Palantir Aktie: Sovereign-AI-Wette geht auf!
Goldman Sachs und Barclays bewerten Palantir positiv; zugleich prüft Großbritannien seine Abhängigkeit vom Softwareanbieter.

Kurz zusammengefasst
- Aktie gewinnt am Freitag 5,3 Prozent
- Goldman Sachs hebt Bewertung auf Buy
- Barclays startet mit Overweight-Einstufung
- Britischer Vertrag um ein Jahr verlängert
Am Freitag legte die Aktie von Palantir um 5,3 Prozent auf einen Schlusskurs von 186,56 € zu. Auslöser für diesen deutlichen Kurssprung waren zwei aufeinanderfolgende positive Analystenstimmen von der Wall Street, während neue unternehmenseigene Nachrichten ausblieben. Die Marktteilnehmer honorierten vor allem die optimistischen Erwartungen an das künftige Wachstum im Bereich künstlicher Intelligenz.
Die Dynamik baute sich bereits zur Wochenmitte auf. Goldman Sachs stufte Palantir am Donnerstag von Neutral auf Buy hoch und setzte ein 12-Monats-Kursziel von $230. Die Analysten begründeten diesen Schritt mit der wachsenden Nachfrage nach staatlicher Datenhoheit und künstlicher Intelligenz (Sovereign AI), maßgeschneiderten Firmenanwendungen sowie der zunehmenden vertikalen Ausrichtung des Softwarekonzerns.
Barclays nahm am Freitag die Einstufung des Titels mit Overweight und einem Kursziel von $265 auf, was die Rally zum Handelsschluss zusätzlich beschleunigte.
Verlängerung in Großbritannien bei wachsender Skepsis
Parallel zum Optimismus an den Finanzmärkten gibt es neue Entwicklungen im europäischen Behördengeschäft. Medienberichten zufolge verlängerte das britische Ministerium für Wohnungswesen, Gemeinden und Kommunalverwaltung am Donnerstag den Vertrag für das Projekt „Homes for Ukraine“ um ein weiteres Jahr. Der Auftragswert dieser Verlängerung liegt bei £5 Millionen, womit sich die gemeldeten Gesamtzahlungen für das Projekt auf £15 Millionen belaufen.
Gleichzeitig verweist die Berichterstattung jedoch auf politische Hürden. Die britische Regierung arbeitet demnach an einer internen Alternative und unterzieht ihre breitere Abhängigkeit von Palantir einer Prüfung. Für den US-Konzern bedeutet dies, dass staatliche Folgeaufträge trotz bestehender Kooperationen keineswegs garantiert bleiben.
Ausbau der Sovereign-AI-Infrastruktur
Um die Position bei sicherheitsrelevanten Behörden und regulierten Kunden zu festigen, treibt das Unternehmen Partnerschaften voran. Am 1. Oktober kündigten Palantir und Armada eine Kooperation an, um modulare Infrastrukturen für Sovereign AI bereitzustellen. Palantir ernannte Armada in diesem Zuge zu seinem ersten Certified Modular Data Center Partner.
Der Kursschub am Freitag trieb die Aktie zeitweise auf ein neues 52-Wochen-Hoch von 186,64 €. Anleger honorieren derzeit vor allem das Erschließen neuer Marktsegmente durch KI-Lösungen, während die zunehmende Debatte über staatliche Abhängigkeiten in Europa vorerst in den Hintergrund gerückt ist.
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