ITM Power Aktie: 152 Millionen Pfund Auftragsbestand
ITM Power meldet erfolgreiche Wasserstoffproduktion im Großprojekt GET H2 Nukleus. Auftragsbestand steigt auf 152 Mio. Pfund, Verluste sinken deutlich.

Kurz zusammengefasst
- Erste Wasserstoffproduktion in Lingen
- Auftragsbestand steigt auf 152 Mio. Pfund
- Höchster Halbjahresumsatz der Firmengeschichte
- Aktie legt binnen Woche 7,13 Prozent zu
ITM Power hat einen wichtigen Etappensieg im Großprojekt GET H2 Nukleus verbucht. Am Dienstag meldete das britische Unternehmen, dass an der Elektrolyseanlage von RWE in Lingen erstmals grüner Wasserstoff produziert und über eine rund 120 Kilometer lange Pipeline erfolgreich zum Chemiepark von Evonik in Marl transportiert wurde. Für Anleger ist das mehr als eine technische Randnotiz – es ist der Beweis, dass eines der größten Wasserstoffvorhaben Europas nun tatsächlich Wasserstoff liefert.
Meilenstein in Lingen und Marl
ITM Power liefert gemeinsam mit Linde Engineering zwei PEM-Elektrolyseanlagen mit je 100 Megawatt Leistung für den Standort Lingen. Die Anlagen sind Kernbestandteil des Projekts, das nach Angaben von RWE, Evonik und ITM Power auf eine kombinierte Betriebskapazität von 200 Megawatt zusteuert. Damit rückt die kommerzielle Großserienproduktion von grünem Wasserstoff einen entscheidenden Schritt näher. Für ITM Power ist die erfolgreiche Inbetriebnahme ein Signal an potenzielle Kunden und Partner, dass die eigene PEM-Technologie im industriellen Maßstab funktioniert – ein Argument, das im Wettbewerb um weitere Großaufträge Gewicht hat.
Auftragsbücher füllen sich, Verluste schrumpfen
Der operative Fortschritt in Lingen fällt in eine Phase, in der sich auch die Zahlen des Unternehmens verbessern. Für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2026, die sechs Monate bis zum 31. Oktober 2025, meldete ITM Power einen auf 152 Millionen Pfund gestiegenen Auftragsbestand, wobei die Mehrheit der Verträge inzwischen profitabel ist. Der Umsatz kletterte auf 18 Millionen Pfund – der höchste Halbjahreswert in der Firmengeschichte. Der Bruttoverlust verringerte sich von 10,2 Millionen auf 6,5 Millionen Pfund, während die Kassenposition bei 197,8 Millionen Pfund lag. Die nächsten Geschäftszahlen, voraussichtlich die vorläufigen Jahresergebnisse, sind für den 15. September angesetzt.
Die Kombination aus wachsendem Auftragsbestand und sinkenden Verlusten liefert dem Markt ein klareres Bild der Profitabilitätsentwicklung, auch wenn ITM Power operativ weiterhin defizitär arbeitet. Der solide Kassenbestand verschafft dem Unternehmen zugleich finanziellen Spielraum, um laufende Großprojekte wie GET H2 Nukleus ohne akuten Kapitalbedarf umzusetzen.
Vertrauen aus dem eigenen Board
Rückenwind kommt auch von der Unternehmensspitze selbst. Der nicht geschäftsführende Direktor Sir Warren East, dessen Bestellung zum Board von ITM Power im Juli 2025 bekanntgegeben wurde und im Anschluss an die Hauptversammlung am 8. Oktober 2025 wirksam wurde, hatte Anfang Juli 172.000 Stammaktien zu einem Durchschnittspreis von 114,82 Pence erworben. Der Gesamtwert der Transaktion belief sich auf 197.484,03 Pfund. Solche Zukäufe aus den eigenen Reihen werden am Markt häufig als Vertrauenssignal gelesen, insbesondere wenn sie zeitlich nahe an operativen Fortschritten wie dem jetzigen Meilenstein in Lingen liegen.
Kursreaktion und Ausblick
An der Börse hat sich die positive Nachrichtenlage der vergangenen Woche bereits niedergeschlagen: Binnen sieben Tagen legte die Aktie um 7,13 Prozent zu. Zum Schlusskurs von 1,29 Euro am Freitag bleibt das Papier dennoch fast die Hälfte unter seinem 52-Wochen-Hoch von 2,58 Euro entfernt, das Ende Mai erreicht wurde. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 78,58 Prozent, das die zuvor turbulente Kursentwicklung relativiert. Für die kommenden Wochen dürfte der Fortschritt in Lingen als Blaupause dienen, an der Investoren weitere Fortschritte bei anderen Großprojekten des Unternehmens messen werden – während die Jahreszahlen im September zeigen müssen, ob sich der operative Trend aus dem ersten Halbjahr fortsetzt.
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