Deutsche Telekom Aktie: Regulierung belastet

Die Deutsche Telekom-Aktie notiert auf einem 52-Wochen-Tief, getrieben von regulatorischen Risiken aus dem EU-Huawei-Bann und Plänen zur DSL-Abschaltung. Analysten halten die operativen Aussichten dennoch für intakt.

Kurz zusammengefasst:
  • Aktie notiert deutlich unter Analystenzielen
  • EU-Regulierung zu Huawei belastet Netzausbau
  • Pläne zur DSL-Abschaltung erhöhen Investitionsdruck
  • Cybersecurity-Sparte meldet strategische Partnerschaft

Brüssel und Bonn drehen an der Regulierungs-Schraube – und die Deutsche Telekom bekommt es unmittelbar zu spüren. Der Kurs ist auf ein neues 52‑Wochen-Tief gefallen, obwohl das operative Geschäft nach Einschätzung mehrerer Analysten intakt wirkt. Wie stark drücken Huawei-Verbot und Glasfaser-Vorgaben tatsächlich auf die Aktie?

Deutlicher Rückgang, schwache technische Lage

Die Aktie hat gestern bei 26,20 Euro geschlossen und damit ihr 52‑Wochen-Tief markiert. Vom Hoch im März 2025 bei 35,78 Euro ist der Titel damit rund 27 Prozent entfernt. Auch kurzfristig zeigt der Trend nach unten: Auf Sicht von sieben Tagen liegt das Minus bei knapp 6 Prozent, seit Jahresbeginn bei gut 5 Prozent.

Deutsche Telekom

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Charttechnisch steht der Wert unter Druck:

  • Schlusskurs: 26,20 Euro
  • Abstand zum 50‑Tage-Durchschnitt: rund -5 %
  • Abstand zum 200‑Tage-Durchschnitt: rund -12 %
  • 12‑Monats-Performance: etwa -13 %

Der Kurs notiert damit klar unter den wichtigen gleitenden Durchschnitten. Der RSI von 57,5 signalisiert jedoch noch keinen extrem überverkauften Zustand, eher eine neutrale bis leicht schwächere Marktverfassung.

Auffällig: Während der Gesamtmarkt zuletzt nur moderat nachgab, gehörte die Telekom im DAX zu den schwächeren Werten. Der Druck kommt vor allem von der politischen Seite.

EU-Digital Network Act: Huawei-Bann als Kostentreiber

Zentraler Belastungsfaktor ist der von der EU-Kommission konkretisierte „Digital Network Act“. Ziel der Regulierung ist es, chinesische Anbieter wie Huawei und ZTE vollständig aus der kritischen Infrastruktur der EU zu verbannen.

Für Netzbetreiber bedeutet das:

  • Bestehende 5G-Netze, in denen Huawei-Technik verbaut ist, müssten umgerüstet werden.
  • Funktionierende Komponenten könnten vorzeitig abgeschrieben werden.
  • Der Ersatz durch alternative Ausrüster verursacht zusätzliche Milliardenkosten.

Barclays-Analyst Mathieu Robilliard warnt explizit vor diesen regulatorischen Risiken. Der Markt preist derzeit ein Szenario ein, in dem die Telekom gezwungen wäre, Teile ihrer Netzinfrastruktur schneller und teurer umzubauen als ursprünglich geplant. Das drückt auf die Ertragsaussichten – selbst wenn das operative Geschäft aktuell keine gravierenden Schwächen zeigt.

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Bundesnetzagentur: Druck in Richtung Glasfaser

Parallel sorgt ein Konzeptpapier der Bundesnetzagentur für weitere Unsicherheit im Festnetzgeschäft. Der Behörde zufolge soll das klassische DSL-Kupfernetz in Regionen abgeschaltet werden, sobald dort eine Glasfaserabdeckung (FTTH) von 80 Prozent erreicht ist.

Die Kernelemente des Vorschlags:

  • Abschaltpflicht: DSL-Anschlüsse sollen lokal deaktiviert werden, sobald die 80‑Prozent-FTTH-Quote erreicht ist.
  • Fristen: Kunden müssen 12 Monate vor der Abschaltung informiert werden, die Vermarktung von DSL soll bereits 24 Monate vorher enden.
  • Position des Unternehmens: Die Telekom kritisiert den staatlichen Zwang und spricht sich für eine freiwillige Migration der Kunden auf Glasfaser aus.

Für Investoren ergeben sich daraus zwei Sorgen: Erstens könnte der Glasfaserausbau noch schneller vorangetrieben werden müssen – mit entsprechend hohen Vorabinvestitionen. Zweitens könnten noch rentable DSL-Umsätze früher wegfallen, bevor die Glasfaserbasis voll skaliert ist. Beides belastet die mittelfristigen Margenfantasien.

Operative Impulse und Analystensicht

Trotz des regulatorischen Gegenwinds gibt es auch positive Signale aus dem Unternehmen. Die Sicherheitssparte „Deutsche Telekom Security“ meldete am Mittwoch eine erweiterte Partnerschaft mit dem US-Anbieter Akamai. Ziel ist es, Lösungen für Cybersicherheit bei Finanzdienstleistern und kritischen Infrastrukturen auszubauen – ein Segment mit strukturellem Wachstum.

Auf Analystenseite bleibt der Ton deutlich konstruktiver als der aktuelle Kursverlauf vermuten lässt:

  • JP Morgan bestätigte ein Kursziel von 39,00 Euro (Einstufung: „Overweight“).
  • Barclays sieht die Aktie sogar bei 40,00 Euro (ebenfalls „Overweight“).

Beide Häuser haben ihre positiven Einschätzungen am 21. Januar bekräftigt und sehen die Schwächephase vor allem durch politische Eingriffe erklärt, nicht durch operative Probleme. Die von Analysten erwartete Dividende von 1,00 Euro je Aktie würde auf dem aktuellen Kursniveau eine attraktive Rendite bedeuten.

Fazit: Politische Unsicherheit dominiert den Kurs

Die Deutsche Telekom wird aktuell klar von regulatorischen Themen gesteuert. Der geplante EU-Huawei-Bann und die potenzielle Abschaltpflicht für DSL erhöhen die Investitions- und Planungslast spürbar und überlagern operative Fortschritte wie den Ausbau des Cybersecurity-Geschäfts.

Mit einem Kurs von 26,20 Euro notiert die Aktie deutlich unter den durchschnittlichen Analystenzielen von knapp 40 Euro und rund 12 Prozent unter dem 200‑Tage-Durchschnitt. Entscheidend für die weitere Entwicklung wird sein, in welcher endgültigen Form der Digital Network Act verabschiedet wird und wie strikt die Bundesnetzagentur ihre Glasfaserpläne umsetzt. Klare Beschlüsse in diesen Punkten könnten den „regulatorischen Nebel“ lichten und einen realistischeren Bewertungsrahmen für den Titel ermöglichen.

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