SPDR Bloomberg SASB U.S. Corporate-ETFs: Der langfristige Ansatz für ESG US-Anleihen mit Investment-Grade-Rating


18.06.21 11:55
Meldung
 
Boston (www.fondscheck.de) - Die jüngsten Kapitalflüsse und Performance-Trends bei ESG-Anleihen im US-Investment-Grade-Bereich (IG) deuten darauf hin, dass die Anleger das langfristige Potenzial des Engagements erkannt haben, so die Experten von State Street Global Advisors in ihrem aktuellen "SPDR Strategie Espresso".


Der Trend zu ESG-Investitionen im IG-Kreditbereich sei durch den gesellschaftlichen Wandel und neue Vorschriften vorangetrieben worden und man sehe nun auch Belege dafür, dass ein ESG-Ansatz dazu beitragen könne, sowohl die Volatilität zu reduzieren als auch die längerfristige Performance zu verbessern.

Anleihen mit Investment-Grade-Rating (IG) hätten sich im 2. Quartal 2021 nach einem schwachen Jahresauftakt erholt. Die Kombination aus einem Rückgang der US-Treasury-Renditen, der darauf zurückzuführen sei, dass die Anleger ihre Baisse-Attitüde zurückgeschraubt hätten, und einer allmählichen Verengung der Spreads gegenüber Treasuries habe zu Renditen von über 2,5% für einen Index über alle Laufzeiten geführt. Outright-Renditen von mehr als 2% würden diese Strategien vor allem für EUR-basierte Anleger interessant machen, wo die Renditen für festverzinsliche Wertpapiere weiterhin niedrig seien.

Natürlich gebe es Währungsrisiken, die sich angesichts des Anstiegs von EUR/USD über 1,21 von knapp unter 1,18 zu Beginn dieses Quartals als nicht unerheblich erwiesen hätten. Da die Zinsspreads im historischen Vergleich relativ eng seien, könnten diese jedoch kosteneffektiv abgesichert werden.

Bei den Mittelzuflüssen halte der Trend zu IG-Anleihen an, wobei die Mittel hauptsächlich in ESG-Strategien fließen würden. Dieser Trend sei durch den gesellschaftlichen Wandel, neue Vorschriften und ein besseres Verständnis der ESG-Performance vorangetrieben worden, da sich gezeigt habe, dass ein ESG-Ansatz sowohl zur Verringerung der Volatilität als auch zur Verbesserung der längerfristigen Performance beitragen könne.

Der Renditeanstieg bei europäischen IG-Anleihen sehe mit rund 175 Basispunkten auf ungesicherter Basis großzügig aus und sollte daher für europäische Anleger interessant sein, die sich mit einer Rendite von knapp 30 Basispunkten auf den Bloomberg Barclays Euro Corporate Index begnügen müssten. Da die Kosten für die Absicherung in den letzten Jahren jedoch deutlich gesunken seien, sei die Absicherung des Währungsrisikos sinnvoll. Bereinigt um die Kosten für die Absicherung biete die Renditedifferenz von knapp 120 Bp den größten Aufschlag seit Mitte 2017.

Apropos Absicherung: Der EUR habe sich gegenüber dem USD wieder über 1,21 erholt und sei damit nicht mehr weit von seinem Fünfjahreshoch bei knapp über 1,25 entfernt. Anleger, die der Dringlichkeit einer Absicherung des USD-Risikos skeptisch gegenüberstünden, sollten sich daran erinnern, dass der EUR/USD im Jahr 2014 bei 1,39 gelegen habe. Zu den Fundamentaldaten, die den USD stützen würden, würden ein sich ausweitendes US-Leistungsbilanzdefizit, ein großes Haushaltsdefizit und eine strukturell höhere Inflation als im Euroraum gehören, die alle auf einen potenziellen weiteren Rückgang hindeuten würden.

Der Nachweis, dass Unternehmen mit höherem ESG-Scoring typischerweise stabiler seien, könne während der COVID-Krise beobachtet werden. Im Zeitraum von Ende 2019 bis Ende März 2020, dem Krisenzeitraum, habe der Bloomberg SASB US Corporate ESG Ex-Controversies Select Index eine Rendite von -205,9 Bp erzielt gegenüber der Rendite des Bloomberg Barclays US Corporate Index von -363,4 Bp.

