ABO WIND: 99 Prozent für Sanierungsbeschlüsse

Nach einem Rekordverlust von 170 Millionen Euro erhält ABO Energy breite Gläubigerunterstützung für den radikalen Umbau.

Eduard Altmann ·
ABO WIND AG Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Rekordverlust von 170 Millionen Euro
  • Banken stimmen Stillhalteabkommen zu
  • Anleihegläubiger unterstützen Sanierungskurs
  • Windpark-Zuschläge für 16,4 Megawatt

Ein erwarteter Rekordverlust von rund 170 Millionen Euro für das Jahr 2025 zwingt ABO Energy zum radikalen Umbau. Während die bilanzielle Lage angespannt bleibt, sichert sich der Projektentwickler nun die entscheidende Unterstützung seiner Geldgeber. Das verschafft dem Management die nötige Zeit, um das operative Geschäft zu stabilisieren.

Ein zentraler Baustein der Sanierung ist eine Stillhaltevereinbarung mit den finanzierenden Banken. Sie umfasst Konsortialkredite sowie Schuldscheindarlehen und blockiert unmittelbare Kündigungsrechte. Parallel dazu signalisieren die Anleihegläubiger enormen Rückhalt. Sie stimmten den Sanierungsbeschlüssen mit einer Mehrheit von über 99 Prozent zu.

Dieses Votum erlaubt es dem Vorstand, wichtige Negativverpflichtungen vorübergehend auszusetzen. Das Unternehmen kann nun wieder Sicherheiten für neue Projektausschreibungen hinterlegen. Um die Liquidität weiter zu stärken, trennt sich ABO Energy von internationalen Assets. Projektverkäufe in Kanada und Kolumbien spülen frisches Kapital in die Kassen. Externe Restrukturierungsexperten begleiten den Prozess, um die Kostenstruktur an das Marktumfeld anzupassen.

Zuschläge im Tagesgeschäft

Im operativen Geschäft erzielt der Entwickler derweil messbare Fortschritte. Bei der jüngsten Onshore-Windausschreibung der Bundesnetzagentur sicherte sich das Unternehmen Zuschläge für 16,4 Megawatt. Die genehmigten Windpark-Erweiterungen im nordrhein-westfälischen Schwerte und im baden-württembergischen Öhringen sollen im Herbst 2027 ans Netz gehen. Solche Erfolge sind für ABO Energy zwingend notwendig. Sie dienen als Leistungsnachweis gegenüber Gutachtern und Finanzierungspartnern.

Deutschlandweit verfügt der Konzern aktuell über genehmigte Windprojekte mit einer Kapazität von rund 650 Megawatt. Diese Pipeline bildet die Basis für den geplanten Umbau zum unabhängigen Stromproduzenten. Langfristig peilt das Management die Rückkehr in die Gewinnzone an. Bis 2027 soll der Nettogewinn auf 50 Millionen Euro steigen.

Die Erreichung dieses Ziels hängt nun maßgeblich von der Durchfinanzierung der kapitalintensiven Eigenbestandsprojekte ab. Die anstehenden Fortschrittsberichte zur Projektpipeline in den Kernmärkten Deutschland und Frankreich bilden dafür den nächsten konkreten Meilenstein.

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ABO WIND AG Aktie

4,76 EUR

+ 0,14 EUR +3,03 %
KGV 1,83
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 0,00 %
Marktkapitalisierung 43,43 Mio. EUR
ISIN: DE0005760029 WKN: 576002

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