Tilray Aktie: Gemischte Zahlen

Tilray meldet Rekordumsatz, verzeichnet aber deutlich höheren Verlust als erwartet. Die Aktie reagiert verhalten, während das Unternehmen auf regulatorische Änderungen in den USA hofft.

Kurz zusammengefasst:
  • Rekordumsatz übertrifft Analystenerwartungen
  • GAAP-Verlust deutlich höher als prognostiziert
  • Starkes Wachstum im internationalen Cannabisgeschäft
  • Solide Liquidität und bestätigte Jahresprognose

Tilray hat für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 Rekordumsätze gemeldet, gleichzeitig aber einen deutlich höheren GAAP-Verlust als erwartet ausgewiesen. Die Aktie reagiert darauf mit Schwankungen im vorbörslichen Handel, nachdem sie gestern leicht schwächer bei 8,94 US‑Dollar aus dem Markt ging. Der Bericht spiegelt ein Spannungsfeld zwischen operativem Fortschritt, hohen Einmalkosten und der Hoffnung auf Rückenwind durch mögliche regulatorische Änderungen in den USA wider.

Umsatzrekord, aber hoher GAAP-Verlust

Tilray meldete für das am 30. November 2025 beendete Quartal einen Netto-Umsatz von 217,5 Mio. US‑Dollar. Damit übertraf das Unternehmen die Analystenschätzungen von rund 211 Mio. US‑Dollar und erreichte einen neuen Rekordwert für ein zweites Quartal.

Tilray

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Auf der Ergebnisseite fiel das Bild schwächer aus:

  • GAAP-EPS: Verlust von -0,41 US‑Dollar je Aktie (Erwartung: ca. -0,20 US‑Dollar)
  • Adjusted EBITDA: 8,4 Mio. US‑Dollar
  • Bereinigtes EPS: Verlust von -0,02 US‑Dollar je Aktie

Die deutliche Lücke zwischen GAAP- und bereinigtem Ergebnis deutet auf hohe nicht zahlungswirksame Effekte oder einmalige Aufwendungen hin, die das ausgewiesene Ergebnis belasten, operativ aber nur teilweise durchschlagen.

Ein klarer Wachstumstreiber war das internationale Cannabisgeschäft. Der Umsatz in diesem Bereich legte im Jahresvergleich um 36 % zu. Im Quartalsvergleich zum ersten Quartal war das Plus mit 51 % noch ausgeprägter. Besonders Europa, allen voran der weiter wachsende medizinische Markt in Deutschland, stützt damit die internationale Expansionsstrategie.

Verhaltener Kurs, solide Liquidität

An der Börse fiel die erste Reaktion zurückhaltend aus. Statt eines deutlichen Kurssprungs gab der Kurs gestern leicht nach und schloss bei 8,94 US‑Dollar. Der Markt scheint den Umsatzrekord damit klar gegen den ausgeweiteten GAAP-Verlust abzuwägen.

Positiv fällt die Bilanzseite auf. Tilray beendete das Quartal mit 291,6 Mio. US‑Dollar an liquiden Mitteln und marktfähigen Wertpapieren. Der Netto-Cash-Bestand lag bei rund 27,4 Mio. US‑Dollar. Damit verfügt das Unternehmen aus heutiger Sicht über ausreichende Mittel, um laufende Aktivitäten und strategische Initiativen zu finanzieren, ohne kurzfristig neue Verwässerungen in Kauf nehmen zu müssen.

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Strategisch richtet das Management den Blick deutlich stärker auf den US‑Markt. CEO Irwin Simon nutzte den Conference Call, um auf die politischen Signale zur möglichen Neueinstufung von Cannabis in den USA hinzuweisen. Vor diesem Hintergrund hob Tilray die Gründung von „Tilray Medical USA“ im Dezember 2025 hervor. Diese Einheit ist darauf ausgerichtet, von einer möglichen Einstufung von Cannabis in Schedule III zu profitieren, was insbesondere den medizinischen Markt und steuerliche Rahmenbedingungen verbessern würde.

Sektorumfeld und Kostendruck

Der Quartalsbericht fällt in eine Phase neuer Aufmerksamkeit für den Cannabis-Sektor. Der AdvisorShares Pure US Cannabis ETF (MSOS) verzeichnet zu Jahresbeginn 2026 eine Belebung, getragen von Erwartungen an regulatorische Reformen auf Bundesebene. In diesem Umfeld bietet Tilrays breit aufgestelltes Modell mit Cannabis, Distribution und Alkoholgeschäft eine gewisse Diversifizierung der Umsatzquellen.

Die Vertriebssparte, inklusive Tilray Pharma, unterstreicht diese Rolle mit einem Rekordquartal von 85,3 Mio. US‑Dollar Umsatz. Die nicht-Cannabis-Umsätze steuern damit einen stabilen Cashflow bei, der die volatileren Kernmärkte teilweise abfedert.

Gleichzeitig zeigt das Ergebnis, dass der Weg zur Profitabilität kostspielig bleibt. Die unter dem Label „Project 420“ laufenden Effizienzprogramme zielen auf Einsparungen von 33 Mio. US‑Dollar ab. Die Aufrechterhaltung einer globalen Präsenz und die Vorbereitung auf einen möglichen Markteintritt in den USA verursachen jedoch weiterhin hohe Aufwendungen, die kurzfristig auf die Profitabilität drücken.

Ausblick und technische Marken

Für das laufende Geschäftsjahr 2026 bestätigte Tilray die Prognose für das bereinigte EBITDA von 62 bis 72 Mio. US‑Dollar. Die globale medizinische Cannabissparte soll perspektivisch auf eine jährliche Umsatzrate von rund 150 Mio. US‑Dollar wachsen, unterstützt durch die neuen Aktivitäten in den USA.

Charttechnisch pendelt der Titel derzeit um eine Unterstützungszone nahe 9,00 US‑Dollar. Ein anhaltender Rutsch darunter würde tendenziell für weitere Konsolidierung sprechen. Ein stabiler Ausbruch über die Marke von 10,00 US‑Dollar dürfte dagegen klarere Signale von der regulatorischen Seite in den USA oder Fortschritte hin zu einer GAAP-Profitabilität voraussetzen. Bereits heute wird das Handelsvolumen Hinweise geben, wie stark die Marktteilnehmer die aktuelle Mischung aus Wachstumsdynamik und Ergebnisschwäche gewichten.

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