ASML Aktie: Spürbarer Gegenwind

Der Halbleiterausrüster ASML meldet operativ starke Ergebnisse und Aktienrückkäufe, sieht sich aber durch Exportkontrollen und sinkende China-Nachfrage herausgefordert.

Kurz zusammengefasst:
  • Sinkender Umsatzanteil im chinesischen Markt erwartet
  • Starker Nettogewinn und geplante Dividendenerhöhung
  • Laufendes Aktienrückkaufprogramm über 12 Milliarden Euro
  • Personelle Weichenstellungen im Vorstandsteam

Der niederländische Halbleiterausrüster ASML glänzt operativ mit Rekordzahlen und einem laufenden Milliarden-Aktienrückkauf. Dennoch trüben wachsende geopolitische Spannungen und restriktive Exportkontrollen aus China aktuell die Stimmung der Anleger. Wie gut ist das Unternehmen wirklich gegen drohende Engpässe in der Lieferkette gerüstet?

Sorgen um die China-Nachfrage

Verantwortlich für die jüngste Schwächephase der Aktie sind handfeste Sorgen über die Nachfrageentwicklung im laufenden Jahr. Besonders die geopolitische Lage rund um chinesische Exportkontrollen für seltene Erden bereitet dem Markt Kopfzerbrechen. Da Ausfuhrlizenzen für wichtige Rohstoffe durch chinesische Behörden nun strenger und im Einzelfall geprüft werden, fürchten Investoren Verzögerungen bei der Produktion von Halbleitermaschinen.

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Hinzu kommt eine nachlassende Dynamik im asiatischen Raum. Der Umsatzanteil in China wird 2026 voraussichtlich auf etwa 20 Prozent sinken, nachdem dortige Kunden zuletzt weniger Bestellungen aufgaben und Ausnahmegenehmigungen für beschleunigte Lieferungen wegfielen. Dies dämpft die kurzfristigen Wachstumserwartungen und sorgte branchenweit für Kursverluste bei Ausrüstern.

Starkes Fundament federt Risiken ab

Das Management gibt sich jedoch gelassen und liefert Antworten auf die drängenden Lieferketten-Sorgen. Der Finanzchef von ASML betonte, dass das Unternehmen dank langer Vorlaufzeiten und ausreichender Rohstofflagerbestände sehr gut auf die chinesischen Restriktionen vorbereitet sei.

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Operativ steht der Konzern ohnehin auf einem massiven Fundament: Im vergangenen Jahr kletterte der Nettogewinn auf 9,6 Milliarden Euro, gestützt durch einen starken Auftragseingang im Schlussquartal. Die Aktionäre profitieren davon direkt durch eine geplante Dividendenerhöhung um 17 Prozent sowie das laufende, bis Ende 2028 angelegte Aktienrückkaufprogramm im Volumen von zwölf Milliarden Euro. Nach den jüngsten Kursverlusten notiert das Papier aktuell bei 1.165,00 Euro und konsolidiert damit knapp zehn Prozent unter seinem Ende Februar erreichten 52-Wochen-Hoch.

Vorstandsumbau und Ausblick

Auch personell stellt der Konzern die Weichen für die Zukunft. Wie aus der gestern veröffentlichten Agenda für die Hauptversammlung im April hervorgeht, soll Marco Pieters neuer Technikchef (CTO) werden, während bewährte Vorstandsmitglieder wie Finanzchef Roger Dassen in ihren Ämtern bestätigt werden sollen.

Die entscheidende Belastungsprobe für den neu formierten Vorstand und die Aktie steht bereits in wenigen Wochen an. Am 15. April wird ASML die Ergebnisse für das erste Quartal vorlegen. Dann wird sich konkret zeigen, ob das Unternehmen an seiner Jahresumsatzprognose von 34 bis 39 Milliarden Euro festhalten kann und wie stark sich die geopolitischen Bremsspuren tatsächlich in den aktuellen Auftragsbüchern bemerkbar machen.

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