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Fonds

Ein Fonds ist ein Sammelbecken für Gelder zum Zweck eines Investments (Investmentfonds).

Das Vermögen eines Fonds ist in Anteile gestückelt - d.h. abhängig von der Höhe eines Investments erhält der Investor beim Kauf eine bestimmte Menge an Fondsanteilen. Die Anteilsberechnung erfolgt teilweise bis zur vierten Stelle hinter dem Komma. Es können als Bruchstücke erworben werden. Der Preis der Anteile richtet sich nach dem aktuellen Wert des Vermögens eines Fonds. Bei offenen Fonds wird dieser Anteilswert börsentäglich ermittelt und veröffentlicht.

Im Zusammenhang mit Geld- und Kapitalanlagen wird zwischen offenen und geschlossenen Fonds unterschieden.

Offene Fonds

Ein offener Fonds ist ein Wertpapier, welches börsentäglich gehandelt werden kann. Offene Fonds können von jedem erworben werden, sie unterliegen der staatlichen Genehmigung und Aufsicht durch das Bundeamt für Finanzdienstleistungsaufsicht in Deutschland. Die Genehmigungsverfahren für Fonds sind mittlerweile EU-weit vereinheitlicht, so dass ausländische Fonds mit einer Genehmigung durch eine ausländische, der BAFin gleiche Behörde, ebenfalls in Deutschland vertrieben werden dürfen. Ein ist ein Sondervermögen und benötigt eine Depotbank, die für die Verwahrung der Fondsanteile verantwortlich ist und eine Kapitalanlagegesellschaft (KAG), die für das Management des Fonds zuständig ist. Aus der staatlichen Kontrolle lassen sich keine Aussagen zur wirtschaftlichen Qualität der einzelnen Fonds ableiten. Die Aufsicht stellt nur Sicher, dass sich an die Spielregeln, also Gesetze gehalten wird..

Bei offenen Fonds kann der Anleger jederzeit ein- oder aussteigen, die Fondsgesellschaft ist verpflichtet, Anteile zum gültigen Tageskurs (Rücknahmepreis) zurück zu nehmen. Die Rücknahmepreise werden börsentäglich ermittelt und veröffentlicht. Diese Kurse findet man in verschiedensten Medien, zB. den größeren Tageszeitungen, Videotext und im Internet unter "Investmentfonds".

Geschlossene Fonds

Geschlossene Fonds werden zur Finanzierung von definierten, i.d.R. größeren Investitionsprojekte (z.B. eine oder mehrere Immoblien (s. geschlossene Immobilienfonds) aufgelegt.

Bei den geschlossenen Fonds kann in der Regel nur während eines bestimmten Zeitraums (Platzierungs- bzw. Emissionszeitraum) investiert werden, danach wird der Fonds geschlossen. Der Fonds wird dann zu einem zu Beginn festgelegten Zeitpunkt wieder aufgelöst und die Anteile an die Inhaber ausgezahlt.

Da der Markt der geschlossenen Fonds ausser der Prospekthaftung keiner staatlichen Kontrolle unterliegt, spricht man hier auch vom grauen Kapitalmarkt.

Vorteile und Abwicklung eines Fonds

Im Gegensatz zum Kauf einzelner Wertpapiere, wie zum Beispiel Aktien oder Anleihen bietet ein Fonds den Vorteil einer breiteren Risikostreuung und der ständigen Beobachtung durch ein professionelles Fondsmanagment unter staatlicher Aufsicht. Nachteil: Im Gegensatz zum Direktinvestment ist ein Fonds naturgemäß wesentlich intransparenter. Der Anlageerfolg hängt wesentlich von der Qualität des Fondsmanagements ab. So kann z.B. die Entscheidung des Anlegers zu einem bestimmten Zeitpunkt in Aktien zu investieren goldrichtig sein - wenn dann der Fondsmanager aber die falschen Papiere auswählt, tritt evtl. trotzdem der erwartete Erfolg nicht ein.

Fonds ermöglichen Anlegern mit geringen finanziellen Mitteln am Produktivkapital teilzuhaben. Mit vergleichsweise geringen Einmalanlagen und Sparsummen können sich Anleger risikogestreut an mehreren Wertpapieren beteiligen und diese professionell verwalten lassen.

