Abbott Laboratories Aktie: Urteil trifft hart
Ein US-Gericht verurteilte Abbott zu hohem Schadensersatz wegen Säuglingsnahrung. Das Unternehmen sieht sich mit über 1.700 Klagen konfrontiert, während Analysten auf Quartalszahlen blicken.

Kurz zusammengefasst
- 53 Millionen Dollar Schadensersatz in erstem Verfahren
- Über 1.700 weitere Klagen belasten das Unternehmen
- Leerverkäufer bauen ihre Positionen deutlich aus
- Quartalszahlen als nächster wichtiger Prüfstein
Ein Geschworenengericht in Chicago hat Abbott Laboratories am 9. April zu 53 Millionen Dollar Schadensersatz verurteilt. Der Vorwurf: Das Unternehmen habe gewusst, dass seine Säuglingsnahrung auf Kuhmilchbasis bei Frühgeborenen die gefährliche Darmerkrankung NEC auslösen kann — und das Produkt dennoch aktiv an Krankenhäuser vermarktet. Das Urteil trifft die Aktie in einem ohnehin schwierigen Marktumfeld.
Rechtliche Risiken wachsen
Das eigentliche Problem liegt weniger in den 53 Millionen Dollar Schadensersatz als in dem, was noch folgen könnte. Strafschadensersatz wurde noch nicht festgesetzt. Gleichzeitig sieht sich Abbott mit mehr als 1.700 Klagen vor Bundes- und Staatsgerichten konfrontiert. Das Unternehmen hat angekündigt, das Urteil anzufechten, und erklärte, es sei anderer Meinung als das Gericht.
Parallel dazu stieg das Short-Interesse an der Aktie zuletzt deutlich an. Stand 13. März 2026 hatten Leerverkäufer ihre Positionen um knapp 9,5 Prozent ausgebaut — auf rund 19,95 Millionen Aktien. Ein Zeichen, dass ein Teil des Marktes auf weitere Kursverluste setzt.
Die Aktie notiert aktuell nahe ihrem 52-Wochen-Tief und liegt rund 19 Prozent unter dem Stand zu Jahresbeginn.
Quartalszahlen als nächster Prüfstein
Trotz des juristischen Gegenwinds läuft der Geschäftsbetrieb weiter. Am 16. April legt Abbott vor Börseneröffnung seine Zahlen für das erste Quartal vor. Analysten rechnen mit einem Gewinn je Aktie von 1,15 Dollar bei einem Umsatz von rund 10,99 Milliarden Dollar. Für das Gesamtjahr 2026 peilt Abbott selbst einen bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 5,55 und 5,80 Dollar an.
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Einige Analysten sehen in der aktuellen Bewertung eine Kaufgelegenheit. Barclays hob sein Kursziel am 8. April auf 144 Dollar an und bestätigte die Einstufung „Overweight“. TD Cowen bekräftigte einen Tag später sein „Buy“-Rating mit einem Ziel von 137 Dollar. Das durchschnittliche Kursziel aller Analysten liegt bei 134,58 Dollar — deutlich über dem aktuellen Kursniveau.
Übernahme als Wachstumshebel
Auf der strategischen Seite hat Abbott Ende März die Übernahme von Exact Sciences abgeschlossen. Das Unternehmen erwartet dadurch rund 3 Milliarden Dollar zusätzlichen Umsatz im laufenden Jahr. Allerdings dürfte die Transaktion den bereinigten Gewinn je Aktie 2026 um etwa 0,20 Dollar verwässern.
Wie Abbott die Exact-Sciences-Integration bewertet und ob das Management die Jahresziele trotz der Rechtsrisiken bestätigt, wird der Earnings Call am 16. April zeigen. Dieser Termin dürfte die Richtung für die Aktie in den kommenden Wochen maßgeblich mitbestimmen.
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