Covestro liefert für 2025 schwache Zahlen – und trotzdem wirkt die Lage nicht völlig überraschend. Denn das Unternehmen hat die im Oktober eingeengte Prognose getroffen, während im Hintergrund bereits der nächste große Schritt vorbereitet wird: Mehrheitsaktionär XRG will einen Squeeze-out anstoßen. Was bedeutet das jetzt noch für das Papier?
Zahlen 2025: Prognose erreicht, Ergebnis aber klar negativ
Im Geschäftsjahr 2025 sank der Umsatz um 8,7% auf 12,9 Mrd. Euro. Covestro verweist auf niedrigere Verkaufspreise in allen Regionen sowie Wechselkurseffekte. Deutlich stärker traf es das operative Ergebnis: Das EBITDA fiel um 30,9% auf 740 Mio. Euro – immerhin innerhalb der im Oktober 2025 genannten Spanne von 700 bis 800 Mio. Euro.
Unterm Strich blieb es tiefrot. Das Konzernergebnis lag bei -644 Mio. Euro nach -266 Mio. Euro im Vorjahr. Auch der Free Operating Cash Flow rutschte auf -283 Mio. Euro (Vorjahr: +89 Mio. Euro). Konsequenz: Für 2025 soll es keine Dividende geben.
Im vierten Quartal verschärfte sich der Verlust: Der Nettoverlust weitete sich auf -378 Mio. Euro aus, bei einem um 13,7% gesunkenen Quartalsumsatz von 2,915 Mrd. Euro.
Segmente, Brand und Sparprogramm: Wo es hakte – und wo es half
Beide Bereiche meldeten rückläufige Werte. Bei Performance Materials fielen die Erlöse um 12,1% auf 6,1 Mrd. Euro, das Segment-EBITDA sank um 34,1% auf 375 Mio. Euro. Covestro nennt niedrigere Margen und höhere Aufwendungen im STRONG-Transformationsprogramm als Belastungsfaktoren – inklusive der Schließung der gemeinsam mit LyondellBasell betriebenen Anlage in Maasvlakte.
Solutions & Specialties kam etwas stabiler durch: Umsatz -5,5% auf 6,6 Mrd. Euro, EBITDA -8,0% auf 681 Mio. Euro. Hier halfen laut Unternehmen höhere Absatzmengen und geringere Kosten aus dem STRONG-Programm.
Zusätzlichen Gegenwind brachte ein Brand im Chempark Dormagen. Die negativen Auswirkungen auf das Gesamtjahresergebnis beziffert Covestro auf einen niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich, weil mehrere Anlagen ausfielen.
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Immerhin: Das 2024 gestartete STRONG-Programm zeigt Wirkung. Bis Ende 2025 wurden Einsparungen von rund 275 Mio. Euro realisiert. Bis Ende 2028 peilt Covestro jährliche Einsparungen von 400 Mio. Euro an – über Prozessverbesserungen, Digitalisierung und KI-Einsatz.
XRG, Squeeze-out und Personalien: Die nächsten Weichenstellungen
Die strategische Partnerschaft mit XRG (vormals ADNOC International) wurde am 10. Dezember 2025 abgeschlossen. Eine Kapitalerhöhung über 1,17 Mrd. Euro soll die Eigenkapitalbasis stärken. Gleichzeitig hat XRG angekündigt, auf der diesjährigen Hauptversammlung einen Squeeze-out nach Aktienrecht anzustreben. Vorstand und Aufsichtsrat unterstützen den Plan grundsätzlich.
Dazu passt auch der bereits im Januar beantragte Wechsel vom Prime Standard in den General Standard – Covestro begründet das mit dem Ziel, regulatorische Kosten zu senken.
Auf der Managementseite stehen Wechsel an: CEO Markus Steilemann will sein Amt zum Ende der Vertragslaufzeit am 31. Mai 2028 niederlegen. Zudem war bereits bekannt geworden, dass CFO Christian Baier das Unternehmen im September 2026 verlassen wird.
Am Markt spiegelt sich die abwartende Haltung in einer engen Handelsspanne: Die Aktie notiert heute bei 60,58 Euro und damit knapp unter dem 52‑Wochen-Hoch von 61,00 Euro. Auffällig ist der RSI von 30,3, der auf eine technisch schwache Verfassung hindeutet.
Zum Ausblick für 2026 bleibt Covestro vorsichtig: Das EBITDA soll sich etwa auf Vorjahresniveau bewegen (Abweichung im einstelligen Prozentbereich). Beim Free Operating Cash Flow und bei der Kapitalrendite (ROCE über WACC) stellt das Unternehmen dagegen eine deutliche Verbesserung gegenüber 2025 in Aussicht.
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