Diageo hat die Anleger mit seinen Halbjahreszahlen für das Geschäftsjahr 2026 massiv enttäuscht. Der Spirituosen-Riese kürzte nicht nur die Dividende drastisch, sondern senkte unter der Führung des neuen CEO Dave Lewis auch die Prognose für das Gesamtjahr. Es ist einer der heftigsten Kursrückgänge für das Unternehmen seit fast drei Jahrzehnten.
Halbierte Dividende belastet
Der Spirituosenhersteller kämpft mit einem schwierigen Marktumfeld. Der Nettoumsatz sank im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2026 um 4 % auf 10,5 Milliarden US-Dollar. Besonders schwer wiegt jedoch die Entscheidung des Managements, die Zwischendividende von 0,405 US-Dollar auf 0,20 US-Dollar pro Aktie zu halbieren. Diese Maßnahme ist Teil einer neuen Ausschüttungspolitik, die eine Quote von 30 % bis 50 % anstrebt, um Kapital für Investitionen und den Schuldenabbau freizusetzen.
Nach dem heftigen Ausverkauf schloss die Aktie am gestrigen Freitag bei 18,95 Euro, womit sie auf Wochensicht über 11 % an Wert verlor. Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 erwartet Diageo nun einen organischen Umsatzrückgang von 2 % bis 3 %.
Schwäche in Kernmärkten
Verantwortlich für die schwachen Zahlen ist vor allem die sinkende Kaufkraft in Nordamerika sowie ein massiver Einbruch in China. Dort brachen die Verkäufe von chinesischem Baijiu um 56 % ein. Selbst das sonst so profitable Tequila-Segment in den USA verzeichnete zweistellige Rückgänge. Marktbeobachter werten dies als zyklische Schwäche, die selektive Preisanpassungen erforderlich machen könnte.
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Einige Lichtblicke gibt es dennoch: Die Biermarke Guinness wuchs organisch um fast 11 %, und auch trinkfertige Spirituosen-Mixgetränke legten deutlich zu. Kann das Unternehmen mit diesen Wachstumsnischen die Schwäche bei den klassischen Hochprozentern ausgleichen?
Strategiewechsel und Entschuldung
CEO Dave Lewis, der erst Anfang 2026 sein Amt antrat, setzt nun auf Agilität und Schuldenreduktion. Mit einer Nettoverschuldung von 21,7 Milliarden US-Dollar liegt die Belastung derzeit beim 3,4-fachen des bereinigten operativen Gewinns und damit über dem angestrebten Zielwert. Ein wichtiger Schritt zur Besserung soll der geplante Verkauf einer 65-prozentigen Beteiligung an den East African Breweries für 2,3 Milliarden US-Dollar im zweiten Halbjahr sein.
Zusätzlich forciert das Unternehmen ein Sparprogramm, das bis zum Geschäftsjahr 2027/28 Kosten in Höhe von 625 Millionen US-Dollar einsparen soll. Ein umfassendes Strategie-Update ist für das zweite Quartal 2026 angekündigt, welches den weiteren Fahrplan für die Sanierung der Bilanz konkretisieren wird.
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