Sparpläne in Fonds sind meistens bereits ab 50 Euro monatlich Sparrate möglich und sind ein besonders flexibles Instrument zur Altersvorsorge und Vermögensaufbau.

Vertriebswege von Fonds: a) Bankenvertrieb - über den Bankschalter oder Direktbank b) unabhängige Vermittler, mit und ohne Beratung zB auch über Internet c) Direktkauf bei einer Investmentgesellschaft

Unabhängige Berater haben häufig den Vorteil, fast alle Fonds verschiedenster Anbieter vermitteln zu können. Im Bankenvertrieb kann es vorkommen, dass die Produkte des eigenen Hauses bevorzugt werden. Und diese müssen nicht immer die besseren sein...

Fondsanteile können in Bankdepots oder im Direktkonto von Investmentgesellschaften gelagert werden. Direktkonten sind i.d.R. günstiger, da zumindest bei den meisten nichtdeutschen Gesellschaften keine zusätzlichen Depotgebühren fällig werden.

Anlegerschutz

Offene Fonds müssen einmal jährlich einen Rechenschaftsbericht erstellen und halbjährlich einen Halbjahresbericht. Zu jedem Fonds muss ein Verkaufsprospekt vorliegen, der über die Anlagegrundsätz und Kosten informiert. Der aktuelle Rechenschaftsbericht, der Verkaufsprospekt und der Halbjahresbericht (wenn der Rechenschaftsbericht älter ist als 8 Monate) müssen einem Käufer zur Einsicht in geeigneter Weise angeboten werden. Der Käufer ist vor einem Investment umfassend über die damit verbundenen Risiken aufzuklären. Nur Finanzdienstleistungsinstitute und Banken müssen ein Gesprächsprotokoll anfertigen. Die meisten Protokolle von Banken gleichen in der Regel Freifahrtscheinen, daher ist die Verwendung eines geeigneten eigenen! Protokolls bei jedem Beratungsgespräch dringend anzuraten. Die Unterschrift eines nichtverwandten Zeugen hat bisher auch nicht geschadet.

Zum Schutz des Kunden hat das Kapitalanlagegesetz bisher vorgeschrieben, dass ein Fonds nicht mehr als 5 % seines Fondsvermögens in einen einzelnen Wertpapiertitel investieren darf. Und vom einzelnen Titel dürfen nicht mehr als 10% erworben werden. Das Bundesamt für Finanzdienstleistungsaufsicht überwacht die Einhaltung der durch den Gesetzgeber erlassenen einschlägigen Gesetze.

Bisher waren Beteiligungen von Fonds an anderen Fonds nur sehr eingschränkt möglich und unterlagen strengen Regeln. Es ist stark zu bedauern, dass mit Einführung sogenannter SuperOGAWs EU-weit diese Schranken fallen und undurchschaubare Überkreuzbeteiligungen von Fonds ermöglicht werden. Waren Kostenstrukturen bei Dachfonds bereits oft intransparent, werden diese bei den zukünftigen Verschachtelungen nicht mehr nachvollziehbar. Danke Frau Kühnast, gute Arbeit... wurde das Kapitalanlagegesetz doch geschaffen um Entwicklungen, wie sie in der IOS passierten, doch zu vermeiden.

Kosten eines üblichen Fonds

Neben den Investmentrichtlinien sind im Fondsprospekt auch die Kosten bzw. Gebühren, die ein Fonds verlangen darf, definiert. Zu den wichtigsten Kosten gehören: das Agio (Aufgeld, Ausgabeaufschlag). Dies ist jener Prozentsatz, den der Investor bezahlt, um in den Fonds einzusteigen. In der Regel sind dies zwischen 0 und 6%, d.h. wer Fondsanteile im Wert von 100 Euro erwirbt, bezahlt dafür z.B. 105,-- €. Aktienfonds sind i.d.R. etwas teurer als andere Fonds. Im Schnitt liegen die Ausgabeaufschläge bei 5% Aktienfonds und Immobilienfonds und bei 3% bei Rentenfonds. Der Ausgabeaufschlag dient in der Regel zur Deckung der Vertriebskosten und wird üblicherweise an den Vermittler via Provision durch die KAG gezahlt.

