Unitedhealth Aktie: Trügerische Aussichten!

Ein US-Senatsbericht wirft UnitedHealth aggressive Geschäftspraktiken im Medicare Advantage-Programm vor. Parallel laufen zivil- und strafrechtliche Ermittlungen, was die Aktie belastet.

Kurz zusammengefasst:
  • Senatsbericht basiert auf 50.000 internen Dokumenten
  • Vorwurf systematischer, fragwürdiger Diagnosen
  • Laufende Ermittlungen des US-Justizministeriums
  • Aktie startet mit deutlichen Verlusten in die Woche

Die Aktie des größten US-Krankenversicherers startet schwach in die Woche. Ein am Montag veröffentlichter Untersuchungsbericht des Senats-Justizausschusses belastet den Titel mit schweren Vorwürfen zu seinen Medicare-Geschäftspraktiken. Die Papiere fallen im vorbörslichen Handel um 1,4 Prozent auf 339,42 Dollar.

Der Senatsbericht basiert auf der Analyse von 50.000 Seiten interner Unterlagen, die UnitedHealth im vergangenen Jahr dem Ausschuss vorgelegt hatte. Die Untersuchung wurde von Senator Chuck Grassley nach einer Recherche des Wall Street Journal initiiert. Das zentrale Ergebnis: Der Konzern habe die sogenannte Risikoadjustierung zu einem Geschäftsmodell entwickelt – weit über die ursprüngliche Intention des Programms hinaus.

Unitedhealth

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Milliarden-Zahlungen durch fragwürdige Diagnosen?

Konkret geht es um das Medicare Advantage-Programm. Die Bundesregierung zahlt Versicherern Zusatzbeträge für Patienten mit bestimmten kostenintensiven Erkrankungen. Die WSJ-Recherche hatte aufgedeckt, dass UnitedHealth systematisch zusätzliche Diagnosen in Patientenakten aufnahm, die Milliardenzahlungen aus Bundesmitteln auslösten. Viele dieser Diagnosen waren fragwürdig oder ungenau – zahlreiche Patienten erhielten für die dokumentierten Leiden nie eine Behandlung.

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UnitedHealth weist die Darstellung des Senatsberichts zurück. Ein Sprecher erklärte, man sei mit den Charakterisierungen nicht einverstanden. Der Bericht spricht zwar keine formalen Empfehlungen aus und beschuldigt das Unternehmen nicht explizit eines Fehlverhaltens. Die politische Brisanz ist dennoch erheblich.

Justizministerium ermittelt bereits

Verschärft wird die Lage durch laufende Ermittlungen des Justizministeriums. Im Juli hatte der Konzern bekannt gegeben, dass sowohl zivil- als auch strafrechtliche Untersuchungen gegen ihn laufen. Die Kombination aus Senatsuntersuchung und behördlichen Ermittlungen schafft ein belastendes Umfeld für die Aktie.

Am 12. Januar 2026 will das Management bei Investorentreffen die im Oktober veröffentlichte bereinigte Gewinnprognose für 2025 bekräftigen. Ob diese Bestätigung angesichts der regulatorischen Risiken ausreicht, um das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen, bleibt abzuwarten.

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