Der italienische Rüstungs- und Luftfahrtkonzern Leonardo verfolgt eine Doppelstrategie: technologische Unabhängigkeit im Weltraum und verstärkte europäische Kooperation in der Verteidigungsindustrie. In den vergangenen 48 Stunden kündigte das Unternehmen eine eigene Satellitenkonstellation an und startete die nächste Phase eines bedeutenden europäischen Hubschrauber-Projekts.
Strategische Unabhängigkeit im All
Leonardo plant den Aufbau einer eigenen Satellitenkonstellation in erdnaher Umlaufbahn (LEO). Wie aus Branchenquellen vom 12. Februar vom SmallSat Symposium in Mountain View hervorgeht, will der Konzern ein Netzwerk aus rund 20 Satelliten betreiben.
Die Konstellation soll sowohl Synthetic Aperture Radar (SAR) als auch optische Sensoren auf zwei Umlaufbahnen kombinieren. Mit dieser Infrastruktur will Leonardo die Abhängigkeit von kommerziellen Datenanbietern reduzieren und eine sichere „Space Cloud“-Architektur anbieten. Zielgruppe sind Regierungs- und Militärkunden, die eine latenzarme und sichere Datenverarbeitung direkt im Orbit benötigen – ein Konzept, das Leonardo als „Military Space Cloud Architecture“ bezeichnet.
Strategieberichten zufolge markiert diese Initiative einen Wandel vom reinen Hersteller für institutionelle Aufträge zum End-to-End-Betreiber. Das Projekt erfordert erhebliche interne Investitionen, um die Kontrolle über kritische Datenketten in einem zunehmend volatilen geopolitischen Umfeld zu sichern.
Europäische Hubschrauber-Kooperation vertieft
Parallel dazu hat Leonardo seine Partnerschaft mit Airbus Helicopters gefestigt. Am 12. Februar starteten beide Konzerne offiziell die zweite Phase des European Next Generation Rotorcraft Technologies (ENGRT) Projekts.
ENGRT II läuft über drei Jahre und wird von der EU mitfinanziert. Die Initiative fokussiert sich auf die Definition künftiger militärischer Vertikalhubkapazitäten für europäische Streitkräfte. Leonardo und Airbus erforschen unterschiedliche Hochgeschwindigkeitskonfigurationen: Kipprotorarchitekturen unter Führung von Leonardo und Compound-Hubschrauber-Designs von Airbus. Ziel ist die optimale Balance aus Geschwindigkeit, Reichweite und Nutzlast für künftige Einsatzszenarien.
Entwicklungen in Großbritannien
Während Leonardo seine technologische Präsenz ausbaut, bleibt die industrielle Zukunft in Großbritannien ein Thema. In einer parlamentarischen Debatte diese Woche äußerten sich britische Regierungsvertreter zum Status des New Medium Helicopter (NMH) Programms, bei dem Leonardo mit seiner AW149-Plattform als wichtiger Bieter auftritt.
Die Regierung versicherte, dass die Entscheidung nicht auslaufen wird, bevor das aktuelle Angebot Ende März ausläuft. Die Zukunft des Standorts Yeovil steht im Mittelpunkt dieser Diskussionen, wobei Leonardo die industrielle Bedeutung des Auftrags für den Erhalt hochqualifizierter Fertigungsarbeitsplätze in der Region betont.
Wichtige Fakten im Überblick
- Weltraum-Initiative: Ankündigung einer eigenen LEO-Konstellation mit SAR- und optischen Sensoren
- Strategisches Ziel: Entwicklung einer „Space Cloud“ für sichere Datenverarbeitung im Orbit
- Partnerschaft: Start von ENGRT II mit Airbus Helicopters am 12. Februar 2026
- UK-Status: Regierung verspricht beschleunigte Entscheidung beim New Medium Helicopter vor Ablauf des Angebots im März
Die gleichzeitigen Initiativen im Weltraum und bei Hubschraubern spiegeln einen breiteren Branchentrend wider: Europäische Rüstungskonzerne bewegen sich von reiner Hardware-Lieferung hin zu integrierten, datenorientierten Verteidigungsökosystemen. Mit dem NMH-Vertrag könnte sich im März entscheiden, ob Leonardo seine britische Fertigungsbasis langfristig sichern kann.
Leonardo-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Leonardo-Analyse vom 13. Februar liefert die Antwort:
Die neusten Leonardo-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Leonardo-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 13. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Leonardo: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
