Adidas Aktie: Barclays stuft auf Overweight hoch
Barclays sieht bei Adidas Potenzial bis 210 Euro, während eine umstrittene Kampagne das Markenimage belastet und die Aktie schwächt.

Kurz zusammengefasst
- Barclays hebt Adidas auf Overweight
- Kursziel steigt auf 210 Euro
- Entschuldigung löst Boykottaufrufe aus
- Innovationstage am 23. und 24. September
Adidas steckt zwischen zwei gegensätzlichen Nachrichtenlagen fest. Auf der einen Seite steht die Zuversicht von Barclays, das den Sportartikelkonzern jüngst zum Kauf empfahl. Auf der anderen Seite belastet eine Entschuldigung wegen einer umstrittenen Werbekampagne das Markenimage. Anleger sehen den Kurs entsprechend unter Druck.
Barclays traut Adidas mehr zu als das eigene Management
Anfang September stufte Barclays die Aktie auf Overweight hoch und hob das Kursziel auf 210 Euro an. Analystin Viktoria Petrova verwies auf die anstehenden Innovationstage am 23. und 24. September als möglichen Kurstreiber. Sie hält es für möglich, dass Adidas das operative Gewinnziel von 2,3 Milliarden Euro für 2026 übertrifft. Die Bank nahm die Coverage entsprechend auf und schloss neue mittelfristige quantitative Ziele nicht aus.
Die Aktie reagierte auf die Einstufung zunächst mit einem Tagesplus von mehr als 2 Prozent. Als Begründung nannten Marktbeobachter das gestärkte Vertrauen in Produktpipeline, Produktzyklen und Markenstärke, das die Innovationstage in Herzogenaurach liefern könnten. Die Veranstaltung gilt als wichtiger Termin, an dem Adidas seine technologische Ausrichtung präsentieren will.
Boykottaufrufe nach Werbekampagne belasten das Sentiment
Kurz darauf geriet Adidas jedoch in eine Kontroverse. Der Konzern entschuldigte sich nach einer Kampagne mit einem ehemaligen israelischen Soldaten, die Boykottaufrufe ausgelöst hatte.
Adidas stellte die Aktion als lokale Initiative dar und betonte, das Single-Shoe-Programm diene der Inklusion. Nach Unternehmensangaben läuft dieses Programm seit Januar in 23 europäischen Ländern und soll nun auch nach Asien und in den Nahen Osten ausgeweitet werden.
Solche Reputationsrisiken wiegen bei einer Marke wie Adidas besonders schwer, weil das Markenimage direkt in Konsumentscheidungen einfließt. Dass die positive Analystenstimme und die negative Medienresonanz zeitlich zusammenfallen, verunsichert Anleger zusätzlich.
Kurs spiegelt die Unsicherheit wider
Der Aktienkurs zeigt die schwierige Gemengelage deutlich. Am Mittwoch schloss das Papier bei 146,35 Euro, nach einem Minus von 0,5 Prozent auf Tagesbasis.
Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Rückgang von 10 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn beträgt das Minus 13 Prozent. Damit notiert die Aktie 27 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 200,90 Euro, das sie im Oktober markiert hatte.
Der Relative-Stärke-Index von 32,4 deutet auf eine überverkaufte Situation hin, was kurzfristig für eine technische Gegenbewegung sprechen könnte. Verlässt man sich jedoch nur auf solche Indikatoren, blendet man die fundamentalen Belastungsfaktoren aus.
Innovationstage als nächster Prüfstein
Für Anleger rückt damit der 23. und 24. September in den Fokus. Sollte Adidas auf den Innovationstagen überzeugende Produktneuheiten präsentieren und die Zuversicht von Barclays bestätigen, könnte das die Stimmung drehen. Parallel dazu wird sich zeigen, wie nachhaltig die Reputationsschäden aus der Werbekontroverse auf das Konsumentenvertrauen wirken.
Neben der Kampagnenkontroverse lief zuletzt auch das reguläre Produktgeschäft weiter: adidas Originals brachte gemeinsam mit Pharrell Williams Ende August den VIRGINIA Watermoc in drei Farbvarianten auf den Markt, mit globalem Verkaufsstart Anfang September.
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