BYD hat Tesla 2025 klar als weltweiten Marktführer bei batterieelektrischen Fahrzeugen abgelöst. Parallel dazu hat der Konzern am Wochenende eine Reihe strategischer Produkt- und Markenentscheidungen vorgestellt, die die Position im kommenden Jahr festigen sollen. Für die Aktie entsteht damit ein Spannungsfeld zwischen verfehlten Volumenzielen und wachsender globaler Bedeutung.
Tesla überholt – Zahlen im Überblick
Die jetzt finalen Auslieferungszahlen für 2025 zeigen ein deutliches Bild. BYD verkaufte im Gesamtjahr 2.254.714 reine Elektrofahrzeuge und steigerte sich damit um 27,9 % gegenüber 2024. Tesla kam auf 1.636.129 Fahrzeuge, ein Rückgang von 9 % im Jahresvergleich.
Damit öffnet sich eine Lücke von über 600.000 Einheiten im BEV-Segment. Rechnet man Plug-in-Hybride hinzu, erreichte BYD 2025 insgesamt rund 4,6 Millionen Verkäufe. Das bleibt zwar unter dem internen Ziel von 5,5 Millionen Fahrzeugen, zeigt aber zugleich eine klare Divergenz: Während der wichtigste US-Konkurrent schrumpft, wächst BYD im Kerngeschäft der reinen Elektroautos deutlich.
Wichtige Kennzahlen im Überblick:
– BEV-Verkäufe BYD 2025: 2,25 Mio. (+27,9 %)
– BEV-Verkäufe Tesla 2025: 1,64 Mio. (-9 %)
– Gesamtverkäufe BYD inkl. PHEV: 4,6 Mio. (Ziel: 5,5 Mio.)
– Abstand BYD zu Tesla bei BEVs: >600.000 Fahrzeuge
Song Pro DM-i: Neue Langstrecken-Varianten
Am Samstag hat BYD unmittelbar nach Veröffentlichung der Jahreszahlen zwei neue Langstrecken-Varianten des Song Pro DM-i SUVs vorgestellt. Ziel ist es, im Massenmarkt Reichweitenängste gezielt zu adressieren.
Die Eckdaten:
– Elektrische Reichweite (CLTC): Anhebung von 133 km auf 220 km
– Einstiegspreise nach befristeten Subventionen: 119.800 RMB (rund 17.170 US-Dollar) und 127.800 RMB
– Kombinierte Reichweite (voller Tank + volle Batterie): bis zu 1.600 km
Aus Anlegersicht ist der Schritt vor allem ein Signal zur Preissetzungsmacht. Deutlich verbesserte Spezifikationen zu einem Preis von umgerechnet etwa 17.000 US-Dollar verdeutlichen den Vorteil der vertikalen Integration, mit der BYD Wettbewerber beim Kostenaufbau weiter unter Druck setzt.
„9 Series“ und Linghui: Kurs auf Premium und Flotten
Neben den aktuellen Modellen hat BYD bei der Veranstaltung auch den Ausblick auf das erste Halbjahr 2026 skizziert. Im Mittelpunkt stehen zwei neue Flaggschiffe der Dynasty-Reihe: die Han 9 Limousine und der Tang 9 SUV. Beide zielen auf das Premiumsegment um 400.000 RMB und sollen etablierte Luxusmarken direkter angreifen.
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Parallel ordnet der Konzern seine Markenarchitektur neu. Mit Linghui wurde eine eigene Submarke angekündigt, für die bereits Modelle mit den Bezeichnungen e5, e7, e9 und M9 angemeldet wurden. Sie richtet sich gezielt an Ride-Hailing- und Flottenkunden.
Die strategische Logik:
– Flottenverkäufe werden aus der Hauptmarke herausgelöst, um Restwerte und Markenbild der höher positionierten Modelle – insbesondere Han und Tang – zu schützen.
– Linghui nutzt bestehende BYD-Plattformen, tritt aber mit eigenem Logo und eigenständigem Markenauftritt auf.
Auf diese Weise versucht BYD, die Premiumpositionierung der 9er-Reihe zu stärken, ohne auf das volumenstarke Flottengeschäft zu verzichten.
Bewertung, Auslandsgeschäft und Marktlage
Die BYD-Aktie (HK: 1211) schloss die jüngste Handelssitzung bei 94,55 HKD. Trotz der klaren operativen Führungsrolle im BEV-Markt bleibt die Bewertung von einem Gegensignal belastet: dem verfehlten internen Gesamtabsatzziel von 5,5 Millionen Fahrzeugen.
Operativ zeigen die Kennziffern dennoch Widerstandskraft. Der Auslandsabsatz überschritt 2025 die Marke von 1 Million Fahrzeugen und legte damit um mehr als 150 % zu. Dieses internationale Wachstum gewinnt an Bedeutung, da der chinesische Heimatmarkt von einem intensiven Preiswettbewerb geprägt ist und Margen dort unter Druck geraten.
Für die aktuelle Markteinschätzung prallen zwei Sichtweisen aufeinander:
1. Negatives Szenario: Verfehlte Gesamtvolumina und sinkende Margen im Heimatmarkt belasten das Ertragspotenzial.
2. Positives Szenario: Weltweite Führungsrolle bei BEVs, der Vorstoß ins Premiumsegment mit der 9 Series und die Trennung von Flotten- und Privatkundenmarke über Linghui unterstützen eine stärker auf Profitabilität ausgerichtete Strategie.
Ausblick: Fokus verschiebt sich
Die jüngsten Schritte zeigen, dass BYD den Marktanteilsgewinn des Jahres 2025 nicht als Endpunkt betrachtet. Die Trennung von Flottenfahrzeugen unter einer eigenen Marke und der Vorstoß in Preisregionen oberhalb von rund 57.000 US-Dollar im Premiumbereich deuten auf eine klarere Schwerpunktverlagerung: weg von reinen Volumenzielen hin zu einer feineren Segmentierung mit Blick auf Margen und Markenwert.
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