Die Bewertung der TUI-Papiere spaltet derzeit die Expertenlager und sorgt für Unsicherheit am Markt. Während die britische Investmentbank Barclays erhebliches Aufwärtspotenzial identifiziert, mahnen andere Stimmen zur Vorsicht. Im Kern geht es darum, ob die operativen Fortschritte des Reisekonzerns bereits ausreichend im Kurs abgebildet sind oder ob eine größere Neubewertung bevorsteht.
- Optimismus: Barclays hebt das Kursziel auf 12,00 Euro an.
- Skepsis: Bernstein Research sieht den fairen Wert bei lediglich 7,90 Euro.
- Strategie: Fokus auf Margenverbesserung und Flottenerneuerung.
Die Lücke zwischen 8 und 12 Euro
Auslöser der aktuellen Debatte ist eine Analyse von Barclays vom 15. Januar. Die Experten bestätigten ihr „Overweight“-Rating und schraubten das Kursziel von 11,75 Euro auf 12,00 Euro nach oben. Dieses Szenario impliziert ein Kurspotenzial von rund 33 Prozent gegenüber dem gestrigen Schlusskurs von 9,02 Euro.
Demgegenüber steht die konservative Haltung von Bernstein Research. Das Analysehaus hält an seiner Einstufung „Market-Perform“ fest und verortet das Kursziel bei 7,90 Euro. Diese Diskrepanz von über 4 Euro verdeutlicht die unterschiedliche Gewichtung der Risiken und Chancen durch die institutionellen Beobachter. Marktteilnehmer reagierten zuletzt abwartend auf diese Gemengelage. Mit einem Wochenverlust von 4,10 Prozent hat die Aktie einen Teil der Gewinne der letzten zwölf Monate (+20,19 Prozent) wieder abgegeben, notiert aber weiterhin oberhalb des 50-Tage-Durchschnitts von 8,56 Euro.
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Operative Treiber und Bremsklötze
Hinter den unterschiedlichen Bewertungen stehen die strategischen Updates für das Jahr 2026. TUI plant ein moderates Umsatzwachstum von 2 bis 4 Prozent und konkretisiert die Rückkehr zur Dividendenzahlung mit 0,10 Euro je Aktie.
Um die Margen zu stützen, setzt das Management auf ein umfassendes Kostensenkungsprogramm, das insbesondere den Airline-Bereich betrifft. Gleichzeitig soll die Flottenerneuerung durch 20 neue Boeing-Flugzeuge die Effizienz steigern. Positive Signale kommen zudem aus dem operativen Geschäft: TUI Suisse meldet eine hohe Nachfrage für Fernziele, und der Joint-Venture-Partner Royal Caribbean Group stärkt mit einem neuen Loyalitätsprogramm die Attraktivität des für TUI wichtigen Kreuzfahrtsegments.
Ausblick
Die fundamentale Bewertungssituation spitzt sich auf die Realisierbarkeit der Gewinnprognosen zu. Analysten rechnen für 2026 im Schnitt mit einem Anstieg des Gewinns je Aktie auf 1,40 Euro (Vorjahr: 1,17 Euro). Sollte dieses Ziel erreicht werden, würde das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) auf ein Niveau von ca. 6,4 sinken, was die These einer Unterbewertung stützen würde. Die kommenden Quartalszahlen müssen nun belegen, ob die Kostensenkungen schnell genug greifen, um das bullische Szenario von Barclays zu rechtfertigen.
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