Adidas Aktie: Führung kauft in Kursschwäche

Adidas-Führungskräfte investieren erneut in eigene Aktien, während Marketingkosten, Kampagnenkritik und der Quartalsbericht im Fokus stehen.

Redaktion Stock-World ·
Ein minimalistischer, lichtdurchfluteter Konferenzraum steht symbolisch für unternehmerisches Vertrauen und Führung. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Bjørn Gulden kauft 3.600 Adidas-Aktien
  • Aufsichtsrätin erwirbt 720 Anteilsscheine
  • EBIT steigt auf 574 Millionen Euro
  • Quartalszahlen folgen am 29. Oktober

Das Management des Sportartikelherstellers Adidas setzt in einer Phase anhaltender Kurschwäche ein deutliches Zeichen. Mehrere Mitglieder der Führungsebene haben in den vergangenen Tagen im großen Stil eigene Aktien erworben. Diese koordinierten Käufe fallen in eine Zeit, in der das Unternehmen sowohl mit operativen Herausforderungen als auch mit öffentlicher Kritik an einer Werbekampagne konfrontiert ist.

Management nutzt Kursschwäche für Aufstockungen

Die jüngsten Meldungen über Directors‘ Dealings zeigen eine klare Tendenz innerhalb der Adidas-Führung. Am vergangenen Donnerstag erwarb der Vorstandsvorsitzende Bjørn Gulden insgesamt 3.600 Anteile des Unternehmens zu einem Kurs von 139,98 Euro.

Das Transaktionsvolumen belief sich auf rund 503.935 Euro. Nur einen Tag später, am Freitag, folgte ein weiteres Signal aus dem Aufsichtsrat. Birgit Kretschmer kaufte 720 Aktien zu einem Preis von 140,38 Euro, was einem Gesamtvolumen von etwa 101.071 Euro entspricht.

Diese Zukäufe ergänzen eine Serie von Insider-Transaktionen, die sich bereits im Sommer abzeichnete. Bereits am 31. Juli hatte Bjørn Gulden 3.199 Aktien für über eine halbe Million Euro erworben. Dass die Führungskräfte nun erneut zugreifen, wird am Markt als Vertrauensbeweis gewertet. Die Aktie hat seit Jahresbeginn einen Wertverlust von 16 % verzeichnet und notiert derzeit bei 142,85 Euro.

Herausforderungen zwischen Marketing-Kosten und Kampagnen-Kritik

Das Betriebsergebnis (EBIT) kletterte um 5 % auf 574 Millionen Euro. Trotz dieses Wachstums blieben Teile der Ergebnisentwicklung hinter den Erwartungen zurück. Medienberichten zufolge lasteten vor allem deutlich gestiegene Marketingausgaben auf der operativen Marge.

Zusätzliche Unruhe verursachte zuletzt eine Marketingaktion. Laut einem Bericht von Al Jazeera löste eine Kampagne mit dem israelischen Soldaten Shalev Biton, die im Rahmen einer Amputee-Service-Initiative veröffentlicht wurde, Boykott-Aufrufe aus. Pro-palästinensische Aktivisten kritisierten die Anzeige scharf.

Solche Kontroversen belasten die Stimmung rund um den Wert zusätzlich zur ohnehin schwierigen Branchensituation. Richard Edwards, Analyst bei Goldman Sachs, hatte bereits Anfang August auf spätzyklische Trends und einen verschärften Wettbewerbsdruck hingewiesen.

Fokus auf die kommenden Quartalszahlen

Trotz der kurzfristigen Störfeuer hält Adidas an seinen Zielen für das Gesamtjahr fest. Das Unternehmen hob die Prognose für das währungsneutrale Umsatzwachstum zuletzt auf 9 bis 10 % an und peilt ein EBIT von etwa 2,3 Milliarden Euro an. Die Analysten von UBS und ODDO BHF hatten Ende Juli zwar ihre Kursziele gesenkt, dabei jedoch die solide Umsatzdynamik hervorgehoben, während sie gleichzeitig die Qualität der Erträge kritisch hinterfragten.

Anleger blicken nun gespannt auf den 29. Oktober, wenn Adidas die Ergebnisse für das dritte Quartal vorlegen wird. Der aktuelle Kurs liegt mit einem Plus von 9,7 % zwar noch über dem 52-Wochen-Tief, doch die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Insider-Käufe den Boden für eine nachhaltige Erholung bereiten konnten.

Die koordinierte Kaufaktivität der Führungsriege deutet darauf hin, dass man intern von der langfristigen Strategie und der Erreichbarkeit der Jahresziele überzeugt ist.

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Adidas Aktie

142,55 EUR

+ 0,45 EUR +0,32 %
KGV 18,24
KUV 0,96
Sektor Zyklischer Konsum
Div.-Rendite 1,96 %
Marktkapitalisierung 25,21 Mrd. EUR
Ø Kursziel 200,65 EUR
ISIN: DE000A1EWWW0 WKN: A1EWWW

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