Erste Bank Aktie: Mängel offenbar?

Die Erste Group Bank schlägt nach der milliardenschweren Übernahme in Polen eine drastisch reduzierte Dividende vor. Die Hauptversammlung entscheidet über die Gewinnverwendung.

Felix Baarz ·
Erste Bank Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Dividendenvorschlag von nur 0,75 Euro je Aktie
  • Massive Kapitalbelastung durch Polen-Übernahme
  • Solide operative Basis trotz Herausforderungen
  • Ambitionierte Ziele für das Geschäftsjahr 2026

Am 17. April trifft sich die Erste Group Bank zur 33. ordentlichen Hauptversammlung am Wiener Erste Campus — und die Abstimmung über die Gewinnverwendung 2025 dürfte einigen Aktionären sauer aufstoßen. Der Vorstand schlägt eine Dividende von nur 0,75 Euro je Aktie vor, nach 3,00 Euro im Vorjahr. Die Ausschüttungsquote bricht damit von 50 bis 55 Prozent auf gerade zehn Prozent ein.

Der Grund liegt auf der Hand: Anfang 2026 übernahm die Erste Group einen beherrschenden 49-Prozent-Anteil an der Santander Bank Polska für rund 7,0 Milliarden Euro in bar. Eine Transaktion dieser Größenordnung hinterlässt Spuren in der Kapitalstruktur.

Belastungen durch den Polen-Deal

Das Management rechnet mit einem CET1-Rückgang von rund 460 Basispunkten — ausgehend von einer Ausgangsbasis von 19,3 Prozent zum Jahresende 2025. Dazu kommen Integrationskosten von etwa 180 Millionen Euro sowie eine einmalige Kreditrisikovorsorge von 300 Millionen Euro brutto. Regulatorische Abgaben, vor allem in Ungarn und Rumänien, belasten 2026 mit rund 450 Millionen Euro zusätzlich.

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Operativ steht das Institut dabei auf einem soliden Fundament. Der Nettogewinn kletterte 2025 auf 3,5 Milliarden Euro, die Eigenkapitalrendite verbesserte sich auf 16,6 Prozent. Das Kreditvolumen wuchs um 6,4 Prozent auf 232,0 Milliarden Euro.

Ambitionierte Ziele, schwieriges Marktumfeld

Für 2026 gibt sich das Management offensiv: Unter Einbeziehung der polnischen Einheit soll das Kreditvolumen die Marke von 285 Milliarden Euro übersteigen, der Zinsüberschuss mehr als 11 Milliarden Euro erreichen. Eine Eigenkapitalrendite von rund 19 Prozent und ein Gewinnwachstum je Aktie von über 20 Prozent sind die erklärten Ziele.

Die Aktie notiert zuletzt bei 88,90 Euro und hat seit Jahresbeginn rund 14,6 Prozent verloren — der Kurs liegt damit deutlich unter dem 50-Tage-Durchschnitt von gut 103 Euro. Rebranding und Umbau von 485 Filialen zur „Erste Bank Polska“ starten ab dem zweiten Quartal, die vollständige Integration ist auf zwei Jahre angelegt. Die erste Bewährungsprobe kommt schnell: Am 30. April folgen die Q1-Zahlen inklusive Erstkonsolidierung der polnischen Einheit — und damit der erste konkrete Blick darauf, ob die Transaktion die gesteckten Renditeziele trägt.

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Erste Bank Aktie

88,90 EUR

– 3,35 EUR -3,63 %
KGV 14,08
Sektor Finanzdienstleistungen
Div.-Rendite 2,91 %
Marktkapitalisierung 40,74 Mrd. EUR
ISIN: AT0000652011 WKN: 909943

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