Goldman Sachs hebt das Kursziel an, der Bundestag dreht an der Beschaffungs-Schraube – für Rheinmetall kommen politische und analystenseitige Impulse derzeit gleichzeitig zusammen. Im Kern geht es um die Frage, ob sich der starke Aufwärtstrend der vergangenen Monate mit Hilfe neuer Aufträge und höherer Cashflows fortsetzen kann.
Neue Kursziele, starkes Cashflow-Narrativ
Zum Wochenausklang hat Goldman Sachs seine Einschätzung zu Rheinmetall noch einmal nach oben angepasst.
Die US-Investmentbank erhöhte das Kursziel von 2.200 auf 2.300 Euro und bestätigte die Einstufung „Buy“.
Im Mittelpunkt der Begründung steht die Erwartung deutlich steigender Barmittelzuflüsse. Entscheidend sind dabei:
- anstehende Meilensteinzahlungen in den Sparten Luftfahrt und Rüstung
- eine weitere Stärkung der Bilanzstruktur
- ein nach Einschätzung des Analysten geringes Risiko, dass Deutschland seine Aufrüstungspläne wieder zurückfährt
Damit reiht sich Goldman in eine Reihe überwiegend positiver Stimmen ein:
- JPMorgan bleibt bei „Overweight“ mit einem Ziel von 2.250 Euro
- Die Deutsche Bank empfiehlt weiter „Buy“
- Berenberg rechnet bis 2030 mit starkem Wachstum im europäischen Verteidigungssektor
Die Aktie schloss am Freitag bei 1.902,00 Euro, was trotz eines leichten Tagesminus von 0,6 % die starke Entwicklung der vergangenen Monate kaum schmälert. Auf 12-Monats-Sicht steht ein Plus von rund 179 % zu Buche, seit Jahresbeginn sind es knapp 19 %.
Beschleunigungsgesetz als fundamentaler Treiber
Rückhalt erhält die positive Analystenstimmung durch eine zentrale politische Entscheidung. Der Bundestag hat am Donnerstag, den 15. Januar 2026, das Gesetz zur Beschleunigung der militärischen Beschaffung (BwPBBG) final beschlossen.
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Kernpunkte des Gesetzes:
- Weniger Bürokratie: Planungs- und Vergabeverfahren werden gestrafft
- Direktvergaben erleichtert: Schwellen für Aufträge ohne langwierige Ausschreibungen sinken
- Mehr Kooperation: Gemeinsame Beschaffungen mit Bündnispartnern werden rechtlich vereinfacht
Aus Marktsicht ist dies ein wichtiger Hebel, um das 100-Milliarden-Sondervermögen schneller in konkrete Projekte zu überführen. Für ein Systemhaus wie Rheinmetall bedeutet das potenziell planbarer eintreffende Aufträge und eine zügigere Umsatzrealisierung, statt jahrelang in Verfahren zu hängen.
Trendstärke, Bewertung und Ausblick
Charttechnisch bewegt sich die Aktie in der Nähe ihres 52-Wochen-Hochs von 1.995,00 Euro. Der Abstand nach oben beträgt aktuell nur gut 4 %, der Rückstand zum 50-Tage-Durchschnitt liegt hingegen bei rund 17 % auf der Oberseite – ein Hinweis auf einen sehr dynamischen Anstieg. Der 14-Tage-RSI von 83,7 signalisiert kurzfristig eine überkaufte Situation, was Zwischenkonsolidierungen begünstigen kann.
Fundamental verweisen die jüngsten Prognosen auf weitere Ergebnissteigerungen.
Aktuelle Konsensschätzungen sehen für 2025 einen Gewinn je Aktie von rund 27,85 Euro. Parallel arbeitet der Konzern daran, zusätzliche Kapazitäten aufzubauen. Trotz Verzögerungen bei Projekten im Ausland hält das Management etwa am Ziel fest, das neue Munitionswerk in der Ukraine 2026 in Betrieb zu nehmen.
Die wichtigsten Punkte im Überblick:
- Goldman Sachs hebt Kursziel auf 2.300 Euro an („Buy“ unverändert)
- Bundestag beschließt Gesetz zur Beschleunigung der militärischen Beschaffung
- Rheinmetall profitiert potenziell von schnelleren Vergaben und Direktaufträgen
- Aktie nahe 52-Wochen-Hoch, YTD-Plus von gut 19 %
- Hohe Trenddynamik (Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt ~17 %, RSI über 80)
- Konsens-EPS 2025 bei ca. 27,85 Euro
Am Markt richtet sich der Blick nun darauf, ob die Aktie in den kommenden Tagen die Zone um 1.930 Euro und in der Folge das 52‑Wochen-Hoch bei 1.995 Euro überwinden kann. Gelingt dieser Schritt auf Basis der neuen politischen und analytischen Unterstützung, wäre aus heutiger Sicht der Weg in Richtung der von Goldman und JPMorgan genannten Kursziele technisch weiter geöffnet.
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