Boeing Aktie: Verteidigung stützt Bilanz
Boeing verringerte den Quartalsfehlbetrag gegenüber dem Vorjahr; Verteidigung und Services erzielten Gewinne, die Zivilsparte blieb defizitär.

Kurz zusammengefasst
- Quartalsverlust deutlich unter Vorjahreswert
- Verkehrsflugzeuge mit operativem Minus
- Verteidigungssparte erzielt knapp 500 Millionen Dollar
- US-Behörden genehmigen 737 Max 7 und Max 10
Boeing schreibt auch im dritten Quartal rote Zahlen. Die Lücke zum Vorjahr ist allerdings gewaltig, und ein Geschäftsbereich trägt den Konzern derzeit spürbar.
Unter dem Strich stand ein Fehlbetrag von 116 Millionen Dollar. Im Vorjahresquartal hatten Verzögerungen beim Großraumjet 777X noch einen Verlust von 5,3 Milliarden Dollar verursacht. Der Umsatz lag bei 24,19 Milliarden Dollar und damit über den Erwartungen. Der bereinigte Verlust je Aktie fiel mit 34 Cent allerdings höher aus als die von Analysten erwarteten 21 Cent. Im vorbörslichen US-Handel reagierte die Aktie leicht positiv.
Zivilsparte bleibt das Sorgenkind
Die Verkehrsflugzeugsparte rutschte tief ins Minus. Der operative Verlust betrug 697 Millionen Dollar, die Marge lag bei minus 6,5 Prozent. Boeing nennt weniger profitable Auslieferungen und höhere Produktionskosten, auch in der Lieferkette, als Gründe.
Hinzu kommt ein Engpass bei der 737. Der Hersteller wollte die Produktion im Sommer von 42 auf 47 Jets pro Monat steigern, schaffte das aber nicht. Konzernchef Kelly Ortberg hatte im September erklärt, es würden schlicht nicht schnell genug Tragflächen gefertigt.
Rüstung und Service liefern
Anders sieht es im Verteidigungsgeschäft aus. Höhere Auslieferungen, bessere operative Abläufe und der Verkauf einer Tochter für 252 Millionen Dollar brachten der Sparte einen Gewinn von knapp 500 Millionen Dollar. Die Marge sprang von 1,7 auf 6,2 Prozent. Zudem gewann Boeing den Auftrag der US-Marine für den Kampfjet der sechsten Generation, F/A-XX.
Die Servicesparte steuerte einen Gewinn von einer Milliarde Dollar bei, bei einer Marge von 18,3 Prozent.
Cashflow und Zulassungen
Der bereinigte freie Mittelzufluss betrug 464 Millionen Dollar. Erwartet worden waren rund 325 Millionen. Die Nettoverschuldung sank auf 25,2 Milliarden Dollar, nach 30,4 Milliarden vor einem Jahr.
Auch regulatorisch kam Boeing voran: Die US-Behörden haben die Varianten 737 Max 7 und Max 10 zugelassen. „Aber wir sind noch nicht fertig“, sagte Ortberg. Die erste 777X soll erst 2027 ausgeliefert werden. Bis dahin entscheidet vor allem die 737-Produktion darüber, ob der Cashflow weiter wächst und die Schulden weiter schrumpfen.
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