Foxconn hat heute für das vierte Quartal einen Rekordumsatz gemeldet – und liefert damit einen entscheidenden Hinweis auf die aktuelle Geschäftsdynamik bei Nvidia. Der taiwanische Auftragsfertiger verweist ausdrücklich auf die starke Nachfrage nach KI-Servern als Haupttreiber. Damit verdichtet sich das Bild: Der Bedarf an Nvidia-Hardware für Rechenzentren bleibt zum Start ins Jahr 2026 sehr hoch.
Zugleich richtet sich der Blick auf die anstehende CES-Keynote von CEO Jensen Huang. Die Erwartungen sind groß, doch der Titel hat bereits viel Zukunftsfantasie eingepreist. Wie passt das mit der Bewertung und dem Verhalten der Insider zusammen?
Foxconn-Zahlen als Nachfrage-Indikator
Foxconn (Hon Hai Precision Industry) meldete für das vierte Quartal einen Umsatz von rund 82,73 Milliarden US-Dollar (T$2,6 Billionen). Das entspricht einem Anstieg um 22 % gegenüber dem Vorjahr. Besonders stark fiel der Dezember aus: Die Erlöse lagen knapp 32 % über dem Vorjahreswert und markierten ein neues Hoch.
Foxconn begründet diese Entwicklung vor allem mit der kräftigen Nachfrage nach KI-Servern. Da der Konzern einen Großteil der auf Nvidias GB200- und Hopper-Plattform basierenden KI-Server-Schränke montiert, gelten die Zahlen als belastbarer Proxy für Nvidias Auslieferungsvolumen. Der Markt wertet dies als Bestätigung, dass die Nachfrage nach KI-Infrastruktur zum Jahresbeginn 2026 ungebrochen hoch ist.
CES-Auftritt und kurzfristige Volatilität
Heute steht in Las Vegas die Keynote von Nvidia-Chef Jensen Huang auf der Consumer Electronics Show (CES) an. Im Mittelpunkt sollen laut Vorabberichten „Physical AI“ sowie Anwendungen in Robotik und Automotive stehen. Schätzungen zufolge könnte der Markt für KI-Robotik von 12,8 Milliarden US-Dollar auf über 124 Milliarden US-Dollar bis 2030 wachsen – ein Segment, in dem Nvidia ähnlich dominant auftreten will wie im Datacenter-Geschäft.
Historisch zeigte sich die Aktie rund um große Auftritte des CEOs jedoch häufig anfällig für ein „buy the rumor, sell the news“-Muster. Die Foxconn-Daten untermauern zwar die langfristigen Fundamentaldaten, kurzfristig ist nach der Rede aber mit erhöhter Schwankung zu rechnen.
Bewertung, Konsens und Kennzahlen
Aktuell stellt sich das Bild wie folgt dar:
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- Aktueller Kurs: 191,43 US-Dollar (Pre-Market, heute)
- Analystenkonsens: „Strong Buy“ (39 Analysten)
- Durchschnittliches Kursziel: 252,49 US-Dollar (Potenzial rund +33,7 %)
- Bewertung: KGV (trailing) von 46,74
- Insideraktivität: Verkäufe von Aktien im Volumen von 461 Millionen US-Dollar in den letzten 90 Tagen
Der Konsens signalisiert deutliches Aufwärtspotenzial, gleichzeitig liegt das Bewertungsniveau bereits klar über dem Marktdurchschnitt. Auffällig ist zudem das hohe Verkaufvolumen auf Insiderseite.
Chartbild und Insider-Divergenz
Aus technischer Sicht bildet die Aktie ein „Bull Flag“-Muster aus, das typischerweise eine Fortsetzung des vorangegangenen Aufwärtstrends signalisiert. Die charttechnische Unterstützung gilt im Bereich von 181,75 bis 186,51 US-Dollar als gefestigt. Überwindet der Kurs den unmittelbaren Widerstandsbereich um 189 bis 191 US-Dollar – was im vorbörslichen Handel bereits getestet wird –, rückt ein Anlauf auf die Marke von 200 US-Dollar in den Fokus.
Dem steht eine deutliche Diskrepanz zwischen Analystenstimmung und Insiderverhalten gegenüber. Während das durchschnittliche Kursziel von 252,49 US-Dollar erheblichen Spielraum nach oben andeutet, haben Unternehmensinsider über 10b5-1-Pläne in den vergangenen drei Monaten Aktien im Wert von 461 Millionen US-Dollar verkauft. Solch umfangreiche Verkäufe werden häufig als Hinweis interpretiert, dass die Bewertung aus Sicht des Managements ausgereizt sein könnte, auch wenn die Wachstumsgeschichte intakt bleibt.
Engpass in der Lieferkette
Zusätzliche Impulse liefert Sektor-Research von TrendForce. Demnach ziehen die Kosten in der Lieferkette spürbar an. Die Preise für Server-DRAM sind aufgrund der starken Nachfrage nach HBM (High Bandwidth Memory), der in Nvidias GPUs eingesetzt wird, im Quartalsvergleich um etwa 60 % gestiegen.
In der Folge priorisiert Nvidia laut Berichten die Produktionskapazitäten zugunsten margenstarker Data-Center-GPUs und zulasten von Consumer-Grafikkarten der GeForce-RTX-Reihe. Diese Verschiebung stützt zwar die Profitabilität, macht aber zugleich deutlich, dass Angebotsengpässe bei Hochleistungschips auch 2026 ein zentrales Thema bleiben.
Fazit: Hohe Erwartungen eingepreist
Die belegte Umsatzdynamik bei Foxconn liefert eine fundamentale Untergrenze für das aktuelle Kursniveau und bestätigt die starke Nachfrage nach Nvidias KI-Produkten. Mit einem Kurs um 191 US-Dollar und der Fokussierung des Unternehmens auf hochmargige Rechenzentrums-Chips spiegelt die Bewertung jedoch bereits eine weitgehend reibungslose Umsetzung der heute erwarteten CES-Ankündigungen wider.
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