Gold: Iran-Deal und Zinsdruck belasten
Sinkende Ölpreise durch Friedenshoffnung und anhaltender Zinsdruck setzen den Goldpreis auf den tiefsten Stand seit März.

Kurz zusammengefasst
- Gold auf tiefstem Stand seit März
- Friedensverhandlungen drücken Ölpreise
- Zinserhöhungserwartungen belasten Metall
- Wichtige US-Wirtschaftsdaten im Fokus
Gold rutscht auf den tiefsten Stand seit Ende März. Hinter dem Rückgang stecken zwei Kräfte, die sich gegenseitig verstärken.
Friedenshoffnung trifft Inflationsangst
Indirekte Verhandlungen zwischen Washington und Teheran laufen weiter, ein Grundlagenabkommen scheint greifbar nah. Die Konturen: verlängerter Waffenstillstand, Wiederöffnung der Straße von Hormus. Seit dem Kriegsausbruch im Februar ist der Schiffsfahrtweg weitgehend gesperrt — ein wesentlicher Treiber für höhere Ölpreise.
Genau das ist das Problem für Gold. Denn sinkende Ölpreise im Zuge eines möglichen Deals nähren die Hoffnung, dass die Inflation abflaut. Doch gleichzeitig belastet die Erwartung, dass Fed und EZB die Zinsen länger hoch halten — oder gar anheben — das zinslose Metall erheblich. Commerzbank-Analystin Antje Praefcke geht etwa davon aus, dass die EZB im Juni den Leitzins erhöhen wird, was der Markt bereits nahezu vollständig einpreist.
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Technisches Bild unter Druck
Spot-Gold fiel heute um rund 1,5 Prozent auf etwa 4.441 Dollar je Unze. Technisch notiert XAU/USD nahe dem unteren Bollinger-Band, der RSI verbleibt unterhalb der neutralen Zone — kein ermutigendes Bild für Käufer.
ING-Analysten bringen es auf den Punkt: Erhöhte Inflationserwartungen durch steigende Energiepreise verringern die Wahrscheinlichkeit baldiger Zinssenkungen. Gleichzeitig sorgen neue Zusammenstöße im Persischen Golf für Unsicherheit, selbst wenn die Märkte vorsichtig optimistisch bleiben, dass ein Deal noch möglich ist.
Das Marktgeschehen der nächsten Tage dürfte maßgeblich von drei Datenpunkten abhängen: dem US-BIP, den Beschäftigungszahlen und dem Kern-PCE-Inflationsindex, der für den 28. Mai erwartet wird. Fällt die Kern-PCE überraschend hoch aus, dürfte der Druck auf Gold weiter zunehmen.
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