Shell verhandelt Venezuela-Gas, Energy Fuels produziert erstmals Terbium
Shell verhandelt über große Gasfelder vor Venezuela, während Energy Fuels einen Durchbruch bei Seltenen Erden meldet. Petrobras schockt mit drastischer Kerosinpreiserhöhung.

Kurz zusammengefasst
- Shell verhandelt über vier große Offshore-Gasfelder in Venezuela
- Energy Fuels produziert erstmals hochreines Terbiumoxid in den USA
- Petrobras erhöht Kerosinpreise um 55 Prozent
- Uranium Energy erhält Genehmigung für zusätzliche Pumpstationen
Während Shell milliardenschwere Gasfelder vor Venezuelas Küste ins Visier nimmt, gelingt Energy Fuels ein Durchbruch bei Seltenen Erden. Petrobras schockt Brasiliens Airlines mit einer 55-prozentigen Kerosinpreiserhöhung, und im Uransektor treiben Uranium Energy sowie Aventis Energy ihre Projekte voran. Fünf Energieaktien, fünf grundverschiedene Strategien — ein Sektor im Spannungsfeld zwischen Geopolitik, Rohstoffsicherung und Rekordproduktion.
Sektorüberblick: Versorgungssicherheit als neuer Kompass
Die Hormuz-Krise hat die Suche nach alternativen Kohlenwasserstoffquellen massiv beschleunigt. Rund 20 % des weltweiten Öl- und LNG-Transports laufen durch die Meerenge — ein Nadelöhr, das Konzerne und Regierungen gleichermaßen nervös macht. Parallel dazu verschiebt die US-Energiepolitik ihren Fokus auf heimische Produktion und unabhängige Lieferketten bei Kernbrennstoffen und kritischen Mineralien.
Shells Einschätzung, dass LNG nach erneuerbaren Energien die am schnellsten wachsende Energiequelle sei — mit einem erwarteten Nachfrageanstieg von mindestens 45 % bis 2050 —, gibt dem gesamten Sektor Rückenwind. Kurzfristig belasten allerdings Ölpreisschwankungen und geopolitische Unsicherheit die Stimmung.
Shell: Vier Offshore-Gebiete vor Venezuela im Verhandlungspoker
Shell hat die Verhandlungen mit Venezuelas Regierung deutlich ausgeweitet. Der Energieriese führt nun Gespräche über vier große Gebiete nahe Trinidad und Tobago in zwei der größten Offshore-Gasfelder des Landes. Bislang konzentrierten sich die Bemühungen auf das 4,2 Billionen Kubikfuß große Dragon-Gasfeld. Jetzt will Shell auch die drei benachbarten Felder des Mariscal-Sucre-Projekts (insgesamt 12 Tcf) sowie das 7,3-Tcf-Loran-Gebiet erschließen — zusammen rund 20 Tcf an kombinierten Reserven.
Der strategische Hebel ist offensichtlich: Shell hält 45 % am Atlantic-LNG-Projekt in Trinidad, Lateinamerikas größter LNG-Anlage. Deren Kapazität von ursprünglich 15,5 Millionen Tonnen pro Jahr ist mangels Gas auf unter 9 Millionen Tonnen geschrumpft. Venezolanisches Gas könnte die Anlage transformieren.
Zusätzlich hat Shell vorläufige Abkommen für die Carito- und Pirital-Felder in Ostvenezuela unterzeichnet — Gebiete, die leichtes und mittelschweres Rohöl liefern, das für die Exportfähigkeit von Venezuelas Schweröl entscheidend ist. Piper Sandler hat sein Kursziel von 89 auf 106 US-Dollar angehoben und das „Overweight“-Rating bestätigt. Die Aktie notiert bei 39,52 Euro, knapp unter ihrem 52-Wochen-Hoch. CEO Wael Sawan könnte noch in diesem Jahr eine finale Investitionsentscheidung zum Dragon-Feld treffen.
