MEAG EuroFlex-Fonds: Jahresbericht zum 31.03.2021, Wertzuwachs von 3,48% - Fondsanalyse


26.07.21 10:30
Meldung
 
München (www.fondscheck.de) - Ziel des Fondsmanagements des MEAG EuroFlex (ISIN DE0009757484 / WKN 975748 ) ist ein attraktiver Wertzuwachs durch Anlage in die europäischen Rentenmärkte im kürzeren Laufzeitenbereich, so die Experten von MEAG.


Um dies zu erreichen, investiere der Fonds überwiegend in auf Euro lautende Anleihen mit (Rest-)Laufzeiten bis zu 24 Monaten und Anleihen mit periodischer Zinsfestsetzung. Je nach Markteinschätzung könnten Fremdwährungsanleihen beigemischt werden.

Ausgehend von -0,69 Prozent, hätten die Renditen zweijähriger deutscher Staatspapiere im Berichtszeitraum einen schwankungsintensiven Verlauf verzeichnet. Die gigantischen geldpolitischen Unterstützungsmaßnahmen sowie Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank hätten zu einer gestiegenen Nachfrage nach auch kurzlaufenden deutschen Staatspapieren geführt, sodass die Renditen dieser Papiere auf ein Niveau von -0,79 Prozent Anfang Mai 2020 gefallen seien. Dann sei es zu einer Gegenbewegung gekommen und die Renditen zweijähriger Staatspapiere deutscher Provenienz hätten eine Aufwärtsbewegung bis auf -0,60 Prozent zum Anfang Juni 2020 verzeichnet, den höchsten Stand in der Berichtsperiode. Nach einer längeren Seitwärtsphase seien die zweijährigen Renditen deutscher Provenienz erneut gefallen und hätten Ende Oktober bei etwa -0,81 Prozent notiert, dem tiefsten Stand des Geschäftsjahres.

Der Grund für diese freundliche und risikoaversere Marktstimmung habe in den bevorstehenden US-Präsidentschaftswahlen gelegen. Die Verunsicherung der Marktteilnehmer und die Flucht in vermeintlich sicherere Anlagen seien allerdings nur vorübergehender Natur gewesen. Denn als der knappe Sieg des neuen US-Präsidenten Joe Biden rechnerisch unumstößlich gewesen sei, habe sich der Trend wieder umgekehrt und die Renditen kurzlaufender deutscher Staatsanleihen seien erneut angestiegen. Im neuen Kalenderjahr habe sich der Aufwärtstrend weiter fortgesetzt, getrieben durch positive Wirtschaftsdaten, aber auch steigende Inflationsraten im Euroraum und in Deutschland. Stichtagsbezogen hätten die Renditen zweijähriger deutscher Staatspapiere unverändert bei -0,69 Prozent notiert.

Schwerpunktmäßig sei der kurzlaufende Rentenfonds im Berichtszeitraum vom 1. April 2020 bis 31. März 2021 in Unternehmensanleihen sowie in Anleihen öffentlicher Emittenten mit kurzer Restlaufzeit von bis zu zwei Jahren angelegt gewesen. In der Berichtsperiode sei der Anteil an Unternehmensanleihen auch aufgrund von Fälligkeiten von 69,53 auf 51,05 Prozent gesunken. Einen Teil der aus den Fälligkeiten verfügbaren Mittel habe das Fondsmanagement jedoch erneut in attraktive Unternehmensanleihen mit positiver Rendite reinvestiert. Dabei habe das Fondsmanagement ebenfalls den zwischenzeitlich starken Anstieg der Risikoprämien zu Investitionen in diese überwiegend kurzlaufenden Unternehmensanleihen genutzt. Insbesondere bei verzinslichen Wertpapieren aus dem Automobilsektor seien dabei Zukäufe auf einem günstigen Kursniveau erfolgt.

