SK Hynix Aktie: 14 Milliarden Dollar für ADRs
SK Hynix verliert nach Broadcom-Enttäuschung die Billionen-Bewertung, während Nvidia-Chef Huang in Seoul über HBM-Lieferungen verhandelt.

Kurz zusammengefasst
- Aktie fällt nach KI-Sektor-Rücksetzer
- DRAM-Kapazität soll sich verdoppeln
- Huang verhandelt über HBM-Verträge
- Mögliche US-Notierung geplant
SK Hynix hat eine turbulente Woche hinter sich. Am Freitag brach die Aktie um knapp zehn Prozent ein — und das ausgerechnet an dem Tag, an dem Nvidia-Chef Jensen Huang persönlich nach Seoul reiste.
Der Kursrückgang drückte die Marktkapitalisierung wieder unter die Billion-Dollar-Marke, die der Chipkonzern erst Ende Mai erstmals erreicht hatte. Auslöser war kein unternehmenseigenes Problem, sondern ein sektorweiter Stimmungsumschwung.
Broadcom zieht den Markt nach unten
Broadcom hatte trotz starker Quartalsumsätze mit seinem Ausblick auf KI-Chip-Verkäufe enttäuscht. Das reichte, um eine „Sell-the-News“-Welle durch den gesamten KI-Sektor zu schicken. SK Hynix traf es besonders hart — trotz einer Jahresperformance von rund 206 Prozent seit Januar.
Technisch gesehen bleibt die Aktie bei 2.070.000 KRW deutlich über ihrem 100-Tage-Durchschnitt. Vom Allzeithoch Anfang Juni trennen sie allerdings noch 14 Prozent.
Kapazitäten sollen sich fast verdoppeln
Parallel zum Kursrutsch wurden Details zu einem ambitionierten Expansionsplan bekannt. SK Hynix will seine monatliche DRAM-Produktionskapazität bis 2030 von rund 550.000 auf etwa eine Million Wafer steigern — fast eine Verdoppelung.
Herzstück des Plans ist der Yongin Semiconductor Cluster. Den Start der Anlageninstallation im ersten Yongin-Werk hat das Unternehmen auf Februar 2027 vorgezogen, drei Monate früher als geplant. Das M15X-Werk in Cheongju soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 in Betrieb gehen und zunächst 40.000 Wafer pro Monat beisteuern.
Jensen Huang in Seoul — und was diese Woche zählt
Huangs Besuch ist mehr als ein Höflichkeitsbesuch. Beim Computex hatte er auf einem SK-Hynix-HBM4E-Wafer handschriftlich „Please Make More“ notiert. Nun trifft er SK-Group-Chairman Chey Tae-won. Im Mittelpunkt stehen langfristige Lieferverträge für High Bandwidth Memory und die Zusammenarbeit bei der nächsten KI-Infrastrukturgeneration.
Am Montagabend, dem 8. Juni, nimmt Huang an einem Treffen mit südkoreanischen Wirtschaftsführern teil. Konkrete Vereinbarungen zu HBM4-Lieferungen könnten den Kurs kurzfristig stützen.
Ferner kursieren Berichte über eine mögliche US-Notierung via American Depositary Receipts. SK Hynix soll dabei bis zu 14 Milliarden Dollar einsammeln wollen, um seine globale Investorenbasis zu verbreitern. Am 10. Juni veröffentlichen die USA zudem die aktuellen Inflationsdaten — ein Datenpunkt, der Technologie- und Halbleiterwerte regelmäßig bewegt.
Den strukturellen Rückenwind liefert die Branche selbst: Der Welthalbleiterverband WSTS hat seine Prognose für das Speicherchip-Segment 2026 auf ein Wachstum von 250 Prozent angehoben. Der Markt soll damit auf über 800 Milliarden Dollar anwachsen. Für SK Hynix als führenden HBM-Lieferanten ist das eine belastbare Grundlage — sofern die kurzfristige Stimmung nicht erneut dreht.
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