Stadler Rail Aktie: BVB annulliert 23 TINA-Straßenbahnen
Stadler Rail verliert sicher geglaubten Auftrag in Basel wegen Lärm- und Vibrationsproblemen beim Modell TINA. Parallel laufen Tests und Auslieferungen in Polen.

Kurz zusammengefasst
- Auftrag für 23 Straßenbahnen in Basel annulliert
- Lärm- und Vibrationsprobleme beim Modell TINA
- Tests mit gefederten Rädern für Juli geplant
- FLIRT-Zug-Auslieferungen in Polen laufen planmäßig
Stadler Rail kämpft mit technischen Hürden bei seinem neuesten Straßenbahn-Modell. Während die Produktion von Regionalzügen in Polen planmäßig voranschreitet, sorgt das Modell TINA in der Schweiz für Verstimmung. In Basel platzte nun ein sicher geglaubter Auftrag.
Die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) haben eine Ausschreibung für 23 neue Straßenbahnen offiziell annulliert. Stadler Rail war in diesem Verfahren als einziger Bieter für den Typ TINA vorgesehen. Hintergrund der Entscheidung vom 20. Mai 2026 sind anhaltende Lärm- und Vibrationsprobleme bei bereits ausgelieferten Einheiten.
Der Hersteller arbeitet unter Hochdruck an einer technischen Lösung. Für Juli 2026 sind Tests mit speziellen gefederten Rädern geplant, um die Vibrationen zu senken. Da ähnliche Rückmeldungen auch von anderen Standorten vorliegen, besitzen diese Modifikationen eine hohe Relevanz für künftige Auftragschancen in diesem Segment.
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Parallel dazu meldet Stadler operative Erfolge im Bereich der Regionalzüge. In Polen wurden jüngst zwei weitere FLIRT-Züge an das Unternehmen Koleje Mazowieckie übergeben. Damit sind 23 der insgesamt 75 bestellten Einheiten ausgeliefert.
Bis Ende 2026 will Stadler die Zahl der übergebenen Züge in Polen auf 53 steigern. Die Fertigung in Siedlce spielt hierbei eine zentrale Rolle für die Modernisierung der polnischen Infrastruktur. In den USA setzt der Konzern derweil auf lokale Präsenz. Durch die Öffnung des Werks in Salt Lake City positioniert sich das Management für öffentliche Ausschreibungen unter dem „Buy America Act“.
Die Aktie reagierte am Freitag positiv und schloss bei 24,94 Euro, was einem Tagesplus von 3,31 Prozent entspricht. Damit rückt das 52-Wochen-Hoch von 26,06 Euro wieder in Sichtweite. Die technischen Tests im Juli dürften nun zum Gradmesser für die operative Stabilität im Straßenbahn-Segment werden.
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