Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk schockt Anleger mit einer verheerenden Prognose für 2026. Die Aktie brach am Mittwoch um 17,2 Prozent auf 304,65 dänische Kronen ein – ein Crash, der die ohnehin angeschlagene Kursentwicklung dramatisch verschärft. Vom Juni-Hoch 2024 bei über 1.000 Kronen ist das Papier damit meilenweit entfernt.
Der Grund für die Panik: Novo Nordisk rechnet währungsbereinigt mit einem Umsatzrückgang von 5 bis 13 Prozent im laufenden Jahr. Es wäre der erste Umsatzrückgang seit 2017, als der Konzern mitten in einem Preiskampf bei Insulin steckte. Konzernchef Maziar Mike Doustdar sprach am Mittwoch von einem „nie dagewesenen Preisdruck“. Die Prognose liegt laut Citigroup-Analyst Graham Parry etwa 7 bis 10 Prozent unter den Konsensschätzungen der Analysten.
Trump setzt Dänen unter Druck
Besonders belastend wirkt die im November 2025 geschlossene Vereinbarung mit der Trump-Administration. Novo Nordisk verpflichtete sich zu deutlichen Preissenkungen für seine Blockbuster Wegovy und Ozempic im Rahmen staatlicher Gesundheitsprogramme. Die US-Regierung hatte den Pharmariesen mit hohen Zöllen gedroht, sollte er nicht für niedrigere Preise sorgen und mehr Produktion in die USA verlagern.
Hinzu kommt das Auslaufen von Patenten für den Diabetes- und Abnehmwirkstoff Semaglutid in einigen Märkten. Im vergangenen Jahr hatten zudem Apotheken und andere Hersteller in den USA unter Ausnutzung regulatorischer Schlupflöcher billigere Kopien der Novo-Medikamente auf den Markt gebracht.
Konkurrent Lilly triumphiert
Während Novo Nordisk taumelt, präsentiert Erzrivale Eli Lilly am selben Tag eine glänzende Prognose. Der US-Konzern peilt für 2026 einen Umsatz von 80 bis 83 Milliarden Dollar an – ein Plus von bis zu 27 Prozent gegenüber 2025. Lilly-Chef David Ricks erklärte, sein Unternehmen sei so gut positioniert wie noch nie und könne so viele Patienten erreichen wie niemals zuvor. Die Aktie schoss daraufhin um 10 Prozent nach oben.
Der Kontrast könnte kaum größer sein. Novo Nordisk war ursprünglich als Pionier mit Gewichtssenkern am Markt und dominierte das Geschäft jahrelang. Doch dann gerieten die Dänen im Wettbewerb mit Lillys Konkurrenzmitteln Mounjaro und Zepbound ins Hintertreffen, die als effektiver gelten. Zudem sind Lillys Blockbuster noch ein weiteres Jahrzehnt lang patentgeschützt – ein entscheidender Vorteil.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Lilly steigerte seinen Erlös 2025 um 45 Prozent auf 65,2 Milliarden Dollar, während Novo Nordisk nur ein mageres Plus von 6 Prozent auf 309 Milliarden dänische Kronen (41,4 Milliarden Euro) schaffte. Beim Gewinn verdiente Lilly mit 20,6 Milliarden Dollar fast doppelt so viel wie im Vorjahr – Novo kam nur auf ein Plus von 1 Prozent.
Große Hoffnungen auf Wegovy-Pille
CEO Doustdar, seit August 2025 im Amt, versucht den Konzern auf Kurs zu bringen. Er hatte bereits kurz nach Amtsantritt den Abbau von rund 9.000 Stellen angekündigt, die meisten davon in Dänemark. Große Hoffnungen setzt er auf die Wegovy-Pille, die in den USA Ende 2025 zugelassen wurde. Hier gebe es bereits 170.000 weitestgehend neue Verwender der Tablette, sagte Doustdar am Mittwoch vor Journalisten.
Doch auch hier sitzt Lilly den Dänen im Nacken: Der US-Konzern hofft in den nächsten Monaten auf grünes Licht für seine eigene Abnehmtablette. Novo Nordisk kündigte zudem einen Aktienrückkauf im Volumen von bis zu 15 Milliarden dänischen Kronen (2 Milliarden Euro) an – eine klassische Maßnahme zur Kurspflege, die am Mittwoch jedoch verpuffte.
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