Amazon Aktie: Zwei Millionen GPUs von NVIDIA
AWS erweitert die NVIDIA-Kooperation und plant zusätzliche GPUs. Zugleich steigen Amazons Investitionen, während Verschuldungsrisiken zunehmen.

Kurz zusammengefasst
- AWS ordert zwei Millionen neue GPUs
- Kapitalausgaben steigen auf 220 Milliarden Dollar
- Cloud-Umsatz wächst um 37 Prozent
- Hohe Verpflichtungen belasten Hyperscaler
Der Cloud-Riese Amazon setzt im globalen Wettlauf um die Vorherrschaft bei Künstlicher Intelligenz (KI) auf eine massive Ausweitung seiner Hardware-Kapazitäten. Die Cloud-Sparte Amazon Web Services (AWS) plant eine umfassende Erweiterung der Partnerschaft mit NVIDIA, um die eigene Infrastruktur zukunftssicher aufzustellen.
Im Zentrum steht dabei die Beschaffung von zwei Millionen zusätzlichen Grafikprozessoren (GPUs) der neuesten Generationen Blackwell Ultra, Rubin und Rubin Ultra für den Zeitraum 2027 bis 2028.
Milliarden-Investitionen in die KI-Infrastruktur
Die geplanten Hardware-Zukäufe ergänzen die bereits für das Jahr 2026 avisierten eine Million GPUs. Diese forcierte Aufrüstung unterstreicht den enormen Bedarf an Rechenleistung für das Training und den Betrieb komplexer KI-Modelle.
Parallel dazu engagiert sich AWS verstärkt im Regierungsgeschäft und stellt der US-Regierung rund 100.000 GPUs zur Verfügung. NVIDIA-Chef Jensen Huang betonte in diesem Zusammenhang, dass die weltweite Nachfrage die bisherigen Prognosen weiterhin übertrifft.
Diese Expansionsstrategie spiegelt sich in den massiv gestiegenen Investitionsausgaben wider. Für das Jahr 2026 wurden die geplanten Kapitalausgaben (Capex) auf rund 220 Milliarden US-Dollar angehoben. Ein Teil dieser Mittel fließt auch in den Ausbau der physischen Rechenzentrumsstruktur.
In Malaysia plant AWS beispielsweise bis zum Jahr 2037 Investitionen in Höhe von sechs Milliarden US-Dollar, um eine neue Infrastruktur-Region mit drei Verfügbarkeitszonen zu errichten. Premierminister Anwar Ibrahim wertete diesen Schritt als bedeutenden Impuls für die lokale digitale Wirtschaft.
AWS bleibt der Ertragsmotor des Konzerns
Die wirtschaftliche Bedeutung der Cloud-Sparte für den Gesamtkonzern hat sich zuletzt weiter gefestigt. In den vor rund zwei Wochen gemeldeten Ergebnissen für das zweite Quartal 2026 verzeichnete AWS einen Nettoumsatz von 42,2 Milliarden US-Dollar, was einem Wachstum von 37 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Damit erreichte die Sparte die höchste Wachstumsrate seit 18 Quartalen.
Mit einem operativen Ergebnis von 16,6 Milliarden US-Dollar steuerte AWS zuletzt rund 60 Prozent zum gesamten operativen Konzernergebnis von Amazon bei.
Am Markt wird die Aktie trotz der hohen Investitionslast positiv bewertet. Der Analyst Andrew Boone vom Analysehaus Citizens bestätigte am heutigen Donnerstag seine Einstufung „Market Outperform“ mit einem Kursziel von 315 US-Dollar. Er verwies darauf, dass Amazon derzeit etwa zum 24-fachen der erwarteten Gewinne für das Jahr 2027 gehandelt werde, was angesichts der Dynamik im Cloud-Bereich als angemessen gilt.
Das Papier notiert am heutigen Donnerstag bei 219,25 Euro und verzeichnete einen Rückgang von 1,9 Prozent. Damit liegt der Kurs jedoch weiterhin 6,5 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt, der aktuell bei 205,79 Euro verläuft.
Risiken durch hohe Verschuldung und Verbindlichkeiten
Trotz der starken Wachstumskennzahlen rücken zunehmend die finanziellen Risiken der sogenannten Hyperscaler in den Fokus. Schätzungen zufolge belaufen sich die außerbilanziellen Verpflichtungen der großen Cloud-Anbieter, zu denen neben Amazon auch Google und Microsoft zählen, auf insgesamt rund 1,8 Billionen US-Dollar. Diese setzen sich aus Einkaufsverpflichtungen für Chips, Leasingverträgen für Rechenzentren und Lieferantenfinanzierungen zusammen.
Während die Investitionen in KI-Hardware als alternativlos gelten, um die Marktposition zu behaupten, erhöht sich der finanzielle Hebel deutlich. Der Brutto-Verschuldungsgrad der Branche ist vom dritten Quartal 2025 bis zum zweiten Quartal 2026 von 0,9 auf 1,8 gestiegen.
Anleger beobachten daher genau, ob die massiven Ausgaben für GPUs und Infrastruktur zeitnah durch entsprechende Erträge aus KI-Diensten gedeckt werden können, zumal Amazon zuletzt einen negativen freien Cashflow verzeichnete.
Amazon-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Amazon-Analyse vom 27. August liefert die Antwort:
Die neusten Amazon-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Amazon-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 27. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Amazon: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...