Thyssenkrupp: 8,82 Euro unter 200-Tage-Linie
Thyssenkrupp leidet unter schwacher Stahlnachfrage, während die Marinesparte TKMS mit Milliardenaufträgen punktet. Der Halbjahresbericht im Mai gibt Aufschluss.

Kurz zusammengefasst
- Stahlsparte drückt auf Aktienkurs
- TKMS mit Auftragsbestand von 18,7 Milliarden
- Indisches U-Boot-Projekt rückt näher
- Halbjahreszahlen am 12. Mai erwartet
Zehn Prozent unter der 200-Tage-Linie — bei Thyssenkrupp klaffen Kursentwicklung und strategische Ambitionen derzeit weit auseinander. Das Papier schloss am Freitag bei 8,82 Euro und setzt damit eine Schwächephase fort, die den Kurs seit Jahresbeginn knapp neun Prozent ins Minus gedrückt hat.
Stahl bleibt das Problem
Die Stahlsparte ist der Hauptbelastungsfaktor. Die Nachfrage in Deutschland liegt rund ein Drittel unter dem Niveau von 2017. Strukturelle Überkapazitäten belasten die Margen der Duisburger Hüttenwerke. Zwar stieg die Produktion im ersten Quartal 2026 leicht auf 9,3 Millionen Tonnen — eine echte Trendwende ist das nicht.
Hinzu kommt der teure Umbau. Die Transformation zu grünem Stahl erfordert hohe Investitionen, während die Erlöse unter Druck bleiben. Das drückt auf die Stimmung.
TKMS liefert den Gegenentwurf
Ein völlig anderes Bild zeigt die Marinesparte. Thyssenkrupp Marine Systems startete mit einem Auftragsbestand von 18,7 Milliarden Euro in das laufende Geschäftsjahr. Die Tochter notiert seit Oktober 2025 eigenständig an der Börse, Thyssenkrupp hält 51 Prozent.
Das indische U-Boot-Projekt „P-75I“ könnte den Auftragsbestand weiter stärken. Nach dem Besuch von Verteidigungsminister Rajnath Singh in Kiel rückt ein Abschluss über sechs U-Boote für rund 8 Milliarden US-Dollar näher. Parallel läuft bis Ende April 2026 die Frist für das kanadische U-Boot-Programm, für das TKMS ein überarbeitetes Angebot einreicht.
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Am 24. Juni 2026 entscheidet der Haushaltsausschuss des Bundestages voraussichtlich über die Finanzierung des F127-Fregatten-Programms. TKMS gilt als bevorzugter Bieter.
Zwei Termine, die zählen
Bis zum 12. Mai 2026 gilt für das Management eine Kommunikationssperre. An diesem Tag legt Thyssenkrupp den Halbjahresbericht vor. Im vorangegangenen Quartal lag das operative Ergebnis trotz Umsatzrückgängen bei 211 Millionen Euro.
Ob die Marinesparte den Druck aus dem Stahlgeschäft kompensieren kann, wird dieser Bericht erstmals konkret beziffern. Der RSI von 33 zeigt, dass der Titel technisch in überverkauftem Terrain notiert — das allein ist aber noch kein Wendepunkt.
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