Strategy Aktie: Phong Le stoppt Bitcoin-Käufe
MicroStrategy pausiert Bitcoin-Zukäufe und stockt Barreserven auf drei Milliarden Dollar auf. Der Aktienkurs fällt deutlich.

Kurz zusammengefasst
- Bitcoin-Zukäufe vorerst gestoppt
- Barreserven auf drei Milliarden Dollar erhöht
- Aktienkurs fällt um 79 Prozent
- Fokus auf stabile Finanzstruktur
MicroStrategy tritt bei seiner Bitcoin-Strategie überraschend auf die Bremse. Der US-Konzern pausiert vorerst den Zukauf der Kryptowährung und setzt neue Prioritäten. CEO Phong Le will stattdessen die Barreserven in US-Dollar massiv aufstocken.
Fokus auf Liquidität
Die Neuausrichtung markiert eine Zäsur für das Unternehmen. Künftige Bitcoin-Käufe hängen nun an einer strikten Bedingung: Die Vorzugsaktien müssen zuerst ihren Nennwert von 100 Dollar erreichen. Das Management plant eine Transformation zur digitalen Kapitalplattform. Der Konzern verlässt damit den Pfad einer reinen Bitcoin-Holding.
In einem ersten Schritt sicherte sich das Unternehmen frische Liquidität. Durch den Verkauf von 4,8 Millionen Aktien flossen rund 467 Millionen Dollar in die Kassen. Die Barreserven kletterten damit auf drei Milliarden Dollar. Dieses Polster soll künftige Zinszahlungen und Dividenden absichern.
Diese Liquidität dient als notwendiger Puffer. MicroStrategy reagiert damit auf das veränderte Marktumfeld und die hohen Zinslasten der vergangenen Jahre. Der Fokus verschiebt sich weg von der reinen Bilanz-Spekulation hin zu einer stabileren Finanzstruktur.
Das Ende des Bitcoin-Aufschlags
Der Bestand an Bitcoins blieb im Zuge dieser Maßnahmen unverändert. Das Unternehmen hält weiterhin 843.775 Einheiten der Kryptowährung. Anleger reagieren dennoch nervös auf die neue Marschrichtung. Der Kurs notiert aktuell bei 82,89 Euro. Das entspricht einem Rückgang von rund 79 Prozent gegenüber dem 52-Wochen-Hoch.
Parallel zum Kursverfall schrumpft der sogenannte Bitcoin-Aufschlag. Die Marktkapitalisierung nähert sich dem reinen Wert der gehaltenen digitalen Münzen an. Frühere Rekordbewertungen, die weit über dem Substanzwert lagen, scheinen vorerst außer Reichweite. Marktbeobachter werten dies als Zeichen für eine realistischere Bewertung des Geschäftsmodells.
Ende Juli veröffentlicht MicroStrategy die Finanzergebnisse für das zweite Quartal 2026. Das Management lädt im Anschluss zu einem Webinar für Investoren. Dort müssen die Verantwortlichen belegen, ob der Strategiewechsel die gewünschte Stabilität bringt oder lediglich eine defensive Reaktion auf den anhaltenden Kursdruck darstellt.
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