Adecco Aktie: 178 Millionen Cashflow-Abfluss im Q1
Trotz besserer Umsatzzahlen enttäuscht Adecco mit sinkender Marge und schwachem Cashflow. Der Ausblick belastet zusätzlich.
Kurz zusammengefasst
- Umsatz steigt über Erwartungen
- Bruttomarge sinkt deutlich
- Operativer Cashflow negativ
- Ausblick auf sinkende Marge
Adecco liefert mehr Umsatz als erwartet, trotzdem verkaufen Anleger die Aktie. Der Grund liegt nicht in der Nachfrage allein, sondern in der Qualität des Wachstums. Margen, Cashflow und Ausblick sprechen eine andere Sprache als die Umsatzzeile.
Die Aktie schloss am Freitag bei 16,34 Euro und verlor am Tag 4,33 Prozent. Auf Wochensicht summiert sich das Minus auf 19,11 Prozent.
Umsatz hilft nicht genug
Im ersten Quartal erzielte Adecco einen Umsatz von 5,66 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 2 Prozent zum Vorjahr. Organisch und bereinigt um Handelstage wuchs der Konzern um 5,3 Prozent.
Das war besser als erwartet. Auch der Gewinn zog an: Unter dem Strich verdiente Adecco 69 Millionen Euro, ein Anstieg von 41 Prozent. Normalerweise wäre das eine solide Vorlage.
Der Markt schaute aber auf die schwächeren Stellen. Die Bruttomarge sank auf 18,8 Prozent und lag damit 60 Basispunkte unter dem Vorjahr. Der operative Cashflow fiel mit einem Abfluss von 178 Millionen Euro deutlich negativ aus.
Gerade bei einem Personaldienstleister zählt nicht nur der Umsatz. Wenn die Marge fällt, kommt vom zusätzlichen Geschäft weniger Ergebnis an. Der schwache Cashflow verstärkt diesen Eindruck.
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Ausblick drückt auf die Stimmung
Belastend wirkt auch der Blick nach vorn. Für das laufende Quartal rechnet das Management mit einer leicht niedrigeren Bruttomarge. Vertriebs- und Verwaltungskosten sollen etwas höher ausfallen.
Das passt zur Lage im Markt. Die Nachfrage nach Personal kühlt in mehreren Regionen ab. Besonders sichtbar bleibt die Schwäche bei Festanstellungen, wo das Geschäft um 7 Prozent zurückging.
Damit entsteht ein unangenehmer Mix. Adecco wächst zwar beim Umsatz, muss dafür aber offenbar mehr Druck bei Preisen und Kosten hinnehmen. Genau diese Kombination mögen Börsen selten.
Technik liefert wenig Entlastung
Der Kursrutsch hat das Chartbild deutlich beschädigt. Seit Jahresanfang liegt die Aktie 34,80 Prozent im Minus. Auch auf Sicht von 30 Tagen steht ein Verlust von 21,52 Prozent.
Auffällig ist dabei: Technisch wirkt die Aktie nicht überverkauft. Der RSI liegt bei 61,4. Zugleich notiert der Kurs 20,03 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt und 31,43 Prozent unter der 200-Tage-Linie.
Kurzfristig hängt viel daran, ob Adecco im laufenden Quartal die Marge stabilisieren kann. Umsatzwachstum allein reicht nach diesen Zahlen nicht mehr. Der Markt verlangt nun Belege, dass mehr Geschäft auch wieder verlässlich in Cashflow und Ergebnis ankommt.
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