Der starke Rückgang der Risikoprämien im Verlauf der Berichtsperiode habe das Fondsmanagement dazu veranlasst, das Portfolio risikoaverser aufzustellen. Selektiv seien einzelne Titel niedriger gewichtet worden, Unternehmensanleihen mit negativer Rendite habe das Fondsmanagement mit Gewinn veräußert. Ein Teil der dadurch frei gewordenen Mittel sei in Staatspapiere wiederangelegt worden, sodass der Bestand an Anleihen öffentlicher Emittenten stichtagsbezogen von 17,78 auf 37,05 Prozent mehr als verdoppelt worden sei, um bei einem wiederholten Anstieg der Risikoprämien die Option zur erneuten Umschichtung des Portfolios zu haben.

Fremdwährungsanleihen seien dem Portfolio im Berichtszeitraum auch beigemischt gewesen. In der Berichtsperiode sei durch den Verkauf der auf Norwegische Kronen lautenden Unternehmensanleihe das Engagement in Norwegische Kronen beendet worden. Zum Berichtsstichtag seien im Bestand Anleihen gewesen, die auf US-Dollar und Brasilianische Real notiert hätten, in Summe seien beide Währungspositionen etwa gleich gewichtet gewesen.

Der MEAG EuroFlex habe in den vergangenen zwölf Monaten eine Wertentwicklung von 3,48 Prozent (BVI-Methode) erzielt. Der Vergleichsindex (70% IBOXX EURO SOVEREIGN EZONE 1-3 Y., 30% IBOXX EURO Germany Covered 1-3 Y. - TR) habe im Berichtszeitraum eine Wertentwicklung von 0,15 Prozent verbucht. Günstig auf die Wertentwicklung habe sich die sehr lockere Geldpolitik von Notenbanken ausgewirkt. Einen besonders positiven Effekt hätten darüber hinaus Investitionen in Unternehmensanleihen gehabt, beispielsweise aus dem Automobilsektor. Hervorzuheben wären hierbei etwa Anlagen in verzinsliche Wertpapiere von Daimler oder General Motors.

Zudem hätten die Engagements in Schwellenländer-Anleihen beispielsweise mexikanischer Provenienz positive Impulse zur Wertentwicklung beigetragen. Im Umfeld von steigenden Inflationserwartungen habe sich zudem die Beimischung von inflationsindexierten Anleihen günstig ausgewirkt. Einen dämpfenden Einfluss auf die Performance hätten hingegen die Auswahl von einzelnen Unternehmensanleihen sowie das Umfeld mit steigenden Zinsen im Jahr 2021 ausgeübt.

Am 24. Juni 2021 sei die Endausschüttung an die Anleger für das abgelaufene Geschäftsjahr 2010/2021 erfolgt. Je Anteil würden 0,60 Euro ausgeschüttet.

Die COVID-19-Pandemie werfe ihre Schatten voraus - der Ausgang hinsichtlich weiterer Mutationen, "Lockdowns" und die Dauer der Pandemie seien noch ungewiss. In Europa und speziell in Deutschland sei das Impftempo noch deutlich ausbaufähig. Die Kapitalmärkte befänden sich tendenziell in einem Spannungsfeld zwischen der Furcht vor einem Zinsanstieg und der Hoffnung auf eine Erholung der Konjunktur. Einerseits hätten die jüngsten Anstiege der Inflationserwartungen und der Rohstoffpreise angedeutet, dass sich eine Konjunkturerholung anbahne. Dabei dürfte die US-Ökonomie schneller aus der Krise kommen als die europäische Wirtschaft. Andererseits habe der gigantische fiskalische Stimulus der US-Regierung für zusätzliche Impulse und für zwiespältige Reaktionen gesorgt. Dieses Paket habe aufgrund seiner großen Dimension bei dem einen oder anderen Marktteilnehmer die Angst davor geschürt, dass hierdurch eine potenzielle Inflation noch stärker angetrieben werden könnte. Nicht ohne Grund seien auch die Renditen zweijähriger deutscher Staatspapiere im laufenden Kalenderjahr gestiegen. Falls die Impfquote in Europa in naher Zukunft deutlich angehoben werde und die Konjunkturerholung mit einer moderaten Inflation folgen sollte, dann dürften die Renditen zweijähriger deutscher Staatspapiere nur moderat ansteigen, begleitet von einer weiterhin expansiven Geldpolitik der Europäischen Zentralbank.

