Lonza Aktie: Neun US-Standorte
Der Zukauf ergänzt Lonzas US-Kapazitäten für Biokonjugate und Gentherapien; ab 2028 soll er rund 250 Millionen Franken Umsatz beitragen.

Kurz zusammengefasst
- US-Netzwerk wächst auf neun Standorte
- Rund 1.100 Beschäftigte wechseln zu Lonza
- Umsatzbeitrag von 250 Millionen Franken ab 2028 erwartet
- Übernommene Geschäfte starten mit niedrigeren Margen
Lonza verdoppelt praktisch seine Produktionsbasis in den USA. Der Schweizer Pharmaauftragsfertiger übernimmt von Merck KGaA fünf Werke samt rund 1.100 Mitarbeitern und wächst damit im wichtigsten Markt für innovative Medikamente deutlich.
Mehr Kapazität für Zukunftstechnologien
Das US-Netzwerk steigt von vier auf neun Standorte, die Belegschaft dort auf mehr als 6.000 Beschäftigte. Der Kaufpreis liegt im niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionenbereich in Schweizer Franken. Lonza zahlt vollständig in bar und greift dafür auf vorhandene Mittel und bestehende Kreditlinien zurück.
Strategisch zielt die Transaktion auf wachstumsstarke Felder. Die neuen Standorte erweitern das Angebot bei Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten, Biokonjugaten und viralen Vektoren. Diese Technologien kommen etwa bei modernen Krebstherapien sowie Zell- und Gentherapien zum Einsatz. Hinzu kommen Kapazitäten für Lipidnanopartikel und Liposomen.
Kunden lassen sich damit künftig durchgängiger begleiten, von der klinischen Entwicklung bis zur kommerziellen Produktion. Gerade im US-Markt dürfte das ein Wettbewerbsvorteil sein, weil viele Pharmakunden ihre Lieferketten gern vor Ort bündeln.
Zunächst niedrigere Margen
Finanziell fällt der Zukauf anfangs überschaubar aus. Für 2028 erwartet Lonza einen Umsatzbeitrag von rund 250 Millionen Franken. Die operative CORE-EBITDA-Marge der übernommenen Geschäfte liegt zunächst unter dem Konzerndurchschnitt.
Der Konzern rechnet damit, dass die Standorte bis Mitte der 2030er-Jahre das künftige Margenniveau der Gruppe erreichen. Es ist also ein Zukauf mit langem Atem, kein kurzfristiger Ergebnistreiber.
Lonza will trotz der Barzahlung das Kreditrating von BBB+ halten. Die Bonität soll durch die Finanzierung nicht leiden. Für die Anleger zählt damit vor allem der Zeitplan: Der Umsatzbeitrag soll ab 2028 sichtbar werden, die Margenangleichung folgt erst Mitte der 2030er-Jahre.
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