute Daten, schlechte Reaktion: Moderna hat bei der Krebsimpfstoff-Studie geliefert, doch die Anleger verkaufen weiter. Auch zum Wochenstart gibt die Aktie nach, nachdem sie am Donnerstag bereits rund 18 Prozent verloren hatte.
Starke Daten, hohe Messlatte
Auslöser war die Phase-3-Studie INTerpath-001 mit 1.137 Patienten. Der individualisierte Krebsimpfstoff intismeran autogene senkte in Kombination mit Keytruda beim vollständig resezierten Melanom das Risiko für Rückfall oder Tod um 42 Prozent gegenüber Keytruda allein. Die Zwei-Jahres-Rate ohne Rückfall lag bei 82,2 Prozent, in der Vergleichsgruppe bei 70,0 Prozent.
Am Samstag legte Moderna auf der Jahrestagung der European Society for Medical Oncology weitere Details vor. Den extrem hohen Erwartungen konnte der mRNA-Spezialist dabei nicht ganz gerecht werden. Marktbeobachter führen den Kursrutsch darauf zurück, dass nach der vorherigen Rally bereits viel Optimismus eingepreist war.
Am Montag gab das Papier zeitweise gut sechs Prozent auf rund 188 Dollar nach. Schon am Freitag hatte es leicht verloren.
Analysten: Spanne von 45 bis 220 Dollar
Das Analystenbild bleibt zerrissen. Die Kursziele reichen von 45 bis 220 Dollar, das mittlere Ziel liegt bei 123,75 Dollar. Die Aktie notiert damit trotz des Rückgangs deutlich darüber.
- Piper Sandler: Buy, Kursziel 167 Dollar
- Bank of America Securities: Hold, Kursziel 220 Dollar
- Citi: Sell, Kursziel 80 Dollar
Von 20 beobachteten Analysten vergeben drei ein Buy, 14 ein Hold und drei ein Sell. Der Konsens lautet damit Hold.
Was jetzt zählt
Die Daten stützen den wissenschaftlichen Ansatz individualisierter Krebsimpfstoffe. Bis daraus nennenswerte Umsätze entstehen, stehen jedoch noch Zulassungsverfahren und eine Markteinführung an. Solange die Bewertung deutlich über dem Analystenkonsens liegt, dürfte sich die Aktie schwer tun, allein von klinischen Fortschritten zu profitieren.
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