XRP: Zerreißprobe für Anleger

Geopolitische Spannungen belasten den XRP-Kurs, doch institutionelle Investoren nutzen die Schwächephase für Nettozuflüsse in ETFs von über einer Milliarde Dollar.

Kurz zusammengefasst:
  • Handelskonflikt zwischen USA und EU dämpft Risikobereitschaft
  • Massive Liquidierung von Long-Positionen bei XRP
  • Institutionelle ETF-Zuflüsse trotz Marktturbulenzen
  • Ripple sichert sich E-Geld-Lizenz in Luxemburg

Der Kryptomarkt kämpft mit Turbulenzen und XRP steht mitten im Sturm geopolitischer Spannungen. Während Drohungen eines neuen Handelskriegs zwischen den USA und der EU die Risikobereitschaft der Märkte dämpfen, zeigt sich ein unerwarteter Stabilisator auf der Käuferseite. Trotz scharfer Preiskorrekturen und massiver Liquidationen halten institutionelle Investoren dagegen.

Handelskrieg drückt auf die Stimmung

Verantwortlich für die hohe Volatilität sind primär externe makroökonomische Faktoren. Die Ankündigung von US-Präsident Trump, ab dem 1. Februar 2026 Zölle in Höhe von 10 Prozent gegen acht EU-Staaten zu verhängen, sorgte für eine spürbare „Risk-off“-Stimmung an den globalen Märkten. XRP korreliert derzeit stark mit diesen geopolitischen Risiken, was den Kurs zuletzt unter Druck setzte.

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Diese Nervosität führte zu einer massiven Bereinigung am Terminmarkt. Binnen 24 Stunden wurden XRP-Positionen im Wert von über 40 Millionen US-Dollar liquidiert. Besonders auffällig war das Ungleichgewicht: Etwa 96 Prozent dieser Liquidationen betrafen Wetten auf steigende Kurse (Long-Positionen). Viele Anleger wurden offenbar von der politischen Eskalation auf dem falschen Fuß erwischt, was den zwischenzeitlichen Kursrutsch bis auf 1,84 US-Dollar beschleunigte.

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Institutionen kaufen die Schwäche

Während die Netzwerkaktivität spürbar nachgelassen hat und die Transaktionsgebühren-Verbrennung („Burn Rate“) um über 50 Prozent einbrach, zeichnet sich bei den Großinvestoren ein anderes Bild ab. US-basierte XRP-ETFs verzeichneten seit November 2025 Nettozuflüsse von rund 1,28 Milliarden US-Dollar. Allein in der vergangenen Woche flossen weitere 57 Millionen US-Dollar in diese Produkte.

Dies deutet darauf hin, dass professionelle Marktteilnehmer die aktuellen Rücksetzer eher als strategische Einstiegschance bewerten und weniger emotional auf die Volatilität reagieren als Privatanleger. Stützend wirkt zudem die operative Expansion von Ripple: Das Unternehmen sicherte sich kürzlich eine vorläufige E-Geld-Lizenz in Luxemburg, was die Handlungsfähigkeit in der EU trotz der drohenden Handelsbarrieren absichern dürfte.

Wichtige Marken im Fokus

Technisch bleibt die Lage angespannt. Zwar konnte die Unterstützung bei 1,84 US-Dollar zunächst verteidigt werden, doch der Kurs notiert aktuell unter dem wichtigen 50-Tage-Durchschnitt bei 2,01 US-Dollar. Für eine nachhaltige Entspannung müsste XRP die Hürde bei 2,10 US-Dollar überwinden. Marktbeobachter richten ihren Blick nun auf die Reaktion der US-Notenbank auf die Zoll-Thematik sowie den weiteren Verlauf des CLARITY Act im US-Senat, deren Ausgang die kurzfristige Richtung maßgeblich beeinflussen dürfte.

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