Uranium Energy: Vertikale Integration nimmt Gestalt an
Die US-Urantochter UEC baut ihre In-situ-Leaching-Kapazitäten in Wyoming systematisch aus. Drei zusätzliche Pumpstationen im Wellfield 11 der Christensen Ranch haben die behördliche Genehmigung erhalten und den Betrieb aufgenommen. Ein weiteres wartet auf Freigabe, drei befinden sich im Bau.
Gewichtiger noch ist ein regulatorischer Meilenstein: Die NRC hat der UEC-Tochter United States Uranium Refining & Conversion Corp eine Aktennummer für die geplante Urankonversionsanlage zugeteilt. Dieser Schritt markiert den Einstieg in den Lizenzierungsprozess und bringt UEC dem Ziel näher, zum einzigen vertikal integrierten US-Kernbrennstofflieferanten zu werden — vom Abbau bis zur Konversion.
In Südtexas steht die Burke-Hollow-Mine betriebsbereit, wartet aber noch auf die finale Genehmigung der Texas Commission on Environmental Quality. Die Q2-Zahlen 2026 fielen gemischt aus:
- Umsatzrückgang und Nettoverlust
- Starke Liquiditätsposition
- Premiumpreise beim Uranverkauf
- Neue kostengünstige ISR-Produktionskapazitäten
Die Aktie legte nach der Christensen-Ranch-Genehmigung um über 3 % zu und notiert aktuell bei 12,34 Euro. Analysten sehen unterschiedliches Potenzial: TD Securities senkte das Kursziel leicht auf 21 US-Dollar, H.C. Wainwright hob auf 26,75 US-Dollar an.
Aventis Energy: Technische Dokumentation für zwei Rohstoffthemen
Der Junior-Explorer hat am 1. April einen NI-43-101-konformen technischen Bericht für sein Sting-Kupferprojekt in Neufundland eingereicht. Das rund 3.700 Hektar große Areal lieferte zuletzt Bohrergebnisse von 54,8 Metern mit 0,32 % Kupfer ab 27 Meter Tiefe — inklusive Hochgradintervallen von bis zu 5,43 % Cu. Der Bericht wurde vom unabhängigen Qualified Person Alexander Timofeev erstellt und ist über SEDAR+ zugänglich.
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Parallel laufen die Bohrungen auf dem 12.364 Hektar großen Corvo-Uranprojekt nahe Wollaston Lake in Saskatchewan. Seit dem 9. Februar bohren Feldteams planmäßig. Geplant sind 2.500 bis 3.000 Meter über acht bis zehn Bohrlöcher, die auf flache, hochgradige Uranmineralisierung im Grundgestein abzielen. Historische Bohrungen zeigen Uranintervalle entlang einer Streichlänge von 800 Metern mit Gehalten von 1,19 bis 5,98 % U₃O₈.
Die Aktie notiert bei 0,12 Euro — nahe am 52-Wochen-Tief und rund 71 % unter dem Jahreshoch. Als Junior-Explorer ohne Umsätze und Analystenabdeckung liegt das Wertpotenzial ausschließlich in der geologischen Substanz beider Projekte.
Petrobras: Rekordproduktion trifft auf Kerosin-Preisschock
Brasiliens Staatskonzern sorgt mit einer drastischen Kehrtwende bei der Kerosinbepreisung für Aufsehen. Ab dem 1. April steigen die Jet-Fuel-Preise um rund 55 % — eine dramatische Umkehr, nachdem Petrobras erst im Januar eine Senkung um 9,4 % verfügt hatte. Die Flugholding Abra Group, Muttergesellschaft von Gol, bestätigte die Erhöhung. Zusätzlich bietet Petrobras den Distributoren im April erhöhte Treibstoffvolumina an.
