Vom Zollverlierer zum Zollgewinner?
Die erneute Sperrung der Straße von Hormus durch den Iran führt zu verhaltenen Reaktionen an den Märkten, während positive Tech-Zahlen und ein Gerichtsurteil zu US-Zöllen für Optimismus sorgen.

Kurz zusammengefasst
- Iran sperrt wichtige Ölpassage erneut
- Positive Quartalszahlen im Tech-Sektor
- Gericht kippt US-Zölle als unzulässig
- KI-Aktien zeigen Gegenbewegung nach oben
Während die Öffnung der Straße von Hormus zum Wochenschluss am Aktienmarkt für einen wahren Freudensprung nach oben, am Ölmarkt zu einem deutlichen Einbruch geführt hat, sind die Karten über das Wochenende einmal mehr neu gemischt worden. So hat der Iran bereits am Samstag die Straße von Hormus wieder gesperrt, womit sich im Prinzip die gleiche Situation wie Mitte der vergangenen Woche ergibt. Bis auf die Tatsache, dass die Aktienmärkte auf die geänderten Rahmenbedingungen vom Wochenende zum Wochenauftakt eher verhalten negativ reagieren. So gehen die Marktteilnehmer offenbar davon aus, dass es in absehbarer Zeit eine friedliche Lösung im Nahen Osten und damit verbunden, eine ungehinderte Passierbarkeit der Straße von Hormus geben wird.
Tech-Sektor zieht wieder an!
Unterstützend zum Börsenoptimismus in Sachen Naher Osten wirken die bislang positiven Quartalszahlen, die sowohl auf der Umsatz-, als auch auf der Gewinnseite überzeugen können. Daneben zeigt sich der US-amerikanische Tech-Sektor weiterhin in einem bemerkenswerten Tempo innovationsfreundlich, womit die Erwartungen mit den steigenden Notierungen am Aktienmarkt nach oben gehen. Interessant ist dabei allerdings auch, dass bis vor kurzem abgestraften „KI-Verlierer“, die weitgehend aus der Softwarebranche kommen, in den letzten Tagen zu einer bemerkenswerten Gegenreaktion nach oben angesetzt haben. Natürlich wird die Bewegung in diesem Tempo nicht lange anhalten, die Richtung zeigt allerdings nicht mehr nach unten, womit die Hoffnung auf einen breiteren Aktienaufschwung wieder steigt.
Erfreulicher Liquiditätsschub?
Das Berufungsgericht hat entschieden, dass die zahlreichen US-Zölle, die vom US-Präsidenten verhängt worden sind, unzulässig sind. Damit können die betroffenen Unternehmen diese vom Staat zurückfordern. Davon profitieren dürften unter anderem große Konsumtitel. Diese hatten die Zollkosten bereits in einem bemerkbaren Umfang an die Endverbraucher weitergereicht. Den unerwarteten Liquiditätsschub dürften die meisten Unternehmen allerdings nicht weiterreichen, was vor allem die Aktionäre der entsprechenden Unternehmen erfreuen sollte!
Stephan Feuerstein
Hebelzertifikate-Trader
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