Münchener Rück Aktie: Zweifel ohne Ende?
Munich Re erhöht Dividende auf 24 Euro, plant ERGO-Stellenabbau und sieht sich mit Klimakritik konfrontiert. Der Aktienkurs bleibt trotz solider Gewinnziele schwach.

Kurz zusammengefasst
- Dividendenanstieg auf 24 Euro je Aktie
- KPMG löst EY als Abschlussprüfer ab
- ERGO streicht 1000 Stellen bis 2030
- Aktienkurs 15 Prozent unter Jahreshoch
Am 5. Mai zahlt Munich Re 24,00 Euro je Aktie aus — 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Für ein Unternehmen, das seit 25 Jahren keine Dividende gesenkt hat, ist das Routine. Was hinter der Ausschüttung steckt, ist komplexer.
Prüferwechsel und Personalwechsel im Aufsichtsrat
Auf der 139. Hauptversammlung am 29. April in München stimmten die Aktionäre für KPMG als neuen Abschlussprüfer — ab Geschäftsjahr 2026. Der Wechsel hat Vorgeschichte: Die Prüfaufsicht APAS verhängte 2023 Bußgelder gegen den bisherigen Prüfer EY und untersagte dem Unternehmen vorübergehend neue Mandate bei Unternehmen öffentlichen Interesses. Der Wirecard-Skandal wirft lange Schatten.
Im Aufsichtsrat vollzieht sich ein Generationswechsel. Clement B. Booth legte sein Mandat mit Ende der Hauptversammlung nieder. Ex-Vorstandschef Joachim Wenning rückt nach Ablauf der gesetzlichen Wartefrist nach.
ERGO baut um, Munich Re spart
Parallel läuft der Umbau der Tochter ERGO. Bis 2030 sollen rund 1.000 Stellen wegfallen — vor allem in Callcentern, bei der Schadenbearbeitung und in der einfachen Schriftgutbearbeitung. KI übernimmt diese Tätigkeiten zunehmend. Betriebsbedingte Kündigungen schließt der Konzern bis 2030 aus. Rund 700 Mitarbeiter sollen umgeschult werden.
Das Ziel: jährliche Einsparungen von 600 Millionen Euro bis 2030. Bereits 2026 sollen 200 Millionen davon realisiert sein.
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Währenddessen kritisierte die Umweltorganisation Urgewald auf der Hauptversammlung die Klimastrategie des Konzerns. Munich Re beziffert die globalen Schäden durch Naturkatastrophen 2024 auf 320 Milliarden US-Dollar — versichert aber weiterhin Flüssigerdgas-Infrastruktur. Den vollständigen Rückzug aus der Kohleversicherung plant der Konzern erst für 2040. Für Öl und Gas fehlt ein verbindliches Enddatum.
Starke Basis, schwacher Kurs
Die Fundamentaldaten sprechen eine andere Sprache als der Aktienkurs. Munich Re schloss die Woche bei 513,20 Euro — gut 15 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 605 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von rund 6,5 Prozent.
Das Gewinnziel für 2026 bleibt bei 6,3 Milliarden Euro. Als Basis dient das Rekordergebnis von 6,12 Milliarden Euro aus 2025 — das fünfte Jahr in Folge, in dem der Konzern eigene Ziele übertraf. Die Eigenkapitalrendite soll über 18 Prozent liegen. Ob das trotz Währungsbelastungen gelingt, zeigen die Q1-Zahlen, die Munich Re im Mai veröffentlicht.
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