SKAGEN Kon-Tiki-Fonds: Ein schwieriges Quartal für die Emerging Markets - Fondsanalyse


18.05.22 13:50
Meldung
 
Stavanger (www.fondscheck.de) - Das Jahr 2022 begann turbulent, so Fredrik Bjelland und Cathrine Gether, Portfoliomanager von SKAGEN Funds im Kommentar zum SKAGEN Kon-Tiki (ISIN NO0010140502 / WKN A0HHBV ).


Die anziehende Inflation und die restriktivere Haltung der US-Notenbank hätten die Aktien der Schwellenländer schon vor dem russischen Einmarsch in der Ukraine Ende Februar belastet, der dann die Nachrichtenlage im März dominiert habe. Obwohl die Aktien der Schwellenländer gut in das neue Jahr gestartet seien, seien sie im Quartalsverlauf hinter den Industrieländern zurückgeblieben. Im Februar habe der Kon-Tiki aufgrund seines Russland-Engagements schlechter abgeschnitten als der Index. Im März habe sich das Portfolio aber robust gezeigt, was zu einem starken Monat im Vergleich zum Index geführt habe.

Anfang März sei bei SKAGEN die Entscheidung gefallen, russische Unternehmen aus dem Anlageuniversum auszuschließen. Um jedoch alle Bestände verkaufen zu können, benötige man einen gut funktionierenden Markt. Wenngleich die liquidesten Aktien an der Moskauer Börse wieder zum Handel zugelassen wurden, unterliegt der Markt noch immer Beschränkungen, die uns als Ausländern den Handel unmöglich machen, so die Experten von SKAGEN Funds. Die russischen Bestände von Kon-Tiki würden bei der Berechnung des Nettoinventarwerts derzeit mit 0 bewertet, was zum einen bedeute, dass diese Positionen im Quartal den größten negativen Beitrag geleistet hätten, aber auch, dass es kein weiteres Abwärtsrisiko im Zusammenhang mit diesen russischen Beständen im Portfolio gebe.

Seit der Wiedereröffnung hätten sich die lokal notierten russischen Aktien erholt, und der Russische Rubel habe inzwischen wieder in etwa sein Vorkriegsniveau erreicht (was aber auch durch die Währungskontrollen künstlich herbeiführt sein könnte). Die Experten seien vorsichtig optimistisch, dass sich aus ihren russischen Beständen ein gewisser Wert zurückgewinnen lasse, da sie eine diversifizierte Palette robuster Unternehmen halten würden. Da die Sberbank auf der Sanktionsliste stehe, sei der erzielbare Wert ungewiss. Und dies, obwohl es sich hier um eine der am besten geführten Banken in einem Schwellenland handle, die in der Vergangenheit mit starkem Wachstum, einer soliden Bilanz und einer spannenden Zukunft habe aufwarten können. Die führenden Lebensmittelketten Magnit und X5 seien hingegen nicht sanktioniert. Ihr US-Dollar-Kostenrisiko sei vernachlässigbar, alle Kredite seien in Landeswährung und die Zinssätze seien fix. Sie seien die langfristigen Nutznießer des derzeit schwierigen Umfelds, da sie die Inflation bei den Lebensmittelpreisen an ihre Kunden weitergeben könnten und wahrscheinlich Marktanteile gewinnen würden, während schwächere Anbieter zu kämpfen hätten. Seit der Annexion der Krim im Jahr 2014 hätten diese Unternehmen ihr Geschäftsmodell dahingehend geändert, dass sie sich auf lokale Erzeugnisse konzentrieren würden, um nicht von Importen abhängig zu sein.

Die Finanzsanktionen des Westens gegen Russland seien außerordentlich, und der Konflikt werde daher auch erhebliche Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben. Die wichtige Rolle von Russland und der Ukraine als wesentliche Exporteure vieler Rohstoffklassen bedeute, dass der Konflikt bereits zu einem weitreichenden Preisanstieg geführt habe. Steigende Rohstoffpreise könnten zu Unterbrechungen in den globalen Versorgungsketten führen und alles von der Industrieproduktion bis zum Verbrauchervertrauen beeinträchtigen. Während sich das direkte Engagement des Fonds in Russland negativ ausgewirkt habe, zeige die starke relative Performance im März die Robustheit des restlichen Kon-Tiki-Portfolios.

