Der Angriff auf Iran Ende Februar hat den Goldpreis kurzzeitig auf über 5.400 US-Dollar je Unze getrieben. Seitdem hat sich das Bild jedoch eingetrübt — nicht wegen nachlassender Spannungen, sondern wegen eines makroökonomischen Gegenwinds, der das Edelmetall in die Zange nimmt.
Hormus-Schock mit begrenzter Wirkung
Am 28. Februar starteten Israel und die USA Luftangriffe auf Iran, bei denen Oberster Führer Ali Chamenei getötet wurde. Gold reagierte prompt: Der Preis sprang von 5.296 auf 5.423 US-Dollar. Wenige Tage später folgte jedoch ein Ausverkauf auf rund 5.085 US-Dollar — ein Rückgang von mehr als sechs Prozent.
Amer Halawi, Forschungsleiter bei Al Ramz, erklärt das mit einem klassischen Muster: Konflikte lösen oft Panikverkäufe aus, bei denen Händler Positionen liquidieren müssen, bevor sich der Markt neu orientiert.
Seitdem pendelt Gold zwischen 5.050 und 5.200 US-Dollar — trotz einer Lage, die dramatischer kaum sein könnte. Iran hat die Straße von Hormus für westlichen Schiffsverkehr effektiv gesperrt. Täglich bleiben dadurch rund 15 Millionen Barrel Rohöl im Golf blockiert. Analysten schätzen, dass anhaltende Störungen den Ölpreis auf 100 US-Dollar je Barrel treiben und bis zu 0,8 Prozent zur globalen Inflation beitragen könnten.
Zinspolitik bremst den sicheren Hafen
Genau hier liegt das Problem für Gold. Ross Norman, CEO von Metals Daily, weist auf einen strukturellen Widerspruch hin: Steigende Ölpreise befeuern die Inflation — und eine höhere Inflation zwingt Zentralbanken dazu, die Zinsen länger hoch zu halten. Höhere Zinsen wiederum machen verzinsliche Anlagen wie Staatsanleihen attraktiver gegenüber Gold, das keine laufenden Erträge abwirft.
Die Zahlen bestätigen diese Einschätzung. Die US-Kernerzeugerpreise stiegen im Januar um 0,8 Prozent — der stärkste monatliche Anstieg seit Mitte 2025. Laut CME Group rechnen aktuell 95,6 Prozent der Marktteilnehmer damit, dass die Fed die Zinsen im März unverändert bei 3,50 bis 3,75 Prozent belässt. Eine erste Zinssenkung gilt frühestens im Juli als realistisch.
Ein stärkerer US-Dollar verstärkt den Gegenwind zusätzlich.
Banken bleiben bullish
Mittelfristig sehen die großen Häuser dennoch Potenzial nach oben. J.P. Morgan prognostiziert einen Goldpreis von 6.300 US-Dollar bis Ende 2026, die Deutsche Bank hält an einem Jahresendziel von 6.000 US-Dollar fest. Beide Szenarien setzen implizit voraus, dass die Zinswende irgendwann kommt — und dass geopolitische Unsicherheiten die Safe-Haven-Nachfrage strukturell stützen.
Kurzfristig dürften die anstehenden US-Erzeugerpreisdaten für Februar sowie die nächste Fed-Zinsentscheidung darüber entscheiden, ob Gold den Bereich um 5.050 US-Dollar als Boden etablieren kann — oder ob der Druck auf den Preis weiter zunimmt.
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