Redcare Pharmacy Aktie: Liquiditätstest läuft

Redcare Pharmacy steht vor einer wichtigen Anleihezurückzahlung, profitiert vom Apothekensterben, verzeichnet jedoch Schwächen im OTC-Geschäft. Analysten bleiben trotzdem optimistisch.

Kurz zusammengefasst:
  • Wichtige Anleihezurückzahlung von 64,5 Mio. Euro steht an
  • Apothekensterben in Deutschland erreicht Rekordniveau
  • Rezeptfreie Produkte verfehlen Quartalserwartungen
  • Analysten halten an Kaufempfehlungen für die Aktie fest

Am 21. Januar steht für Redcare Pharmacy eine wichtige Zahlung an: 64,5 Millionen Euro aus fälligen Wandelanleihen müssen beglichen werden. Gleichzeitig beschleunigt sich das Apothekensterben in Deutschland – und verschafft dem Online-Anbieter strukturelle Vorteile. Die Frage ist: Kann das Unternehmen die kurzfristige Liquiditätshürde problemlos meistern und die Marktchancen nutzen?

Apothekensterben erreicht Rekordtempo

Die Zahlen des Deutschen Apothekerverbands (ABDA) vom 13. Januar sind eindeutig: Ende 2025 gab es in Deutschland noch 16.601 Apotheken – so wenige wie seit 1977 nicht mehr. Innerhalb eines Jahres verschwanden 502 Apotheken, während nur 62 neue öffneten. Das entspricht einem Rückgang von 2,6 Prozent.

Redcare Pharmacy

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Seit 2013 hat jede fünfte Apotheke geschlossen. Verantwortlich dafür sind vor allem:

  • Steigende Kosten (plus 65 Prozent in zehn Jahren)
  • Unveränderte Festbeträge für Arzneimittel seit über einem Jahrzehnt
  • Fehlende Nachfolger für Apothekeninhaber

Für Online-Apotheken wie Redcare öffnet sich damit ein wachsender Markt. Die Schließungen betreffen laut der Europäischen Vereinigung der E-Apotheken vor allem dicht besiedelte Regionen – genau dort, wo Online-Dienste bereits stark nachgefragt werden.

Wandelanleihe vor Rückzahlung

Die Aufmerksamkeit der Anleger richtet sich aktuell auf den 21. Januar. An diesem Tag zahlt Redcare 64,5 Millionen Euro an Anleihegläubiger zurück, die ihre Put-Optionen aus der Wandelanleihe 2021/2028 ausgeübt haben.

Das Unternehmen hat seine Schuldenstruktur im vergangenen Jahr bereits umgebaut:

  • April 2025: Rückkauf von 157,9 Millionen Euro der ursprünglichen Anleihe
  • Gleichzeitig: Emission einer neuen 300-Millionen-Euro-Anleihe mit Laufzeit bis 2032
  • Nach der Zahlung am 21. Januar bleiben nur noch 2,6 Millionen Euro der alten Anleihe ausstehend

Mit liquiden Mitteln von 265,6 Millionen Euro per 30. September 2025 – deutlich mehr als die 177,6 Millionen Euro zum Jahresende 2024 – sollte die Rückzahlung technisch kein Problem darstellen.

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Schwache OTC-Geschäfte belasten Quartalszahlen

Die vorläufigen Zahlen für das vierte Quartal 2025 vom 7. Januar enttäuschten allerdings. Der Konzernumsatz von 794 Millionen Euro lag etwa drei Prozent unter den Erwartungen. Verantwortlich dafür war ausschließlich das Geschäft mit rezeptfreien Produkten.

Das verschreibungspflichtige Geschäft in Deutschland legte im vierten Quartal um 59 Prozent auf 155 Millionen Euro zu. Für das Gesamtjahr erreichte Redcare hier 503 Millionen Euro – oberhalb der eigenen Prognose von 500 Millionen Euro.

Die rezeptfreien Produkte verfehlten hingegen die Erwartungen um rund neun Prozent, obwohl sie um neun Prozent wuchsen. Besonders schwach entwickelte sich die DACH-Region mit einem Minus von etwa zehn Prozent gegenüber den Schätzungen. Analysten sehen hier möglicherweise erste Auswirkungen des Markteintritts von dm-drogerie markt, die im Dezember 2025 ihre Online-Apotheke starteten.

Für das Gesamtjahr meldete Redcare einen Konzernumsatz von 2,94 Milliarden Euro. Die bereinigte EBITDA-Marge soll wie angekündigt zwischen zwei und 2,5 Prozent liegen.

Analystenmeinungen bleiben positiv

Trotz der schwachen Quartalszahlen halten mehrere Investmentbanken an positiven Einschätzungen fest. Jefferies, Deutsche Bank, Barclays und Baader Bank bekräftigten ihre Kaufempfehlungen. Die Kursziele liegen zwischen 74 Euro (UBS, neutral) und 214 Euro (Deutsche Bank). Im Durchschnitt taxieren Analysten die Aktie auf 133,78 Euro – mehr als das Doppelte des aktuellen Kurses.

Die große Spannweite der Kursziele zeigt allerdings die Unsicherheit über Redcares Fähigkeit, im rezeptfreien Geschäft Marktanteile gegen neue Wettbewerber zu verteidigen.

Der Geschäftsbericht am 4. März wird zeigen, wie stark der Wettbewerbsdruck tatsächlich ist und welche Ziele sich das Management für 2026 setzt. Die Aktie notiert aktuell rund 50 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 144,40 Euro.

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