Adidas erlebt einen spürbaren Stimmungsumschwung: Mehrere große Investmentbanken drehen beim Ausblick für 2026 den Hahn zu, die Aktie fällt auf ein neues 52‑Wochen‑Tief. Wie stark wiegt dieser kombinierte Schlag aus Analystenskepsis und charttechnischem Bruch?
Analysten werden vorsichtiger
Am Freitag rutschte der Kurs im Xetra-Handel auf 143,75 Euro ab – ein Minus von 5,7 Prozent zum Vortag und zugleich das aktuelle 52‑Wochen‑Tief. Vom Hoch im Februar 2025 bei 261 Euro ist das Papier damit rund 45 Prozent entfernt. Auslöser der jüngsten Abwärtsbewegung war vor allem eine deutliche Einstellungsänderung bei RBC Capital Markets.
Der zuständige Analyst Piral Dadhania stufte die Aktie von „Outperform“ auf „Sector Perform“ herab und senkte das Kursziel von 190 auf 160 Euro. Begründung: Für die Jahre bis 2026 sieht RBC nur „begrenzte Kurstreiber“. Aus Sicht der Bank sind sowohl die Erwartungen an das organische Wachstum als auch an die Margen zu hoch angesetzt.
Konkret warnt RBC davor, dass der Rückenwind vergangener Produktzyklen nachlassen könnte. Damit sinkt aus Analystensicht die Wahrscheinlichkeit positiver Überraschungen bei kommenden Quartalszahlen. Die Folge: Das Chance-Risiko-Profil wird skeptischer bewertet, was sich direkt im reduzierten Kursziel widerspiegelt.
Goldman Sachs dreht am Kursziel
Auch Goldman Sachs passt seine Annahmen an, wenn auch weniger drastisch. Analyst Richard Edwards hält zwar am „Neutral“-Rating fest, senkt aber das Kursziel von 210 auf 180 Euro. Inhaltlich zielt die Kritik vor allem auf das Umfeld der gesamten Sportartikelbranche.
Goldman verweist auf moderateres Wachstum im Sektor und vorsichtigere Signale wichtiger Handelspartner wie JD Sports. Das Bild: Der Markt wächst weiter, aber nicht mehr im Tempo der vergangenen Jahre. Für Adidas bedeutet das, dass der frühere Rückenwind aus dem Gesamtsektor nachlässt und die Bewertung stärker von der eigenen operativen Entwicklung abhängt.
Zentrale Punkte der jüngsten Analystenkommentare:
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Adidas?
- RBC stuft von „Outperform“ auf „Sector Perform“ ab
- RBC-Kursziel: Senkung von 190 auf 160 Euro
- Goldman Sachs: Kursziel von 210 auf 180 Euro reduziert, Rating „Neutral“
- Hauptkritik: Zu optimistische Erwartungen für 2026, schwächeres Branchenumfeld
Bernstein bleibt klar positiv
Ein Gegenpol zu dieser Vorsicht ist Bernstein Research. Dort hält man am „Outperform“-Rating fest und sieht das Kursziel weiterhin bei ambitionierten 270 Euro. Bernstein setzt damit deutlich stärker auf langfristige, strukturelle Chancen im Sportartikelmarkt und im Konzern selbst.
Die Spannweite der Kursziele – 160 Euro bei RBC bis 270 Euro bei Bernstein – macht die Unsicherheit im Markt greifbar. Kurzfristig dominieren die Sorgen um eine Wachstumsverlangsamung, während einzelne Häuser stärker auf die längere Perspektive schauen.
Charttechnik: Wichtige Marke verloren
Aus charttechnischer Sicht hat der Freitag eine zentrale Marke fallen lassen. Die Zone um 150 Euro, sowohl psychologisch als auch technisch bedeutend, wurde klar nach unten durchbrochen. Der Schlusskurs liegt nun rund 12 Prozent unter dem 50‑Tage‑Durchschnitt und mehr als 20 Prozent unter dem 200‑Tage‑Durchschnitt – ein Bild eines etablierten Abwärtstrends.
Wesentliche technische Befunde:
- Bruch der Unterstützung bei 150 Euro
- Kurs auf 143,75 Euro als neues 52‑Wochen‑Tief
- Beschleunigter Abwärtstrend, deutlicher Abstand zu den gleitenden Durchschnitten
- Blick der Marktteilnehmer richtet sich auf Tiefs aus früheren Jahren
Mit dem Rutsch auf Wochensicht von gut 10 Prozent und einem 30‑Tage‑Minus von über 25 Prozent ist das Momentum klar negativ. Solange die Zone um 150 Euro nicht zurückerobert wird, bleibt das Risiko weiterer technisch getriebener Verkäufe erhöht.
Ausblick: März wird zum Prüfstein
Die jüngsten Abstufungen und Kurszielsenkungen haben das Sentiment spürbar belastet. Entscheidend ist dabei weniger die kurzfristige Kursreaktion als die Botschaft dahinter: Mehrere große Häuser stellen die bisherige Wachstumsstory für 2026 in Frage und rechnen mit einem anspruchsvolleren Umfeld.
Ein klarer Orientierungspunkt rückt damit in den Fokus: Im März 2026 will der Konzern die detaillierten Jahreszahlen und den offiziellen Ausblick vorlegen. Dann wird sich zeigen, wie weit die aktuelle Analystenskepsis mit der tatsächlichen Prognose des Managements übereinstimmt und ob die bisherigen Markterwartungen nach unten angepasst werden müssen.
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