Der Iran-Krieg verschärft eine Krise, die schon vor dem ersten Schuss begann. Für BASF und die gesamte deutsche Chemieindustrie stapeln sich die Probleme — und ein Ende des Abwärtstrends ist nicht absehbar.
Straße von Hormus als Nadelöhr
Die Blockade der Straße von Hormus trifft die Chemiebranche empfindlicher als viele zunächst dachten. Es geht längst nicht mehr nur um Öl und Gas. Rohstoffe wie Ammoniak, Phosphat, Helium und Schwefel kommen schlicht nicht durch — teils stecken sie direkt in der gesperrten Zone fest. China hält zusätzlich eigene Bestände zurück, mit Blick auf mögliche heimische Versorgungsengpässe. Erste Störungen in internationalen Lieferketten werden bereits gemeldet.
Je länger der Konflikt anhält, desto größer der Schaden. Viele Betriebe stoßen bei hohen Rohstoffpreisen und wachsender Planungsunsicherheit an ihre wirtschaftlichen Grenzen.
Zahlen, die für sich sprechen
Die Bilanz für 2025 fällt vernichtend aus. Der Branchenumsatz schrumpfte um 1,4 Prozent auf 219,6 Milliarden Euro, die Produktion ging um 0,5 Prozent zurück. Im letzten Quartal 2025 beschleunigte sich der Abwärtstrend noch: Die Produktion fiel um 2,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal, im Segment Kunststoff-Polymere sogar um 5,8 Prozent. Die Kapazitätsauslastung der Branche lag zuletzt bei 72,5 Prozent — und damit deutlich unter der Rentabilitätsschwelle.
Beschäftigte zahlen den Preis: Die Zahl der Arbeitsplätze in der Chemie- und Pharmaindustrie sank 2025 auf knapp 478.000. BASF allein trennte sich zwischen Ende 2023 und Ende 2025 von rund 4.800 Mitarbeitern, etwa die Hälfte davon in Deutschland. Ein Ende des Stellenabbaus ist nach Aussage des Verbands derzeit nicht in Sicht.
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Prognose gestrichen, Ausblick getrübt
Der Branchenverband VCI hat seine Jahresprognose für 2026 vollständig zurückgezogen. Ursprünglich war für die Chemie allein ein Produktionsrückgang von einem Prozent bei einem Umsatzminus von rund zwei Prozent erwartet worden — Zahlen, die angesichts der neuen Lage inzwischen fast optimistisch wirken.
Einzig die Pharmasparte bietet einen kleinen Lichtblick: Die Produktion legte im vierten Quartal 2025 um 6,6 Prozent zu. Doch auch dort wächst die Nervosität, wie der VCI betont.
Für BASF bleibt das Umfeld damit ausgesprochen schwierig. Schwache Industriekonjunktur, aggressiver Importdruck aus China und jetzt ein Rohstoffschock durch den Iran-Krieg — das ist eine Kombination, die selbst strukturelle Sparmaßnahmen nur begrenzt abfedern können. Heute verlor der DAX 0,2 Prozent, BASF zählte dabei zu den wenigen Gewinnern im Index. Das dürfte jedoch kaum darüber hinwegtäuschen, dass das operative Fundament weiter bröckelt.
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