Procter & Gamble gerät unter Druck. Gleich mehrere große Investmentbanken haben ihre Kursziele für den Konsumgüterriesen kurz vor den anstehenden Quartalszahlen deutlich gesenkt. Die jüngste Kapitalmarktstimme kommt von UBS – und sie fällt düsterer aus als erwartet.
Kursziel-Korrektur auf breiter Front
UBS-Analyst Peter Grom reduzierte das Kursziel am 14. Januar auf 161 US-Dollar – ein Minus von 8,5 Prozent gegenüber dem bisherigen Ziel von 176 Dollar. Trotz der Senkung hält UBS an der Kaufempfehlung fest. Doch UBS steht nicht allein da:
- TD Cowen kappte das Ziel Anfang Januar von 168 auf 150 Dollar (-10,7 Prozent) und verwies auf ein „herausforderndes“ Jahr für große Konsumgüterkonzerne. Das Volumenwachstum werde sich nicht nennenswert verbessern.
- Wells Fargo senkte von 170 auf 158 Dollar (-7,1 Prozent).
- Goldman Sachs passte minimal von 160 auf 159 Dollar an und bleibt bei „Neutral“.
Die Analystengemeinschaft zeigt sich dennoch mehrheitlich konstruktiv: Von 25 Analysten empfehlen 15 den Kauf, 10 raten zum Halten. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei etwa 168,55 Dollar – rund 15 Prozent über dem aktuellen Niveau.
Quartalszahlen am 22. Januar: Rückgang erwartet
Am kommenden Donnerstag, den 22. Januar, legt Procter & Gamble seine Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 vor. Die Erwartungen fallen verhalten aus:
- Gewinn je Aktie: 1,87 Dollar (Vorjahr: 1,88 Dollar, -0,5 Prozent)
- Umsatz: 22,36 Milliarden Dollar (Vorjahr: 21,88 Milliarden, +2,2 Prozent)
Im ersten Quartal hatte P&G die Konsensschätzungen noch geschlagen: Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,99 Dollar statt erwarteter 1,90 Dollar, der Umsatz bei 22,39 Milliarden statt 22,23 Milliarden.
Die Prognose für das Gesamtjahr 2026 steht bei 6,83 bis 7,10 Dollar je Aktie. Doch das schwache Konsumumfeld bremst: TD Cowen warnt, dass das Volumenwachstum in der Branche weiterhin negativ ausfällt und die Preissetzungsmacht schwindet.
Dividende erhöht – trotz schwächelnder Aktie
Ungeachtet der Kursschwäche bleibt Procter & Gamble seiner Dividendentradition treu. Am 13. Januar beschloss der Vorstand eine Quartalsdividende von 1,0568 Dollar je Aktie, zahlbar ab 17. Februar. Das sind 135 Jahre in Folge mit Dividendenzahlungen – und 69 Jahre ununterbrochener Erhöhungen.
Die Dividendenrendite liegt bei rund 2,9 Prozent, die Ausschüttungsquote bei 61,75 Prozent. Zeitgleich warnte P&G seine Aktionäre vor einem Mini-Übernahmeangebot von Potemkin Limited, das 100 Dollar je Aktie bot – etwa 31 Prozent unter Marktpreis.
Strukturwandel unter neuem Chef
Der neue CEO Shailesh Jejurikar, seit Ende 2025 im Amt, treibt einen Umbau voran: 7.000 Bürostellen sollen wegfallen, um Mittel für Produktverbesserungen freizusetzen. Das Unternehmen reagiert damit auf stagnierendes Umsatzwachstum und wachsenden Wettbewerbsdruck.
Die Quartalszahlen werden zeigen, ob die ersten Maßnahmen greifen – und ob P&G seine Serie von positiven Gewinnüberraschungen fortsetzen kann. Besonders im Fokus stehen das organische Umsatzwachstum und die Margenentwicklung.
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