SAP Aktie: Cloud-Auftragsbestand springt 20 Prozent
SAP-Aktie fällt auf Jahrestief trotz starkem Cloud-Wachstum und Analystenoptimismus. Branchensorgen um KI belasten den Kurs.

Kurz zusammengefasst
- Neues 52-Wochen-Tief bei 132 Euro
- Cloud-Auftragsbestand steigt um 20 Prozent
- Milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm läuft
- Analysten sehen Kurse historisch niedrig bewertet
Starke Zahlen, schwache Kurse. Bei SAP klaffen operative Realität und Börsenstimmung derzeit massiv auseinander. Während der Softwarekonzern zweistellige Wachstumsraten liefert, flüchten Investoren in Scharen aus der Aktie.
Am Freitag markierte das Papier bei 132,26 Euro ein neues 52-Wochen-Tief. Der Kurs hat sich seit dem Rekordhoch im vergangenen Sommer fast halbiert. Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust auf rund 34 Prozent.
Marktbeobachter sehen den Grund in einer branchenweiten Skepsis. Autonome KI-Agenten könnten klassische Unternehmenssoftware bald überflüssig machen. Parallel dazu schreckte US-Konkurrent Oracle die Branche auf. Der Rivale kündigte massiv steigende Investitionen für seine KI-Infrastruktur an. Die Folge: Sorgen um künftige Gewinnmargen im gesamten Sektor.
Analysten halten diese Panik für übertrieben. Die UBS bestätigt ihr Kaufsignal mit einem Kursziel von 205 Euro. Analyst Michael Briest sieht das operative Geschäft deutlich robuster als die Marktstimmung. Auch Berenberg hält an seinem Ziel von 215 Euro fest und verweist auf die historisch niedrige Bewertung.
Operativ untermauert SAP diesen Optimismus. Im ersten Quartal kletterte der Cloud-Auftragsbestand um 20 Prozent. Das operative Ergebnis legte sogar um 24 Prozent zu. Obendrein sicherte sich der Konzern eine wichtige BSI-Zulassung für die Verarbeitung von Verschlusssachen im deutschen Behördenmarkt.
Um den Kursverfall zu bremsen, kauft SAP eigene Papiere zurück. Ein milliardenschweres Teilprogramm läuft noch bis Ende Juli. Technisch bleibt die Lage dennoch angespannt. Die Aktie notiert rund 28 Prozent unter ihrer 200-Tage-Linie und nähert sich der überverkauften Zone.
Der nächste Härtetest folgt am 23. Juli. Dann präsentiert SAP den offiziellen Bericht zum zweiten Quartal. Das Management muss beweisen, dass die Wachstumsdynamik im Cloud-Bereich den widrigen Branchenbedingungen standhält.
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