ABO Energy: 170 Millionen Verlust 2025
ABO Energy muss bis Ende Juli eine Anschlussfinanzierung sichern. Der Jahresabschluss am 22. Juni gilt als wichtiger Meilenstein für die Restrukturierung.

Kurz zusammengefasst
- Anschlussfinanzierung bis Ende Juli nötig
- Nettoverlust von rund 170 Millionen Euro
- Sanierungsfähigkeit vorläufig bestätigt
- Politischer Rückenwind für Ökostrombranche
ABO Energy kämpft gegen die Uhr. Ende Juli 2026 muss der Windkraft- und Solarentwickler eine Anschlussfinanzierung mit seinen Partnern vereinbaren — sonst gerät die laufende Restrukturierung ins Stocken. Bis dahin stehen mit dem Jahresabschluss am 22. Juni und einer außerordentlichen Hauptversammlung im August weitere Meilensteine an.
Verlust von 170 Millionen Euro erwartet
Das Geschäftsjahr 2025 wird tief in den roten Zahlen enden. ABO Energy rechnet mit einem konsolidierten Nettoverlust von rund 170 Millionen Euro. Ursachen sind Wertberichtigungen von 35 Millionen Euro, Projektverschiebungen und gesunkene Einspeisevergütungen. Die Gesamtleistung dürfte bei etwa 230 Millionen Euro liegen.
Trotz der Schieflage bleibt das Unternehmen operativ aktiv. Bei der Windkraft-Ausschreibung im Mai reichte ABO Energy Projekte mit mehr als 150 Megawatt ein. In Rheinland-Pfalz verkaufte das Unternehmen Windparks mit 16,8 Megawatt sowie eine Einzelanlage mit 4,5 Megawatt an etablierte Energieversorger. Der Solarpark Birkholz in Brandenburg erhielt einen Tarifzuschlag für 7,8 Megawatt Peak.
Die Finanzierungsfrist als Scheideweg
Ein erstes Sanierungsgutachten kommt zu einem vorläufig positiven Ergebnis: ABO Energy gilt als sanierungsfähig. Die Bedingungen dafür müssen aber noch erfüllt werden. Die Anleihegläubiger hatten bereits im März Sanierungsbeschlüssen mit über 99 Prozent zugestimmt. Sie setzten die sogenannte Negativverpflichtung bis Ende 2026 aus — das erleichtert operative Schritte wie die Stellung von Sicherheiten bei Ausschreibungen.
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Das Management peilt eine Rückkehr in die Gewinnzone auf EBITDA-Ebene für 2027 an. Halbjahreszahlen folgen am 1. September.
Politischer Rückenwind aus Berlin
Für die Branche kommt eine erfreuliche Nachricht aus der Politik. Alle 16 Bundesländer lehnten den geplanten Redispatch-Vorbehalt ab. Dieser hätte Betreiber neuer Ökostromanlagen in Netzengpassgebieten von Entschädigungen bei netzbedingten Abschaltungen ausgeschlossen. Für bis zu 70 Prozent der Verteilernetze wären Neuinvestitionen damit unwirtschaftlich geworden.
Die Entscheidung der Energieministerkonferenz senkt die Risiken für neue Projekte spürbar — und kommt für ABO Energy zu einem günstigen Zeitpunkt. Ob das reicht, um Investoren zu überzeugen, wird der Jahresabschluss am 22. Juni zeigen.
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