DAX: Rüstungswerte tragen den Index
Rüstungsaktien stützten den DAX zum Wochenauftakt, während Halbleiterwerte nachgaben und die nächste technische Hürde offenblieb.

Kurz zusammengefasst
- DAX steigt um 0,76 Prozent
- Rheinmetall gewinnt 2,5 Prozent
- Infineon gibt 2,8 Prozent nach
- 21-Tage-Linie bei 25.320 Punkten als Hürde
Der DAX hat den Wochenstart genutzt, um sich von der 25.000er-Marke abzusetzen. Getragen wurde die Erholung von Rüstungsaktien, während Halbleiterwerte bremsten. Ob das reicht, um die Trendhürde zu knacken, bleibt offen.
Rheinmetall führt, Infineon bremst
Der Leitindex schloss 0,76 Prozent höher bei 25.277,68 Punkten und knüpfte damit an die Gewinne vom Freitag an. Rheinmetall war mit 2,5 Prozent größter Gewinner. Eine Sektorstudie von Morgan Stanley hält eine Jahresendrally bei Rüstungswerten für gut möglich und erwartet eine spürbare Beschleunigung der deutschen Verteidigungsausgaben. Zusätzlich stützte der neue Militärplan der Nato für die Ostflanke. Im MDax legten Hensoldt und TKMS kräftig zu.
Schwach präsentierten sich dagegen Halbleiter. Infineon verlor 2,8 Prozent. Die Zweifel an der Rentabilität der hohen KI-Investitionen wachsen, zumal die Finanzierung bei höheren Zinsen teurer wird. Oracle-Anleihen etwa rücken laut Marktbeobachtern in die Nähe des Hochzinssegments.
Volkswagen hielt sich trotz schwacher Absatzzahlen im dritten Quartal, vor allem in China, mit einem Plus von 0,6 Prozent. Der Markt hatte die Schwäche offenbar bereits eingepreist.
Öl und Anleihen bleiben das Risiko
Brent kostet rund 107 Dollar je Barrel und legte nach anfänglichen Verlusten wieder zu. Treiber sind die Eskalation im Nahen Osten und neue iranische Angriffe in der Straße von Hormus. Die von US-Präsident Trump verkündete „Energie-Waffenruhe“ zwischen Russland und der Ukraine wirkt kaum entlastend, ihre Umsetzung hakt.
Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen stieg auf 3,48 Prozent. In den USA liegt sie bei rund 5,25 Prozent. Ökonomen erwarten, dass die US-Inflation im September wegen teurerem Benzin deutlich anzog. Die Commerzbank rechnet trotzdem mit einer weiteren Zinserhöhung der Fed im Dezember.
Technisch bleibt die abwärtsgerichtete 21-Tage-Linie bei etwa 25.320 Punkten die erste Hürde. Das Rekordhoch von 26.618,74 Punkten vom 28. August liegt noch gut fünf Prozent entfernt.
Was jetzt ansteht
Am Dienstag legen JPMorgan, Goldman Sachs und Citigroup ihre Quartalszahlen vor, am Mittwoch folgen Morgan Stanley und Bank of America sowie die US-Verbraucherpreise für September. Die Helaba erwartet angespannte Märkte mindestens bis zu den US-Zwischenwahlen am 3. November.
Schafft der DAX am Dienstag den Sprung über 25.320 Punkte, rückt die Zone um 26.000 Punkte wieder in Reichweite. Fällt er unter 25.000, geraten die Gewinne der vergangenen zwei Handelstage in Gefahr.
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