Bayer Aktie: FDA lässt Sevabertinib zu
Bayer bringt Sevabertinib nach beschleunigter FDA-Freigabe in den USA voran, während Roundup-Rechtsrisiken und höhere Kursziele bleiben.

Kurz zusammengefasst
- FDA genehmigt Sevabertinib als Ersttherapie
- HER2-mutierter Lungenkrebs im Fokus
- Roundup-Vergleich über 7,25 Milliarden beantragt
- Barclays hebt Bayer-Kursziel auf 70 Euro
Bayer hat für sein Krebsmedikament Sevabertinib grünes Licht von der US-Gesundheitsbehörde erhalten. Die FDA erteilte dem Wirkstoff, der unter dem Namen Hyrnuo vermarktet wird, eine beschleunigte Zulassung als Erstlinienoption für Erwachsene mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem, nicht-plattenepithelialem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs.
Voraussetzung ist eine aktivierende HER2/ERBB2-TKD-Mutation. Für Bayer ist es der jüngste Baustein im Ausbau der Onkologie-Pipeline, mit dem der Konzern seine Abhängigkeit von den Altlasten aus dem Agrargeschäft schrittweise reduzieren will.
Ein weiterer Baustein im Pharma-Portfolio
Nicht-kleinzelliger Lungenkrebs mit HER2-Mutationen gilt als schwer behandelbare Untergruppe mit begrenzten Therapieoptionen. Die beschleunigte Zulassung erlaubt es Bayer, das Präparat bereits vor Abschluss vollständiger bestätigender Studien auf den US-Markt zu bringen. Für Anleger ist das ein Signal, dass die Pharmasparte trotz der anhaltenden Rechtsstreitigkeiten im Agrarbereich weiter liefert.
Parallel dazu bleibt der juristische Streit um Roundup ein Belastungsfaktor. Die Bayer-Tochter Monsanto hatte am vergangenen Montag vor einem Gericht in Missouri die Genehmigung eines Vergleichs über 7,25 Milliarden US-Dollar beantragt, um einen Teil der Krebsklagen rund um das Unkrautvernichtungsmittel beizulegen.
Laut Reuters sieht sich Bayer landesweit rund 65.000 Klagen vor US-Staats- und Bundesgerichten ausgesetzt. Eine gerichtliche Genehmigung des Vergleichs würde die Rechtsrisiken zumindest teilweise kalkulierbarer machen, ist aber noch nicht erfolgt.
Analysten sehen weiteres Kurspotenzial
Die jüngsten Einschätzungen von der Wall Street fallen positiv aus. Barclays hob das Kursziel für Bayer am 8. September von 60 auf 70 Euro an und bestätigte die Einstufung „Overweight“. Einen Tag später bekräftigte die Deutsche Bank Research ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 60 Euro. Beide Häuser sehen demnach noch deutlichen Spielraum nach oben gegenüber dem aktuellen Kursniveau.
Am Markt zeigt sich die Aktie robust: Am Donnerstag schloss das Papier bei 49,17 Euro, ein Plus von 0,7 Prozent zum Vortag. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Kursgewinn von 78 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn liegt das Plus bei 33 Prozent. Zum 52-Wochen-Hoch von 53,86 Euro, erreicht Anfang Juli, fehlen der Aktie noch 8,7 Prozent.
Ausblick
Die Kombination aus Zulassungserfolgen in der Onkologie und der schrittweisen Aufarbeitung der Roundup-Klagewelle bildet weiterhin das zentrale Spannungsfeld für die Bayer-Aktie. Während die Pharmasparte mit Sevabertinib einen weiteren Wachstumstreiber gewinnt, bleibt die endgültige juristische Entlastung von der Zustimmung des Gerichts in Missouri abhängig.
Anleger dürften beide Entwicklungsstränge in den kommenden Wochen genau beobachten, zumal die Analystenlager mit Kurszielen von 60 bis 70 Euro deutlich über dem aktuellen Niveau liegen.
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