DAX: Die Bilanz-WM beginnt
Steigender Ölpreis und beginnende Berichtssaison setzen den DAX unter Druck. Charttechnisch ist die Marke von 24.840 Punkten entscheidend.

Kurz zusammengefasst
- Ölpreis steigt auf knapp 91 Dollar
- EZB-Zinsentscheidung am Donnerstag
- Quartalszahlen von SAP und VW
- Chartmarke bei 24.840 Punkten
Der DAX hat seit seinem Rekordhoch Anfang Juli rund 1.000 Punkte abgegeben. Jetzt beginnt eine Woche, die zeigen könnte, ob es sich nur um eine Verschnaufpause handelt oder ob mehr dahintersteckt. Steigender Ölpreis, eine EZB-Sitzung und der Start der Berichtssaison treffen in den kommenden Tagen aufeinander.
Ölpreis treibt die Nervosität
Der Auslöser für die angespannte Stimmung liegt im Nahen Osten. Nachdem der Iran am Wochenende signalisiert hatte, sich nicht mehr an bestehende Vereinbarungen gebunden zu fühlen, kletterte der Brent-Preis von rund 70 auf knapp 91 Dollar je Barrel. Eine diplomatische Entspannung ist derzeit nicht erkennbar, weshalb Marktbeobachter mit weiter steigenden Notierungen rechnen. Der DAX startete am Montagmorgen bei 24.860 Punkten, nach einem Freitagsschluss bei 24.839 Zählern, geriet im Tagesverlauf aber wieder unter leichten Abgabedruck.
Nicht nur der Ölpreis sorgt für Zurückhaltung. Auch die hohen Bewertungen im Technologiesektor bleiben ein Thema — der Nasdaq notiert inzwischen rund sieben Prozent unter seinem Allzeithoch. Marktstrategen sehen die aktuelle Bewertung zwar nicht auf dem Niveau des New-Economy-Hypes der frühen 2000er Jahre, mahnen aber, dass der Kursanstieg stark auf fortgesetztem Gewinnwachstum beruht — und genau das lässt sich nicht beliebig fortschreiben.
Bilanzsaison als Prüfstein
Diese Woche liefert reichlich Testmaterial. In den USA öffnen Alphabet und Tesla ihre Bücher, hierzulande legen Deutsche Börse, SAP und VW ihre Zahlen vor. Für die Unternehmen im S&P 500 wird ein Gewinnwachstum von rund 23 Prozent erwartet — und die Prognosen wurden zuletzt sogar noch angehoben, was für eine robuste Unternehmensdynamik spricht.
Am Donnerstag folgt die EZB-Zinsentscheidung. Eine Änderung des Leitzinses gilt als unwahrscheinlich, aufmerksam verfolgt werden dürfte aber der Tonfall von EZB-Chefin Lagarde zur Inflationsentwicklung angesichts der geopolitischen Lage.
Charttechnik: Marke bei 24.840 entscheidend
Im Stundenchart pendelt der Index derzeit zwischen der SMA20 bei 24.815 Punkten und der SMA50 bei 24.842 Punkten. Ein nachhaltiger Sprung über diese Marke könnte den Weg zur SMA200 bei 25.035 Punkten öffnen — dort verläuft allerdings ein bedeutender Widerstand, da diese Linie im Juni noch als Unterstützung diente. Rutscht der Index dagegen unter die SMA20, rücken die Bereiche zwischen 24.475 und 24.490 Punkten sowie zwischen 24.315 und 24.330 Punkten in den Blick.
Ein technischer Lichtblick: Die jüngste Abwärtsbewegung verlief ohne steigende Umsätze. Das deutet eher auf eine Korrektur als auf echten Abgabedruck hin und lässt kurzfristig Raum für eine Erholung.
Am Donnerstag um 14.15 Uhr entscheidet die EZB über die Zinsen, tags darauf liefert der Einkaufsmanagerindex für die Eurozone weitere Hinweise zur konjunkturellen Lage. Bis dahin dürften Ölpreis und Quartalszahlen die Richtung vorgeben.
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