Diginex Aktie: ESG-Zukauf belastet

Diginex erwirbt Plan A für 55 Millionen Euro, um sein ESG-Softwareangebot auszubauen. Die überwiegend aktienfinanzierte Transaktion führt jedoch zu einer deutlichen Verwässerung für Aktionäre.

Kurz zusammengefasst:
  • Übernahme für rund 55 Millionen Euro abgeschlossen
  • Starke Verwässerung durch Aktienfinanzierung
  • Ausbau zur Komplettlösung für ESG-Reporting
  • Kurs reagiert nervös auf Transaktion

Diginex meldet heute den Abschluss der Übernahme von PlanA.earth und schärft damit das Profil als spezialisierter Anbieter für Nachhaltigkeits-Software. Strategisch passt der Zukauf in den stark wachsenden Markt für ESG-Reporting und CO₂-Bilanzierung, zugleich bringt die überwiegend aktienfinanzierte Transaktion deutliche Verwässerung für bestehende Aktionäre mit sich. Der Kurs reagiert im frühen Handel entsprechend nervös.

Die Fakten im Überblick

  • Kaufpreis für Plan A: rund 55 Millionen Euro
  • Struktur: 3 Millionen Euro in bar, ca. 52 Millionen Euro in neuen Diginex-Aktien
  • Emission: rund 6,72 Millionen neue Stammaktien
  • Wirkung: Ausbau der Position im Markt für ESG-Daten und Carbon Accounting, zugleich Verwässerung des Gewinns je Aktie

Diginex hatte die Transaktion bereits Anfang Dezember per Absichtserklärung angekündigt, nun folgt das Closing. Die Übernahme beschleunigt den Wandel hin zu einem fokussierten Anbieter von RegTech-Lösungen für Nachhaltigkeit.

Strategischer Ausbau des ESG-Geschäfts

Mit Plan A integriert Diginex eine KI-basierte Plattform für CO₂-Bilanzierung und Dekarbonisierung. Im Mittelpunkt stehen Funktionen zur Erfassung von Emissionen über die Bereiche Scope 1 bis 3 hinweg und zur Ableitung wissenschaftsbasierter Klimaziele (SBTi).

Plan A bringt eine etablierte Kundenbasis mit, darunter Konzerne wie BMW, Deutsche Bank und Visa. Für Diginex entsteht damit die Möglichkeit, das eigene Angebot um tiefere Carbon-Accounting- und Datenfunktionen zu erweitern und diese mit den bestehenden ESG-Reporting-Tools zu verknüpfen.

Die Plattform von Diginex deckt nach Unternehmensangaben derzeit 19 globale ESG-Rahmenwerke ab. Durch die Kombination mit den Emissionsdaten und Dekarbonisierungswerkzeugen von Plan A soll eine umfassende Lösung entstehen, die sowohl regulatorische Anforderungen als auch operative Klimastrategien abbildet. Chairman Miles Pelham spricht in diesem Zusammenhang von einem „entscheidenden Meilenstein“ auf dem Weg zu einer führenden Nachhaltigkeitsplattform.

Vor dem Hintergrund der EU-Regulierung, insbesondere der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), dürfte der Bedarf an integrierten Lösungen für ESG-Reporting und Emissionsmanagement weiter zunehmen. Die Zusammenführung von Reporting/Compliance (Diginex) und Carbon Accounting/Data (Plan A) positioniert das Unternehmen hier als Komplettanbieter.

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Verwässerung durch große Aktienkomponente

Die Kehrseite der Akquisition ist die Struktur des Kaufpreises. Nur ein kleiner Teil wird in bar gezahlt, der überwiegende Anteil entfällt auf neue Diginex-Aktien. Mit der Ausgabe von rund 6,72 Millionen zusätzlichen Papieren steigt die Aktienanzahl spürbar an, was den Gewinn je Aktie verwässert.

Diese Verwässerung erklärt die zuletzt angespannte Kursentwicklung. Obwohl die operative Logik der Übernahme nachvollziehbar ist, reagierte der Markt in den vergangenen Wochen und im vorbörslichen Handel heute volatil. Investoren kalkulieren ein, dass die Synergieeffekte und das zusätzliche Wachstum den rechnerisch niedrigeren Gewinn pro Aktie erst mit zeitlichem Abstand ausgleichen dürften.

Mit dem Vollzug des Deals setzt Diginex einen weiteren Schritt weg von früheren, breiter gefassten Technologieaktivitäten und hin zu einem reinen SaaS-Modell mit klarer Fokussierung auf Nachhaltigkeitsthemen.

Ausblick: Integration und Synergien im Fokus

In den kommenden Quartalen rückt die Integration von Plan A in den Mittelpunkt. Entscheidend wird sein, wie schnell gemeinsame Produktangebote entstehen und ob Cross-Selling-Potenziale bei den Großkunden von Plan A realisiert werden können. Parallel dazu dürften Analysten ihre Modelle anpassen, um sowohl die höhere Aktienanzahl als auch die künftig konsolidierten Umsätze abzubilden.

Kurzfristig bleibt die Aktie technisch belastet, da der Markt die zusätzlichen Aktien erst verarbeiten muss. Operativ steht nun der Nachweis an, dass der Zusammenschluss die angestrebten Wachstumsziele stützt – vor allem mit Blick auf die nächsten Quartalszahlen, die erste konkrete Hinweise auf Umsatzbeiträge von Plan A und die Entwicklung im ESG-Softwaremarkt mit erwarteten jährlichen Wachstumsraten von 20 bis 25 Prozent liefern sollen.

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