Mehrere Gewinnwarnungen, eine BaFin-Prüfung und ein Wechsel an der Konzernspitze – bei Gerresheimer kommt nach einem schwierigen Jahr vieles gleichzeitig zusammen. Parallel stellt das Unternehmen die Strategie neu auf und startet ein Transformationsprogramm, das vor allem Kosten und Cashflow in den Blick nimmt. Wie konkret soll dieser Neustart gelingen?
Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:
– 2025-Prognose mehrfach gesenkt: statt 0–2% Wachstum nun -2 bis -4% organisch
– Bereinigte EBITDA-Marge reduziert auf rund 18,5–19% (zuvor ca. 20% angepeilt)
– BaFin-Prüfung im Zusammenhang mit Fragen zur Erlösbilanzierung
– Interims-CEO Uwe Röhrhoff seit 1. November 2025, CFO Wolf Lehmann seit September 2025
– Separation des Moulded-Glass-Geschäfts ab 2026, anschließend geplanter Verkaufsprozess
– Transformationsprogramm mit Ziel: positiver Free Cashflow 2026
Gewinnwarnungen drücken die Erwartungen
Das Geschäftsjahr 2025 verlief enttäuschend. Gerresheimer musste seine Prognose mehrfach nach unten anpassen. Besonders deutlich wurde die Korrektur im Oktober: Aus einem erwarteten organischen Umsatzwachstum von null bis zwei Prozent wurde ein Rückgang von zwei bis vier Prozent.
Auch die Profitabilitätserwartung wurde zurückgenommen. Die bereinigte EBITDA-Marge sieht das Unternehmen nun bei rund 18,5 bis 19 Prozent, nachdem zuvor etwa 20 Prozent angepeilt waren. Als Gründe nannte Gerresheimer eine anhaltende Marktschwäche im Kosmetikgeschäft sowie bei Verpackungslösungen für orale Flüssigmedikamente.
BaFin schaut auf die Erlösbilanzierung
Zusätzlicher Belastungsfaktor: Im September 2025 bestätigte das Unternehmen eine Prüfung durch die deutsche Finanzaufsicht BaFin. Gerresheimer nahm öffentlich Stellung zu den Untersuchungen, die im Zusammenhang mit Fragen zur Erlösbilanzierung stehen.
Neuer Chef, neue Struktur – und ein klarer Fokus auf Cashflow
Ende Oktober 2025 folgte der Führungswechsel: Uwe Röhrhoff übernahm zum 1. November 2025 als Interims-CEO und löste den bisherigen Vorstandsvorsitzenden Dietmar Siemssen ab, der zum 31. Oktober ausschied. Im Finanzressort kam bereits im September Wolf Lehmann als CFO an Bord. Am 1. November 2025 stieß zudem Achim Schalk als neues Vorstandsmitglied hinzu.
Strategisch treibt Gerresheimer zugleich die Trennung vom Moulded-Glass-Geschäft voran. Der Bereich soll separiert und anschließend in einen Verkaufsprozess überführt werden. Ab dem Geschäftsjahr 2026 wird das Formglas-Geschäft als eigenständige Division geführt. Parallel läuft die Integration von Bormioli Pharma weiter, die Ende 2024 abgeschlossen wurde.
Operativ soll ein Transformationsprogramm den Kurs stabilisieren. Ein neu geschaffenes Transformation Office, das direkt an den CFO berichtet, soll Kosten senken, die operative Leistung verbessern und den Free Cashflow stärken. Die Investitionsplanung wird selektiver ausgerichtet – mit klarem Fokus auf den freien Cashflow. Für 2026 peilt Gerresheimer einen positiven Free Cashflow an.
Zum nächsten Stimmungscheck liefert das Unternehmen bald neue Fakten: Heute in drei Wochen erscheint der Geschäftsbericht für 2025, die Quartalsmitteilung für Q1 2026 folgt Mitte April.
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