Rio Tinto feiert an der Börse neue Höchststände, doch die Stimmung droht zu kippen. Während der Kurs von Rekord zu Rekord eilt, ziehen große Investmentbanken die Reißleine und stufen den Minen-Giganten herab. Anleger stehen nun vor einem Rätsel: Ignoriert der Markt fundamentale Bewertungsrisiken oder ist die aggressive Neuausrichtung auf Kupfer und Lithium der gerechtfertigte Treibstoff für diese Rallye?
Analysten treten auf die Bremse
Mitten in die Feierlaune hinein sorgte Barclays am 24. Februar für Ernüchterung. Die Analysten senkten ihr Rating von „Overweight“ auf „Equal-Weight“. Als Begründung führten sie die inzwischen sportliche Bewertung im Vergleich zur Konkurrenz sowie saisonale Risiken im Eisenerz-Geschäft an. Auch Goldman Sachs hatte kurz zuvor das Votum auf „Neutral“ gesenkt. Der Tenor der Experten ist eindeutig: Die Kursentwicklung hat sich von den fundamentalen Daten entkoppelt, und die Luft wird dünner.
Aktuell notiert das Papier bei 84,55 Euro und verzeichnet seit Jahresanfang ein beeindruckendes Plus von über 22 Prozent. Genau diese rasante Aufwärtsbewegung lässt die Warnrufe der Analysten jedoch umso lauter werden.
Licht und Schatten in der Bilanz
Die jüngsten Jahreszahlen für 2025 liefern den Skeptikern Munition. Zwar konnte Rio Tinto das operative Ergebnis (EBITDA) um 9 Prozent auf 25,4 Milliarden Dollar steigern, doch unter dem Strich blieb weniger hängen. Der Nettogewinn fiel um 14 Prozent auf knapp 10 Milliarden Dollar.
Verantwortlich für diesen Rückgang ist vor allem die deutlich gestiegene Verschuldung. Durch die strategische Übernahme von Arcadium Lithium wuchs der Schuldenberg von 5,5 auf 14,4 Milliarden Dollar an. Das Management wettet hier massiv auf das langfristige Wachstum im Batteriemetall-Sektor, nimmt dafür aber kurzfristig eine eingeschränkte finanzielle Flexibilität in Kauf.
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Kupfer als neuer Hoffnungsträger
Operativ vollzieht der Konzern einen sichtbaren Wandel. War Rio Tinto früher fast ausschließlich vom Eisenerz abhängig, entwickelt sich Kupfer zunehmend zum wichtigsten Wachstumsmotor. Der Anteil des roten Metalls am Gewinn hat sich auf rund 30 Prozent verdoppelt, während die Abhängigkeit vom Eisenerz von 70 auf 60 Prozent sank.
Treibende Kraft ist hierbei vor allem die Oyu-Tolgoi-Mine in der Mongolei, deren Kupferproduktion nach einer massiven Erweiterung um über 60 Prozent in die Höhe schoss. Unter dem neuen CEO Simon Trott, der im August 2025 das Ruder übernahm, soll dieser Fokus auf Materialien für die globale Energiewende weiter geschärft werden.
Dividende im Fokus
Für investierte Anleger richtet sich der Blick nun auf den 5. März 2026, wenn die Aktie ex-Dividende gehandelt wird. Mit einer Schlussdividende von 254 US-Cent behält das Unternehmen seine großzügige Ausschüttungspolitik bei. In den kommenden Wochen wird sich zeigen, ob die operative Stärke im Kupfergeschäft ausreicht, um die Bedenken hinsichtlich der Bewertung und der gestiegenen Schuldenlast dauerhaft zu zerstreuen.
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