Coinbase stellt sein Geschäftsmodell breiter auf – und das ausgerechnet in einer Phase, in der die US-Regulierung für Kryptowährungen neu sortiert wird. Das Unternehmen startet Prognosemärkte für reale Ereignisse in allen 50 US-Bundesstaaten, während in Washington um zentrale Regeln für den Kryptomarkt gerungen wird. Für Anleger stellt sich damit vor allem eine Frage: Wird Coinbase stärker zum breit aufgestellten Finanzmarktplatz oder stärker zum Spielball der Politik?
Neue Prognosemärkte als Baustein der Strategie
Am 27. Januar 2026 hat Coinbase in den USA eine neue Plattform für Prognosemärkte gestartet. Technische und regulatorische Basis ist eine Partnerschaft mit Kalshi, einem in den USA regulierten Anbieter von Prognosemärkten mit einer Bewertung von 11 Milliarden Dollar.
Über die Plattform können Nutzer auf Ja/Nein-Kontrakte zu realen Ereignissen setzen, etwa:
- Wahlen und politische Entscheidungen
- Sportereignisse
- Entwicklungen bei Sammelobjekten
- Wirtschaftsdaten und Indikatoren
Die Preise dieser Kontrakte spiegeln die vom Markt implizierte Wahrscheinlichkeit eines bestimmten Ergebnisses wider. Aus Sicht von Coinbase ist das ein strategischer Schritt hin zu einer „Alles-Börse“, die neben klassischen Krypto-Assets auch Event-Kontrakte bündelt.
Timing und Marketingeffekt spielen dabei eine Rolle: Der landesweite Start erfolgt kurz vor dem Super Bowl, einem der größten Sportereignisse des Jahres. Das dürfte der neuen Funktion zum Auftakt zusätzliche Aufmerksamkeit und Handelsaktivität bringen.
Politischer Druck: CLARITY Act und Weißes Haus
Parallel zur Produktoffensive verschärft sich der politische Rahmen. Für Montag, den 3. Februar 2026, hat das Weiße Haus ein Treffen mit Spitzenvertretern aus Krypto- und Bankenbranche angesetzt. Im Mittelpunkt steht der sogenannte CLARITY Act, ein umfassender Gesetzesentwurf zur Marktstruktur für digitale Assets.
Der Entwurf soll unter anderem klarere Zuständigkeiten zwischen der Wertpapieraufsicht SEC und der Rohstoffaufsicht CFTC schaffen – etwas, das die Branche seit Jahren fordert. Genau an den Details entzündet sich allerdings der Streit.
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Coinbase hatte seine Unterstützung für den CLARITY Act Mitte Januar 2026 zurückgezogen. Auslöser waren Bedenken hinsichtlich Regelungen, die:
- die Zinsprodukte rund um Stablecoins von Coinbase beeinträchtigen könnten
- der SEC zusätzliche Eingriffsrechte in den Kryptomarkt einräumen würden
Laut Berichten geschah der Rückzug nur wenige Stunden vor einer geplanten Abstimmung im Bankenausschuss des US-Senats. Die Folge: Die Abstimmung wurde verschoben. Damit zeigt sich, wie eng Produktstrategie und Regulierung bei Coinbase derzeit miteinander verflochten sind.
Politischer Einflusskanal: Fairshake-PAC
Neben direkter Lobbyarbeit setzt das US-Krypto-Ökosystem zunehmend auf politische Finanzierung. Der Krypto-nahe Political Action Committee (PAC) Fairshake verfügt vor den Zwischenwahlen 2026 über ein Budget von 193 Millionen Dollar.
Zu den wichtigsten Geldgebern zählen:
- Coinbase
- Ripple
- der Wagniskapitalgeber Andreessen Horowitz
Im zweiten Halbjahr 2025 steuerte Ripple 25 Millionen Dollar und Andreessen Horowitz 24 Millionen Dollar bei. Coinbase hatte im ersten Halbjahr 2025 ebenfalls 25 Millionen Dollar eingezahlt. Beobachter sehen darin ein klares Signal, wie stark die Branche versucht, den regulatorischen Rahmen in Washington mitzugestalten.
Aktie unter Druck, Blick auf Zahlen
An der Börse wird die Gemengelage aus neuen Produkten, politischem Tauziehen und schwankenden Kryptomärkten kritisch bepreist. Die Aktie notiert mit rund 175 Euro deutlich unter ihrem 52‑Wochen-Hoch; auf 30‑Tage-Sicht summiert sich das Minus auf knapp ein Viertel. Gleichzeitig deutet ein hoher RSI-Wert auf einen bereits überhitzten Abwärtstrend hin.
Operativ steht der nächste Prüfstein kurz bevor: Am 12. Februar 2026 legt Coinbase die Zahlen für das vierte Quartal vor. Dann wird sich zeigen, wie sich die Volatilität im Kryptomarkt auf Handelsvolumen und Erlöse ausgewirkt hat – und ob neue Angebote wie die Prognosemärkte bereits erste Beiträge zur Diversifizierung der Ertragsbasis liefern.
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