ServiceNow geht aufs Ganze. Nach einer deutlichen Korrektur zu Jahresbeginn setzt der Software-Konzern nun alles auf eine neue Karte: „Agentic AI“. Statt nur Fragen zu beantworten, sollen KI-Mitarbeiter künftig komplexe Aufgaben im Unternehmen selbstständig erledigen. Doch reicht diese technologische Flucht nach vorn, um den zuletzt stark unter Druck geratenen Aktienkurs nachhaltig zu beleben?
Strategiewechsel: Vom Assistenten zum Macher
Mit der Einführung von „Autonomous Workforce“ und „EmployeeWorks“ vollzieht das Unternehmen einen entscheidenden strategischen Schwenk. Es geht nicht mehr um bloße Chatbots, die als Assistenzsysteme dienen, sondern um digitale Arbeitskräfte, die Prozesse mit eigener Entscheidungskompetenz ausführen. Die Integration der erst vor zwei Monaten erworbenen Moveworks-Technologie dient dabei als technologischer Unterbau. Ziel ist es, natürliche Sprache direkt in ausgeführte Workflows umzuwandeln – und das potenziell für fast 200 Millionen Nutzer.
Der Markt reagierte auf die Ankündigung nervös. Nach einem anfänglichen Kurssprung von fast 5 Prozent am Donnerstag gaben die Papiere am Freitag wieder nach und schlossen bei 108,01 US-Dollar – ein Minus von 1,18 Prozent. Investoren wägen derzeit ab, ob die neuen autonomen Agenten tatsächlich neue Umsatzströme generieren oder ob sie die bestehenden Preismodelle der Softwarebranche kannibalisieren könnten.
Fundamentaldaten als Stütze
Ungeachtet der jüngsten Volatilität präsentiert sich das operative Geschäft robust. Im vierten Quartal 2025 steigerte ServiceNow den Umsatz um fast 21 Prozent auf 3,57 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die Analystenschätzungen. Besonders die Profitabilität sticht hervor: Die Free-Cash-Flow-Marge kletterte auf beeindruckende 57 Prozent, ein massiver Sprung gegenüber den 47,5 Prozent im Vorjahreszeitraum.
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Diese Finanzkraft nutzt das Management direkt für die Kurspflege. Angesichts eines Cash-Bestands von über 6 Milliarden US-Dollar wurde ein neues Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 5 Milliarden US-Dollar beschlossen. Davon sollen 2 Milliarden US-Dollar sofort in einen beschleunigten Rückkauf fließen.
Der Praxistest steht aus
ServiceNow untermauert seine Ambitionen mit internen Daten und gibt an, dass die eigene „Autonomous Workforce“ bereits 90 Prozent der IT-Anfragen im Unternehmen selbstständig löst. Auch Referenzkunden wie Siemens Healthineers berichten von signifikanten Zeiteinsparungen durch KI-Assistenten.
Für das laufende Jahr peilt das Management allein mit KI-Produkten einen Umsatz von über einer Milliarde US-Dollar an. Der Erfolg der neuen autonomen Agenten ist entscheidend, um diese Prognose zu erfüllen. Mit der geplanten allgemeinen Verfügbarkeit im zweiten Quartal 2026 werden konkrete Verkaufszahlen zeigen müssen, ob die Technologie den Sprung vom internen Pilotprojekt zum breiten Markstandard schafft.
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