Metallium Aktie: Die Platin-Wette!
Die Mehrreaktor-Kampagne lieferte Prozessdaten; die Metallgehalte werden noch im Labor untersucht.

Kurz zusammengefasst
- Zwölf Testzyklen in drei Reaktoren
- Rund 50 Proben für Analysen gewonnen
- Laborprüfung der Metallgehalte läuft
- Aktie seit Jahresbeginn 68 Prozent niedriger
Rund 75 Kilogramm platinmetallhaltiges Katalysatormaterial markieren für Metallium einen operativen Entwicklungsschritt. Damit vollzog die Anlage den Schritt von der reinen Inbetriebnahme unter Inertgas hin zur reaktiven Verarbeitung unter Einsatz von Chlor. An den Märkten reagierte das Papier heute verhalten mit einem leichten Kursplus von 0,3 Prozent auf 0,1839 Euro.
Reaktive Verarbeitung im Mehrreaktorbetrieb
Während bei einem früheren Testlauf im Juni noch Stickstoff und inertes silikabasiertes Material durch die drei Einheiten geleitet wurden, stand nun die chemische Reaktion im Mittelpunkt. Wie Australian Mining berichtete, wurden im Rahmen der jüngsten Kampagne zwölf Testzyklen über drei unterschiedliche Partikelgrößenklassen absolviert. Insgesamt entstanden dabei rund 50 Proben.
Das Hauptziel dieses Testlaufs bestand darin, verlässliche Betriebs- und Prozessdaten über das Verhalten des Einsatzmaterials unter Chlorierungsbedingungen zu gewinnen.
Die Lieferanten des verarbeiteten Katalysatormaterials hatten vorab Gehalte von 153 ppm Platin, 518 ppm Palladium sowie 63 ppm Rhodium gemeldet. Diese Angaben sind von Metallium bislang noch nicht unabhängig bestätigt worden; eine vollständige Analyse mittels Säureaufschluss ist derzeit im Gange.
Datenbasis für die geplante Kommerzialisierung
Die Skalierung der Technologie gilt als Voraussetzung für die wirtschaftliche Verwertung. Vor einem für das Folgejahr anvisierten vollständigen kommerziellen Betriebsstart beabsichtigt Metallium, erste verkaufsfähige metallhaltige Produkte herzustellen. Dazu zählen neben verschiedenen Zwischenprodukten insbesondere Metallchloride.
Neben dem Recycling von Platingruppenmetallen erprobte das Unternehmen die FJH-Plattform bereits bei anderen Rohstoffgruppen. Bei separaten Tests mit unaufbereitetem Erz, das rund 12 Prozent Seltenerdoxide enthielt, erzeugte ein einzelner Prozesszyklus ein Chloridprodukt mit über 83 Gewichtsprozent Seltenen Erden.
Die Elemente Neodym und Praseodym wurden dabei um mehr als das Vierfache angereichert, wenngleich dieses Verfahren noch weiterer Optimierung bedarf und nicht Teil der jüngsten Dreireaktor-Kampagne war. Zudem wurden bereits Anreicherungen von Germanium aus Industrieabfällen sowie Gehalte von über 60 Prozent Platingruppenmetallen aus verbrauchten Katalysatoren gemeldet.
Marktumfeld bleibt herausfordernd
Trotz des gemeldeten technischen Meilensteins steht die Aktie an den Handelsplätzen weiterhin unter erheblichem Druck. Seit Jahresanfang summiert sich der Kursverlust auf 68 Prozent, womit das Papier den Abwärtstrend der vergangenen Monate widerspiegelt.
Für Anleger richtet sich der Blick nun vor allem auf die ausstehenden Laborergebnisse des Säureaufschlusses. Sie werden zeigen, ob die metallurgischen Ausbeuten der Mehrreaktor-Chlorierung den Erwartungen entsprechen und eine tragfähige Grundlage für den großtechnischen Einsatz bieten.
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