RTL Group Aktie: Analysten skeptisch

Bernstein Research stuft RTL-Aktie als 'Market-Perform' ein und sieht ein Kursziel von 30 Euro. Das entspricht einem Abschlag von 16 Prozent zum aktuellen Stand.

Kurz zusammengefasst:
  • Analysten sehen 16 Prozent Abwärtspotenzial
  • Dschungelcamp als wichtiger Erlöstreiber im ersten Quartal
  • Hoher Wettbewerbsdruck durch neue Streaming-Anbieter
  • Aktie notiert technisch überverkauft, aber über langfristigem Schnitt

RTL startet mit einem seiner wichtigsten TV-Formate ins neue Jahr, doch an der Börse bremst eine klare Warnung von Analystenseite die Erwartungen. Bernstein Research sieht den fairen Wert der Aktie deutlich unter dem aktuellen Kursniveau. Im Raum steht damit die Frage: Wie gut passt die aktuelle Bewertung zur Realität im Werbe- und Streaminggeschäft?

Analysten sehen Abwärtspotenzial

Bernstein hat am Donnerstag sein Votum für die RTL Group bestätigt: Einstufung „Market-Perform“, Kursziel 30 Euro. Ausgehend vom Freitagsschlusskurs von 35,80 Euro entspricht das einem theoretischen Abwärtspotenzial von rund 16 Prozent – ein spürbarer Abschlag zur aktuellen Bewertung.

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An der Börse blieb die unmittelbare Reaktion bisher moderat. Die Aktie schloss am Freitag leicht im Minus, liegt aber auf Sicht von zwölf Monaten immer noch deutlich im Plus. Mit einem RSI von 14,5 ist der Titel technisch zwar stark überverkauft, gleichzeitig notiert er weiter klar über den längerfristigen Durchschnittskursen – ein Hinweis auf eine insgesamt robuste Entwicklung trotz der jüngsten Schwächephase.

Bernstein begründet seine Zurückhaltung im Kern mit zwei strukturellen Risiken: der unsicheren Erholung des klassischen TV-Werbemarkts und dem hohen Kapitalbedarf für den Ausbau des Streamingangebots. Die vorsichtige Haltung ist dabei kein Einzelfall: Für den Wettbewerber ProSiebenSat.1 fährt das Analysehaus eine ähnlich neutrale Linie. Das spricht eher für eine generelle Sektor-Skepsis als für ein isoliertes RTL-Problem.

Dschungelcamp als Q1-Treiber

Operativ setzt RTL in den kommenden Wochen auf ein vertrautes Zugpferd. Am Samstag wurde die Besetzung der neuen Staffel von „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ offiziell bestätigt. Die Show zählt seit Jahren zu den werbestärksten Formaten im deutschen Fernsehen und ist damit ein zentraler Erlöstreiber im ersten Quartal.

Zu den prominenten Namen der kommenden Staffel gehören unter anderem Gil Ofarim, Simone Ballack und Nicole Belstler-Boettcher. Für RTL geht es dabei nicht nur um klassische Werbeblöcke im linearen Programm, sondern auch um die Verlängerung auf die Streaming-Plattform RTL+. Eine starke Staffel mit hohen Quoten und guter Nutzerkonversion wäre ein wichtiges Argument gegen das pessimistische Kursziel von Bernstein.

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Parallel dazu stärkt der Konzern sein Reality-Portfolio: Die Langzeit-Dokusoap „Die Wollnys“ feiert ihr 15-jähriges Jubiläum, und für den 9. Februar ist der Start der zweiten Staffel von „Reality Queens“ auf RTL+ geplant. Solche Formate sollen dafür sorgen, dass Nutzer länger im Ökosystem bleiben und sich ein regelmäßiger Streaming-Konsum etabliert.

Zunehmender Druck im Streaming-Markt

Trotz dieser Inhalte bleibt das Umfeld anspruchsvoll. Der deutsche Mediensektor befindet sich im Umbau, die Grenzen zwischen klassischem TV und Streaming verwischen. RTL verteidigt zwar seine Marktanteile im linearen Fernsehen, doch genau im Streaminggeschäft verschärft sich die Konkurrenz.

Am 13. Januar ist HBO Max in Deutschland gestartet. Hinter der Plattform steht Warner Bros. Discovery, ein globaler Player mit starker Serien- und Filmbibliothek. Für Anbieter wie RTL+ steigt damit der Druck, exklusive und bindungsstarke Inhalte zu liefern, um nicht in der Flut an Angeboten unterzugehen. Reality-Formate, Live-Shows und lokale Produktionen werden in diesem Wettbewerb zum entscheidenden Differenzierungsmerkmal.

Ausblick: Kurse zwischen Kursziel und Quoten

Die kommenden Tage dürften zeigen, wie stark das Kursziel von 30 Euro auf die Stimmung der Anleger wirkt. Charttechnisch bleibt der Bereich um 35 bis 36 Euro eine wichtige Orientierung, zumal die Aktie trotz der jüngsten Abgaben noch rund 4 Prozent über ihrem 200-Tage-Durchschnitt notiert.

Inhaltlich rückt nun der Staffelstart des Dschungelcamps am 23. Januar in den Mittelpunkt. Hohe Reichweiten und eine starke Nutzung von RTL+ könnten helfen, die aktuelle Bewertungsprämie gegenüber dem Bernstein-Ziel zu rechtfertigen. Schwächere Quoten dagegen würden eher die skeptische Analystensicht unterstützen und den Kurs näher an die genannten 30 Euro heranführen.

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