DAX: Reformdruck trifft Friedenshoffnung

Der DAX schließt trotz hoher Energiepreise stark, während die Industrie angesichts gedämpfter Wachstumsprognosen dringend Strukturreformen fordert.

Andreas Sommer ·
DAX Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Geopolitische Hoffnung stützt Aktienmarkt
  • Wachstumsprognosen für Deutschland sinken deutlich
  • Industrie fordert umfassendes Reformpaket
  • Regierung unter politischem und wirtschaftlichem Druck

Der DAX schließt eine starke Handelswoche — und das, obwohl der Ölpreis auf hohem Niveau verharrt. Die Hoffnung auf ein baldiges Ende des Iran-Krieges gibt den Ton vor, auch wenn handfeste Fortschritte bislang fehlen.

Iran-Krise als wirtschaftlicher Belastungstest

Seit Ausbruch des Iran-Krieges Ende Februar sind die Energie- und Gaspreise deutlich gestiegen. Führende Wirtschaftsforschungsinstitute korrigieren ihre Wachstumsprognosen entsprechend nach unten: Für 2026 erwarten sie beim deutschen Bruttoinlandsprodukt nur noch ein Plus von 0,6 Prozent. Kein Wunder, dass die Nervosität unter Anlegern spürbar bleibt — auch wenn der Markt zum Wochenschluss eine gewisse Erleichterung einpreist.

Die Lage trifft eine Wirtschaft, die ohnehin nicht aus dem Vollen schöpft. Viele Unternehmen halten Investitionen zurück, das Konsumklima bleibt verhalten. Der gestiegene Ölpreis wirkt wie Sand im Getriebe.

Industrie drängt auf Strukturreformen

Parallel zum geopolitischen Druck wächst der innenpolitische. Der Bundesverband der Deutschen Industrie macht Druck auf die schwarz-rote Bundesregierung: Ein umfassendes Reformpaket müsse noch vor dem Sommer stehen. Das Zeitfenster sei knapp. Konkret geht es um Senkungen der Arbeitskosten und der Körperschaftsteuer, Reformen bei Rente, Pflege und Gesundheit sowie eine Einkommensteuer-Entlastung — deren Gegenfinanzierung allerdings noch offen ist.

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Das im vergangenen Jahr beschlossene Sondervermögen von 500 Milliarden Euro für Infrastruktur und Klimaschutz allein reiche nicht aus, so die Industrie. Strukturreformen müssten den staatlichen Investitionen vorausgehen, sonst verpuffe das Geld.

Die Koalition steht dabei unter doppeltem Druck: politisch durch einen historisch niedrigen Zustimmungswert von nur noch 15 Prozent laut aktuellem ARD-Deutschlandtrend — und wirtschaftlich durch eine Wachstumsschwäche, die sich durch die Energiepreisschocks weiter verschärft.

Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob die Bundesregierung tatsächlich liefert — oder ob es bei Ankündigungen bleibt. Für den DAX ist beides relevant.

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