Adidas Aktie: Politik greift Trikotpreise an
Politiker kritisieren 75 Euro für Kinder-Trikots als zu teuer. Adidas verweist auf hohe Entwicklungskosten und Lizenzgebühren.

Kurz zusammengefasst
- Unionspolitiker fordern günstigere Kindertrikots
- Adidas verweist auf Entwicklungs- und Lizenzkosten
- WM-Kollektion als letzte Adidas-DFB-Ausrüstung
- Aktienkurs bleibt von Preisdebatte unbeeinflusst
Kurz vor dem WM-Auftakt am 11. Juni gerät Adidas unter Druck — nicht wegen der Leistung auf dem Platz, sondern wegen der Preise im Shop. 75 Euro für ein Kindertrikot der Nationalmannschaft: Das reicht Unionspolitikern im Bundestag, um laut zu werden.
Stephan Mayer, sportpolitischer Sprecher der Unionsfraktion, nannte den Preis gegenüber der „Rheinischen Post“ eine „enorme finanzielle Herausforderung“ für viele Familien. Er appellierte an Adidas, Kindertrikots deutlich günstiger anzubieten. Bundestags-Sportausschuss-Vize Jens Lehmann ergänzte, solange die Nachfrage so hoch bleibe, werde sich vermutlich nichts ändern — mahnte aber: DFB und Hersteller müssten darauf achten, Fans nicht durch eine „überzogene Preispolitik“ zu entfremden.
Adidas verteidigt Kalkulation
Adidas ließ die Kritik nicht unbeantwortet. Das Unternehmen begründete den Preis mit hohem Entwicklungsaufwand, umfangreichen Testverfahren, hochwertigen Materialien und Lizenzgebühren an den DFB. Kindertrikots beginnen bei 75 Euro, Erwachsenentrikots bei 100 Euro. Fan-Versionen zu niedrigeren Preispunkten seien im Sortiment verfügbar, so Adidas.
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Händler wie Intersport verzeichneten allein zur Heim-EM 2024 fast 500.000 Trikot-Verkäufe und rechnen für die WM mit noch stärkerer Nachfrage — insbesondere nach dem blauen Auswärtstrikot. Das spricht für Adidas‘ Kalkulation: Wer kauft, zahlt offenbar.
Das letzte Kapitel einer langen Partnerschaft
Die Debatte hat einen zusätzlichen Hintergrund. Diese WM-Trikots sind die letzten, die Adidas für die deutsche Nationalmannschaft produziert. Nach mehr als 70 Jahren gemeinsamer Geschichte übernimmt Nike ab 2027 den DFB-Ausrüstervertrag. Adidas hat die WM-Kollektion als Nostalgie-Stück positioniert: Heim- und Auswärtstrikot von 1994 wurden neu aufgelegt, weitere Erfolgs-Designs erhalten ein Revival.
Das verleiht den Trikots einen gewissen Sammlerwert — und erklärt, warum der Hersteller keine Bereitschaft zeigt, an der Preisschraube zu drehen. An der Börse hielt sich die Aktie zum Wochenstart stabil, die Preisdiskussion hinterließ bislang keinen messbaren Abdruck.
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