Bayer Aktie: Perfuse-Übernahme abgeschlossen
Bayer schließt Übernahme von Perfuse Therapeutics ab und erhält Rückenwind durch Einstellung eines OECD-Verfahrens. Die Aktie legt zu.

Kurz zusammengefasst
- OECD-Verfahren gegen Bayer eingestellt
- Übernahme von Perfuse Therapeutics abgeschlossen
- Augen-Implantat PER-001 in Phase 2
- Aktie steigt um 3,58 Prozent
Juristischer Rückenwind und eine gestärkte Pharma-Pipeline. Bei Bayer fallen aktuell gleich zwei Puzzleteile an den richtigen Platz. Der Markt honoriert die Entwicklung prompt. Die Aktie klettert um 3,58 Prozent auf 39,88 Euro.
OECD schließt Akte
Die Nationale Kontaktstelle der OECD in Deutschland hat ein langjähriges Verfahren gegen den Konzern eingestellt. Mehrere Nichtregierungsorganisationen hatten Bayer für Gesundheitsschäden in Südamerika verantwortlich gemacht. Es ging um Glyphosat und gentechnisch verändertes Saatgut.
Die Beschwerdeführer lehnten eine Mediation ab. Daraufhin schloss die Behörde die Akte. Marktbeobachter werten diesen Schritt als wichtige rechtliche Entlastung für den Konzern.
Zukauf in den USA
Parallel dazu meldet CEO Bill Anderson einen operativen Erfolg. Bayer hat die Übernahme des kalifornischen Biotech-Unternehmens Perfuse Therapeutics planmäßig abgeschlossen.
Im Zentrum steht das Augen-Implantat PER-001. Das Mittel befindet sich in der zweiten klinischen Testphase. Es soll künftig Glaukome und Netzhauterkrankungen behandeln. Leverkusen zahlt zunächst 300 Millionen US-Dollar. Erreicht das Medikament bestimmte Meilensteine, steigt der Kaufpreis auf bis zu 2,45 Milliarden Dollar. Analysten sehen darin eine gezielte Stärkung gegen künftige Patentabläufe.
Warten auf den Supreme Court
Die Folge: Das charttechnische Bild hellt sich deutlich auf. Die Aktie notiert nun klar über der 200-Tage-Linie von 36,39 Euro. Auf Jahressicht steht ein sattes Plus von gut 50 Prozent auf der Anzeigetafel.
Die Volatilität bleibt indes hoch. Ende Juni erwartet der Markt eine wegweisende Entscheidung des US Supreme Court im Fall „Durnell“. Das Urteil könnte klären, ob Bundesrecht die Warnpflichten einzelner US-Bundesstaaten überlagert. Eine Entscheidung zugunsten von Bayer würde die Klagelast im Glyphosat-Komplex massiv reduzieren. Bis dahin bildet das Jahreshoch bei knapp 50 Euro den nächsten großen Widerstand.
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