Gold: ETF-Zuflüsse erreichen Rekord trotz Preisschwäche
Gold notiert bei 4.171,74 US-Dollar, während ETF- und Zentralbankkäufe auf anhaltendes Interesse treffen.

Kurz zusammengefasst
- Goldpreis bei 4.171,74 US-Dollar stabil
- Gold-ETFs erhielten im September 67,3 Tonnen
- Weltweite ETF-Bestände erreichten 4.256 Tonnen
- Zentralbanken kauften vorläufig rund 63 Tonnen
Niedrigere Ölpreise stützen Gold zum Wochenauftakt, während die Aussicht auf weitere US-Zinserhöhungen den Markt beschäftigt. Reuters berichtet heute von diesem Spannungsfeld. Im Mittelpunkt stehen bereits der Zinsentscheid der US-Notenbank und die US-PCE-Daten in der kommenden Woche. Zugleich zeigen die jüngsten Nachfragedaten, dass Anleger und Zentralbanken weiter Gold kaufen.
Geldpolitik bestimmt den kurzfristigen Blick
Mit 4.171,74 USD je Feinunze zeigt sich der Goldpreis heute stabil. Die von Reuters beschriebenen Impulse ergeben allerdings kein eindeutiges Bild: Der Unterstützung durch niedrigere Ölpreise steht die Unsicherheit über den weiteren US-Zinskurs gegenüber.
Die anstehenden US-Termine bilden damit den nächsten Prüfstein für den Markt. Reuters zufolge bewerten Anleger ausdrücklich die Möglichkeit weiterer Zinserhöhungen. Ein geldpolitischer Rückenwind ist deshalb nicht gesichert. Die heutige Unterstützung durch den Ölmarkt beantwortet noch nicht die Frage, wie sich die Erwartungen an die US-Notenbank entwickeln.
ETF-Zuflüsse trotz jüngster Preisschwäche
Auf der Nachfrageseite fällt das Bild robuster aus. Nach Angaben des World Gold Council flossen physisch besicherten Gold-ETFs im September 67,3 Tonnen im Wert von nahezu 10 Milliarden US-Dollar zu. Ihre weltweiten Bestände erreichten mit 4.256 Tonnen einen Rekord.
Diese Zuflüsse sind mehr als eine Momentaufnahme der heutigen Preisbewegung. Der World Gold Council berichtete am 12. Oktober, dass europäische und US-amerikanische Anleger trotz der jüngsten Goldpreisschwäche weiter investierten. Als Hintergrund nannte der Verband Sorgen um die Tragfähigkeit der Staatsverschuldung und steigende Risikoprämien.
Auch aus China kommt ein positives Signal für die Investmentnachfrage. Laut einer heutigen Mitteilung des World Gold Council verzeichneten chinesische Gold-ETFs im September Zuflüsse von 11 Tonnen. Damit setzte sich der Zufluss den dritten Monat in Folge fort.
Zentralbanken liefern zusätzliche Nachfrage
Neben den ETF-Anlegern traten auch Zentralbanken als Käufer auf. Die Financial Times berichtete am Donnerstag unter Berufung auf vorläufige Daten des World Gold Council von Nettokäufen über rund 63 Tonnen im September. Das wäre der höchste Monatswert seit November 2024.
Damit stehen hinter Gold unterschiedliche Nachfragegruppen. Die Käufe der Zentralbanken ergänzen die Zuflüsse in börsengehandelte Goldfonds. Die vorläufige Natur der jüngsten Zentralbankdaten bleibt dabei eine Einschränkung.
Für Anleger ergibt sich ein geteiltes Bild: Die dokumentierten Käufe sprechen für anhaltendes Interesse an Gold, beseitigen aber die geldpolitische Unsicherheit nicht. Kurzfristig richtet sich der Blick deshalb auf den US-Zinsentscheid und die PCE-Daten. Die Nachfrageentwicklung liefert dafür den Hintergrund, nicht bereits die Antwort.
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