Der österreichische Stahlkonzern Voestalpine erlebt derzeit ein klassisches Tauziehen am Kapitalmarkt. Auf der einen Seite drückt eine geplante Kapitalmaßnahme auf die Stimmung, auf der anderen Seite lockt der Aufstieg in den elitären ATX five neue Käufer an. Werden die Indexfonds den Verkaufsdruck der Wandelanleihe überkompensieren können?
Verkaufsdruck durch Kapitalmaßnahme
Anfang März sorgte das Management zunächst für eine gewisse Verstimmung bei den Anlegern. Eine Aufstockung der bestehenden Wandelanleihe aus dem Jahr 2023 um bis zu 35 Millionen Euro auf insgesamt 285 Millionen Euro wurde angekündigt. Da die für die zweite Märzhälfte geplante Maßnahme die Bezugsrechte der Altaktionäre ausschließt, reagierten viele Investoren defensiv.
Marktbeobachter verweisen hier auf den für solche Emissionen typischen Mechanismus: Anleger sichern ihre Positionen häufig über Leerverkäufe ab. Dies trug maßgeblich dazu bei, dass der Titel zuletzt unter Druck geriet und sich zeitweise rund 15 Prozent von seinem erst Ende Februar markierten Jahreshoch bei 49,10 Euro entfernte.
Rückenwind durch den ATX five
Doch die Gegenreaktion ließ nicht lange auf sich warten. Die Wiener Börse verkündete kurz darauf, dass Voestalpine ab dem 23. März den Energieversorger Verbund im ATX five ersetzen wird. Dieser Index bündelt die fünf am höchsten gewichteten Titel der Börse. Für die Aktie bedeutet das einen handfesten strukturellen Vorteil: Nachbildende Fonds müssen ihre Portfolios zwingend anpassen und Papiere der Voestalpine zukaufen.
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Diese Aussicht auf eine garantierte Nachfrage bringt aktuell wieder Käufer in den Markt und verhalf dem Kurs am Dienstag zu einem ordentlichen Plus von knapp 3,6 Prozent auf 41,40 Euro. Das unterstreicht den ohnehin starken übergeordneten Trend, der Anlegern auf Sicht von zwölf Monaten einen deutlichen Kursgewinn von rund 71 Prozent beschert hat.
Operatives Fundament bleibt stabil
Abseits dieser börsentechnischen Sondereffekte liefert das operative Geschäft weiterhin ein stabiles Fundament. Obwohl der Umsatz zuletzt leicht rückläufig war, kletterte das operative Ergebnis (EBITDA) in den ersten drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahres um 7,2 Prozent auf rund eine Milliarde Euro. Gleichzeitig baute das Unternehmen seine Nettoverschuldung deutlich um über 27 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro ab. Mit einer bestätigten Jahresprognose und dem 1,5 Milliarden Euro schweren Investitionsprogramm „Greentec Steel“ zur Senkung der CO₂-Emissionen treibt der Konzern seine Transformation konsequent voran.
Die Auflösung des aktuellen Spannungsfelds erfolgt in den kommenden Wochen. Während die Emission der Wandelanleihen-Aufstockung in der zweiten Märzhälfte noch für kurzfristige Volatilität sorgen kann, entfaltet die Indexaufnahme am 23. März ihre Wirkung. Sobald die automatischen Umschichtungen der institutionellen Investoren abgeschlossen sind, dürfte der technische Verkaufsdruck weichen und die soliden fundamentalen Rahmendaten wieder die alleinige Richtung für den Industrietitel vorgeben.
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