Erste Asset Management optimistisch: Trotz Covid, Inflation und Lieferengpässen geht Erholung weiter


30.11.21 11:30
Meldung
 
Wien (www.fondscheck.de) - Erste Asset Management (Erste AM), die Kapitalanlagegesellschaft der Erste Group Bank AG, ist optimistisch, dass sich die Erholung der Wirtschaft in Folge der globalen Pandemie 2022 fortsetzt, so die Experten von Erste Asset Management.


Zwar werde das globale Wachstum nicht mehr im selben Tempo wie in diesem Jahr voranschreiten, aber mit rund 5% werde ein Wert prognostiziert, der deutlich über dem Potential liege, argumentiere Erste AM Anlagechef (Chief Investment Officer) Gerold Permoser bei der Pressekonferenz zum Kapitalmarktausblick 2022.

"Verglichen mit früheren Rezessionen sind wir relativ schnell aus der Krise gekommen". Entscheidend dafür sei die Geld- und Fiskalpolitik der Notenbanken und Regierungen gewesen, die mit ihrer Unterstützung die starke Erholung der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes in diesem Jahr gestützt hätten. 2022 werde die Erholung weitergehen und stark durch den privaten Sektor getragen, sei Permoser überzeugt. Die Konsum-Nachfrage werde hoch bleiben. Auch das Auffüllen der nach der Pandemie leeren Lager werde sich 2022 positiv auf die Nachfrage auswirken. Die Gefahr für Rückschläge durch eine weitere Covid-Welle sei zwar gegeben, aber nicht mehr so hoch wie in der Vergangenheit.

Ein weiteres Risiko für die optimistische Prognose gehe von anhaltend hohen Inflationsraten aus, welche wiederum die Zentralbank unter Druck bringen würden, die geldpolitischen Zügel schneller als derzeit erwartet, anzuziehen. Der starke Preisauftrieb sei vor allem auf die Sondersituation der Engpässe bei Rohstoffen, Halbleitern und Transportkosten zurückzuführen. Diese Sondersituationen sollten sich im ersten Halbjahr 2022 weitgehend auflösen.

Eine Schlüsselrolle für die Fortsetzung der Erholung nehme China ein. Die straff geführte Wirtschaftsmacht baue die Wirtschaft um und fokussiere sich auf eine Stärkung der Binnenwirtschaft und die größere Eigenständigkeit des Landes. Erreicht werden solle das durch eine Konzentration auf Schlüsselindustrien, die Stabilität am Finanz- und Immobilienmarkt, Mega-Investitionen in die Dekarbonisierung und die Verringerung der hohen Einkommensungleichheit. Durch diese Neuorientierung werde China zwar kurzfristig langsamer wachsen, längerfristig sei das aber positiv für die Wachstumsaussichten Chinas einzuschätzen. China könne damit der Motor der Weltwirtschaft bleiben, es würden nun aber eher Sektor profitieren, die mit dem Konsum verknüpft seien und weniger die Immobilienwirtschaft und der Exportsektor.

Mit zunehmendem Fortgang der Erholung und einer stärkeren Rolle des Privaten Sektors würden Zentralbanken 2022 die extrem unterstützende Geldpolitik der vergangenen zwei Jahre schrittweise zurückfahren. Vor allem die aktuell hohen Inflationsraten hätten viele Zentralbanken hier schneller als zu Beginn des Jahres unter Druck gesetzt. Vor allem in den Emerging Markets, wo Inflationserwartungen weniger gut verankert bzw. Zentralbanken oftmals einen geringeren Grad politischer Unabhängigkeit aufweisen würden, seien viele Zentralbanken gezwungen gewesen, die geldpolitischen Zügel anzuziehen.

Gemessen an vergleichbaren Phasen in der jüngsten Vergangenheit hätten sich die Unternehmensgewinne 2021 schneller und stärker erholt. Damit hätten sich auch die Bewertungen der Unternehmen trotz der Kursanstiege zum Vorjahr nicht wesentlich verändert. Aktien würden daher in den Portfolien der Erste AM weiterhin eine wichtige Rolle spielen.

Permoser: "Wir erwarten, dass die Gewinne 2022 weiter steigen werden, aber nicht mehr mit der Dynamik, die wir heuer gesehen haben." Er gehe von Zuwachsraten im Ausmaß des nominalen Wirtschaftswachstums - in der entwickelten Welt zwischen 5 und 10% - aus. Damit sollten Aktieninvestoren auch mit Kursanstiegen in diesem Ausmaß rechnen können. Zumal Alternativen zu Aktien weiterhin rar gesät seien. Staatsanleihen seien wegen des Zinsänderungsrisikos weiter unattraktiv. "Und mit Renditeanstiegen ist in unserem Erholungsszenario zu rechnen".

Die erfreuliche Entwicklung bei den Volumina der Erste Asset Management habe sich 2021 fortgesetzt. Die Summe des veranlagten Investmentfonds- und Asset Management Volumens habe Ende Oktober bei 74,7 Mrd. Euro gelegen. Das sei eine Zunahme von 9,5% gegenüber dem Wert zum Jahresende 2020. Die Volumina würden sich mittlerweile "ausgewogen" auf die verschiedenen Anlage-Kategorien verteilen: Der größte Anteil der Volumina entfalle auf Gemischte Fonds (20,5 Mrd. Euro), Anleihenfonds (19,7 Mrd. Euro) und Aktienfonds (16,5 Mrd. Euro). "Fonds, die schon mit Einstiegsbeträgen in moderater Höhe eine komplette Vermögensverwaltung bieten, aber auch nachhaltige Fonds und der Dauerbrenner Immobilienfonds haben zu diesem Wachstum wesentlich beigetragen", betone Bednar.

Das Nettomittelvolumen habe seit Jahresbeginn um 3,3 Mrd. Euro gesteigert werden können. Die stärksten Nettomittelzuwächse habe die Erste AM in Österreich, in Tschechien und in der Slowakei verzeichnet. Weiter an Bedeutung gewonnen habe das Segment der nachhaltigen Investmentfonds mit einem veranlagten Volumen von über 14,3 Mrd. Euro. Die im März in Kraft getretene Offenlegungsverordnung der EU habe diesen Prozess beschleunigt.

Durch die in den Klimakonferenzen festgeschriebenen CO2-Reduktionsziele - etwa was den Kohleausstieg betreffe - und abgeleitet durch die offensiven Pläne der neuen deutschen Bundesregierung in Richtung Dekarbonisierung oder die ökosoziale Steuerreform in Österreich würden Investitionen in den Klima- und Umweltschutz auf Dauer wachsen. Die Experten würden davon ausgehen, dass diese Beispiele in ganz Europa Schule machen würden, so Bednar.

Als chancenreiche Fonds für 2022 erachte Bednar daher weiterhin nachhaltige Fonds wie beispielsweise den globalen Aktienfonds ERSTE RESPONSIBLE STOCK GLOBAL (ISIN AT0000646799 / WKN A0J36T) und den grünen Themen-aktienfonds ERSTE GREEN INVEST (ISIN AT0000A2DY42 / WKN A2P1F9), den auf die Abwehr der Inflation ausgerichteten ERSTE REAL ASSETS (ISIN AT0000A2QAC8 / WKN A2QP69) und für den langfristigen Vermögensaufbau den Dachfonds YOU INVEST advanced (ISIN AT0000A28859 / WKN A2PLAY), mit einer Mischung unterschiedlicher Anlageklassen, die dynamisch verändert werden könne. (30.11.2021/fc/a/f)


 

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