UBS Aktie: 21 Prozent im Investmentbanking
Die Schweizer Großbank UBS zeigt im Investmentbanking ein prognostiziertes Wachstum von 21 Prozent und überflügelt damit die Konkurrenz aus Frankreich.
Kurz zusammengefasst
- Investmentbanking wächst um 21 Prozent
- Höhere Zinsen beflügeln Handelsgeschäft
- US-Banken bleiben mit 30 Prozent voraus
- Aktie notiert nahe am Jahreshoch
Die europäische Bankenberichtssaison startet am Mittwoch mit UniCredit und Santander. Für UBS zeichnet sich schon jetzt ein Muster ab: Das Investmentbanking der Schweizer Großbank soll im zweiten Quartal deutlich stärker wachsen als bei der Konkurrenz aus Frankreich und Paris.
Analysten von Morgan Stanley erwarten für UBS im Investmentbanking ein Plus von 21 Prozent. Zum Vergleich: Bei BNP Paribas rechnen die Experten mit sieben Prozent, bei der Societe Generale mit nur zwei Prozent Wachstum. Damit würde UBS unter den großen europäischen Häusern die stärkste Dynamik im Segment zeigen.
Zinsen und Handelsgeschäft treiben die Branche
Höhere Zinsen und ein starkes Handelsgeschäft sollen den Banken im zweiten Quartal insgesamt ein Gewinnplus bescheren. Goldman Sachs rechnet branchenweit mit einem Anstieg des Vorsteuergewinns von elf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Als Treiber nennt die US-Bank höheres Kreditvolumen, bessere Margen durch die seit dem Iran-Krieg anhaltend hohen Zinsen und niedrigere Kosten.
Der Iran-Krieg wirkt dabei doppelt. Er trübt die wirtschaftlichen Aussichten für Europa, kurbelt aber zugleich über die ausgelöste Marktvolatilität das Handelsgeschäft der Banken an. Investoren dürften genau beobachten, wie stark die Belastungen die Gewinne am Ende schmälern.
Europa bleibt hinter den USA zurück
So gut die Zahlen für UBS aussehen: Im direkten Vergleich mit den US-Rivalen bleibt die europäische Branche zurück. Mehrere US-Großbanken meldeten für ihr abgelaufenes Quartal Einnahmesteigerungen von mehr als 30 Prozent. JPMorgan Chase allein fuhr einen Rekordgewinn von 21,2 Milliarden Dollar ein.
Der Grund liegt im Heimvorteil. US-Banken profitieren stärker von der hohen Aktivität auf ihrem eigenen Markt und bauen ihre Marktanteile darüber hinaus aus. Europäische Institute wie UBS können mit Fusionen, Börsengängen und dem belebten Handelsgeschäft mithalten – die Wachstumsraten der US-Konkurrenz erreichen sie aber nicht.
Aktie nahe am Jahreshoch
Die UBS-Aktie schloss am Dienstag bei 46,02 Euro, ein Plus von 1,90 Prozent. Damit liegt der Titel nur noch 4,50 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 48,19 Euro, erreicht Mitte Juli. Auf Jahressicht steht die Aktie mit 15,72 Prozent im Plus.
UBS legt ihre eigenen Zahlen erst später im Monat vor. Bestätigt sich das von Morgan Stanley prognostizierte Plus von 21 Prozent im Investmentbanking, wäre das ein Signal – auch mit Blick auf die anhaltende Diskussion um schärfere Schweizer Kapitalvorschriften für die Bank.
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