UnitedHealth Aktie: Mitgliederschwund belastet

Der US-Versicherer UnitedHealth verliert Millionen Kunden und kämpft mit einer drastisch gestiegenen Kostenquote. Die Politik drosselt die Vergütungen, was die Margen weiter unter Druck setzt.

Kurz zusammengefasst:
  • Medical Care Ratio steigt auf 88,9 Prozent an
  • Verlust von bis zu 1,4 Millionen Medicare-Kunden erwartet
  • CMS plant nur minimale Zahlungserhöhungen für 2027
  • Aktie stürzte nach Quartalszahlen ab

UnitedHealth steht vor einem Wendepunkt. Der größte private Krankenversicherer der USA verliert Millionen Mitglieder, die Kostenquote steigt dramatisch – und die Politik dreht am Geldhahn. Nach den Quartalszahlen vom 27. Januar 2026 stürzte die Aktie ab. Was läuft schief beim Healthcare-Riesen?

Zahlen geschönt, Probleme unterschätzt

Das vierte Quartal 2025 schloss UnitedHealth mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 2,11 Dollar ab – knapp über den Erwartungen. Doch dieser Lichtblick täuscht über die eigentlichen Baustellen hinweg.

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Im Gesamtjahr 2025 kletterten die Erlöse um 12 Prozent auf 447,6 Milliarden Dollar. Der operative Gewinn belief sich auf 19 Milliarden Dollar, allerdings nach Abzug von 2,8 Milliarden Dollar für Cyberangriff-Folgekosten, Umstrukturierungen und Stellenabbau.

Das eigentliche Problem zeigt sich in der Medical Care Ratio: Diese Kennzahl, die das Verhältnis von Gesundheitskosten zu Prämieneinnahmen misst, verschlechterte sich drastisch von 85,5 Prozent (2024) auf 88,9 Prozent (2025). Ein Anstieg um 340 Basispunkte – verursacht durch geringere Medicare-Erstattungen der Regierung, Auswirkungen des Inflation Reduction Act und rasant steigende medizinische Kosten.

Medicare Advantage: Der Kern des Übels

Am 5. Februar 2026 verkündete die Bundesbehörde CMS ihre Pläne: Die Zahlungen an private Versicherer sollen 2027 nur um magere 0,09 Prozent steigen. Ein Schlag ins Gesicht für UnitedHealth, das mit über 8,4 Millionen Kunden Ende 2025 der größte Anbieter von Medicare Advantage ist.

Das Medicare-Geschäft macht etwa 38 Prozent des Konzernumsatzes aus – 171,3 Milliarden Dollar im Jahr 2025. Wenn der Staat die Vergütung quasi einfriert, während die Kosten explodieren, schrumpfen die Margen drastisch.

Die Konsequenz: UnitedHealth rechnet für 2026 mit dem Verlust von 1,3 bis 1,4 Millionen Medicare-Mitgliedern. Die Gesamtzahl aller Versicherten soll von knapp 49,8 Millionen auf 46,9 bis 47,5 Millionen sinken.

Ausblick: Schrumpfkur mit Hoffnung

Für 2026 stellt das Management Erlöse von mindestens 439 Milliarden Dollar in Aussicht – weniger als 2025. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll dennoch auf mindestens 17,75 Dollar steigen, nach 16,35 Dollar im Vorjahr.

Die Medical Care Ratio wird bei 88,8 Prozent (plus/minus 50 Basispunkte) erwartet – eine leichte Verbesserung, aber weit entfernt von den 85,5 Prozent aus 2024. Am 13. März 2026 legt UnitedHealth die nächsten Quartalszahlen vor. Anleger werden genau prüfen, ob die angekündigte Margenerholung tatsächlich greift.

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