Adidas Aktie: US-Zölle belasten

Adidas senkt seine Jahresprognose erheblich. Neue US-Einfuhrzölle und ungünstige Währungseffekte belasten das Ergebnis mit 400 Millionen Euro und verhindern die angestrebte Profitabilität.

Dr. Robert Sasse ·
Adidas Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Betriebsergebnisziel für 2026 deutlich gesenkt
  • US-Zölle und Wechselkurse kosten 400 Millionen Euro
  • Aktie notiert auf neuem 52-Wochen-Tief
  • Dividende wird um 40 Prozent erhöht

Der Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach muss seine Erwartungen für das laufende Jahr spürbar zurückschrauben. Neue US-Einfuhrzölle und ungünstige Wechselkurse durchkreuzen die ambitionierten Pläne von CEO Björn Gulden. Anstatt die anvisierte Profitabilität zu erreichen, sieht sich das Unternehmen mit Mehrkosten in dreistelliger Millionenhöhe konfrontiert.

Kostendruck durch US-Tarife

Konkret rechnet das Management für 2026 nur noch mit einem Betriebsergebnis von 2,3 Milliarden Euro. Damit verfehlt der Konzern die Markterwartungen um rund 15 Prozent. Verantwortlich für diese Lücke sind einkalkulierte Belastungen in Höhe von 400 Millionen Euro. Insbesondere die neuen US-Zölle auf asiatische Importe treffen das Produktionsnetzwerk empfindlich.

In der Folge dürfte die operative Marge lediglich bei 8,5 bis 8,8 Prozent landen und das selbst gesteckte Ziel von zehn Prozent vorerst verfehlen. Die Börse quittiert diese Aussichten mit einem deutlichen Abschlag: Aktuell notiert das Papier bei 132,30 Euro und markiert damit exakt ein neues 52-Wochen-Tief.

Starke Basis trifft auf Skepsis

Dabei verlief das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 äußerst erfolgreich. Das operative Ergebnis sprang um 54 Prozent auf 2,06 Milliarden Euro nach oben. Um Aktionäre angesichts des trüben Ausblicks bei Laune zu halten, hat das Management ein umfassendes Paket geschnürt:

  • Dividende: Erhöhung um 40 Prozent auf 2,80 Euro je Aktie für 2025
  • Aktienrückkauf: Volumen von bis zu einer Milliarde Euro bis Ende 2026
  • WM-Effekt: Zusätzlicher Umsatzimpuls von einer Milliarde Euro durch die FIFA-WM 2026 kalkuliert

Marktbeobachter reagieren gespalten auf die angepasste Realität. Die Privatbank Berenberg senkte ihr Kursziel von 220 auf 190 Euro und beließ die Einstufung auf „Hold“, da Analysten eine zweistellige EBIT-Marge nun erst für 2028 erwarten. Die UBS hingegen hält an ihrer Kaufempfehlung mit einem Ziel von 219 Euro fest. Sie verweist auf mögliche Zoll-Rückerstattungen durch jüngste Gerichtsentscheidungen.

Der nächste wichtige Termin für Anleger ist der 29. April 2026, wenn die Berichterstattung für das erste Quartal ansteht. Bis dahin werden die tatsächlichen Auswirkungen der US-Zollpolitik sowie die Währungsentwicklungen die maßgeblichen Treiber für den Kursverlauf bleiben. Sollte sich das fundamentale Umfeld nicht aufhellen, droht eine Ausweitung des bisherigen Jahresverlusts von über 21 Prozent.

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Adidas Aktie

182,45 EUR

+ 0,70 EUR +0,39 %
KGV 23,70
Sektor Zyklischer Konsum
Div.-Rendite 1,53 %
Marktkapitalisierung 32,45 Mrd. EUR
ISIN: DE000A1EWWW0 WKN: A1EWWW

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