Micron steht innerhalb von nur zwei Tagen gleich aus zwei Gründen im Rampenlicht: In Indien startet eine neue Chip-Fertigungslinie – und gleichzeitig tauscht Morgan Stanley den Speicher-Spezialisten als Top-Favorit gegen Nvidia aus. Das wirkt auf den ersten Blick widersprüchlich. Doch beide Nachrichten erzählen im Kern dieselbe Geschichte: Es geht um Reichweite, Timing und die Frage, wie viel Zukunft bereits im Kurs steckt.
Indien-Ausbau mit Signalwirkung
Vergangenen Freitag (28. Februar) hat Micron in Sanand (Gujarat) seine neue Assembly- und Testfabrik eröffnet. Das ist mehr als ein klassischer Fabrikstart, weil hier auch geopolitische und lieferkettenstrategische Ziele mitschwingen. Insgesamt fließen laut Unternehmen und Partnern rund 2,75 Milliarden US-Dollar in das Projekt.
In Sanand werden DRAM- und NAND-Wafer aus Microns globalem Netzwerk zu fertigen Speicher- und Storage-Produkten weiterverarbeitet. Die Anlage ist bereits ISO-9001:2015-zertifiziert und hat die kommerzielle Produktion aufgenommen. Zum Auftakt gingen die ersten „Made in India“-Speichermodule an Dell – für Laptops, die in Indien für den lokalen Markt gebaut werden.
Micron rechnet damit, 2026 in Sanand „zig Millionen“ Chips zu assemblieren und zu testen. 2027 soll das auf „hunderte Millionen“ steigen. In der ersten Ausbaustufe sind dafür über 500.000 Quadratfuß Reinraumfläche vorgesehen – eine der größten Single-Floor-Assembly-und-Test-Cleanrooms weltweit.
Warum Morgan Stanley auf Nvidia umschwenkt
Fast zeitgleich sorgte eine Analysten-Entscheidung für Aufmerksamkeit: Morgan Stanley machte Nvidia wieder zur Top-Idee im Halbleitersektor und ersetzte damit Micron. Als Grund schwingt vor allem Skepsis mit, ob der Markt bei Speicherchips nicht gerade zu sehr daran glaubt, dass der Zyklus „länger und stabiler“ sei als bei Prozessoren.
Der Wechsel wirkt auch wie ein Hinweis darauf, dass Microns Kurs zuvor bereits stark gelaufen ist. An der Börse ist das oft der Punkt, an dem selbst gute operative Nachrichten nicht mehr automatisch für neue Fantasie sorgen – weil Erwartungen und Bewertungen steigen.
Fundament und KI-Treiber bleiben stark
Operativ lieferte Micron zuletzt allerdings harte Argumente. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 meldete das Unternehmen Rekordumsatz von 13,64 Milliarden US-Dollar (+57% zum Vorjahr) und lag damit über den Markterwartungen (rund 13,2 Milliarden US-Dollar). Die Bruttomarge sprang auf 56% (GAAP), das operative Ergebnis lag bei 6,14 Milliarden US-Dollar. Beim Free Cashflow erreichte Micron nach Investitionen 3,9 Milliarden US-Dollar – ebenfalls ein Quartalsrekord.
Noch wichtiger für den Ausblick: Für das zweite Quartal stellt Micron 18,7 Milliarden US-Dollar Umsatz in Aussicht – erneut ein Rekordwert – sowie eine erwartete Bruttomarge von 67% und ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 8,42 US-Dollar.
Ein Treiber bleibt der KI-Boom. Der Markt für High-Bandwidth Memory (HBM) soll laut Micron nach 35 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 bis 2028 mit 40% jährlich wachsen. Wolfe Research bestätigte zudem frühe Volumen-Lieferungen von HBM4 – und zwar ein Quartal früher als geplant, was frühere technische Sorgen entschärfen soll. S&P Global Ratings hob Micron außerdem auf BBB von BBB- hoch und verwies dabei auf den positiven KI-Nachfrageeffekt auf EBITDA und Cashflow.
Ausblick: Nächster Termin im März
An der Börse zeigt sich der Titel nach dem starken Lauf zuletzt etwas ruhiger: Der Schlusskurs lag gestern bei 353,25 Euro, rund 4,8% unter dem 52‑Wochen-Hoch von 371,15 Euro. Der nächste konkrete Prüfstein folgt am 18. März: Dann legt Micron die Zahlen für das zweite Geschäftsquartal 2026 vor und hält anschließend die Earnings Call (14:30 Uhr Mountain Time) – mit Fokus darauf, ob die rekordhohe Prognose operativ tatsächlich eingelöst wird.
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