Infineon markiert ein 10-Jahres-Hoch – und treibt gleichzeitig eine der größten strategischen Neuausrichtungen seiner Geschichte voran. Der Münchner Halbleiterkonzern investiert Milliarden in KI-Infrastruktur, sichert seine Führung bis 2032 und finanziert das ambitionierte Wachstumsprogramm über eine Anleihe mit Rekord-Nachfrage. Kann Infineon damit die schwächelnde Nachfrage aus der Autoindustrie kompensieren?
Führung gesichert, Kurs verdoppelt: Vertrauen zahlt sich aus
Der Aufsichtsrat plant, die Verträge von CEO Jochen Hanebeck und CFO Sven Schneider vorzeitig zu verlängern – bis Ende März beziehungsweise April 2032. Ohne diese Verlängerung wären beide Mandate bereits im Frühjahr 2027 ausgelaufen. Die formelle Beschlussfassung steht für Mai an.
Die Aktie honoriert die Kontinuität an der Spitze: Seit Ende November 2025 legte der Titel knapp 40 Prozent zu und erreichte bei 47,02 Euro ein neues Dekaden-Hoch. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von über 20 Prozent zu Buche – mehr als das Sechsfache des DAX-Zuwachses im gleichen Zeitraum.
2,7 Milliarden Euro für KI-Chips: Die Rechnung geht auf
Infineon fährt seine Investitionen in Halbleiter für künstliche Intelligenz massiv hoch. Statt der ursprünglich geplanten 2,2 Milliarden Euro fließen nun 2,7 Milliarden Euro in den Ausbau der Fertigungskapazitäten für Stromversorgungen von KI-Rechenzentren. Die Erwartung: Der Umsatz in diesem Segment soll im Geschäftsjahr 2027 auf rund 2,5 Milliarden Euro steigen – nach 1,5 Milliarden Euro im laufenden Jahr.
Zur Finanzierung platzierte der Konzern eine Anleihe über zwei Milliarden Euro mit Laufzeiten von fünf, acht und elf Jahren. Die Nachfrage übertraf das Volumen um das Vierfache: Auf dem Höhepunkt der Vermarktung lagen Aufträge über mehr als acht Milliarden Euro vor.
Parallel dazu stärkt Infineon sein Sensorportfolio durch die Übernahme des entsprechenden Geschäftsbereichs von ams OSRAM für 570 Millionen Euro. Die Transaktion soll bis zum zweiten Quartal 2026 abgeschlossen sein und bereits ab Closing gewinnsteigernd wirken.
Solides Zahlenwerk trotz saisonaler Delle
Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 sank der Umsatz saisonal bedingt auf 3,66 Milliarden Euro, nach 3,94 Milliarden Euro im Vorquartal. Im Jahresvergleich bedeutet das jedoch ein Wachstum von sieben Prozent – bereinigt um Währungseffekte sogar 14 Prozent. Die Bruttomarge verbesserte sich um 230 Basispunkte auf 43 Prozent, gestützt durch höhere Fabrikauslastung und reduzierte Leerstandskosten.
Parallel läuft ein Aktienrückkaufprogramm: Bis zu vier Millionen eigene Aktien für maximal 200 Millionen Euro sollen über Xetra erworben werden, um Verpflichtungen aus Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen zu erfüllen. Spätestens am 27. März 2026 soll das Programm abgeschlossen sein.
Roboter als nächster Wachstumstreiber
CEO Hanebeck sieht in humanoiden Robotern erhebliches Geschäftspotenzial. Die benötigten Halbleiterkomponenten seien größtenteils bereits vorhanden – als Nebenprodukt der Entwicklungsarbeit für autonome Fahrsysteme. Auf der embedded world 2026 in Nürnberg (10. bis 12. März) will Infineon demonstrieren, wie seine Mikrocontroller deterministisches Echtzeit-Processing und adaptive Steuerung für Robotik-Anwendungen ermöglichen.
Die strategische Neuausrichtung kommt zur rechten Zeit: Während die Nachfrage aus der Autoindustrie schwächelt, positioniert sich Infineon konsequent in den drei großen Zukunftsmärkten KI, IoT und Robotik. Mit gesicherter Führung, frischem Kapital und einem klaren Plan könnte der Konzern den Abstand zur Konkurrenz weiter ausbauen.
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