ABO Energy Aktie: Flucht nach vorn

Der Projektentwickler meldet operative Erfolge mit neuen Solar- und Windkraftprojekten, steht aber vor einem erwarteten Jahresfehlbetrag von 170 Millionen Euro.

Dieter Jaworski ·
ABO WIND AG Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Erwarteter Rekordverlust von 170 Millionen Euro
  • Neue Solar- und Windkraftprojekte in Deutschland
  • Gläubiger stimmen Sanierungsplan überwältigend zu
  • Veröffentlichung des Jahresabschlusses für Juni terminiert

Ein erwarteter Rekordverlust von 170 Millionen Euro und ein kürzlich verabschiedeter Sanierungsplan prägen derzeit das Bild von ABO Energy. Gleichzeitig meldet der Projektentwickler nun eine Reihe neuer operativer Erfolge im Heimatmarkt. Dieser Spagat zwischen harter finanzieller Krisenbewältigung und dem Ausbau der Projektpipeline zwingt Anleger zu einer genauen Neubewertung der Lage.

Neue Projekte stützen das operative Geschäft

Im baden-württembergischen Schönfeld plant das Unternehmen eine Kombination aus PV-Freiflächenanlage und Batteriegroßspeicher. Für das Projekt mit 7,3 Megawatt Solar- und 2,7 Megawatt Speicherleistung arbeitet ABO Energy bereits zum vierten Mal mit dem Systemintegrator TRICERA energy zusammen. Erstmals kommen dabei Batterien aus Lithium-Eisenphosphat zum Einsatz. Solche Hybridanlagen ermöglichen eine bedarfsgerechte Netzeinspeisung. Sie erschließen dem Entwickler stabile Erlösquellen jenseits der klassischen Windkraft.

Zusätzlich verzeichnet der Konzern Fortschritte im deutschen Kerngeschäft. Anfang April sicherte sich das Unternehmen Zuschläge für zwei Windkraft-Erweiterungen mit insgesamt 16,4 Megawatt in Schwerte und Öhringen. Parallel spülte der Verkauf der Projektrechte am Windpark Nonnenholz II an einen regionalen Akteur frisches Kapital in die Kassen. Aktuell summiert sich das Volumen genehmigter Windprojekte in Deutschland auf 650 Megawatt.

Charttechnik und Gläubiger-Votum

Diese operativen Meldungen spiegeln sich in einer leichten charttechnischen Erholung wider. Am vergangenen Dienstag kreuzte der Kurs mit dem Sprung auf 5,95 Euro die wichtige 50-Tage-Linie nach oben.

Den Grundstein für diesen Stimmungswechsel legten die Anleihegläubiger bereits Anfang März. Mit einer Zustimmungsquote von über 99 Prozent verabschiedeten sie den Sanierungsplan. Dadurch kann das Unternehmen wieder die nötigen Sicherheiten für Bürgschaften hinterlegen und vollumfänglich an staatlichen Ausschreibungen teilnehmen.

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Die finanzielle Realität bleibt hart

Trotz der Projektfortschritte agiert das Management vor einer äußerst angespannten Kulisse. Für das abgelaufene Jahr 2025 erwartet ABO Energy den ersten Jahresfehlbetrag der fast 30-jährigen Firmengeschichte. Der prognostizierte Verlust von rund 170 Millionen Euro bei einer Gesamtleistung von 230 Millionen Euro verdeutlicht das Ausmaß der Schieflage. Verantwortlich für den Einbruch sind unter anderem verschobene Projekte und Wertberichtigungen in Höhe von 35 Millionen Euro infolge reduzierter Einspeisevergütungen bei überzeichneten Auktionen.

Seit Januar 2026 sichert eine Stillhaltevereinbarung mit wesentlichen Kreditgebern das Überleben. Personell zog das Unternehmen ebenfalls Konsequenzen: Finanzgeschäftsführer Alexander Reinicke verließ im März seinen Posten. Erschwerend kommt das anhaltend hohe Zinsniveau hinzu. Da Projektentwickler stark auf Fremdkapital angewiesen sind, dämpfen schwindende Hoffnungen auf rasche Zinssenkungen der US-Notenbank Fed die Margenaussichten in der gesamten Branche.

Den ultimativen Stresstest für den eingeschlagenen Sanierungskurs liefert der geprüfte Konzernabschluss 2025. Die Veröffentlichung ist für Juni 2026 terminiert, gefolgt von der ordentlichen Hauptversammlung im August. Anhand dieser Zahlenpakete wird sich der genaue Kapitalbedarf für die weitere Umsetzung der bestehenden Projektpipeline exakt bemessen lassen.

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ABO WIND AG Aktie

5,79 EUR

– 0,10 EUR -1,70 %
KGV 2,28
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 11,19 %
Marktkapitalisierung 54,31 Mio. EUR
ISIN: DE0005760029 WKN: 576002

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