Die einstige Wasserstoff-Hoffnung Nel ASA steht mit dem Rücken zur Wand. Während der Aktienkurs rund 93 Prozent unter seinem Rekordhoch von 2021 notiert, bricht dem norwegischen Unternehmen das operative Fundament weg. In einem für die Firmenzukunft entscheidenden Jahr stellt sich die drängende Frage: Kann die neue Technologie-Plattform das Ruder noch herumreißen oder ist das Geschäftsmodell gescheitert?
Misstrauensvotum der Anleger
Der Blick auf die Bewertung offenbart die ganze Härte der aktuellen Situation. Mit einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,87 handelt die Aktie derzeit unter ihrem Substanzwert (Net Asset Value). Investoren gehen also davon aus, dass das Unternehmen in naher Zukunft Geld vernichten wird. Der Kurs dümpelt in einer engen Spanne um 2,26 NOK und hat in den letzten zwölf Monaten rund 20 Prozent an Wert verloren. Auch das Handelsvolumen ist eingebrochen: Statt der üblichen 3,9 Millionen Aktien wechseln täglich nur noch rund 1,7 Millionen Stücke den Besitzer.
Verantwortlich für die Talfahrt ist primär der dramatische Schwund bei den Neubestellungen. Der Auftragsbestand hat sich im Jahresvergleich auf 984 Millionen NOK fast halbiert. Dieser Einbruch nimmt dem Unternehmen die Planungssicherheit und hat das Vertrauen institutioneller Anleger massiv beschädigt.
Die wichtigsten Kennzahlen:
- Marktkapitalisierung: 4,15 Mrd. NOK
- Cash-Reserven: 1,76 Mrd. NOK (Stand 30.09.2025)
- Auftragsbestand: 984 Mio. NOK (Halbierung zum Vorjahr)
- Kurs-Buchwert-Verhältnis: 0,87
- 52-Wochen-Spanne: 1,95 – 3,61 NOK
Harte Einschnitte im operativen Geschäft
Die sinkende Nachfrage hat bereits reale Konsequenzen. Nel musste zu Beginn des Jahres 2025 etwa 20 Prozent der Belegschaft abbauen und die Produktion bestimmter Elektrolyseure im Werk Herøya vorübergehend stoppen. Die finanzielle Anspannung zeigt sich auch im Umgang mit Kunden: Das Management fordert inzwischen Ausrüstung von Projekten zurück, bei denen Auftraggeber in Zahlungsverzug geraten sind.
Trotz dieser düsteren Lage gab es gegen Ende 2025 vereinzelte Lichtblicke. Ein Auftrag für das HyFuel-Projekt über mehr als 50 Millionen US-Dollar markierte den zweitgrößten Deal der Firmengeschichte. Doch am Aktienmarkt verpufften diese Nachrichten wirkungslos, da sie die strukturellen Probleme nicht überdecken konnten.
Alles auf eine Karte
Die letzte große Hoffnung ruht auf der Technologie. Im Dezember 2025 gab der Vorstand grünes Licht für die Industrialisierung der „Next-Generation Pressurized Alkaline“-Plattform. Mit Unterstützung des EU-Innovationsfonds, der bis zu 135 Millionen Euro beisteuert, soll die Produktion im ersten Halbjahr 2026 anlaufen.
CEO Håkon Volldal setzt darauf, dass die verbesserten wirtschaftlichen Eckdaten dieser neuen Generation Wasserstoffprojekte auch ohne massive Subventionen rentabel machen. Die modulare Containerbauweise soll teure Gebäudeinvestitionen überflüssig machen und komplexe Anlagen in standardisierte Produkte verwandeln.
Analysten bleiben jedoch skeptisch. Der Marktkonsens tendiert zu „Verkaufen“ oder „Untergewichten“ mit einem durchschnittlichen Kursziel von 2,22 NOK. Während Citi immerhin noch ein Ziel von 2,70 NOK sieht, erwartet Kepler Cheuvreux mit 1,90 NOK weitere Kursverluste.
Am 26. Februar 2026 wird sich die Richtung entscheiden. Bei der Vorlage der Ergebnisse für das vierte Quartal 2025 muss Nel beweisen, dass die Industrialisierung im Zeitplan liegt. Gelingt der kommerzielle Start der neuen Plattform in den kommenden Monaten nicht reibungslos, droht den Aktionären eine dauerhafte Neubewertung der Überlebensfähigkeit des Unternehmens.
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