Coinbase steht kurz vor wichtigen Quartalszahlen – und muss sich gleichzeitig mit kräftigem Gegenwind von Analystenseite und aus der Politik auseinandersetzen. Eine pessimistische Studie und der Streit um ein zentrales US-Kryptogesetz haben in den vergangenen Tagen die Zweifel am kurzfristigen Wachstumskurs verstärkt. Vor allem die Frage, wie stabil die Erlöse jenseits des klassischen Handelsgeschäfts sind, rückt in den Mittelpunkt.
Analystenbericht trifft Wachstumsstory
Am Freitag sorgte eine neue Studie von Compass Point für zusätzlichen Druck auf die Aktie. Das Analysehaus bekräftigte seine Verkaufsempfehlung und senkte das Kursziel. Begründung: Die Experten rechnen damit, dass Coinbase die Umsatzschätzungen für das vierte Quartal um rund 4 % verfehlt.
Besonders kritisch sehen die Analysten die Entwicklung im Stablecoin-Bereich in der ersten Jahreshälfte 2026. Sie erwarten einen Rückgang der entsprechenden Erlöse. Aus ihrer Sicht könnte das die Wachstumsstory im Segment „Subscriptions & Services“, also bei wiederkehrenden Gebühren und Serviceerlösen, merklich bremsen.
Die Reaktion an der Börse fiel spürbar aus: In den vergangenen 30 Tagen hat die Aktie rund 22 % verloren. Vom 52‑Wochen-Hoch bei 361,25 € ist der Titel aktuell fast 49 % entfernt und notiert mit 185,38 € deutlich unter dem 200‑Tage-Durchschnitt.
Politische Unsicherheit als zusätzlicher Bremsklotz
Parallel zum Analystendruck verschärft sich die Unsicherheit auf der regulatorischen Seite. Im Mittelpunkt steht der sogenannte CLARITY Act, ein zentrales Gesetzesvorhaben für die Struktur des US-Kryptomarktes.
Coinbase hatte sich zuletzt von der überarbeiteten Senatsversion des Gesetzes distanziert und seine Unterstützung zurückgezogen. In der Folge wurde eine angesetzte Markup-Sitzung am 14. Januar verschoben. Das Unternehmen warnt, dass der aktuelle Entwurf:
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- die Entwicklung tokenisierter Aktien bremsen könnte
- den staatlichen Zugriff auf Transaktionen im DeFi-Bereich deutlich ausweiten würde
Dieses Patt in Washington schafft ein schwieriges Umfeld – nicht nur für Coinbase, sondern für die gesamte Digital-Asset-Branche. Zwar herrscht grundsätzlich Einigkeit, dass klarere Regeln nötig sind, doch über die Details wird hart gerungen. Der Stillstand in den USA steht damit im Kontrast zu internationalen Bemühungen, digitale Vermögenswerte stärker in das globale Finanzsystem zu integrieren, zuletzt ein wichtiges Thema beim Weltwirtschaftsforum.
Strategischer Anspruch trifft Realität
Die aktuellen Entwicklungen treffen Coinbase in einer Phase, in der der Konzern seine Abhängigkeit von rein transaktionsbasierten Gebühren gezielt verringern will. Die Vision für 2026: eine globale „Everything Exchange“, also eine Plattform für verschiedenste Anlageklassen statt nur für Kryptowährungen.
Genau hier setzt die Kritik von Compass Point an. Wenn ausgerechnet das strategisch wichtige Segment mit Abos und Dienstleistungen unter Druck gerät, könnte der Übergang vom zyklischen Handelsmodell hin zu stabileren, wiederkehrenden Einnahmen holpriger verlaufen als erhofft. Kurzfristig erhöht das die Unsicherheit über das Ertragspotenzial dieser neuen Säulen.
Die politische Dimension verstärkt diesen Effekt. Ein regulatorischer Rahmen, der bestimmte Geschäftsbereiche wie tokenisierte Wertpapiere oder DeFi-Angebote einschränkt, würde die Spielräume für neue Produkte einengen. Für ein Unternehmen, das sich als Infrastrukturanbieter für die nächste Generation von Finanzmärkten positionieren will, ist das ein zentraler Risikofaktor.
Wichtiger Termin im Februar
Im Fokus steht nun der kommende Zahlenstichtag: Coinbase will seine Ergebnisse für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 am Donnerstag, 12. Februar 2026, nach US-Börsenschluss vorlegen. Dann wird erstmals sichtbar, ob sich die von Compass Point erwartete Umsatzlücke von rund 4 % tatsächlich materialisiert.
Neben den reinen Zahlen dürfte der Ausblick des Managements zur regulatorischen Lage und zur Entwicklung der Abo- und Serviceerlöse entscheidend sein. Der Markt preist derzeit erhöhte Risiken ein, wie der deutliche Rückgang der Aktie und ein erhöhter RSI von 72,8 zeigen. Das kommende Quartalsupdate wird damit zu einem zentralen Gradmesser dafür, ob die Skepsis der vorsichtigen Analysten gerechtfertigt ist oder ob Coinbase seine strategische Erzählung trotz Gegenwinds untermauern kann.
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