Nvidia Aktie: Trump ruft an, Kurs fällt trotzdem
Nvidia verliert trotz öffentlicher Unterstützung durch Donald Trump. Branchenwarnungen, neue Chip-Konkurrenz und die Fed-Sitzung belasten den Ausblick.

Kurz zusammengefasst
- Trump verteidigt rasante KI-Entwicklung
- Nvidia zählt zu größten Verlierern
- Samsung finanziert alternatives Chip-Design
- Fed-Entscheidung wird zusätzlicher Belastungstest
Ein Telefonat mitten auf offener Bühne, ein Präsident, der AI-Sicherheitsbedenken als „Hoax“ abtut, und trotzdem ein Kurstaucher: Bei Nvidia zeigt sich gerade, dass politischer Rückenwind nicht automatisch Kursstütze bedeutet.
Auf dem All-In Summit in Los Angeles unterbrach US-Präsident Donald Trump am Montag die Rede von Nvidia-Chef Jensen Huang mit einem Anruf, den Huang auf Lautsprecher stellte. Trump nannte Sorgen vor unkontrollierter KI-Entwicklung „einen Hoax“ und bekräftigte, Rechenzentren seien „das Öl der nächsten 20, 25 Jahre“. Huang stimmte ihm auf der Bühne zu.
Warnungen aus der Branche selbst drücken den Kurs
Der Auftritt war Teil einer größeren Auseinandersetzung. Anthropic-Chef Dario Amodei hatte zuvor öffentlich für ein bewusstes Verlangsamen der Modellentwicklung geworben, unterstützt von OpenAI-Chef Sam Altman und Elon Musk. Trump stellte sich demonstrativ auf die Gegenseite und bezeichnete Kritiker als „Revolutionäre für eine schlechte und böse Sache“.
An der Börse zählte das wenig. Der Halbleiterindex SOX verlor am Montag über 5 Prozent, Nvidia gehörte zu den größten Verlierern neben Micron. Auslöser waren gerade jene Warnrufe führender KI-Köpfe vor zu schnellem Fortschritt – ein Szenario, das aus Anlegersicht auf sinkende Ausgaben für Chips und Rechenzentren hindeuten könnte. Genau diese Milliardeninvestitionen hatten die Tech-Rally der vergangenen Jahre getragen.
Konkurrenz aus den eigenen Kundenreihen
Parallel wächst der Druck von einer anderen Seite. Samsung hat sich an einer Finanzierungsrunde über 231 Millionen Dollar für das niederländische Start-up Euclyd beteiligt, das ein alternatives Chip-Design für KI-Inferenz jenseits klassischer GPU-Architektur entwickelt.
Samsung reiht sich damit in eine wachsende Liste von Nvidia-Großkunden ein, die eigene Chip-Wege verfolgen – OpenAI stellte im August mit „Jalapeño“ bereits einen eigenen Beschleuniger vor, auch Google, Amazon und Meta bauen an eigener Silizium-Infrastruktur.
Euclyd selbst steht noch am Anfang: Die ersten physischen Systeme sollen 2028 ausgeliefert werden, eine breitere Kundenbasis wird erst für 2030 angepeilt. Nvidias Dominanz bei den leistungsstärksten Chips bleibt damit kurzfristig unangetastet – der Trend zur Diversifizierung bei den größten Abnehmern ist aber unübersehbar.
Die US-Notenbank tagt diese Woche, mit wachsender Markterwartung einer Zinsanhebung um 25 Basispunkte. Für Chipwerte wie Nvidia dürfte damit neben der KI-Debatte auch die Zinsentscheidung zum unmittelbaren Belastungstest werden.
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