Apple Aktie: Zollgeld hilft beim Rekordquartal mit
Der Umsatz wuchs um 12 Prozent, während Zollrückerstattungen einen Teil der Bruttomarge und des Gewinns je Aktie ausmachten.

Kurz zusammengefasst
- Quartalsumsatz steigt auf 114,5 Milliarden Dollar
- Zollrückerstattungen erhöhen Marge und Gewinn
- Geschäftsjahr endet mit 479 Milliarden Dollar Umsatz
- Verwaltungsrat beschließt Dividende von 0,27 Dollar
Apple liefert für das September-Quartal Bestwerte und beendet damit ein Rekordjahr. Der Umsatz stieg im vierten Geschäftsquartal um 12 Prozent auf 114,5 Milliarden Dollar. Das Ergebnis je Aktie kletterte um 14 Prozent auf 2,10 Dollar. Nach Handelsschluss traf die Zahlenvorlage auf eine Aktie, die zuvor Gewinne mitgenommen hatte.
Zahlen mit kleinem Sondereffekt
Die Bruttomarge lag bei 47,9 Prozent. Rund ein Prozentpunkt davon geht auf Zollrückerstattungen zurück, beim Gewinn je Aktie machten sie 5 Cent aus. Das Ergebnis ist also etwas weniger rein operativ, als die Schlagzeile vermuten lässt.
Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 meldet der Konzern einen Rekordumsatz von 479 Milliarden Dollar. Der Dienstleistungsbereich erreichte ein neues Allzeithoch. Der operative Cashflow betrug im Quartal 28 Milliarden Dollar, die Aktionäre bekamen in gleicher Höhe Geld zurück.
Der Verwaltungsrat hat zudem eine Quartalsdividende von 0,27 Dollar je Aktie beschlossen. Sie wird am 16. November an Aktionäre ausgezahlt, die am 12. November im Register stehen.
Das Duo im Mittelpunkt
CEO John Ternus, dessen erste Zahlen als Konzernchef das sind, hob das faltbare iPhone Duo als „transformativstes iPhone seit dem Original“ hervor. Dazu kommen die Modelle iPhone 18 Pro und Pro Max sowie neue Hardware für das Zuhause und ein Mac mit Touch-Bedienung. Die neue Siri mit KI soll das Weihnachtsgeschäft tragen.
Für das Duo war das Quartal allerdings nur ein Vorgeschmack, denn das Gerät kam erst im Oktober auf den Markt. Es startet ab 1.999 Dollar. Apple spricht von außergewöhnlicher Nachfrage mit Lieferzeiten bis ins nächste Jahr. Skeptiker führen die Knappheit auch auf begrenztes Angebot zurück, hinzu kamen Berichte über Displayrisse.
JPMorgan-Analyst Samik Chatterjee sieht unveränderte Vorlaufzeiten beim Duo, bei den Pro-Modellen normalisiere sich die Lage. Die Umsatzentwicklung hänge daher von höheren Preisen und der Nachfrage nach dem teuren Modell ab.
Hohe Bewertung als Hypothek
Die Erwartungen waren vor der Vorlage hoch. Seit dem Zwischentief Ende Juni hatte die Aktie bis zu 28 Prozent zugelegt, am Montag gab sie vor den Zahlen um 2,2 Prozent auf 337 Dollar nach. Das Rekordhoch von 351,73 Dollar stammt vom 23. Oktober. Zeitweise hatte Apple Nvidia als wertvollstes Börsenunternehmen überholt, beide liegen knapp unter fünf Billionen Dollar Marktwert.
Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 36 auf Basis der Gewinnerwartungen liegt fast doppelt so hoch wie beim S&P 500. Ben Carew von Tandem Investment Advisors warnt, bei einer solchen Bewertung genüge eine negative Überraschung für eine Neubewertung. Die Aktie gilt derzeit als sicherer Hafen, weil Apple weniger unter hohen KI-Investitionen leidet als Alphabet oder Amazon.
Wie der Markt Rekordzahlen mit Zolleffekt einpreist, zeigt sich am Dienstag zum Handelsstart, parallel zu den US-Zwischenwahlen. Im Fokus steht dann, was das Management über das Weihnachtsgeschäft und die Duo-Nachfrage sagt.
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