Der Essener Traditionskonzern befindet sich im wohl härtesten Umbau seiner Geschichte. CEO Miguel Lopez treibt die Transformation zur Finanzholding voran, doch der Preis für die Neuausrichtung ist hoch: Massive Restrukturierungskosten rissen im ersten Quartal tiefe Löcher in die Bilanz. Während an der Börse die Nervosität steigt, bereitet das Management bereits die nächste Großabspaltung vor.
Operativer Lichtblick, bilanzielles Minus
Die aktuellen Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 zeigen ein gespaltenes Bild. Operativ konnte Thyssenkrupp zulegen: Das bereinigte EBIT stieg um 10 Prozent auf 211 Millionen Euro, gestützt durch das Sparprogramm APEX. Doch unter dem Strich steht ein Nettoverlust von 334 Millionen Euro.
Verantwortlich dafür sind primär Restrukturierungskosten in Höhe von 401 Millionen Euro bei der Stahlsparte Steel Europe. Der Konzernumsatz gab zudem um 8 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro nach, bedingt durch schwächere Nachfrage und Preiseffekte. An der Börse sorgte dieser Mix für Verunsicherung: Die Aktie verlor auf Wochensicht fast 8 Prozent und notiert aktuell bei 10,47 Euro. Damit hat sich der Titel wieder deutlich von seinem 52-Wochen-Hoch bei 13,24 Euro entfernt.
Nächster Spin-off in den Startlöchern?
Um Werte zu heben, fokussiert sich Lopez nun auf die Sparte Materials Services (MX). Dieser Bereich, der zuletzt 11,4 Milliarden Euro Jahresumsatz erwirtschaftete, könnte noch in diesem Jahr ausgegliedert werden. Im Raum stehen ein Börsengang im Herbst, ein Verkauf oder eine Strukturierung als KGaA, bei der Thyssenkrupp die Kontrolle behalten würde.
Voraussetzung für diesen Schritt ist jedoch eine operative Verbesserung der Sparte bis Ende März. Gelingt dies, wäre es nach dem Börsengang von Nucera und der Rüstungstochter TKMS der nächste große Baustein in der Strategie, Thyssenkrupp in eine reine Finanzholding zu verwandeln, die verschiedene Beteiligungen steuert.
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Stahl-Zukunft und Marine-Stärke
Während die Handelssparte poliert wird, laufen im Stahlgeschäft die Verhandlungen auf Hochtouren. Thyssenkrupp führt derzeit eine Due-Diligence-Prüfung mit dem indischen Konzern Jindal Steel International durch. Parallel dazu wurde der Fahrplan für die Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) festgezurrt: Die Anteile sollen zum 1. Juni 2026 an die Salzgitter AG gehen.
Einen stabilen Gegenpol zur volatilen Stahlbranche bildet die Rüstungssparte TKMS. Das Unternehmen, an dem Thyssenkrupp noch 51 Prozent hält, meldete einen Rekordauftragsbestand von 18,7 Milliarden Euro.
Die Richtung für die kommenden Monate ist klar definiert. Investoren blicken nun auf den 12. Mai 2026, wenn der Konzern seinen Halbjahresbericht vorlegt. Entscheidend für eine nachhaltige Stabilisierung des Aktienkurses wird sein, ob bis dahin die Verhandlungen mit Jindal erfolgreich abgeschlossen werden und ob der Zeitplan für die Abspaltung von Materials Services hält.
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