Adidas Aktie: Nike übernimmt DFB-Ausrüstung 2027

Adidas zeigt das finale Nationaltrikot für die DFB-Elf. Parallel verhandelt der Konzern über eine Vertragsverlängerung mit dem FC Arsenal und rüstet sich für die Halbjahreszahlen.

Redaktion Stock-World ·
Ein modernes, professionelles Fußballstadion bei Dämmerung, das die Dynamik der Sportartikelindustrie symbolisiert. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Letztes DFB-Trikot unter Adidas vorgestellt
  • Verhandlungen mit Arsenal über höhere Ausrüsterzahlungen
  • Neuer Sneaker Whisper Glide für Asien lanciert
  • Halbjahresbericht nach WM-Finale erwartet

Ein schwarzes Trikot mit orangefarbenen Streifen markiert das Ende einer Ära. Adidas hat das letzte Nationaltrikot für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft vorgestellt – als Tribut an eine 72 Jahre währende Partnerschaft, die 2027 endet. Dann übernimmt Nike die Ausstattung des DFB-Teams. Für den Sportartikelkonzern aus Herzogenaurach ist der Abschied von einem seiner traditionsreichsten Sponsoring-Verträge ein symbolträchtiger Einschnitt, der die Anleger in einer ohnehin schon angespannten Marktphase beschäftigt.

Arsenal soll Lücke im Portfolio schließen

Während ein Kapitel im deutschen Fußball endet, verhandelt Adidas an anderer Stelle über eine Verlängerung. Mit dem FC Arsenal führt der Konzern Gespräche über eine vorzeitige Ausweitung des bestehenden Ausrüstervertrags, der eigentlich noch bis zur Saison 2029/30 läuft und aktuell einen Wert von rund 75 Millionen Pfund pro Jahr hat. Der Londoner Club strebt nach Angaben aus dem Umfeld der Verhandlungen rund 90 Millionen Pfund jährlich an – eine Summe, die sich an dem Deal orientiert, den Adidas bereits mit Manchester United vereinbart hat. Die Verhandlungen zeigen, dass der Konzern seine Präsenz im europäischen Vereinsfußball trotz des DFB-Abschieds offensiv ausbaut und dort investiert, wo langfristige Markenbindung planbarer erscheint als nationale Verbandsverträge.

Auf der Produktseite bleibt Adidas ebenfalls aktiv: Mit dem Sneaker-Modell Whisper Glide bringt die Marke einen an den Modehersteller Miu Miu angelehnten Schuh mit rotem Wildleder-Obermaterial und doppelter Schnürung in den asiatischen Markt. Solche Kollaborationen sollen das Lifestyle-Geschäft abseits des klassischen Teamsports stärken.

Bericht zur Jahresmitte rückt in den Fokus

Für Anleger dürfte in dieser Woche jedoch weniger das Sponsoring-Geschäft als vielmehr die Zahlenvorlage im Vordergrund stehen. Adidas legt seinen Bericht zur Jahresmitte im Anschluss an das WM-Finale vor, und Analysten rechnen mit zweistelligen Zuwächsen im Konzernumsatz. Der Blick richtet sich dabei darauf, wie stark das Fußballgeschäft rund um die Weltmeisterschaft die Erlöse getrieben hat und ob sich der positive Trend aus den Vorquartalen fortsetzt.

Die Erwartungshaltung trifft auf eine Aktie, die zuletzt an Schwung verloren hat. Am Freitag schloss das Papier bei 172,50 Euro, nach einem Rückgang von 4,51 Prozent innerhalb einer Woche. Damit bleibt der Kurs mit einem Abstand von 13,16 Prozent deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 198,65 Euro, das Ende Juli vergangenen Jahres markiert wurde. Die Kombination aus auslaufendem DFB-Vertrag, neuen Sponsoring-Verhandlungen und der bevorstehenden Zahlenvorlage sorgt für erhöhte Unsicherheit unter Investoren, die sich in der schwächeren Kursentwicklung der vergangenen Wochen spiegelt.

Strategischer Umbruch im Sponsoring

Der Wechsel beim DFB reiht sich in eine größere Neuausrichtung des Adidas-Sponsoringportfolios ein. Verbandsverträge wie jener mit dem DFB sind historisch prestigeträchtig, aber teuer und politisch sensibel, während Klub-Deals wie mit Arsenal oder Manchester United dem Konzern mehr Flexibilität bei der Preisgestaltung bieten. Sollte die Einigung mit Arsenal auf Basis der angestrebten 90 Millionen Pfund zustande kommen, würde dies die Kostenbasis im Vereinssponsoring weiter erhöhen, zugleich aber die globale Sichtbarkeit der Marke in einer der kommerziell wertvollsten Ligen sichern. Für Anleger bleibt entscheidend, ob solche strategischen Weichenstellungen sich in den anstehenden Halbjahreszahlen bereits in konkreten Wachstumsraten niederschlagen.

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