Barrick hat sich in den vergangenen zwölf Monaten vom Sorgenkind zum Überflieger im Minensektor entwickelt. Getrieben von stark gestiegenen Goldpreisen, Rekordzahlen und strategischen Weichenstellungen notiert die Aktie inzwischen nahe ihrem Jahreshoch. Die zentrale Frage für Anleger lautet dabei: Wie solide ist das Fundament dieser Rally?
Starke Rally, klare Treiber
Die Aktie profitiert direkt vom anhaltenden Höhenflug der Edelmetalle. Auf Sicht von zwölf Monaten legte der Kurs um rund 170 % zu – ein außergewöhnlicher Wert selbst im zyklischen Minensektor. Parallel dazu hat sich der Goldpreis auf etwa 4.600 US‑Dollar je Unze geschoben, mehr als 70 % höher als ein Jahr zuvor. Dieser Preishebel vergrößert die Margen der Produzenten spürbar.
Im operativen Geschäft hat Barrick 2025 geliefert. Das Unternehmen, das sich im Mai 2025 von Barrick Gold Corporation in Barrick Mining Corporation umbenannt hat, meldete für das dritte Quartal 2025 Rekorde:
- Operativer Cashflow: 2,4 Mrd. US‑Dollar (Rekordniveau)
- Free Cashflow: 1,5 Mrd. US‑Dollar
- Goldproduktion: 829.000 Unzen
- Kupferproduktion: 55.000 Tonnen
- Operativer Cashflow: +82 % gegenüber dem Vorquartal
Diese Zahlen spiegeln nicht nur höhere Goldpreise, sondern auch eine verbesserte Produktionseffizienz wider. Der Umsatz der vergangenen zwölf Monate stieg auf 14,6 Mrd. US‑Dollar, nach 12,92 Mrd. US‑Dollar im Jahr 2024.
Auch der Aktienkurs spiegelt diese Dynamik wider: Mit aktuell 42,00 Euro liegt die Aktie nur gut 2 % unter ihrem 52‑Wochen-Hoch, während sie sich seit dem 52‑Wochen-Tief im Januar 2025 um mehr als 170 % verteuert hat.
Bewertung und Analystensicht
Trotz des deutlichen Kursanstiegs wirkt die Bewertung im Branchenvergleich nicht überzogen. Auf Basis der vergangenen zwölf Monate liegt das KGV bei 22,95, das Forward-KGV bei 12,95. Das Nettoergebnis summiert sich im gleichen Zeitraum auf 3,58 Mrd. US‑Dollar, die Dividendenrendite beträgt 1,08 %. Aus Marktsicht steht damit ein Konzern mit rund 82,2 Mrd. US‑Dollar Börsenwert auf einem deutlich stärkeren Ertragsfundament als noch 2024.
Analysten bleiben grundsätzlich positiv gestimmt, auch wenn viele Kursziele von der Kursentwicklung bereits überholt wurden. Zu den jüngsten Einschätzungen gehören:
- Bernstein SocGen: „Outperform“ mit Kursziel 64,00 CAD
- DA Davidson: „Buy“ mit Kursziel 42,00 US‑Dollar
- UBS: „Buy“, Kursziel von 39 auf 47 US‑Dollar angehoben
- TD Cowen: Kaufempfehlung bestätigt
Der Konsens der Kursziele liegt mit 44,00 bis 45,65 US‑Dollar unter dem aktuellen Kursniveau. Das deutet darauf hin, dass die Aktie schneller gelaufen ist, als viele Experten erwartet hatten.
Strategische Schritte und Sonderfaktoren
Geplante Abspaltung von Nordamerika-Assets
Ein möglicher Kurstreiber ist die geplante Neuordnung des Portfolios in Nordamerika. Im Dezember 2025 kündigte Barrick an, eine Börsennotierung (IPO) der nordamerikanischen Goldwerte zu prüfen. In eine separate Gesellschaft („NewCo“) sollen unter anderem die Beteiligungen an Nevada Gold Mines, Pueblo Viejo und der Fourmile-Entdeckung eingebracht werden. Barrick will dabei die Kontrolle behalten.
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Ein solcher Schritt könnte versteckte Werte heben, da die Assets eigenständig bewertet würden. Zugleich schafft die Struktur mehr Transparenz über Ergebnisbeiträge und Kapitalallokation.
Einigung in Mali
Ein zentrales politisches Risiko konnte 2025 entschärft werden. Im November erzielte Barrick mit der Regierung Malis eine umfassende Einigung über alle Streitpunkte rund um den Loulo-Gounkoto-Komplex. Damit entfällt ein Unsicherheitsfaktor, der die Aktie über zwei Jahre belastet hatte. Zudem erhält Barrick wieder einen mittleren zweistelligen Prozentsatz der Produktion als zurechenbaren Anteil – ein klarer Pluspunkt für die Förderbasis.
Druck von Investorenseite
Hinzu kommt der Einstieg des aktivistischen Investors Elliott Management, der sich eine größere Beteiligung gesichert hat. Marktbeobachter sehen darin einen zusätzlichen Hebel für mögliche Strukturmaßnahmen, etwa bei der Aufspaltung oder Fokussierung des Portfolios. Konkrete Maßnahmen wurden zwar noch nicht kommuniziert, das Potenzial für weitere Wertimpulse ist aber vorhanden.
Ausblick: Zahlen und Marktumfeld
Operativ steht der nächste Meilenstein bereits fest: Am 5. Februar 2026 will Barrick die Zahlen für das Gesamtjahr und das vierte Quartal 2025 vorlegen. Der Zacks-Konsens rechnet mit einem Gewinnanstieg von 79,4 % im Jahresvergleich – ein weiterer Beleg dafür, wie stark der Konzern vom Goldpreis-Umfeld profitiert.
Der Rückenwind vom Markt für Edelmetalle hält bislang an. Seit Anfang 2025 ist der Goldpreis um mehr als 25 % gestiegen, getrieben von:
- persistenter Inflationsangst
- geopolitischen Spannungen
- hoher Nachfrage von Zentralbanken
Bernstein hat sein Goldpreisziel für 2026 auf 4.180 US‑Dollar je Unze angehoben, mahnt aber, dass das Aufwärtspotenzial von aktuellen Niveaus begrenzt sein könnte. Für Barrick bedeutet dies: Die jüngsten Rekorde sind stark an das aktuelle Preisniveau geknüpft, aber das Unternehmen ist breiter aufgestellt.
Neben Gold spielt Kupfer eine wichtige Rolle. Über die Beteiligung am Reko-Diq-Projekt in Pakistan verfügt Barrick über eine bedeutende Wachstumsoption. Ab 2028 soll das Vorhaben rund 900 Mio. US‑Dollar Kupferumsatz pro Jahr generieren und die Kupferproduktion des Konzerns um etwa 50 % erhöhen. Damit sichert sich Barrick einen Platz in einem Markt, der von Elektrifizierung und Energiewende langfristig profitieren dürfte.
In Summe stützt sich die Barrick-Rally derzeit auf drei Säulen: das hohe Goldpreisniveau, operative und finanzielle Rekordwerte sowie strategische Projekte von Mali bis Reko Diq. Die Zahlen am 5. Februar 2026 werden zeigen, ob das Tempo des Gewinnwachstums mit dem starken Kursanstieg Schritt hält.
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