Evotec muss Anfang April liefern. Der Jahresbericht soll zeigen, ob das Restrukturierungsprogramm „Priority Reset“ mehr ist als ein Kostensenkungsprojekt – und ob daraus endlich ein belastbarer Pfad Richtung Profitabilität entsteht. Genau darauf wartet der Markt nach mehreren Enttäuschungen bei Prognosen.
Heute notiert die Evotec-Aktie bei 5,61 Euro (-1,27%). Auf 30 Tage steht ein Minus von 6,03%, auf 12 Monate sogar von 30,84% – ein deutliches Zeichen, dass Anleger dem Turnaround bislang nur begrenzt trauen.
Restrukturierung: Kosten runter, Geschäft uneinheitlich
Beim Sparprogramm meldet das Unternehmen Fortschritte: Die geplanten Kostensenkungen von mehr als 60 Mio. Euro liegen laut Evotec bereits über den ursprünglichen Zielen. Das ist die gute Nachricht.
Operativ bleibt das Bild jedoch gemischt. In den ersten neun Monaten 2025 wuchs Just – Evotec Biologics zweistellig, während der Bereich Discovery & Preclinical Development beim Umsatz um über 12% einbrach. Unter dem Strich sank der Konzernumsatz in 9M 2025 auf 535,1 Mio. Euro (−7,1% gegenüber Vorjahr).
Auch ergebnisseitig ist der Weg noch weit: Das Periodenergebnis lag zum 30. September 2025 bei −118,1 Mio. Euro (nach −155,2 Mio. Euro im Vorjahr), vor allem wegen geringerer Reorganisationskosten. Das bereinigte EBITDA blieb mit −16,9 Mio. Euro negativ.
Sandoz-Deal: Liquidität als Puffer
Strategisch zentral war der Verkauf des Toulouse-Standorts an Sandoz. Evotec erhält damit eine Barzahlung von rund 350 Mio. US-Dollar, zusätzlich stellt das Unternehmen weitere Zuflüsse von über 300 Mio. US-Dollar sowie künftige Lizenzgebühren in Aussicht.
Der Schritt passt zur Neuausrichtung: Evotec trennt sich von kapitalintensiven Bereichen, konsolidiert Standorte und will stärker auf margenstärkere Projekte sowie hochmargige Technologielizenzen setzen. Die Idee dahinter: weniger Abhängigkeit von Schwankungen – und eine stabilere Bilanz.
Ziele bis 2028 – und der Termin, der zählt
An den Mittelfristzielen hält Evotec fest: Für 2024 bis 2028 peilt der Konzern eine Umsatz-CAGR von 8 bis 12% an, bis 2028 soll die bereinigte EBITDA-Marge über 20% liegen. Doch die entscheidende Frage lautet: Kann Evotec diese Ambitionen mit einer konkreten Guidance für 2026 untermauern?
Am 8. April 2026 soll genau das passieren: Mit dem Jahresbericht will das Management eine konkrete Prognose für 2026 liefern – und damit belegen, dass Kostensenkungen und die gestärkte Liquidität nicht nur die Struktur verbessern, sondern den Weg zu nachhaltig positiven Ergebnissen tatsächlich verkürzen. Bis dahin bleibt die Aktie unter dem 50-Tage-Durchschnitt (6,07 Euro) und damit charttechnisch angeschlagen.
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