Microsoft Aktie: Burry steigt bis Dezember 2028 ein
Michael Burry baut eine langfristige Kaufposition in Microsoft auf. Die Aktie reagiert mit einem deutlichen Plus, während eine Sammelklage und technische Indikatoren die Stimmung belasten.

Kurz zusammengefasst
- Burry kauft LEAP-Optionen auf Microsoft
- Aktie steigt um 5,71 Prozent
- Sammelklage wegen Copilot-Aussagen eingereicht
- Nadella plädiert für eigene KI-Modelle
Michael Burry hat gesprochen — und der Markt hörte zu. Am Freitag legte die Microsoft-Aktie um 5,71 Prozent auf 327,90 Euro zu. Ein deutliches Lebenszeichen nach einer Woche, die den Kurs auf ein neues 52-Wochen-Tief gedrückt hatte.
Der Auslöser: Burry, Gründer von Scion Asset Management und bekannt für seine Wette gegen den US-Immobilienmarkt 2008, gab am 25. Juni über seinen Substack-Kanal bekannt, eine langfristige Kaufposition in Microsoft aufgebaut zu haben. Er setzt auf LEAP-Kaufoptionen mit Laufzeit bis Dezember 2028 und Ausübungspreisen im niedrigen 700-Dollar-Bereich. Den Einstiegspunkt um 350 US-Dollar hält er für attraktiv. Die Wahl von Derivaten statt Direktinvestment signalisiert eine mehrjährige Überzeugung — vor allem mit Blick auf Microsofts KI-Infrastruktur.
Technisch angespannt, fundamental umstritten
Das Timing war kein Zufall. Am Donnerstag hatte die Aktie bei 307,10 Euro ihr Jahrestief markiert. Der RSI lag bei 43 — technisch überverkauft, aber noch kein klares Kaufsignal. Auf Jahressicht steht ein Minus von fast 19 Prozent zu Buche. Vom Oktober-Hoch bei 478,10 Euro ist der Kurs noch immer rund 31 Prozent entfernt.
Belastet wird das Bild durch eine Sammelklage, die am 21. Juni in Washington eingereicht wurde. Investoren werfen Microsoft vor, irreführende Aussagen über die Akzeptanz seiner Copilot-KI-Produkte und das Wachstum der Azure-Cloudplattform gemacht zu haben. Als Beleg nennt die Klage einen Kurseinbruch von knapp 10 Prozent im Januar 2026 nach schwachen Quartalszahlen.
KI-Strategie und Hardware-Preiserhöhungen
CEO Satya Nadella positionierte sich in einem am Freitag veröffentlichten Interview klar gegen eine Abhängigkeit von wenigen großen KI-Modellen. Unternehmen sollten eigene Modelle auf Basis ihrer Daten entwickeln, statt sich auf eine Handvoll Anbieter zu stützen. „So viele Modelle wie Firmen in der Welt“ — so Nadellas Formel.
Parallel dazu verlängerte Microsoft den Support für Windows 10 bis Oktober 2027. Nutzer, deren Geräte die Anforderungen für Windows 11 nicht erfüllen, erhalten damit ein weiteres Jahr Sicherheitsupdates.
Im Hardware-Segment treffen Kunden ab 1. August höhere Preise. Xbox Series X und S werden um bis zu 150 US-Dollar teurer. Microsoft begründet das mit gestiegenen Kosten für Speicherchips — ein Engpass, der laut Branchenberichten bis 2028 anhalten könnte.
Auf der Habenseite: Microsofts Unternehmensbereich wurde im aktuellen Forrester-Report zu Endpoint-Management-Plattformen als führend eingestuft. Die Bewertung hob besonders Microsoft Intune hervor, das Identität, Sicherheit und KI-Governance plattformübergreifend bündelt.
Ob Burrys Optimismus trägt, wird sich spätestens mit den nächsten Quartalszahlen zeigen — und daran, ob Azure die Wachstumserwartungen diesmal erfüllt.
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