Microsoft steht plötzlich wieder anders da: Trotz starker Zahlen und prall gefüllter Cloud-Auftragsbücher hat der Markt den Titel seit Jahresbeginn deutlich zurückgesetzt. Gleichzeitig liefern OpenAIs frische Finanzierungsrunde, ein neuer CrowdStrike-Vertriebskanal und Microsofts eigener KI-Chip neue Argumente für beide Lager. Entscheidend ist jetzt, ob aus den großen KI-Investitionen auch sichtbar mehr Gewinn wird.
Starke Basis – aber teure KI-Offensive
Operativ liefert Microsoft weiter ab. Im Quartal bis Ende Dezember meldete der Konzern Rekordumsätze von 81,3 Mrd. US-Dollar (+17% zum Vorjahr) und ein deutlich höheres operatives Ergebnis. Besonders auffällig: Die kommerziellen Bookings sprangen um 230% nach oben. Dahinter stecken vor allem große Azure-Verträge – inklusive Deals jenseits der 100-Millionen-Dollar-Marke.
Der Blick der Anleger hängt aber an der Kostenseite. Die Investitionen in Rechenzentren und KI-Infrastruktur stiegen kräftig, gleichzeitig ging die Cloud-Bruttomarge zurück. Für das laufende Geschäftsjahr plant Microsoft laut Bericht allein 120 Mrd. US-Dollar für KI-Infrastruktur. Genau diese Rechnung – Wachstum heute, Profit später – bleibt der zentrale Stressfaktor für die Bewertung.
OpenAI und CrowdStrike: Mehr Rückenwind für Azure
Ein wichtiger Unsicherheitsfaktor war zuletzt OpenAI. Diese Woche kam hier Entlastung: Eine Finanzierungsrunde, die OpenAI laut Quelle mit 840 Mrd. US-Dollar bewertet, wird von BNP Paribas als positiv für Partner wie Microsoft eingeordnet – auch, weil Microsoft demnach 27% an OpenAI hält. Zudem bekräftigten beide Unternehmen ihre seit 2019 bestehende Partnerschaft und OpenAI sagte umfangreiche, langfristige Azure-Ausgaben zu. Das stärkt die Planbarkeit im Cloud-Geschäft, weil es den Auftragsbestand untermauert.
Parallel baut Microsoft das Azure-Ökosystem im Vertrieb aus: CrowdStrikes Falcon-Plattform kann nun direkt über den Microsoft Marketplace bezogen werden – und zwar unter Nutzung bestehender Azure-Ausgabeverpflichtungen der Kunden. Azure wird damit noch stärker zur Einkaufsplattform für Unternehmen, nicht nur zur reinen Rechenleistung.
Eigener Chip, klare Zielmarke – aber nicht ohne Risiken
Mit „Maia 200“ treibt Microsoft zudem eigene Hardware voran. Der Chip soll in bestimmten Benchmarks dreimal so schnell sein wie Amazons aktueller Trainium und läuft bereits in Microsoft-Rechenzentren – unter anderem für OpenAIs GPT‑5.2 sowie Microsoft-365-Copilot-Workloads. Der Kern dahinter ist pragmatisch: KI soll günstiger und energieeffizienter werden, gerade weil „Inference“ (also die Echtzeit-Nutzung trainierter Modelle) einen immer größeren Teil der laufenden KI-Kosten ausmacht.
Aber nicht alles wächst gleich: Im Segment „More Personal Computing“ gingen die Umsätze zurück, Gaming schwächelte und die Xbox-Hardware fiel besonders deutlich. Zusätzlich tauchten Berichte auf, dass OpenAI an einer Alternative zu GitHub arbeitet – ein Thema, das die Belastbarkeit der Partnerschaft auf der Software-Ebene testen könnte.
Am Markt zeigt sich die Neubewertung bereits: Die Microsoft-Aktie liegt seit Jahresanfang mit -11,82% im Minus und notiert damit spürbar unter den längerfristigen Durchschnittswerten.
Für das laufende Quartal stellt das Management 80,65 bis 81,75 Mrd. US-Dollar Umsatz in Aussicht. Die Marge soll wegen der KI-Investitionen kurzfristig etwas nachgeben, im Gesamtjahr 2026 aber leicht zulegen. Der Knackpunkt bleibt damit die Umsetzung: Wenn Microsoft den gewaltigen kommerziellen Auftragsbestand von 625 Mrd. US-Dollar zunehmend in ausgewiesene Umsätze und Ergebnisse dreht, dürfte die aktuelle Bewertungsdebatte schnell eine neue Richtung bekommen.
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