Eine Performance-Attribution deute darauf hin, dass die Asset-Allokation die Hauptursache für die unterschiedlichen Ergebnisse gewesen sei. Dies mache Sinn, wenn man bedenke, dass einige der am schlechtesten abschneidenden Bereiche des Marktes für Unternehmensanleihen aus Energie und Transport gewesen seien, beides Sektoren, in denen der Bloomberg SASB US Corporate ESG Ex-Controversies Select Index ein wesentlich geringeres Gewicht habe als der Mutterindex.

Umgekehrt habe sich die höhere Gewichtung des ESG-Index im Bereich Technologie unterstützend ausgewirkt, da dieser Sektor Namen enthalte, die im Großen und Ganzen als vorteilhaft für das Arbeitsumfeld wahrgenommen worden seien. Die geringere Gewichtung von Energie sei ein klarer Grund für die Outperformance des ESG-Index im ersten Quartal 2020.

Im Gegensatz dazu sei es im Zeitraum seit Ende März 2020 zu einer allgemeinen Kompression der Kreditspreads gekommen, nicht zuletzt weil die Federal Reserve (FED) angekündigt habe, mit dem Kauf von Unternehmensanleihen zu beginnen. Dieses Sicherheitsnetz der FED habe dazu geführt, dass einige der am stärksten überverkauften Anleihen den stärksten Aufschwung erlebt hätten. Es sollte nicht überraschen, dass der Bloomberg SASB US Corporate ESG Ex-Controversies Select Index mit einer Rendite von 472,8 Basispunkten gegenüber 524,3 Basispunkten für den Bloomberg Barclays US Corporate Index nicht an die Performance des Mutterindex herangekommen sei.

In Bezug auf die Sektoren habe sich der Energiesektor von einer Stütze der relativen Performance des SASB ESG-Index zu einem Hindernis verändert, da sich die Ölpreise erholt hätten. Auch der Technologiesektor habe sich von einer wichtigen Stütze für die ESG-Performance zu einem Hemmschuh entwickelt.

Die Attribution zeige auch einen ESG-Effekt durch die Wertpapierauswahl. Dies habe mehr als 50 Basispunkte zur Outperformance in Q1/2020 beigetragen und deute darauf hin, dass in Zeiten von Stress die Emittenten mit niedrigeren ESG-Ratings am aggressivsten auf dem Markt angeboten würden. Es überrasche nicht, dass es eine starke Überschneidung mit den Sektoren gebe, die die großen Beweger gewesen seien, wie z.B. Energie. REITs und Tech hätten im März 2020 ebenfalls einen signifikanten positiven Beitrag geleistet, obwohl die Auswahl von Tech-Titeln im Januar und Februar tatsächlich als relative Belastung für die Performance gewirkt habe. Die Titelauswahl in der Grundstoffindustrie und im Bankensektor habe ebenfalls einen negativen Beitrag geleistet.

Seit März habe es eine gewisse "Entschädigung" gegeben, da die Wertpapierauswahl die relative Performance des Bloomberg SASB US Corporate ESG Ex-Controversies Select Index belastet habe. Dieser Effekt sei jedoch bescheiden, da die Wertpapierauswahl nur -12,7 Basispunkte zum ESG-Index beigetragen habe und damit weit davon entfernt sei, die während der Krise erzielten Gewinne wieder aufzuholen. In der Tat sei der einzige Monat, in dem es zu einer signifikanten Belastung gekommen sei, der April 2020 gewesen, während der unmittelbaren Erholung von der Krise.

Anleger, die Zugang zu den oben beschriebenen Themen suchen würden, könnten dies über einen SPDR ETF tun: SPDR Bloomberg SASB U.S. Corporate ESG UCITS ETF (Acc) (ISIN IE00BLF7VX27 / WKN A2QB0R ), SPDR Bloomberg SASB U.S. Corporate EUR Hdg ESG UCITS ETF (ISIN IE00BFY0GV36 / WKN A2QQ0Z ). (Ausgabe vom 17.06.2021) (18.06.2021/fc/a/e)


 

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