Die Produktionszahlen für 2025 sind beeindruckend: Im Jahresdurchschnitt förderte der Konzern 2,40 Millionen Barrel Öl pro Tag — 11 % mehr als 2024 und oberhalb der eigenen Prognose. Die Gesamtproduktion aus Öl und Gas erreichte 2,99 Millionen Barrel Öläquivalent pro Tag, ein neuer Allzeitrekord in der über 70-jährigen Firmengeschichte. Die FPSO Almirante Tamandaré stellte mit rund 240.000 Barrel pro Tag einen neuen Plattformrekord in Brasilien auf.
Finanziell lieferte Petrobras im Q4 2025 einen Nettogewinn von 15,6 Milliarden BRL (rund 3 Mrd. USD) — nach einem Verlust von 16,9 Milliarden BRL im Vorjahresquartal. Der Jahresgewinn 2025 sprang um 201 % auf 110,1 Milliarden BRL. Trotzdem gab die Aktie heute um 6,3 % auf 7,37 Euro nach, vom Vortag noch auf 52-Wochen-Hoch. Für 2026 liegt das Produktionsziel bei 2,8 Millionen BOE/d. Vier Analysten vergeben ein „Strong Buy“-Rating mit einem 12-Monats-Kursziel von 15,75 US-Dollar.
Energy Fuels: Erste US-Terbiumproduktion seit Jahrzehnten
Energy Fuels hat in seiner White Mesa Mill in Utah hochreines Terbiumoxid aus Monazit-Erz hergestellt, das in Florida und Georgia abgebaut wurde. Die erreichte Reinheit von 99,9 % entspricht den Spezifikationen globaler Permanentmagnet-Hersteller. Das Unternehmen sieht sich als erster US-Produzent seit Jahrzehnten, der diese Qualität aus primärem Mineralfeedstock erreicht und Produktionsmengen sowie Reinheitsgrade öffentlich dokumentiert.
Die strategische Bedeutung ist erheblich: Sowohl Dysprosium als auch Terbium unterliegen chinesischen Exportkontrollen. Beide Elemente verbessern Permanentmagnete für Elektrofahrzeuge, Drohnen, Robotik und Verteidigungstechnik, indem sie Hochtemperaturstabilität und leistungsstärkere Motoren ermöglichen.
Die geplante Phase-2-Erweiterung sieht Kapazitäten von 6.000 Tonnen NdPr, 240 Tonnen Dysprosium und 66 Tonnen Terbium pro Jahr vor — mit einer Kostenposition im ersten Quartil. Die kommerzielle Produktion könnte ab 2027 anlaufen. Am 15. April übernimmt Ross Bhappu als neuer Präsident die Führung. Die Aktie notiert bei 16,40 Euro, ein Plus von 3,3 % zum Vortag, liegt aber knapp 30 % unter dem 52-Wochen-Hoch.
Energiesektor zwischen Geopolitik, Rekorden und Lieferketten-Wettlauf
Die fünf Aktien zeichnen ein Bild der zunehmenden Fragmentierung im Energiesektor. Shell setzt auf eine geopolitische Wette in Venezuela, um sein LNG-Geschäft abzusichern. Petrobras liefert Rekordmengen, muss aber die Auswirkungen des Kerosinpreisschocks auf dem Heimatmarkt managen. Uranium Energy und Energy Fuels verfolgen parallele Strategien zur Sicherung kritischer Lieferketten — der eine bei Kernbrennstoffen, der andere bei Seltenen Erden. Aventis Energy baut als Junior-Explorer die technische Grundlage für Uran- und Kupferprojekte auf.
In den nächsten 90 Tagen werden mehrere Katalysatoren entscheidend: Shells mögliche Investitionsentscheidung zum Dragon-Feld, die ausstehende Genehmigung für UECs Burke-Hollow-Mine in Texas, Petrobras‘ Umgang mit dem neuen Kerosinpreisniveau und Energy Fuels‘ Führungswechsel auf dem Weg zur kommerziellen Seltene-Erden-Produktion. Bei Aventis Energy dürften die Bohrergebnisse vom Corvo-Uranprojekt den nächsten Bewertungsimpuls liefern.
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