Rolf Buch ist Geschichte bei Vonovia – zumindest als CEO. Doch sein spektakulärster Schachzug könnte erst noch kommen. Kurz vor seinem Abgang tätigte der langjährige Konzernchef einen Deal, der aufhorchen lässt: Er verkaufte Aktien und steckte 60.000 Euro in Call-Optionen. Die Botschaft dahinter ist eindeutig – und steht im krassen Kontrast zur aktuellen Kursschwäche.
Die wichtigsten Fakten zum Insider-Deal:
* 38.000 Call-Optionen mit Basispreis 28 Euro
* Laufzeit bis Dezember 2027
* Finanzierung durch Verkauf von Aktienbeständen
* Aktueller Kurs: rund 24,60 Euro – über 12% unter dem Strike
Risikoreiche Wette statt sicherer Hafen
Die Konstruktion des Deals ist bemerkenswert. Buch tauschte direkte Beteiligungen gegen einen gehebelten Derivate-Trade. Seine Optionen verfallen wertlos, wenn Vonovia nicht bis Ende 2027 deutlich über 28 Euro klettert. Der ehemalige Lenker des Bochumer Immobilienriesen nimmt damit bewusst ein Totalverlustrisiko in Kauf – für die Chance auf überproportionale Gewinne bei einer Kurserholung.
Das Signal: Buch traut dem Unternehmen, das er jahrelang führte, eine substanzielle Aufwärtsbewegung zu. Seine Wette impliziert einen Kursanstieg von mindestens 15 Prozent allein bis zum Break-even der Optionen.
Mucic muss liefern
Seit Jahresbeginn sitzt mit Luka Mucic ein neuer Mann im Chefsessel. Der frühere SAP- und Vodafone-Finanzvorstand gilt als Experte für Bilanzsanierung und operative Effizienz. Nach Jahren expansiver Akquisitionspolitik steht nun Konsolidierung auf der Agenda.
Die Herausforderungen sind erheblich: hohe Zinslasten belasten die Bilanz, das Immobilienportfolio leidet unter gestiegenen Kapitalkosten, und der Markt fordert Beweise für nachhaltigen Cashflow. Mucic muss schnell zeigen, dass er die richtigen Hebel kennt.
Charttechnik bleibt fragil
Trotz des Insider-Optimismus präsentiert sich das Chartbild weiter schwach. Mit einem Minus von rund 13 Prozent auf Zwölfmonatssicht zählt Vonovia zu den DAX-Nachzüglern. Die 200-Tage-Linie bei 27,32 Euro bleibt außer Reichweite, die entscheidende Unterstützung bei 23,67 Euro wurde erst im Dezember getestet.
Solange der Kurs unter 28 Euro verharrt – exakt dem Strike-Preis von Buchs Optionen – bleibt der Abwärtstrend technisch intakt. Ein nachhaltiger Ausbruch über diese Marke würde hingegen die Weichen für eine Erholung stellen.
Spannungsfeld zwischen Markt und Insider
Die nächsten Quartale dürften entscheidend sein. Mucic steht unter Zugzwang, während Buch mit seinem privaten Kapital auf eine Trendwende bis 2027 setzt. Die Diskrepanz zwischen aktuellem Kurs und den Erwartungen des Insiders ist beträchtlich – und macht die Aktie zu einem polarisierenden Investment. Erste konkrete Maßnahmen des neuen CEO könnten bereits in den kommenden Monaten Klarheit bringen.
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