Einige indirekte Nutznießer der gestiegenen Rohstoffpreise seien in der Liste der positiven Beiträge dieses Quartals zu finden. Der Kupferproduzent Turquoise Hill profitiere nicht nur von den höheren Kupferpreisen, sondern auch von dem Barübernahmeangebot seitens Rio Tinto in Bezug auf die restlichen, noch nicht in seinem Besitz befindlichen, 49 Prozent. Die Experten würden das Angebot jedoch für zu niedrig halten und sich auf die Fortsetzung freuen, da sie noch nicht verkauft hätten. Die in China börsennotierte CNOOC, die in der Exploration, Erschließung, Förderung und dem Verkauf von Rohöl und Gas tätig sei, habe ebenfalls von den steigenden Energiepreisen inmitten der sich verschärfenden Energiekrise profitiert.

Es überrasche nicht, dass die Performance in den Schwellenländern davon abhänge, ob ein Land Energie und andere Rohstoffe importiere oder exportiere, da dies die wichtigsten Punkte für den Inflationsdruck seien. Viele lateinamerikanische Länder hätten daher im Berichtszeitraum eine Atempause eingelegt, wobei insbesondere Brasilien nach einem schwierigen Jahr 2021 Stärke gezeigt habe. Dies spiegele sich im Portfolio wider, und die brasilianischen Bestände der Experten würden einen positiven Beitrag leisten. Sendas (oder Assai), das führende Cash & Carry-Format in Brasilien, habe ein großes Comeback hingelegt, nachdem es Ende letzten Jahres nach der Ankündigung einer großen Akquisition hart getroffen worden sei. Die jüngste Wirtschaftskrise in Brasilien habe das starke Wachstum des Formats angesichts seiner wettbewerbsfähigen Preispositionierung unterstützt. Die nach wie vor bescheidene Bewertung spiegele die starke Position des Unternehmens im erfolgreichsten Lebensmitteleinzelhandelsmodell Brasiliens, das starke Management, außergewöhnliche Marktanteilszuwächse sowie das erwartete starke Wachstum und höhere Kapitalrenditen in der Zukunft nicht wider.

Im Laufe des Quartals seien zwei neue Unternehmen in das Portfolio aufgenommen worden. Cosmax sei weltweit führend in der Entwicklung und Herstellung von Kosmetika und verzeichne im Zusammenhang mit der digitalen Umwälzung der traditionellen Markenordnung, insbesondere in China, ein starkes Wachstum. Zudem habe die chilenische Holdinggesellschaft Quinenco bereits einen positiven Beitrag zum Portfolio geleistet. Das Unternehmen biete über seine indirekte Beteiligung an Hapag-Lloyd ein stark vergünstigtes Engagement auf dem starken Containerschifffahrtsmarkt.

Aus dem VinaCapital Vietnam Opportunity Fund hätten die Experten sich nach einer starken Performance zurückgezogen, während Hollysys aufgrund von Bedenken bezüglich der Unternehmensführung aufgegeben worden sei.

Die Experten seien von der Attraktivität der dem Fonds zugrundeliegenden Positionen und der gesamten Portfoliozusammensetzung nach wie vor fest überzeugt. Die Schwäche der Aktien der Schwellenländer und die jüngste Underperformance des Kon-Tiki würden bedeuten, dass das Portfolio mit einem ungerechtfertigten Abschlag sowohl gegenüber ihrer Einschätzung des Marktwerts, sowie auch absolut betrachtet, mit einem geschätzten Aufwärtspotenzial von fast 70% gehandelt werde (Kurs-Buchwert-Verhältnis von 6x 2022e gegenüber dem Schwellenmarkt-Index von 11x). Die Experten von SKAGEN Funds freuen sich über den möglichen Beginn einer Rotation von Wachstum zu Werthaltigkeit, während Schwellenmarktaktien mit einem historisch hohen Abschlag gegenüber den Aktien der Industrieländer gehandelt werden.

SKAGEN Kon-Tiki sei ein globaler Emerging Markets-Fonds, der nach einem aktiven Value-Ansatz gemanagt werde. Die Fondsmanager Cathrine Gether und Fredrik Bjelland würden typischerweise in kleine und mittelgroße Unternehmen investieren, ergänzt um ausgewählte Large Caps, die einen Großteil ihrer Umsätze in den globalen Schwellenländern generieren würden. Die Strategie werde seit 2002 in einem norwegischen UCITS umgesetzt, der Luxemburger Fonds sei 2019 aufgelegt worden. (18.05.2022/fc/a/f)


 

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