Realty Income liefert Anlegern eine Nachricht mit zwei Gesichtern: Der REIT wächst weiter und übertrifft beim Umsatz die Erwartungen – bei der operativen Kennzahl je Aktie gibt es aber einen kleinen Dämpfer. Gleichzeitig macht das Management klar, wohin die Reise 2026 gehen soll: mehr Investitionen, breiteres Kapitalfundament und ein neuer Schritt ins Ausland. Was steckt hinter dieser Mischung aus „solide“ und „ambitioniert“?
Q4: Umsatz stärker, AFFO leicht darunter
Im vierten Quartal 2025 lag der Umsatz bei 1,49 Milliarden US-Dollar und damit über den Erwartungen. Beim Adjusted Funds From Operations (AFFO) – der bei REITs als wichtige Messgröße für die laufende Ertragskraft gilt – meldete Realty Income 1,08 US-Dollar je Aktie. Das verfehlte die Schätzungen laut Vorlage knapp.
Unterm Strich verdiente das Unternehmen 296,1 Millionen US-Dollar bzw. 0,32 US-Dollar je Aktie. Auf Jahressicht lag der AFFO bei 4,28 US-Dollar je Aktie, der Nettogewinn bei 1,1 Milliarden US-Dollar bzw. 1,17 US-Dollar je Aktie.
2025: Viel investiert, Portfolio bleibt stabil
Auffällig ist vor allem das Tempo beim Kapital-Einsatz: 2025 investierte Realty Income 6,3 Milliarden US-Dollar zu einer anfänglichen, gewichteten Cash-Rendite von 7,3%. Allein im vierten Quartal waren es 2,4 Milliarden US-Dollar zu 7,1% – das Management sprach von einer spürbaren Beschleunigung.
Parallel wurde das Portfolio aktiv „aufgeräumt“: 425 Immobilien gingen für rund 744 Millionen US-Dollar über den Tisch. Das wurde als Maßnahme zur Portfolio-Optimierung eingeordnet.
Operativ blieb das Bild robust: Die Auslastung lag zum Jahresende bei 98,9%. Zudem gelang es bei Neuvermietungen, im Schnitt höhere Mieten durchzusetzen – die Rent-Recapture-Rate lag 2025 bei 103,9% (im vierten Quartal 104,9%).
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2026: Höhere Ziele, mehr Kapitalquellen, Mexiko als neuer Baustein
Für 2026 stellt Realty Income ein AFFO je Aktie von 4,38 bis 4,42 US-Dollar in Aussicht. Das entspräche rund 2,8% Wachstum im Mittelwert. Noch wichtiger für die Strategie: Das Investitionsvolumen soll auf etwa 8,0 Milliarden US-Dollar steigen – deutlich mehr als 2025.
Dazu nennt das Management mehrere Stellschrauben: geringere kreditbedingte Verluste (40–50 Basispunkte des Umsatzes nach rund 70 Basispunkten in 2025), erwartete Erträge aus Vertragsbeendigungen (30–40 Millionen US-Dollar), Same-Store-Mietwachstum von 1,0% bis 1,3% und eine Auslastung von etwa 98,5%. Verkäufe sollen in etwa auf dem Niveau von 2025 bleiben (rund 740 Millionen US-Dollar).
Finanziell setzt Realty Income stärker auf Diversifikation: 2025 startete ein US-Open-End-Fonds und sammelte über 1,5 Milliarden US-Dollar von mehr als 40 institutionellen Investoren ein. Im Januar folgten 862,5 Millionen US-Dollar an wandelbaren Anleihen (3,500% bis 2029). Ein Teil der Erlöse floss in den Rückkauf von rund 1,8 Millionen Aktien, der Rest in die Rückzahlung einer 500-Millionen-US-Dollar-Anleihe mit 5,05% Kupon. Die Liquidität lag zum Jahresende bei über 4,1 Milliarden US-Dollar, das Verschuldungsmaß net debt zu pro forma adjusted EBITDAre bei 5,4x.
International wird es ebenfalls konkreter: Über eine Partnerschaft mit GIC kündigte Realty Income den Einstieg in Mexiko an – inklusive einer 200-Millionen-US-Dollar-Takeout-Zusage für ein US-Dollar-denominiertes Industrieportfolio. Der geografische Fokus liegt zunächst auf Mexiko-Stadt und Guadalajara. Zusätzlich läuft eine 1,5-Milliarden-US-Dollar-Joint-Venture-Struktur in den USA (ebenfalls mit GIC) für Industrie-Build-to-suit-Objekte; die erste Transaktion in Dallas (58,5 Millionen US-Dollar) wurde bereits im Vormonat abgeschlossen.
Auch die Dividendenlinie bleibt intakt: Die annualisierte Dividende lag zum 31. Dezember 2025 bei 3,240 US-Dollar je Aktie, ein Plus von 2,9% gegenüber dem Vorjahr. Die AFFO-Ausschüttungsquote für 2025 betrug 75,2%.
Am Markt zeigte sich die Aktie zuletzt stabil: Mit 56,44 € notiert sie nur knapp unter dem jüngsten 52‑Wochen-Hoch und liegt seit Jahresbeginn klar im Plus. Entscheidend für die nächsten Wochen wird sein, ob Realty Income das höhere Investitionstempo 2026 wie geplant umsetzt, ohne die in der Prognose unterstellten Kreditverluste und die hohe Auslastung aus dem Blick zu verlieren.
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