Der deutsche Leitindex schwankte am Donnerstag zwischen Euphorie und Ernüchterung. Nach einem festen Start schmolzen die Gewinne im Tagesverlauf wieder ab – belastend wirkte die schwächere Tendenz an den US-Börsen. Der DAX schloss nahezu unverändert bei 24.853 Punkten.
Im Mittelpunkt stand ein bemerkenswerter Wechsel an der Spitze der wertvollsten deutschen Börsenunternehmen. Siemens hatte nach starken Quartalszahlen zunächst SAP vom Thron gestoßen – doch die Freude währte nur wenige Stunden.
Kurz gefeiert, schnell vergessen
Noch zur Mittagszeit waren die Siemens-Aktien um fast acht Prozent auf einen Rekordstand von knapp unter 276 Euro geklettert. Der Börsenwert schwoll auf rund 219 Milliarden Euro an und überholte damit erstmals seit Monaten wieder SAP. Doch bis Handelsschluss war von dem Kursfeuerwerk kaum noch etwas übrig.
Am Ende blieb nur ein minimales Plus von 0,3 Prozent bei 270 Euro. Der Börsenwert schrumpfte auf 205,6 Milliarden Euro zusammen. SAP, dessen Aktie am Donnerstag um 0,4 Prozent auf 169,70 Euro zulegte, erreichte damit eine Marktkapitalisierung von 208,5 Milliarden Euro – und übernahm die Spitzenposition zurück.
Starke Zahlen reichen nicht
Dabei hatte Siemens durchaus geliefert. Der Münchner Konzern übertraf im ersten Geschäftsquartal die Erwartungen für das Industriegeschäft um zehn Prozent. Besonders die Margen in den Bereichen Digital Industries und Smart Infrastructure fielen stärker aus als erwartet. Die Prognose für das Ergebnis je Aktie hob das Unternehmen von 10,40 bis 11,00 Euro auf 10,70 bis 11,10 Euro an.
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RBC-Analyst Mark Fielding erhöhte daraufhin sein Kursziel von 245 auf 270 Euro. Jefferies-Analyst Rizk Maidi hob hervor, dass Siemens – ähnlich wie Konkurrent ABB – höhere Auftragseingänge im Bereich Rechenzentren verzeichnete. Der Auftragseingang im Bereich Digital Industries legte kräftig zu, unterstützt durch starkes Wachstum bei der Automatisierung in China.
KI-Profiteur gegen KI-Opfer
Ironischerweise profitiert Siemens genau von dem Trend, der SAP in den vergangenen Monaten schwer zu schaffen machte: der Disruption durch Künstliche Intelligenz. Während der Walldorfer Softwarekonzern seit Anfang 2026 ein Minus von 18,6 Prozent verbucht und seit seinem Rekord vor einem Jahr sogar mehr als ein Drittel verloren hat, steht bei Siemens ein Plus von 7,5 Prozent zu Buche.
Doch die Marktteilnehmer zeigten sich skeptisch, ob die Münchner ihre neue Rolle als Deutschlands wertvollstes Unternehmen dauerhaft halten können. Die deutliche Kursschwäche am Nachmittag deutet darauf hin, dass viele Investoren die Gelegenheit zum Gewinnmitnehmen nutzten. In den kommenden Tagen wird sich zeigen, ob der DAX seinen Sprung über die psychologische Marke von 25.000 Punkten nachhaltig verteidigen kann.
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