BP setzt gleich an mehreren Stellen an, um das Tagesgeschäft planbarer zu machen. Ein milliardenschwerer Vertrag im Kaspischen Meer sorgt für langfristige Auslastung, während in den USA ein Arbeitskonflikt am wichtigsten Raffineriestandort entschärft werden soll. Dazu kommt ein Führungswechsel in Australien – mitten in der Balance zwischen klassischem Kraftstoffgeschäft und Energiewende-Zielen.
Milliardendeal im Kaspischen Meer
Kern der Nachricht ist eine erneuerte Vereinbarung mit Turan Drilling & Engineering, einem Joint Venture von SOCAR AQS und dem US-Dienstleister Helmerich & Payne. Der Vertrag läuft zunächst fest fünf Jahre ab März 2026 und enthält Optionen für drei zusätzliche Verlängerungen um jeweils ein Jahr. Laut Berichten von World Oil und Offshore Technology könnte das Gesamtvolumen über 1 Milliarde US-Dollar liegen – sofern alle Optionen gezogen werden.
Turan Drilling soll weiterhin Bohr- und Wartungsleistungen für von BP betriebene Anlagen erbringen. Genannt werden Plattformen in den Feldern ACG (Öl und Gas) sowie Shah Deniz (Gas). Diese Assets sind nicht nur finanziell wichtig, sondern spielen auch für die regionale Versorgung eine Rolle, weil Gas über den Southern Gas Corridor in Absatzmärkte geliefert wird.
BP ordnet das in die eigene Strategie ein: Im Fokus stehen „advantaged hydrocarbons“ – also bestehende, gut erschlossene Öl- und Gasprojekte mit Infrastruktur und langfristigem Förderpotenzial. Der Vertrag wirkt damit wie ein Stabilitätsanker für einen Teil des Portfolios, das verlässlich Cashflow liefern soll.
Whiting: BP zieht die Schraube bei Streikregeln an
Parallel arbeitet BP daran, kurzfristige operative Risiken zu begrenzen – ausgerechnet am größten US-Standort. Laut Morningstar hat das Unternehmen am Donnerstag beantragt, die Ankündigungsfrist für Streik oder Aussperrung auf 150 Tage zu verlängern. Bisher gilt demnach eine 24-Stunden-Frist.
Hintergrund: In der Raffinerie Whiting (Indiana) mit einer Kapazität von 440.000 Barrel pro Tag laufen Verhandlungen mit der Gewerkschaft United Steelworkers (USW) über einen neuen Tarifvertrag. Brisant ist der Zeitpunkt, weil zuvor 98% der lokalen Gewerkschaftsmitglieder für ein Streikmandat gestimmt hatten. Die längere Frist soll laut Bericht Stabilität und Sicherheit im Betrieb erhöhen, während die Gespräche weitergehen. Was bedeutet das konkret? Vor allem würde ein möglicher Arbeitskampf deutlich früher sichtbar und die Planungssicherheit für den Betrieb steigen.
Australien: Wechsel an der Spitze
In der Region Asien-Pazifik gibt es zudem eine Personalrochade. Lucy Nation, Country President von BP Australien, tritt Ende März nach 28 Jahren im Unternehmen zurück. Nachfolger wird Paul Augé, bislang Senior Vice President für „Mobility & Convenience“ in der Region. Der Wechsel soll zum 1. März wirksam werden.
Seine Aufgabe: Die australische Einheit durch eine Phase zu steuern, in der klassische Kraftstoffversorgung und die Ziele der Energiewende gleichzeitig bedient werden müssen.
Zum Handelsschluss notierte die Aktie bei 5,39 € und lag damit 1,53% im Minus. Auffällig: Das Papier bewegt sich weiterhin nahe am 52-Wochen-Hoch von 5,50 € von Anfang Februar – ein Zeichen, dass der Markt die operativen Themen bislang eher als Management- als als Geschäftsmodellfrage einordnet.
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