Almonty Aktie: 800-Millionen-Wandelanleihe bremst
Almonty profitiert von Rekord-Wolframpreisen, doch die Aktie fällt. Die operative Wende in Südkorea und eine Wandelanleihe prägen das Bild.

Kurz zusammengefasst
- Wolframpreis erreicht historisches Hoch
- Produktionsstart in der Sangdong-Mine
- Umsatzsprung um 221 Prozent
- Wandelanleihe belastet Aktienkurs
Wolframkonzentrat kostet so viel wie nie zuvor. Über 3.100 Dollar pro Tonneneinheit zahlen Abnehmer inzwischen für das kritische Metall. Bei Almonty Industries sorgt genau dieser Rekord für ein widersprüchliches Bild: Die Aktie ist binnen zwölf Monaten um 227,76 Prozent gestiegen, verlor aber allein in den letzten 30 Tagen 14,69 Prozent.
Am Montag schloss das Papier bei 21,37 CAD. Das liegt fast 36 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 33,35 CAD aus dem April. Der Kurs bewegt sich damit klar unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 25,24 CAD, hält sich aber deutlich über dem 200-Tage-Durchschnitt von 18,76 CAD.
China dreht den Hahn zu, der Westen sucht Alternativen
Der Auslöser für die Preisrallye liegt in Peking. Seit Januar 2026 verschärft China die Exportkontrollen für sogenannte Dual-Use-Güter. Wolfram fällt darunter, und China kontrolliert rund 80 Prozent der weltweiten Produktion.
Der Westen reagiert. Die USA haben mit „Project Vault“ ein Programm im Umfang von 12 Milliarden Dollar aufgesetzt, unterstützt von der Export-Import Bank. Ziel ist der Aufbau strategischer Reserven kritischer Rohstoffe. Almonty hat seinen Hauptsitz jüngst nach Dillon im US-Bundesstaat Montana verlegt und positioniert sich damit als Lieferant für genau diese westlichen Sicherheitsinteressen.
Sangdong läuft an, die Zahlen ziehen mit
Im operativen Zentrum steht die Mine Sangdong in Südkorea. Seit dem 1. Juli 2026 verarbeitet die Anlage aktiv Erz. Aktuell verarbeitet Almonty rund 139.700 Tonnen Lagerbestand, darunter 19.700 Tonnen frisch abgebautes Material mit einem Wolframtrioxid-Gehalt von 0,35 Prozent.
Der Wechsel von der Bauphase zur echten Produktion zeigt sich bereits in der Bilanz. Im ersten Quartal 2026 meldete Almonty einen Umsatz von 25,4 Millionen Dollar. Das entspricht einem Plus von 221 Prozent gegenüber den 7,9 Millionen Dollar im Vorjahresquartal.
Analysten richten den Blick nun weniger auf Ankündigungen. Gefragt sind belastbare Cashflow-Zahlen aus dem laufenden Betrieb.
Indexaufnahme trifft auf frisches Fremdkapital
Am 29. Juni 2026 nahm Russell Almonty in die Indizes Russell 1000 und Russell 3000 auf. Das brachte zusätzliches passives Kapital von institutionellen Anlegern ins Papier.
Kurz davor hatte Almonty im Juni eine Wandelanleihe über 800 Millionen Dollar platziert, fällig 2031 mit einem Zinssatz von 2,25 Prozent. Die Anleihe war überzeichnet und signalisiert starkes institutionelles Interesse an dem Unternehmen. Der Wandlungspreis liegt bei 27,40 Dollar. Genau diese Aussicht auf künftige Verwässerung dürfte einer der Gründe sein, warum die Aktie seit dem Frühjahrshoch konsolidiert.
Was die Bewertung aktuell bremst
Almonty schreibt operativ noch rote Zahlen. Sowohl die EBIT-Marge als auch die Eigenkapitalrendite liegen im negativen Bereich. Dem steht die strategische Bedeutung als größter Wolfram-Produzent außerhalb Chinas gegenüber.
Der RSI auf 14-Tage-Basis liegt bei 41,3 und deutet weder auf eine überkaufte noch überverkaufte Lage hin. Das Handelsvolumen am Montag blieb unterdurchschnittlich, während sich der Kurs nahe dem 200-Tage-Durchschnitt stabilisierte. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von knapp 100 Prozent zeigt aber, wie nervös der Markt das Papier weiterhin handelt.
Die nächsten Quartalszahlen dürften zeigen, ob Sangdong den Sprung von der Ankündigung zur verlässlichen Cash-Maschine schafft.
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