Ein Rekordjahr hilft nur begrenzt, wenn die Spielregeln wackeln. Genau das spüren UBS-Anleger gerade: Nicht das operative Geschäft, sondern der Streit um deutlich strengere Kapitalregeln in der Schweiz drückt auf die Bewertung. Wie teuer könnte dieser Konflikt für die Bank am Ende werden?
Kapitaldebatte in Bern als Kursfaktor
Im Zentrum steht ein Vorstoß des Schweizer Bundesrats als Reaktion auf den Credit-Suisse-Kollaps. Finanzministerin Karin Keller-Sutter will die Sicherheitsnetze straffen – konkret sollen ausländische Tochtergesellschaften künftig zu 100% mit Eigenkapital unterlegt sein, statt wie bislang zu 60%.
Für die UBS ist das mehr als eine Formalie. Im Raum steht ein zusätzlicher Kapitalbedarf von bis zu 26 Mrd. US-Dollar. Das Management lehnt die Pläne ab und warnt vor Wettbewerbsnachteilen im internationalen Geschäft. Genau diese Unsicherheit über künftige Kapitalquoten und Renditen überlagert derzeit selbst starke Ergebnisse.
Am Markt zeigt sich der Druck auch im Kursbild: Mit 34,40 € notiert die Aktie heute 1,66% im Minus. Auf 30 Tage summiert sich der Rückgang bereits auf rund 15%. Auffällig: Der Kurs liegt klar unter dem 50-Tage-Durchschnitt (38,59 €) – ein Zeichen, dass die jüngste Schwäche mehr ist als nur Tagesrauschen.
CEO bleibt länger – Entscheidung vertagt
Der Regulierungskonflikt hat auch Folgen für die Führung. Laut einem Medienbericht soll CEO Sergio Ermotti über April 2027 hinaus im Amt bleiben. Begründung: In der aktuellen Lage gilt er als zentral, um die Bank durch die politische und regulatorische Phase zu führen. Die Nachfolgeplanung werde deshalb aufgeschoben.
Zudem könnte sich die Klärung der Kapitalregeln hinziehen. Im Quelltext heißt es, eine Einigung dürfte sich bis mindestens 2028 ziehen. Das verlängert die Phase, in der Investoren die künftige Ertragskraft nur eingeschränkt einschätzen können.
Wichtig wird der nächste konkrete Schritt aus Bern: Der Bundesrat will im ersten Halbjahr 2026 einen Gesetzesentwurf vorlegen. Parallel steht am 15. April 2026 die Generalversammlung an.
Operativ stark, Gremium im Umbau
Die Zahlen liefern der UBS grundsätzlich Rückenwind: Für 2025 meldete die Bank einen Jahresnettogewinn von 7,8 Mrd. US-Dollar (+53%), im vierten Quartal 1,2 Mrd. US-Dollar (+56%). Die verwalteten Vermögen überstiegen 7 Bio. US-Dollar (+15%). Dazu kommen eine vorgeschlagene Dividende von 1,10 US-Dollar (+22%) und ein abgeschlossenes Aktienrückkaufprogramm über 3 Mrd. US-Dollar. Bei der Integration sind laut Quelltext rund 85% der Schweizer Konten migriert.
Auch der Verwaltungsrat stellt sich neu auf: Für die Wahl an der Generalversammlung sind Agustín Carstens und Luca Maestri nominiert, während William C. Dudley und Jeanette Wong nicht mehr antreten. Als Vizepräsident ist Markus Ronner vorgesehen; Lukas Gähwiler geht in den Ruhestand.
Unterm Strich bleibt die Agenda klar: Entscheidend für die nächsten Monate ist der angekündigte Gesetzesentwurf im ersten Halbjahr 2026 – er dürfte den Rahmen für Kapitalbedarf, Renditeziele und damit auch die Bewertung stärker prägen als die rückblickend sehr guten 2025er-Zahlen.
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