Der Chipausrüster ASML befindet sich in einer komplexen Gemengelage. Während das Management vor einem deutlichen Nachfragerückgang im wichtigen chinesischen Markt warnt, treibt ein anderer Faktor den Optimismus der Anleger massiv an: der KI-Superzyklus. Trotz der Warnsignale aus Fernost notiert die Aktie auf Rekordniveau – doch ist diese Euphorie fundamental gerechtfertigt?
Das China-Problem und die Stabilisierung
Das Management prognostiziert für das Jahr 2026 eine signifikant geringere Nachfrage aus China. Nach den außergewöhnlich starken Geschäftsjahren 2024 und 2025 entsteht hier eine spürbare Lücke in der Bilanz, da der Vergleichszeitraum eine hohe Messlatte setzt. Damit bricht eine wichtige Einnahmequelle spürbar weg.
Dennoch gibt das Unternehmen Entwarnung für den Gesamtumsatz: Das Management geht davon aus, dass die Gesamterlöse im Jahr 2026 nicht unter das Niveau von 2025 fallen werden. Dies deutet auf eine massive Kompensation durch andere Märkte hin, die das China-Loch füllen.
Speicher-Superzyklus als Kurstreiber
Verantwortlich für diesen Ausgleich ist eine strukturelle Verschiebung im globalen Halbleitermarkt. Ein durch künstliche Intelligenz getriebener „Speicher-Superzyklus“ sorgt aktuell für eine Verknappung bei Hochleistungschips. Da KI-Server enorme Kapazitäten verschlingen, steigen die Preise für Arbeitsspeicher (DRAM) rasant an.
Für ASML ist dies ein idealer Nährboden: Speicherhersteller sind gezwungen, ihre Investitionsausgaben (Capex) zu erhöhen, um die Kapazitäten auszubauen. Dafür benötigen sie zwingend die komplexen Lithografiesysteme der Niederländer, was ASML zum direkten Profiteur dieses Engpasses macht.
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Die wichtigsten Entwicklungen im Überblick:
- Gegenwind aus Fernost: Die Nachfrage aus China wird 2026 voraussichtlich deutlich sinken.
- Stabile Umsätze: Trotz der China-Schwäche sollen die Gesamtumsätze das Niveau von 2025 halten.
- KI-Effekt: Ein struktureller Mangel an Speicherchips treibt die Bestellungen für ASML-Anlagen.
- Langfristiges Wachstum: Der Hochlauf neuer High-NA-EUV-Systeme gilt als Schlüsselfaktor für künftige Margen.
Analysten sehen massives Potenzial
Diese Dynamik ruft auch Analysten auf den Plan, die trotz der China-Unsicherheiten ihre Prognosen anheben. Das Analysehaus Bernstein stufte ASML kürzlich auf „Outperform“ hoch und bezeichnete den Titel als Top-Favorit im europäischen Halbleitersektor für das Jahr 2026. Die Experten argumentieren, dass der Markt das Ausmaß des beginnenden DRAM-Aufschwungs unterschätzt.
Noch bullischer zeigt sich Aletheia Capital: Das Kursziel wurde auf 1.500 US-Dollar verdoppelt, wobei die starken Ausgaben für Chip-Equipment als Hauptkatalysator genannt wurden. Mit dem gestrigen Erreichen eines neuen Allzeithochs bei 1.281,23 US-Dollar honorieren Anleger diese langfristige KI-Fantasie derzeit stärker als die kurzfristigen regionalen Rücksetzer. Entscheidend für die weitere Kursentwicklung wird nun sein, wie schnell die Speicherhersteller ihre angekündigten Kapazitätserweiterungen tatsächlich in konkrete Aufträge ummünzen.
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