Xiaomi Aktie: Genehmigung für EREV-Produktion
Xiaomi erhält Genehmigung für Range-Extender-Fahrzeuge unter der neuen Submarke Skynomad, während die Aktie nahe ihrem Jahrestief notiert.

Kurz zusammengefasst
- Zulassung für EREV-Produktion erteilt
- Neue Submarke Skynomad für Familien-SUVs
- Auslieferungsziel 2026 von 550.000 Einheiten
- Aktie fällt auf 52-Wochen-Tief
Starke Nachfrage, schwache Kurse — bei Xiaomi klaffen Wachstumsambitionen und Börsenstimmung weit auseinander. Der Konzern erhält grünes Licht für eine völlig neue Fahrzeugkategorie. Aber das Timing ist heikel.
Genehmigung für Range-Extender-Antrieb
Chinas Industrieministerium hat Xiaomis Automobilsparte die Zulassung erteilt, Extended-Range Electric Vehicles (EREVs) zu produzieren. Bislang baute Xiaomi EV ausschließlich reine Elektrofahrzeuge — die Limousine SU7 und den SUV YU7. Die Einreichung beim Ministerium läuft bis zum 17. Juni in der öffentlichen Kommentierungsphase, bevor die finale Genehmigung folgt.
Das erste EREV-Modell trägt intern den Codenamen „Kunlun N3″. Es soll unter einer neuen Submarke namens Skynomad auf den Markt kommen — ausgerichtet auf das familienorientierte SUV-Segment. Ein 1,5-Liter-Range-Extender soll eine rein elektrische Reichweite von 400 bis 500 Kilometern ermöglichen, kombiniert rund 1.500 Kilometer. Der Marktstart ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant.
Die Submarken-Strategie hat Methode. Xiaomi will die sportliche, technologieorientierte Identität von SU7 und YU7 sauber von der familienorientierten EREV-Linie trennen.
Ehrgeiziges Jahresziel unter Druck
Für 2026 hat Xiaomi ein Auslieferungsziel von 550.000 Einheiten gesetzt — 34 Prozent mehr als 2025. Die Zahlen der ersten fünf Monate machen das schwierig: 150.317 Einheiten, nur 13,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Mai lieferte Xiaomi 32.759 Fahrzeuge aus — ein Rückgang von rund 11 Prozent gegenüber April.
Das Ziel: Den Familienmarkt erschließen und die Reichweitenangst potenzieller Käufer adressieren. Allein mit SU7 und YU7 ist das kaum zu schaffen.
Insgesamt plant Xiaomi für 2026 vier neue Modelle: einen überarbeiteten SU7 mit 902 Kilometern Reichweite, eine SU7 Executive Edition sowie zwei EREV-SUVs in Fünf- und Siebensitzer-Konfiguration.
Schwieriger Einstieg ins EREV-Segment
Der Schritt bringt Xiaomi direkt in Konkurrenz zu Li Auto und dem von Huawei unterstützten Aito. Sieben der zehn meistverkauften EREV-SUVs in China 2025 stammten von diesen beiden Marken.
Allerdings schwächelt das Segment gerade spürbar. Die Großhandelsumsätze von EREV-Modellen sanken im Mai um fast 25 Prozent — der stärkste monatliche Rückgang seit fünf Jahren. Der Marktanteil fiel auf 7,0 Prozent. Selbst Marktführer Li Auto meldete beim Flaggschiff L9 in den ersten vier Monaten 2026 einen Auslieferungsrückgang von 74 Prozent im Jahresvergleich.
Xiaomis Preispositionierung ist bewusst aggressiv: Der Skynomad soll rund 200.000 Yuan kosten. Die etablierte Konkurrenz liegt überwiegend oberhalb von 250.000 Yuan.
Aktie nahe Jahrestief, Management kauft zurück
Die Xiaomi-Aktie notiert bei 2,89 Euro — nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 2,82 Euro vom Vortag. Seit Jahresbeginn hat das Papier rund 36 Prozent verloren, auf Zwölfmonatssicht sogar die Hälfte seines Wertes.
Als der Kurs am Donnerstag das Jahrestief markierte, kaufte das Management 7,8 Millionen Aktien für rund 202 Millionen Hongkong-Dollar zurück. Das läuft im Rahmen eines Programms, das bis zu 20 Milliarden Hongkong-Dollar umfasst. Ob das Signal ausreicht, um das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen, hängt letztlich davon ab, wie schnell Xiaomi seine Auslieferungslücke schließen kann — und ob der EREV-Markt sich bis zum Skynomad-Start erholt hat.
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