Deutsche Telekom Aktie: Fitch hebt Rating auf A-
Telekom erhöht die Free-Cashflow-Prognose auf 20 Milliarden Euro und verbessert dank Fitch-Rating-Aufwertung die Finanzierungskonditionen.

Kurz zusammengefasst
- Cashflow-Prognose auf 20 Mrd. Euro angehoben
- Fitch stuft Telekom auf A- hoch
- Übernahme von Fiberhost und Inea in Polen
- Aktienrückkauf auf 5 Mrd. Euro aufgestockt
Deutsche Telekom hat ihre Prognose für den freien Cashflow im laufenden Geschäftsjahr angehoben. Das Unternehmen erwartet nun rund 20 Milliarden Euro statt zuvor mehr als 19,8 Milliarden Euro, wie aus der Mitteilung zu den Zahlen für das zweite Quartal hervorgeht. Der Nettoumsatz stieg im Berichtszeitraum organisch um 3,3 Prozent auf 29,9 Milliarden Euro, das bereinigte EBITDA AL legte organisch um 7,3 Prozent auf 11,8 Milliarden Euro zu.
Die verbesserte Ertragslage fällt zeitlich mit einer Aufwertung der Kreditwürdigkeit zusammen. Fitch Ratings hob im Juni das langfristige Emittentenausfallrating sowie das Rating für vorrangige unbesicherte Verbindlichkeiten von BBB+ auf A- an.
Eine solche Anhebung senkt tendenziell die Finanzierungskosten und unterstreicht das Vertrauen der Ratingagentur in die finanzielle Substanz des Konzerns, gerade in einer Phase, in der Deutsche Telekom gleichzeitig expandiert und Kapital an Aktionäre zurückführt.
Zukauf in Polen erweitert das Glasfasergeschäft
Zur operativen Dynamik trägt auch der jüngste Zukauf in Polen bei. Deutsche Telekom übernimmt von Macquarie Asset Management den Glasfaseranbieter Fiberhost, der 1,4 Millionen Haushalte versorgt, sowie den TV- und Breitbandanbieter Inea mit mehr als 300.000 Kunden.
Der Unternehmenswert der Transaktion liegt bei rund einer Milliarde Euro. Beide Gesellschaften sollen künftig unter der Marke T-Mobile Polska geführt werden und stärken damit die Infrastrukturbasis des Konzerns in Osteuropa.
Die Ablehnung einer möglichen Fusion durch T-Mobile US am vergangenen Samstag hatte die Aktie zunächst kaum belastet – seither steht ein Plus von 1,7 Prozent zu Buche. Auch die vor rund zwei Wochen beschlossene Aufstockung des Aktienrückkaufprogramms um bis zu 3 Milliarden Euro auf insgesamt bis zu 5 Milliarden Euro bis Jahresende wirkte unterstützend, das Papier legte seither um 3,4 Prozent zu.
Beide Themen sind an den Kapitalmärkten inzwischen verarbeitet, die aktuelle Kursstärke speist sich stärker aus dem verbesserten operativen Bild und der Ratingverbesserung.
Kursbild spiegelt die fundamentale Verbesserung
Am Mittwoch schloss die Aktie bei 29,13 Euro, ein Plus von 0,9 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Zuwachs von 8,7 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn liegt das Papier 4,8 Prozent im Plus.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 34,35 Euro, erreicht Ende Februar, ist der Titel weiterhin rund 15 Prozent entfernt – ein Hinweis darauf, dass die jüngsten positiven Nachrichten den Kurs zwar beflügelt, das frühere Niveau aber noch nicht wiederhergestellt haben.
Der bislang laufende Rückkauf im Volumen von bis zu 2 Milliarden Euro war bis zum 5. August bereits zu rund 1,2 Milliarden Euro umgesetzt, dabei erwarb Deutsche Telekom rund 42,1 Millionen eigene Aktien vom Markt.
Zusammen mit dem neu beschlossenen Volumen summieren sich die Rückkäufe bis Jahresende auf bis zu 5 Milliarden Euro – ein deutliches Signal an die Kapitalmärkte, dass der Konzern trotz laufender Zukäufe über ausreichend finanziellen Spielraum verfügt.
Ausblick: KI-Investorentag und Quartalszahlen
Anleger richten den Blick nun auf zwei kommende Termine. Am 5. Oktober veranstaltet Deutsche Telekom einen Investorentag zum Thema künstliche Intelligenz, bei dem der Konzern seine aktuellen Aktivitäten und Perspektiven in diesem Bereich vorstellen will.
Einen Monat später, am 5. November, folgen die Zahlen zum dritten Quartal 2026. Beide Termine dürften zeigen, ob sich die positive fundamentale Entwicklung aus dem zweiten Quartal fortsetzt und wie der Konzern KI-Investitionen in seine Wachstumsstrategie einbettet.
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