Der Halbleiter-Ausrüster profitiert massiv vom KI-Boom – doch die Rally wirft Fragen auf. Mit einem Kursplus von über 50 Prozent auf Jahressicht notiert die Aktie deutlich über den durchschnittlichen Analystenzielen. Können die Quartalszahlen Ende Februar die ehrgeizige Bewertung rechtfertigen?
Starke Performance, aber Fair Value überschritten
Die Zahlen der vergangenen Monate beeindrucken:
- +54% Kursgewinn auf Jahressicht
- +24% Anstieg allein im letzten Monat
- Aktueller Kurs bei rund 21 Euro
Das Problem: Die meisten Bewertungsmodelle sehen den fairen Wert bei etwa 18,25 Euro. Das durchschnittliche Analystenkursziel liegt mit 19,43 Euro ebenfalls unter dem aktuellen Niveau. Die Aktie ist damit rein rechnerisch um 16 Prozent überbewertet.
Relativierend wirkt allerdings das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 26,3. Im Vergleich zum europäischen Halbleiter-Sektor, der durchschnittlich mit dem 43-fachen der Gewinne gehandelt wird, erscheint Aixtron moderat bewertet.
Analysten-Upgrades als Kurstreiber
Mehrere Investmentbanken haben ihre Einschätzungen zuletzt angehoben. Bank of America stufte den Titel als „next AI power play“ ein und hob das Rating auf „Buy“. Barclays folgte mit einem Upgrade auf „Overweight“ und verwies auf das KI-Wachstumspotenzial bei Compound-Halbleitern.
Besonders bemerkenswert: Der Hedgefonds Kerrisdale Capital offenbarte Mitte Januar eine Long-Position – die Aktie sprang daraufhin um über 15 Prozent.
Quartalszahlen als Lackmustest
Am 26. Februar legt Aixtron den Jahresabschluss 2025 vor. Die Erwartungen sind gedämpft: Das Unternehmen hatte im Oktober die Jahresprognose angepasst und rechnet nun mit einem Umsatz zwischen 530 und 565 Millionen Euro – am unteren Ende der ursprünglichen Guidance von 530 bis 600 Millionen Euro.
Entscheidend wird sein, ob die Auftragseingänge eine Erholung signalisieren. Denn trotz KI-Euphorie bleiben handfeste Risiken: Überkapazitäten bei SiC- und GaN-Halbleitern, hohe China-Abhängigkeit und mögliche Exportbeschränkungen belasten das Sentiment. Die zyklischen Schwankungen im Equipment-Markt tun ihr Übriges.
Die Frage ist, ob die robusten Quartalsdaten die aktuelle Bewertungsprämie stützen können – oder ob die KI-Fantasie bereits zu viel Vorschuss eingepreist hat.
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