Rio Tinto holt ein lange eingefrorenes Großprojekt in Südafrika zurück auf die Schiene – und greift dafür tief in die Tasche. Nach Jahren der Pause soll „Zulti South“ die Versorgung mit wichtigen Mineralien bis weit über 2030 hinaus absichern. Warum kommt das Comeback ausgerechnet jetzt?
Zulti South: 473 Mio. Dollar für Laufzeit bis 2050
Der Konzern hat den Neustart des Zulti-South-Projekts bei Richards Bay Minerals (RBM) genehmigt. Insgesamt fließen dafür 473 Millionen US-Dollar. Das Vorhaben war seit Januar 2020 ausgesetzt – damals hatte soziale Gewalt in der Region den Betrieb massiv gestört.
Mit der Freigabe hebt Rio Tinto die formale Suspendierung auf und will die Lebensdauer der RBM-Operationen bis 2050 verlängern. RBM gehört zu 74% Rio Tinto und fördert mineralhaltige Sande in KwaZulu-Natal. Daraus entstehen unter anderem Zircon, Rutil und Ilmenit sowie Vorprodukte für Titanoxid, das in vielen Industrie- und Konsumgütern eingesetzt wird.
Warum das Projekt für den Betrieb entscheidend ist
Der Knackpunkt: RBM arbeitet aktuell im Lizenzgebiet „Zulti North“, dort sitzen auch Aufbereitungs- und Schmelzanlagen. Doch genau dieses Erzvorkommen geht laut Unternehmen perspektivisch zurück. Zulti South ist deshalb weniger eine Expansion als ein „Weiterlaufen lassen“ der bestehenden Kapazitäten.
Damit hängt auch die wirtschaftliche Logik zusammen: Zulti South soll die langfristige Lieferung von Zircon, Rutil und Ilmenit stabilisieren und die Titanium-Dioxide-Verkäufe über die Restlaufzeit der Mine stützen. Kurz: Ohne neues Material droht dem Standort mittelfristig der Atem auszugehen.
Zeitplan, Partner – und die heiklen Rahmenbedingungen
Der Bau soll im 1. Quartal 2026 starten und rund 30 Monate dauern. Die erste kommerzielle Produktion wird für das 4. Quartal 2028 angepeilt. Als EPC-Partner (Engineering, Procurement, Construction) wurde China Harbour Engineering Company benannt. Eine zweite Phase ist als Teil der langfristigen Entwicklung vorgesehen.
Als wichtiger Grund für das „Go“ nennt das Management entschärfte soziale Spannungen. RBM spricht zudem von verbesserten Sicherheitsbedingungen und stärkeren Partnerschaften mit den Gemeinden – genau diese Faktoren hatten 2020 zur Zwangspause beigetragen.
Ganz ohne Risiken ist das Umfeld trotzdem nicht: Im Original-Update wird auch auf die Stromversorgung verwiesen. Das Schmelzen von Ilmenit ist energieintensiv, Netzausfälle können Durchsatz und Stückkosten spürbar treffen. Dazu kommt eine teils schwankende Exportlogistik über Richards Bay und das Transnet-Netzwerk.
Zum Börsenbild: Die Aktie notiert heute bei 82,70 Euro und liegt damit nur rund 3,4% unter ihrem 52‑Wochen‑Hoch – ein Hinweis, dass der Markt die Investitionsentscheidung bislang eher als strategische Stärkung einordnet.
Rio Tinto will mit dem Baustart im laufenden Quartal die Weichen stellen, damit Zulti South ab Ende 2028 Produktion liefert – und der Standort RBM bis 2050 planbar weiterlaufen kann.
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