Commerzbank Aktie: Mustier bringt HVB-Option
Ex-UniCredit-Chef Mustier schlägt Einbringung der HypoVereinsbank in die Commerzbank vor. Die Commerzbank zweifelt an der Annahmequote des Orcel-Angebots.

Kurz zusammengefasst
- Mustier bringt HVB-Alternative ins Spiel
- Commerzbank zweifelt an Annahmequote
- Kein institutioneller Investor hat angedient
- Angebotsfrist läuft bis 16. Juni
Ein früherer UniCredit-Chef mischt sich in den Übernahmekampf ein — mit einem Vorschlag, der die gesamte Diskussion verschiebt. Jean-Pierre Mustier, einst Chef von UniCredit, bringt laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung eine Alternative ins Spiel: die HypoVereinsbank in die Commerzbank einbringen und so einen deutschen Bankenchampion schaffen.
Zwei Szenarien, ein Ziel
Dieser Ansatz unterscheidet sich grundlegend vom laufenden Kurs von UniCredit-Chef Andrea Orcel. Orcel verfolgt eine direkte Übernahme über ein Aktientauschangebot. Mustier dagegen denkt an eine Strukturlösung mit deutschem Zuschnitt. Die SZ nennt das ausdrücklich eine „ganz andere Lösung“.
Rechnerisch hält UniCredit laut demselben Bericht bereits 37,68 Prozent an der Commerzbank. Inklusive Termingeschäfte sollen es 40,9 Prozent sein. Breite unabhängige Aktionärsunterstützung lässt sich daraus aber nicht ableiten.
Commerzbank zweifelt an den Andienungszahlen
Genau das ist der Kern der Auseinandersetzung. Die Commerzbank erklärte am 10. Juni, die von UniCredit gemeldete Annahmequote sei auf 10,95 Prozent gestiegen. Eigene Aktionärsstrukturdaten zeigen jedoch: Kein institutioneller Investor hat Aktien angedient. Die Andienung durch Privataktionäre lag unverändert bei rund 0,05 Prozent.
Die Schlussfolgerung der Commerzbank: Die angedienten Aktien stammen fast ausschließlich von mit UniCredit verbundenen Parteien. Hinzu kommt ein Preisargument. Während der Annahmefrist lag der Aktienkurs rund 6 Prozent über dem impliziten Wert der Angebotsgegenleistung — das entspricht etwa 2,30 Euro je Aktie. Die Bank übermittelt diese Daten fortlaufend an die BaFin.
Eigenständigkeit als Gegengewicht
Die Commerzbank stellt dem Übernahmedruck ihre eigene Strategie entgegen. Nach dem ersten Quartal 2026 hob sie den Jahresausblick auf ein Nettoergebnis von mindestens 3,4 Milliarden Euro an. Das operative Ergebnis stieg um 11 Prozent auf 1,358 Milliarden Euro. Das Nettoergebnis nach Steuern verbesserte sich auf 913 Millionen Euro.
An der Börse spiegelt sich die Unsicherheit im Kurs wider. Die Aktie schloss zuletzt bei 36,17 Euro — rund 5 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 38,15 Euro. Auf Jahressicht liegt sie nahezu unverändert.
Zum Mustier-Vorschlag gibt es keine bestätigte Umsetzung. Es ist ein Szenario, das in der Debatte kursiert — nicht mehr, nicht weniger. Die reguläre Annahmefrist des UniCredit-Angebots läuft bis zum 16. Juni. Die erweiterte Frist soll voraussichtlich vom 20. Juni bis zum 3. Juli 2026 laufen — dann dürfte sich zeigen, ob UniCredit tatsächlich breite Aktionärsunterstützung mobilisieren kann.
Commerzbank-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Commerzbank-Analyse vom 12. Juni liefert die Antwort:
Die neusten Commerzbank-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Commerzbank-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 12. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Commerzbank: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...