Commerzbank Aktie: Klare Kante

Die Commerzbank lehnt eine Integration mit UniCredit ab und setzt auf ihre eigenständige Strategie, die bereits zu einer Kursverdopplung und hoher Profitabilität führte.

Kurz zusammengefasst:
  • Klares Nein zu Übernahmeplänen von UniCredit
  • Eigene Strategie verdoppelte Aktienkurs innerhalb eines Jahres
  • Neue US-Zolldrohungen belasten europäische Bankenbranche
  • Analysten heben Kursziele für Commerzbank-Aktie an

Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp nutzt das Weltwirtschaftsforum in Davos für eine doppelte Botschaft: Die Bank setzt konsequent auf ihren eigenständigen Kurs – und erteilt Übernahmefantasien um UniCredit eine klare Absage. Gleichzeitig treffen neue US-Zolldrohungen auf einen ohnehin sensiblen europäischen Bankensektor. Wie robust ist die Story der Commerzbank in diesem Umfeld?

Eigenständigkeit statt M&A

In Davos macht Orlopp unmissverständlich klar, dass eine Integration mit UniCredit aktuell kein Thema ist. Gegenüber CNBC betonte sie, Bankfusionen ergäben nur dann Sinn, wenn sie echten Mehrwert schafften – was sie angesichts der eigenen Bewertung und Situation offenbar nicht erkennt.

Commerzbank

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Ihre Botschaft an UniCredit-CEO Andrea Orcel ist deutlich: UniCredit sei „ein Investor“, mehr nicht. Die Kontakte beschränkten sich auf normale Kommunikationskanäle, Integrationspläne schließt sie aus. Rückenwind erhält dieser Kurs auch von der Bundesregierung, die sich wiederholt gegen eine Übernahme ausgesprochen hat.

UniCredit hält derzeit rund 26 % an der Commerzbank und will den Anteil auf knapp 30 % erhöhen. Statt auf einen Zusammenschluss zu setzen, verweist Orlopp auf die Fortschritte der eigenen Strategie „Momentum“.

Strategie „Momentum“: Zahlen als Argument

Orlopp stellt in Davos die Erfolge der Stand-alone-Strategie heraus. Die Botschaft: Die Bank könne aus eigener Kraft Wert schaffen und sei auf einen Fusionspartner nicht angewiesen.

Die zentralen Eckpunkte:

  • Kursverdopplung innerhalb eines Jahres
  • Gewinnmarge von 26 % im Geschäftsjahr 2024
  • Attraktive Kapitalausschüttung an die Aktionäre
  • Ambitionierte, aber als realistisch bezeichnete Ziele bis 2028

An der Börse hat die Aktie zuletzt eine Verschnaufpause eingelegt. Gestern schloss der Titel bei 34,26 Euro und liegt damit rund 17 % unter dem 52‑Wochen‑Hoch von 41,58 Euro, aber deutlich über dem Tief von 17,69 Euro. Auf Sicht von zwölf Monaten steht dennoch ein kräftiges Plus von knapp 94 % zu Buche – der Aufwärtstrend der vergangenen Monate ist also weiterhin sichtbar, auch wenn der Kurs seit Jahresbeginn leicht nachgegeben hat.

Charttechnisch nähert sich die Aktie dem 50‑Tage-Durchschnitt von 35,05 Euro von unten, liegt aber noch komfortabel über dem 200‑Tage-Durchschnitt von 31,46 Euro. Der RSI von 45,6 signalisiert weder Überkauf noch Überverkauf.

Zollrisiken und Kundenstimmung

Parallel zur Governance-Debatte rücken geopolitische Risiken in den Vordergrund. Neue Zollandrohungen aus Washington setzen den europäischen Bankensektor unter Druck. Der Stoxx 600 Banks Index verlor am Dienstag rund 1,4 %, nachdem US-Präsident Trump Zölle von 200 % auf französische Weine ins Spiel brachte und Pläne für 10 % Zölle auf europäische Waren ab Februar bekräftigte, die später auf 25 % steigen könnten.

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Orlopp mahnt in diesem Umfeld zur Ruhe. Sie erinnert daran, dass die Zollrunde des vergangenen Jahres gezeigt habe, wie sinnvoll es sei, zunächst abzuwarten und die tatsächliche Umsetzung der Ankündigungen abzuwarten, statt voreilig zu reagieren.

Im Gespräch mit Bloomberg beschreibt sie die Stimmung der Firmenkunden als „vorsichtig“. Viele Unternehmen prüfen, wie sie Lieferketten lokalisieren und Abhängigkeiten verringern können. Ein großflächiger Rückzug aus US-Engagements sei derzeit jedoch nicht zu beobachten. Für Banken bedeutet das: Die Nachfrage nach Beratung in Struktur- und Standortfragen nimmt zu, während direkte Belastungen durch Rückzüge aus den USA bislang begrenzt bleiben.

Analysten heben Kursziele an

Trotz der politischen Unsicherheiten überwiegen bei den Analysten die positiven Stimmen. Deutsche Bank Research hat das Kursziel von 37 auf 38 Euro angehoben und die Einstufung „Buy“ bestätigt. Analyst Benjamin Goy rechnet mit einem starken Schlussquartal.

Auch RBC zeigt sich konstruktiv und erhöhte das Kursziel von 36 auf 37 Euro. Die Einstufung bleibt mit „Sector Perform“ zwar neutral, signalisiert aber ebenfalls Vertrauen in die operative Entwicklung und die aktuelle Bewertung.

Damit liegen die neuen Kursziele moderat über dem aktuellen Kursniveau und stützen den Stand-alone-Ansatz des Managements: Aus Sicht dieser Häuser wird die Ertragskraft der Bank noch nicht vollständig eingepreist.

Konjunktur und deutscher Standort

Neben Bankenstrategie und Zolldebatte blickt Orlopp auch auf die wirtschaftliche Lage in Deutschland. Die Commerzbank rechnet für 2026 mit einem BIP-Wachstum von 0,9 %. Wachstumsimpulse durch die neuen Investitionsprogramme der Bundesregierung für Verteidigung und Infrastruktur dürften ihrer Einschätzung nach erst im weiteren Jahresverlauf und verstärkt im Jahr 2027 spürbar werden.

Ihre Forderung an die Politik ist klar: Reformen sollten beschleunigt und in der Breite ausgeweitet werden, um den Standort zu stärken. Für die Commerzbank ist der heimische Markt zentral – eine anziehende Inlandsnachfrage und höhere Investitionen würden das Kredit- und Beratungsgeschäft stützen.

Fazit: Stabiler Kurs mit politischen Fragezeichen

Die Commerzbank setzt in Davos ein deutliches Signal: Eigenständigkeit hat Priorität, M&A-Fantasien mit UniCredit erhalten einen Dämpfer. Die „Momentum“-Strategie liefert bislang die erhofften Ergebnisse, was sich in hoher Profitabilität, starker Kursperformance im Jahresvergleich und soliden Analystenstimmen widerspiegelt.

Kurzfristig bleiben jedoch zwei Unsicherheitsfaktoren: die Entwicklung der US-Zollpolitik und das verhaltene deutsche Wachstum. Gelingt es, diese externen Risiken ohne größere Brüche zu durchstehen und die operativen Ziele bis 2028 weiter konsequent abzuarbeiten, bleibt die Aktie trotz der jüngsten Konsolidierung in einem übergeordneten Aufwärtstrend verankert.

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