Mercedes-Benz Aktie: China-Verkäufe brechen um 30 Prozent ein
Mercedes-Benz korrigiert Umsatzziele für 2026 wegen schwacher China-Nachfrage. Einsparungen von über 3,5 Milliarden Euro sollen die Ertragslage stabilisieren.

Kurz zusammengefasst
- Umsatzprognose für 2026 gesenkt
- China-Absatz bricht um 30 Prozent ein
- Sparprogramm über 3,5 Milliarden Euro
- Quartalszahlen am 28. Oktober erwartet
Der Stuttgarter Automobilhersteller sieht sich im laufenden Geschäftsjahr mit zunehmendem Gegenwind konfrontiert. Eine schwache Nachfrage in China und sinkende Absatzzahlen zwingen das Management zur Korrektur seiner Ziele für 2026.
Schwaches China-Geschäft drückt auf die Zahlen
Mercedes-Benz hat seine Umsatzprognose für das laufende Jahr nach unten angepasst. Das Unternehmen rechnet beim Pkw-Absatz nun mit einem Rückgang zwischen 2 und 7,5 Prozent. Besonders deutlich zeigt sich die Krise auf dem wichtigen chinesischen Markt, wo die Pkw-Verkäufe im zweiten Quartal um 30 Prozent eingebrochen sind. Der Konzernumsatz sank in diesem Zeitraum um 3,3 Prozent auf rund 32,06 Milliarden Euro.
Die angespannte Lage spiegelt sich auch im Kursverlauf wider. Das Papier notiert heute bei 44,61 Euro, was einem Minus von 1,5 Prozent entspricht. Seit Jahresbeginn hat der Titel damit bereits 26 Prozent an Wert verloren. Analysten wie Jens Klatt von XTB sehen in der aktuellen Bewertung zwar eine antizyklische Chance, verweisen jedoch auf die erheblichen strukturellen Risiken innerhalb der Branche.
Sparmaßnahmen und politische Spannungen
Um der Ertragsschwäche entgegenzuwirken, hat Mercedes-Benz bereits umfangreiche Effizienzprogramme eingeleitet. Medienberichten zufolge belaufen sich die geplanten Einsparungen auf über 3,5 Milliarden Euro.
Notwendig wurden diese Schritte auch durch einen massiven Gewinneinbruch im Jahr 2025, als das Ebit um 57 Prozent auf 5,8 Milliarden Euro sank. Neben der Schwäche im China-Geschäft belasteten US-Importzölle das Ergebnis mit rund einer Milliarde Euro.
Zusätzliche Unruhe kommt von der Belegschaft. Vertrauensleute der IG Metall, die rund 100.000 Beschäftigte in den Mercedes-Benz-Werken vertreten, haben sich in einem offenen Brief an die Bundesregierung gewandt.
Darin warnen sie vor geplanten Sozial- und Rentenreformen. Die Arbeitnehmervertreter kritisieren insbesondere Überlegungen zur Abschaffung des abschlagsfreien Renteneintritts nach 45 Beitragsjahren sowie eine mögliche Lockerung des Achtstunden-Tages.
Ausblick auf das dritte Quartal
Trotz der aktuellen Hürden hält der Vorstandsvorsitzende Ola Källenius an der Erwartung einer leichten Erholung im weiteren Jahresverlauf fest. Während das Konzernergebnis im ersten Halbjahr 2026 um 6,3 Prozent auf 2,52 Milliarden Euro zurückging, konnten die Einsparungen den Druck teilweise abfedern. Für das abgelaufene Jahr 2025 schüttete der Konzern eine Dividende von 3,50 Euro je Aktie an seine Anteilseigner aus.
Anleger richten ihr Augenmerk nun auf den 28. Oktober. An diesem Tag wird Mercedes-Benz die Bilanz für das dritte Quartal vorlegen. Bis dahin bleibt der Fokus des Marktes auf der Kostenstruktur und der Entwicklung der bereinigten Umsatzrendite, die im Pkw-Segment zuletzt bei 5,0 Prozent lag.
Auch der Wettbewerbsdruck durch chinesische Hersteller, die laut Experten der Universität St. Gallen erhebliche Kostenvorteile genießen, bleibt ein zentrales Thema für die Bewertung des Konzerns.
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