Nestlé verschärft den Ton. Nur eine Woche nach Vorlage der Jahreszahlen 2025 führt CEO Philipp Navratil ein neues Vergütungssystem ein, das Leistungsträger deutlich besser honoriert – und Minderleister stärker unter Druck setzt. Der Schritt ist Teil einer umfassenden strategischen Neuausrichtung, die den Schweizer Nahrungsmittelkonzern schlanker und fokussierter machen soll.
Bis zu 150 Prozent Bonus – oder fast nichts
Das neue Bewertungssystem verdoppelt die Zahl der Leistungsstufen von drei auf sechs. Mitarbeiter mit der Höchstwertung „exemplary“ können künftig bis zu 150 Prozent ihres Bonusziels erreichen – zuvor lag die Obergrenze bei 130 Prozent. Wer dagegen mit „unsatisfactory“ bewertet wird, erhält nur noch zwischen null und 50 Prozent.
Zusätzlich wurde ein sogenannter „RIG Gatekeeper“ eingeführt: Ein Mindestmaß an realem internem Wachstum muss erreicht sein, bevor überhaupt Boni fließen. Funktionale Führungskräfte werden künftig an der Gesamtperformance des Konzerns gemessen – eine klare Botschaft, dass Einzelkämpfertum nicht mehr ausreicht.
Portfoliobereinigung nimmt Fahrt auf
Parallel zum verschärften Vergütungssystem treibt Navratil den Konzernumbau voran. Vier Kerngeschäfte stehen im Fokus: Kaffee, Tiernahrung, Nutrition sowie Food & Snacks. Zusammen erwirtschaften diese Bereiche rund 70 Prozent des Umsatzes.
Das Eiscremegeschäft steht vor dem Verkauf an Froneri, das Joint Venture mit PAI Partners. Betroffen sind Märkte in Kanada, Chile, Peru, Malaysia, China und Thailand mit einem Jahresumsatz von rund einer Milliarde Franken. Auch die Vitamin- und Nahrungsergänzungsmarken werden zum Verkauf angeboten, das Wassergeschäft soll ab 2027 entkonsolidiert werden.
Die bisher eigenständige Nestlé Health Science wird in ein integriertes Nutrition-Geschäft überführt. CEO Anna Mohl verlässt den Vorstand zum 28. Februar 2026.
Wachstum auf 3 bis 4 Prozent angepeilt
Für 2026 erwartet Nestlé ein organisches Wachstum von 3 bis 4 Prozent. Das reale interne Wachstum soll sich gegenüber 2025 beschleunigen, die operative Marge verbessern – allerdings mit Schwerpunkt in der zweiten Jahreshälfte. 600 Millionen Franken an zusätzlichen Investitionen fließen in Wachstumsplattformen, die mittlerweile 30 Prozent des Umsatzes abdecken.
Der weltweite Rückruf von Säuglingsnahrung im Januar 2026 wirkt jedoch nach. Die erwartete Belastung durch Retouren und Lieferengpässe liegt bei rund 20 Basispunkten, könnte das Wachstum aber in Richtung des unteren Endes der Prognosespanne drücken.
Die Nestlé-Aktie notiert bei 90,53 Euro und liegt damit knapp fünf Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 94,88 Euro.
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