Amazon steht vor einem harten Sparprogramm im Konzern, gleichzeitig wachsen Cloud- und Werbegeschäft weiter kräftig. Der Markt bewertet diesen Mix aus Kostensenkung, neuen Aufträgen und optimistischen Analystenstimmen bislang positiv.
Restrukturierung: Bis zu 16.000 Stellen
Auslöser der aktuellen Diskussion ist eine neue Entlassungsrunde im Konzern. Ab heute streicht Amazon nach Berichten rund 14.000 bis 16.000 Stellen im Angestelltenbereich. Bis Mitte 2026 sollen insgesamt etwa 30.000 White-Collar-Jobs wegfallen.
Betroffen sind vor allem mittleres Management und zentrale Funktionen in:
- Amazon Web Services (AWS)
- Retail
- Prime Video
- Personalbereich (PXT)
CEO Andy Jassy betont, dass es darum geht, Bürokratie abzubauen und die Organisation schneller zu machen, nicht primär um akute finanzielle Not oder einen direkten Ersatz von Jobs durch KI. Trotz der Größenordnung – knapp 10 % der Angestellten im Konzernbereich – werden solche Effizienzprogramme an der Börse häufig als Unterstützung für die Margen gewertet.
Analysten heben Kursziele an
Parallel zur organisatorischen Schrumpfkur ziehen Analysten ihre Bewertungen nach oben. Gestern erhöhte Roth-Capital-Analyst Rohit Kulkarni sein Kursziel für die Amazon-Aktie von 270 auf 295 US-Dollar und bestätigte die Einstufung „Buy“.
Als Begründung führt er vor allem den erwarteten Margen-Effekt der Entlassungen im vierten Quartal 2025 und der aktuell laufenden Kürzungen im ersten Quartal 2026 an. Roth stuft Amazon als einen der bevorzugten „Mega-Cap Picks“ für das erste Halbjahr 2026 ein.
Die Einschätzung liegt im Rahmen der breiten Analystenmehrheit:
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- Durchschnittliches Kursziel von 72 Analysten: rund 292,65 US-Dollar
- Das impliziert ein Aufwärtspotenzial von über 20 % gegenüber dem aktuellen Kurs um 239 US-Dollar
- Kursziele reichen in der Spitze bis 340 US-Dollar
- Rund 95 % der Analysten vergeben ein „Buy“-Rating
Pentagon-Auftrag stärkt AWS
Für zusätzlichen Rückenwind sorgt ein neuer Großauftrag der US-Regierung. AWS erhält von der US Air Force einen Vertrag über 581 Millionen US-Dollar im Rahmen des „Cloud One“-Programms.
Besonders bemerkenswert: Der Auftrag wurde als „sole source“-Vertrag vergeben, also ohne Ausschreibung mit Wettbewerbern. Das unterstreicht die starke Stellung von AWS im Verteidigungsbereich. Der Vertrag läuft bis zum 7. Dezember 2028 und stützt die Einschätzung, dass die Cloud-Sparte trotz Stellenabbau in etablierten Bereichen weiter als zentraler Wachstumstreiber fungiert.
Finanzrahmen: Hohe KI-Investitionen, starkes Werbegeschäft
Investoren beobachten genau, wie Amazon harte Kostensenkungen mit hohen Zukunftsinvestitionen verbindet. Im dritten Quartal 2025 stiegen die Investitionsausgaben (Capex) um 55 % auf 35,1 Milliarden US-Dollar. Der Schwerpunkt liegt auf KI-Infrastruktur: „Trainium“-Chips und neue Rechenzentren sollen die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Anbietern wie NVIDIA und Microsoft sichern.
Parallel dazu beschleunigt das Werbegeschäft:
- TD Cowen erwartet, dass Amazons Werbeumsatz von 68,2 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 auf 141,7 Milliarden US-Dollar im Jahr 2030 steigt
- Eine aktuelle Umfrage zeigt: 60 % der Werbekunden planen, ihre Budgets 2026 auf der Plattform zu erhöhen
Damit entsteht ein Spannungsfeld aus kurzfristig belastender Investitionswelle und klar wachsenden, margenstarken Erlösströmen – insbesondere in der Werbung.
Marktdaten und Ausblick
Die wichtigsten aktuellen Eckpunkte im Überblick:
- Kursverlauf: Vorbörslich tendiert die Aktie leicht fester um 239 US-Dollar (+0,6 %)
- Analystenbild: Rund 95 % empfehlen den Titel zum Kauf, mit Kurszielen bis 340 US-Dollar
- Operative Dynamik: Das Wachstum von AWS hat zuletzt wieder auf 20 % im Jahresvergleich angezogen
- Nächster Impuls: Die Zahlen zum vierten Quartal werden am 5. Februar 2026 veröffentlicht
Aktuell deutet die Marktreaktion darauf hin, dass die deutlichen Personalkürzungen eher als strategischer Schritt zu höheren Margen und stärker KI-getriebenem Wachstum gewertet werden. Entscheidend wird der Quartalsbericht in der kommenden Woche, wenn Amazon erstmals konkreter zeigen muss, wie sich Stellenabbau, KI-Investitionen und das kräftig wachsende Cloud- und Werbegeschäft in den operativen Margen niederschlagen.
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