Grundsätzlich könnten Adressenausfallrisiken nicht ausgeschlossen werden. Das Fondsvermögen sei im Berichtszeitraum jedoch breit gestreut investiert gewesen, zudem habe bei der Auswahl der Einzeltitel immer die gute Qualität der Wertpapiere im Vordergrund gestanden. Die Anleihen hätten Ende März 2021 ein durchschnittliches Rating von BBB1 (internes MEAG Rating) gehabt. Mit einem Portfolioanteil von 79 Prozent hätten Papiere guter bis zu bester Bonität den Anlageschwerpunkt gebildet. Die Adressenausfallrisiken seien trotz der durch das Coronavirus ausgelösten Marktturbulenzen demnach im Berichtszeitraum moderat gewesen.

Das Sondervermögen weise infolge der Investition in Rentenpapiere Zinsänderungsrisiken auf, die sich in Form von Kursänderungen in den einzelnen Anlagen niederschlagen würden. Die Zinssensitivität des Rentenportfolios habe Ende März 2021 1,75 (Modified Duration) betragen, das heiße, die Zinsänderungsrisiken des Fonds seien gering gewesen.

Während des Berichtszeitraumes habe das Sondervermögen Marktpreisrisiken vor allem in Form von Zinsrisiken innegehabt. Grundsätzlich seien angesichts der allgemein vorherrschenden Unsicherheit an den Kapitalmärkten die Marktpreisrisiken gestiegen. Das Marktpreisrisiko, gemessen an der Schwankungsbreite (Volatilität) des Anteilpreises, habe in den vergangenen zwölf Monaten 0,97 Prozent betragen und sei somit als niedrig einzustufen gewesen.

Das Sondervermögen sei im Berichtszeitraum überwiegend in auf Euro lautende Wertpapiere investiert gewesen. Zum Stichtag sei der Fonds in auf US-Dollar und Brasilianische Real lautende Anleihen zu insgesamt etwa 1 Prozent investiert gewesen. Die Währungsrisiken seien folglich im Berichtszeitraum gering gewesen.

Um ein aktives Rentenportfoliomanagement durchführen zu können, werde im besonderen Maße Wert auf die Liquidität der einzelnen Positionen gelegt. Alle Papiere seien handelbar gewesen, es habe sich ein sehr geringes Liquiditätsrisiko für das Sondervermögen ergeben.

Die Fondsgesellschaft habe im Berichtszeitraum die erforderlichen Maßnahmen getroffen, um die operationellen Risiken auf ein angemessenes Niveau zu reduzieren. Das operationelle Risiko schließe Rechts-, Dokumentations- und Reputationsrisiken sowie Risiken mit ein, die aus den für ein Investmentvermögen betriebenen Handels-, Abrechnungs- und Bewertungsverfahren resultieren würden. Hierunter würden auch Risiken fallen, die aus der Nicht-Beachtung von gesetzlichen oder vertraglichen Anlagevorschriften resultieren würden. Die Fondsgesellschaft begegne diesen Risiken unter anderem durch schriftlich dokumentierte Verhaltensrichtlinien, Prozessbeschreibungen sowie mit einem Kontrollumfeld. Die Prüfung der Einhaltung der entsprechenden Vorschriften erfolge regelmäßig durch die Interne Revision.

Das Ergebnis aus Veräußerungsgeschäften belaufe sich auf -1.565.324,22 Euro. Der Betrag setze sich im Wesentlichen wie folgt zusammen: Realisierte Gewinne aus verzinslichen Wertpapieren (695.343,70 Euro), aus Derivaten (300.355,98 Euro) und aus Devisengeschäften (-11.869,20 Euro); realisierte Verluste aus verzinslichen Wertpapieren (-2.132.376,71 Euro), aus Derivaten (-432.226,80 Euro) und aus Devisengeschäften (15.448,81 Euro). Während des Berichtszeitraumes habe es keine wesentlichen Ereignisse gegeben. (Stand vom 31.03.2021) (26.07.2021/fc/a/f)


 

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