Der Halbleiter-Ausrüster ASML steht heute im Zentrum eines spannenden Konflikts zwischen starken Fundamentaldaten und wachsenden Bewertungssorgen. Obwohl das Analysehaus Morningstar sein Kursziel deutlich anhob und robuste Nachfrage von Schlüsselkunden prognostiziert, reagieren Anleger verhalten. Angesichts der jüngsten Rallye stellt sich die Frage: Reichen die glänzenden Aussichten, um die mittlerweile sportliche Bewertung zu rechtfertigen?
Analysten sehen goldenes Zeitalter bis 2028
Treibende Kraft hinter den positiven Nachrichten ist ein optimistischer Report von Morningstar. Die Analysten schraubten ihre Einschätzung für den fairen Wert („Fair Value Estimate“) von 850 Euro auf 1.000 Euro nach oben. Hintergrund sind die massiven Investitionspläne großer Chiphersteller, allen voran TSMC.
Die Experten rechnen damit, dass der Ausbau der TSMC-Werke in Arizona und Taiwan eine Flut an Bestellungen für ASMLs hochkomplexe Lithografie-Systeme auslösen wird. Besonders die sogenannten „Low-NA EUV“-Maschinen stehen dabei im Fokus. Die Prognose wurde entsprechend angepasst:
* Absatzprognose: Erwartet werden nun 187 ausgelieferte Systeme zwischen 2026 und 2028 (zuvor 169).
* Umsatzwachstum: Für 2027 werden Umsätze von 40,5 Milliarden Euro modelliert, die bis 2028 auf 45 Milliarden Euro steigen sollen.
* TSMC-Faktor: Allein für 2026 könnte der taiwanische Riese bis zu 40 Systeme bestellen.
Bewertung bremst die Euphorie
Trotz dieser bullischen Aussichten tut sich die Aktie schwer, den Aufwärtstrend ungebremst fortzusetzen. Marktbeobachter führen dies auf die mittlerweile sehr ambitionierte Bewertung zurück. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 43 liegt ASML deutlich über dem Durchschnitt der Halbleiterbranche.
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Daten von „Simply Wall St“ untermauern die Skepsis einiger Marktteilnehmer: Ein dortiges Discounted-Cash-Flow-Modell (DCF) verortet den fairen Wert rechnerisch eher bei 842 Euro – deutlich unter dem aktuellen Kursniveau. Dies führt dazu, dass Anleger nach dem starken Jahresstart Gewinne mitnehmen und das Risiko einer Überbewertung abwägen. Zwar bleibt der „Burggraben“ des Unternehmens durch seine Monopolstellung bei EUV-Maschinen unangetastet, doch die hohe Bewertung lässt wenig Spielraum für Enttäuschungen.
Institutionelle Anleger bleiben an Bord
Ungeachtet der kurzfristigen Volatilität und Bewertungsdiskussionen zeigen sich große Adressen weiterhin überzeugt. So hat United Asset Strategies seine Position im dritten Quartal um 5,4 Prozent aufgestockt. Dies signalisiert, dass langfristig orientierte Investoren weiter auf den KI-Superzyklus setzen, bei dem ASML als unverzichtbarer Lieferant für die Produktion von Hochleistungschips (etwa für Nvidia und AMD) gilt.
Ausblick
Für Anleger richtet sich der Fokus nun auf den 28. Januar 2026. An diesem Tag wird ASML seine Ergebnisse für das vierte Quartal präsentieren. Diese Zahlen müssen bestätigen, ob der Auftragseingang tatsächlich mit den optimistischen Modellen der Analysten Schritt halten kann. Technisch betrachtet befindet sich der Titel nach dem Ausbruch auf neue Hochs in einer Konsolidierungsphase, wobei die Zone um 1.150 US-Dollar als wichtige Unterstützung gilt.
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