Zu den Kosten gehören auch jährliche Managementgebühren, die täglich aus dem Fonds entnommen werden: Dies ist ein Prozentsatz des Vermögensstandes zum Berechnungsstichtag (in der Regel zwischen 0,2 und 7%), der der Investmentgesellschaft als Vergütung für ihre Verwaltungsarbeit zusteht. Bei bestimmten Fonds (''Fonds ohne Ausgabeaufschlag'', ''Trading-Fonds'') wird zwar kein Ausgabeaufschlag erhoben, dafür sind die Verwaltungsgebühren normalerweise erheblich höher, so dass sich ab einer gewissen Haltedauer der Anteile, der Kauf mit Ausgabeaufschlag besser gerechnet hätte. Der Ausgabeaufschlag wird schliesslich nur bei Kauf erhoben und nicht jährlich, wie die Verwaltungsgebühr, die sich zudem am (hoffentlich steigenden) Iventarwert des Fonds orientiert.

Einige Fonds verlangen Erfolgsvergütungen, teils auf absoluter (Beteiligung am Gewinn) oder relativer (Beteiligung am Übertreffen einer bestimmten Benchmark) Bemessungsgrundlage.

Bei der Entscheidung für ein konkretes Investmentprodukt ist daher immer zu beachten, dass die Performancezahlen, die eine Fondsgesellschaft veröffentlicht, brutto zu verstehen sind. Haben Sie z.B. 3% Agio bezahlt und einen Fonds mit 1% Managementgebühren, ist ein "Gewinn" von 4% den der Fonds nach einem Jahr ausweist, de facto (fast) völlig durch die Kosten des Fonds im ersten Jahr ausgeglichen.

Zu den Kosten eines Investments gehören außerdem jene Kosten, die die manche Depotbank verlangt (Depotführungsgebühr), die im Durchschnitt zwischen 30 und 40 Euro pro Jahr sein kann.

Innerhalb von Fonds gibt es eine Menge versteckter Kosten, die im laufenden Betrieb aus dem Fonds entnommen werden, zB. häufig Druckkosten für Berichte usw..

Je nach Depotbank kommen schließlich manchmal noch Handelskosten dazu (Provision, Spesen, Maklergebühren) - jene Kosten, mit denen der Fonds beim Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers durch die Gebühren des Händlers (Bank oder Makler) belastet wird.

Letztlich kommt es auf das Ergebnis nach Kosten an, ob ein bestimmter Fonds ein gutes Ergebnis im Vergleich zu seiner Benchmark geliefert hat. Dies gelingt nur den wenigsten Fonds beständig. Bei über 6000 zum Vertrieb zugelassenen Fonds in Deutschland, werden die meisten Anleger nur mit Hilfe ausgiebiger Recherche oder Beratung durch einen hauptberuflichen Fachmann, den für ihre Anlagezwecke geeigneten Fonds finden können.

Hedge-Fonds

Hedgefonds sind in Deutschland als Singlehedgefund nicht zum öffentlichen Vertrieb zugelassen. Daher handelt es sich auch nicht um offene Fonds. Meistens werden Zertifikate auf Genusscheine unter dem Deckmantel einer Hedgefondsbezeichnung angeboten. So handelt es sich zB. beim Quadriage Hedgefund um einen österreichichen Genusschein einer Firma mit 5000 USD Stammkapital auf einer Insel in Übersee, die mit einem Handelcomputersystem über eine eigene Firma in Kanada abwickelt. Singlehedgefonds Hedge-Fonds dürfen zur Zeit nicht ohne weiteres angeboten werden. Diese Fonds zeichnen sich dadurch aus, dass sie Derivate wie Optionen und Futures nutzen können. Sie sind als Beimischung für eine umfassende Diversifikation der Kapitalanlage nur in einem sehr grossen Depot interessant. Sie sind entweder für das Hedging notwendig oder als spekulative Beimischung zur Erzielung einer Überrendite. Wie überall gilt: höherer Ertrag ist nur über höhere Risiken möglich. Die zugelassene Variante solcher Fonds: Hedgedachfonds werden vom Gesetzgeber sogar extra als Sondervermögen mit höheren Risiken bezeichnet. Dies hat seine Gründe.

Siehe auch:

Cost-Average-Effekt



Quellenangabe für diesen Artikel:

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Fonds aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU Lizenz für freie Dokumentation. Die Liste der Autoren ist in der Wikipedia unter dieser Seite verfügbar, der Artikel kann hier editiert werden.

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