Mitten in der schwersten operativen Krise seit Jahren sendet der Medizintechnik-Konzern ein strategisches Lebenszeichen. Während die Aktie nach dem jüngsten Margenkollaps am Boden liegt, lanciert das Unternehmen eine neue digitale Plattform zur Vernetzung von Augenärzten. Doch reicht diese Initiative, um das Vertrauen der Anleger nach der ausgesetzten Prognose zurückzugewinnen?
Strategische Offensive trotz Gegenwind
Mit der gestern vorgestellten Plattform „ZEISS Collaborative Care“ zielt das Jenaer Unternehmen auf die Lösung ineffizienter Datenflüsse in der Augenheilkunde ab. Die browserbasierte Software ermöglicht den sicheren Austausch von Patientendaten und soll die Zusammenarbeit zwischen Kliniken und Optometristen beschleunigen. Strategisch ist dies ein wichtiger Schritt, um den Anteil wiederkehrender Umsätze – der zuletzt bereits die 50-Prozent-Marke erreichte – weiter auszubauen und die Abhängigkeit vom schwankenden Geräteverkauf zu verringern.
Die harte finanzielle Realität
Dieser Zukunftsvision steht jedoch eine brutale Gegenwart gegenüber. Erst vor knapp zwei Wochen musste Carl Zeiss Meditec für das erste Geschäftsquartal einen Einbruch des operativen Ergebnisses (EBITA) um 77 Prozent auf nur noch 8,1 Millionen Euro vermelden. Die EBITA-Marge schrumpfte auf alarmierende 1,7 Prozent zusammen.
Der Aktienkurs spiegelt das zerstörte Vertrauen wider: Mit aktuell rund 26,92 Euro notiert das Papier über 60 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch vom März letzten Jahres. Allein in den letzten zwölf Monaten hat sich der Börsenwert halbiert.
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Baustellen in China und der Chefetage
Verantwortlich für die Misere sind nicht nur eine Investitionszurückhaltung in den USA, sondern vor allem strukturelle Probleme im wichtigen chinesischen Markt. Dort sorgt ein anstehendes staatliches Ausschreibungsverfahren für Intraokularlinsen für massiven Preisdruck und Unsicherheit. Infolgedessen wurde die Jahresprognose vorläufig ausgesetzt.
Erschwerend kommt hinzu, dass das Unternehmen weiterhin führungslos wirkt: Interims-CEO Andreas Pecher hält zwar das Ruder, doch die Suche nach einem dauerhaften Konzernchef dauert an. Gleichzeitig belasten angekündigte Restrukturierungskosten und Abschreibungen auf alte Bestände das laufende zweite Quartal.
Blick auf den Mai
Die neue Software zeigt, dass die operative Innovationskraft von Carl Zeiss Meditec intakt ist, sie kann die akuten Ertragsprobleme jedoch kurzfristig nicht kompensieren. Entscheidend für eine mögliche Bodenbildung der Aktie wird der 12. Mai 2026 sein. Erst mit der Vorlage der Halbjahreszahlen und einer neuen Prognose wird sich zeigen, ob die eingeleiteten Kostensenkungen greifen und wie tief die Spuren des China-Geschäfts in der Bilanz wirklich sind.
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