Gold: JPMorgan senkt Ziel auf 4.500 Dollar
JPMorgan kappt sein Gold-Kursziel für Q4 2026 um 1.500 Dollar. Der Goldpreis fällt unter 4.200 Dollar und zeigt sich im kurzfristigen Trend geschwächt.

Kurz zusammengefasst
- Kursziel um 1.500 Dollar gesenkt
- Gold notiert unter 4.200 Dollar
- Starker Dollar belastet Edelmetall
- Fed-Protokoll als nächster Impuls
JPMorgan überrascht die Goldmärkte mit einer heftigen Kurskorrektur. Die US-Bank senkt ihr Kursziel für das vierte Quartal 2026 von 6.000 auf 4.500 Dollar je Feinunze. Das Edelmetall reagiert prompt und setzt seine Konsolidierung unterhalb der 4.200-Dollar-Marke fort.
Aktuell notiert Gold bei rund 4.141 Dollar. Am Montag lag der Schlusskurs noch bei 4.155,70 Dollar. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 3,33 Prozent zu Buche, auf Monatssicht dagegen ein Minus von 4,55 Prozent.
Trotz der drastischen Zielkorrektur bleibt JPMorgan mittelfristig zuversichtlich. Die Bank erwartet eine Erholung zum Jahresende. Kurzfristig sieht sie das Aufwärtspotenzial aber durch eine nachlassende Nachfrage begrenzt.
Starker Dollar und stabile Zinsen bremsen Gold
Der US-Dollar legt zusätzlich Druck auf die Notierungen. Der Dollar-Index steigt um etwa 0,3 Prozent und macht Gold für Käufer außerhalb der Dollarzone teurer. Parallel dazu stabilisieren sich die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen bei rund 4,45 Prozent. Das schmälert die Attraktivität des zinslosen Edelmetalls.
Die Marktteilnehmer bewerten derzeit die künftige Fed-Politik neu. Schwache Arbeitsmarktdaten aus dem Juni – nur 57.000 neue Stellen – hatten die Zinserwartungen zunächst gedämpft. Die Unsicherheit über den Zeitpunkt möglicher Zinssenkungen bleibt trotzdem bestehen. Aktuell taxieren Marktteilnehmer die Wahrscheinlichkeit einer Zinspause im Juli auf etwa 77 Prozent.
Fed-Protokoll und schwache Konjunkturdaten im Blick
Ein wichtiger Termin steht bevor: Am kommenden Mittwoch veröffentlicht die Federal Reserve die Protokolle ihrer Sitzung vom 16. und 17. Juni. Händler erhoffen sich davon tiefere Einblicke in die Diskussion der Notenbanker über Inflation und Zinskurs.
Auch die Konjunkturdaten liefern Gesprächsstoff. Der ISM-Einkaufsmanagerindex für Dienstleistungen fiel im Juni auf 54,0 Punkte, nach 54,5 Punkten im Vormonat. Diese Abkühlung stützt zwar Argumente für eine lockerere Geldpolitik. Sie reichte aber nicht aus, um Gold über den Widerstand bei 4.200 Dollar zu heben.
Technisches Bild und gespaltene Analystenmeinungen
Der Blick auf die Charttechnik zeigt ein enges Ringen. Zwischen 4.200 und 4.225 Dollar verläuft eine Widerstandszone, nach unten stützt der Bereich zwischen 4.100 und 4.130 Dollar. Der RSI notiert bei 44,7 – ein neutraler Wert ohne klares Signal in eine Richtung.
Der Blick auf die vergangenen Monate zeigt das Ausmaß der Bewegung. Gold liegt mittlerweile 26,14 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 5.626,80 Dollar aus dem Januar. Zum 52-Wochen-Tief von 3.901,30 Dollar aus dem Oktober beträgt der Abstand dagegen nur 6,52 Prozent.
Die Analysten sind sich uneins. Während JPMorgan seine Erwartungen deutlich zurückschraubt, hält die UBS an einem 12-Monats-Ziel von bis zu 5.200 Dollar fest. Auch bei den Marktteilnehmern zeigt sich ein gespaltenes Bild: Gold-ETFs verzeichnen zuletzt Abflüsse, während einzelne Zentralbanken weiter aktiv Gold kaufen.
Der Goldpreis bleibt vorerst zwischen den Marken von 4.100 und 4.225 Dollar gefangen. Das Fed-Protokoll am Mittwoch dürfte zeigen, ob sich die Zinserwartungen weiter verschieben – und damit auch, in welche Richtung Gold aus dieser Spanne ausbricht.
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