AbbVie Aktie: Darmdaten treffen Rekordhoch
Studien zeigen positive Ergebnisse bei Darmerkrankungen; zwei FDA-Einstufungen ergänzen AbbVies Fortschritte in der Onkologie.

Kurz zusammengefasst
- Aktie erreicht 274,94 Dollar
- Skyrizi-Daten zu Morbus Crohn vorgestellt
- Langzeitdaten zu Fisteln veröffentlicht
- FDA stuft Temab-A zweimal als Breakthrough Therapy ein
AbbVie kommt mit Rückenwind in die neue Woche. Die Aktie erreichte am Freitag ein neues 52-Wochen-Hoch von 274,94 Dollar, und der Konzern legt auf einem Fachkongress in Nashville neue Daten zu seinen Immunologie-Blockbustern nach.
Neue Daten zu Skyrizi und Rinvoq
Auf der Jahrestagung des American College of Gastroenterology präsentiert AbbVie 22 wissenschaftliche Beiträge zu chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Das Treffen läuft noch bis zum 14. Oktober.
Im Mittelpunkt steht die Phase-3-Studie AFFIRM: Subkutan verabreichtes Skyrizi erzielte bei Morbus-Crohn-Patienten nach 12 Wochen deutlich höhere Raten klinischer Remission und endoskopischen Ansprechens als Placebo. Die Vorteile blieben bei Patienten mit klinischem Ansprechen bis Woche 24 numerisch erhalten.
Hinzu kommt ein indirekter Vergleich mit dem Konkurrenzpräparat Guselkumab. Skyrizi erreichte darin in der Induktionsphase ein signifikant besseres endoskopisches Ansprechen. Solche Matching-adjustierten Vergleiche ersetzen allerdings keine direkte Kopf-an-Kopf-Studie.
Langzeitdaten stützen das Bild. In der FORTIFY-Folgestudie hatten nach fünf Jahren 74,5 Prozent der Patienten mit fistulierendem Morbus Crohn keine drainierenden Fisteln mehr. Für Rinvoq liegen Real-World-Daten vor, etwa aus dem Gesundheitssystem der US-Veteranenverwaltung: Dort erreichten 93,3 Prozent der Patienten mit fistulierender Erkrankung, die in Behandlung blieben, eine klinische Remission.
Wichtig für die Umsatzperspektive: Seit Ende April liegt bei der FDA ein Zulassungsantrag für die subkutane Induktion mit Skyrizi bei Morbus Crohn.
Onkologie als zweites Standbein
Parallel treibt AbbVie die Krebspipeline voran. Die FDA vergab zwei Breakthrough-Therapy-Einstufungen für Temab-A (ABBV-400), und zwar bei Darmkrebs und nicht-kleinzelligem Lungenkrebs. Der Wirkstoff ist ein Antikörper-Wirkstoff-Konjugat, das gegen das Protein c-Met gerichtet ist. Er wird derzeit in mehreren soliden Tumorindikationen untersucht.
Marktbeobachter dürften beide Stränge als Hinweis lesen, dass AbbVie seine Wachstumsbasis über die Immunologie hinaus verbreitert. Die Kursstärke zum Wochenschluss passt zu dieser Lesart, ein klarer Einzelauslöser ist dafür allerdings nicht erkennbar.
Der nächste feste Termin steht bereits im Kalender: Am 30. Oktober legt AbbVie die Zahlen zum dritten Quartal vor. Dann zeigt sich, ob die Immunologie-Daten bereits in den Umsätzen von Skyrizi und Rinvoq sichtbar werden.
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