DAX: Vorsicht vor Fed und Big Tech
Der DAX zeigt sich vor Fed-Zinsentscheid und Quartalszahlen von Microsoft und Meta zurückhaltend. Belastend wirken zudem enttäuschende Signale aus dem Chip-Sektor.

Kurz zusammengefasst
- DAX-Future fällt leicht zurück
- SK Hynix-Ausblick belastet Stimmung
- Deutsche Bank übertrifft Erwartungen
- Charttechnischer Aufwärtstrend intakt
Der DAX tritt am Mittwoch auf der Stelle – und das hat gute Gründe. Am Abend entscheidet die US-Notenbank unter Kevin Warsh zum zweiten Mal über die Leitzinsen, nach US-Börsenschluss legen Microsoft und Meta ihre Quartalszahlen vor. Zwei potenzielle Kurstreiber an einem Tag, das erklärt die Zurückhaltung schon vor Handelsbeginn.
Der DAX-Future gab im frühen Handel leicht nach und rutschte auf rund 25.549 Punkte. Die Marke von 25.500 dürfte damit auch am Kassamarkt zur entscheidenden Hürde für den restlichen Tag werden.
Chip-Schock drückt auf die Stimmung
Der eigentliche Unruheherd liegt in Asien. SK Hynix meldete zwar einen Rekordgewinn, der Ausblick enttäuschte die Anleger jedoch deutlich. Die Aktie brach zeitweise um fast 20 Prozent ein und schloss noch mit einem Verlust von mehr als elf Prozent. Der Nikkei 225 gab in der Folge über 2,7 Prozent ab, während Hongkongs Hang Seng gegen den Trend um 1,3 Prozent zulegte.
Hinter dem Ausverkauf steckt eine grundsätzliche Sorge: Investoren zweifeln zunehmend, ob der KI-Investitionszyklus die immer höheren Summen rechtfertigt. Parallel dazu treibt die Eskalation im Nahen Osten – Berichte über Angriffe auf US-Militärbasen sowie auf saudische Öltanker im Roten Meer – den Ölpreis nach oben. Brent notiert wieder deutlich über 86 US-Dollar pro Barrel, was zusätzlich auf die Risikobereitschaft an den Aktienmärkten drückt.
Deutsche Bank und Deutsche Börse liefern Gegengewicht
Aus dem heimischen Bankensektor kommen positive Signale. Die Deutsche Bank verdiente im zweiten Quartal dank starkem Ertragswachstum deutlich mehr als erwartet. Die Deutsche Börse hob ihren Jahresausblick an und rechnet nun mit Nettoerlösen von über 6,4 Milliarden Euro sowie einem Treasury-Ergebnis von mehr als 700 Millionen Euro – getragen von höheren Bareinlagen und einem günstigeren Zinsumfeld. Auch Nordex übertraf mit Umsatzwachstum und verbesserter Marge die Markterwartungen.
Charttechnik bleibt intakt
Trotz der Nervosität hat der langfristige Aufwärtstrend bislang nicht gelitten. Nach dem Allzeithoch vom 6. Juli bei 25.907 Punkten sorgte ein Rücksetzer bis 24.650 Punkte am 17. Juli für ein höheres Verlaufstief. Der Kurssprung vom 27. Juli riss eine Kurslücke auf, die bis heute offen ist – ein Signal, das gleitende Durchschnitte über 20, 50 und 200 Tage derzeit stützen. Die erste Hürde liegt am Verlaufshoch von 25.558 Punkten, die zweite am Allzeithoch bei 25.907 Punkten. Fällt der Index dagegen nachhaltig unter 24.650 Punkte, wäre das Long-Szenario hinfällig.
Der Blick der Anleger richtet sich damit auf zwei Termine: die Fed-Entscheidung am Mittwochabend und die Zahlen von Microsoft und Meta nach US-Börsenschluss. Beide Ereignisse dürften darüber bestimmen, ob der DAX seinen Ausbruch über 25.200 Punkte in den kommenden Tagen bestätigen kann.
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