Palantir Aktie: Institutioneller Druck wächst
Trotz operativer Rekordergebnisse steht die Palantir-Aktie unter Druck, da Hedgefonds Tech-Werte massiv verkaufen und ein Großinvestor aus ethischen Gründen aussteigt.
Kurz zusammengefasst
- Hedgefonds verkaufen Tech-Aktien am schnellsten seit 13 Jahren
- Niederländischer Pensionsfonds ABP löst Beteiligung stillschweigend auf
- Unternehmensumsatz wächst im vierten Quartal um 70 Prozent
- Hohe Bewertung trotz Wachstum bleibt zentrales Problem
Starke Quartalszahlen, schwacher Kurs — und nun gleich zwei institutionelle Nadelstiche. Hedgefonds verkaufen Tech-Aktien so schnell wie seit 13 Jahren nicht mehr, und der niederländische Pensionsfonds ABP hat seine Palantir-Beteiligung still und leise aufgelöst. Das Unternehmen selbst liefert Rekordergebnisse. Der Markt interessiert das derzeit wenig.
Hedgefonds auf dem Rückzug
Laut Goldman Sachs haben Hedgefonds im vergangenen Monat globale Aktien zum vierten Mal in Folge netto verkauft — mit dem höchsten Tempo seit 13 Jahren. In acht von elf US-Sektoren kam es zu Nettoabflüssen, besonders stark betroffen waren Technologie, Industrie und Finanzwerte. Neben Palantir traf es auch Nvidia und Tesla.
Als Reaktion auf die anhaltenden Unsicherheiten rund um den Iran-Krieg verlagerten Fondsmanager Kapital in defensive Positionen. Konsumgüter-Aktien wie Costco und Walmart wurden so schnell zugekauft wie zuletzt im Juli 2025. Hedgefonds erlitten im März ihre schlechtesten monatlichen Verluste seit Januar 2022.
ABP verkauft aus ethischen Gründen
Zusätzlichen Druck erzeugt der Rückzug von ABP, dem niederländischen Pensionsfonds für den öffentlichen Dienst. Wie die Financieele Dagblad berichtet, taucht Palantir in der aktuellen Investmentliste des Fonds nicht mehr auf — ein Sprecher bestätigte den Verkauf.
Auslöser war eine Recherche des investigativen Portals Follow The Money vom Januar, das ABPs damalige Beteiligung im Wert von 825 Millionen Euro öffentlich machte. ABP betonte, auf „finanziell und sozial verantwortliche“ Weise investieren zu wollen. Kritiker hatten auf Palantirs Überwachungstechnologie hingewiesen, die unter anderem von der US-Einwanderungsbehörde ICE und dem israelischen Militär eingesetzt wird. Ob ABP mit Gewinn oder Verlust verkaufte, ist nicht bekannt.
Bewertung bleibt das eigentliche Problem
Das Paradoxe: Operativ läuft es bei Palantir besser denn je. Im vierten Quartal 2025 wuchs der Umsatz um 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr, Analysten wurden beim Umsatz um 6,3 Prozent und beim Gewinn je Aktie um 8,7 Prozent übertroffen. Das US-Kommerzgeschäft legte um 137 Prozent auf 507 Millionen Dollar zu. Für das Gesamtjahr 2026 peilt das Management einen Umsatz von 7,18 bis 7,20 Milliarden Dollar an — ein Wachstum von über 60 Prozent.
Trotzdem ist die Aktie seit Jahresbeginn rund 30 Prozent gefallen, nach einem Anstieg von fast 135 Prozent im Vorjahreszeitraum. Das Muster ist dabei aufschlussreich: Während ein Umsatzübertreffen im vierten Quartal 2024 noch einen Kurssprung von 24 Prozent auslöste, führte ein noch stärkeres Übertreffen im dritten Quartal 2025 zu einem Kursminus von 8 Prozent.
Der Grund liegt in der Bewertung. Palantir wird aktuell mit dem 112-fachen der erwarteten 2026er-Gewinne gehandelt, beim freien Cashflow liegt das Multiple bei 180. Bullen verweisen auf das PEG-Ratio von 0,96 — das auf Basis des Wachstums eine mögliche Unterbewertung signalisiert. Bären sehen schlicht eine Aktie, in die bereits mehrere Jahre fehlerloser Ausführung eingepreist sind.
Quartalsbericht als Stimmungstest
Am 4. Mai 2026 legt Palantir die Zahlen für das erste Quartal vor. Angesichts des laufenden institutionellen Verkaufsdrucks und der hohen Bewertungserwartungen wird der Bericht zeigen müssen, ob das Wachstumstempo hält — und ob das Management die Prognose von über 3,1 Milliarden Dollar US-Kommerzumsatz für 2026 bestätigen kann.
Palantir-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Palantir-Analyse vom 4. April liefert die Antwort:
Die neusten Palantir-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Palantir-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 4. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Palantir: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...