Adidas Aktie: Zölle treiben Marge
Adidas steigerte im dritten Quartal Umsatz und Gewinn; für 2026 hebt das Management das Ziel beim Betriebsergebnis auf rund 2,5 Milliarden Euro.

Kurz zusammengefasst
- Quartalsumsatz wächst um 9,4 Prozent
- Operative Marge steigt auf 13,9 Prozent
- US-Zollrückzahlung trägt rund 200 Millionen Euro bei
- Management plant 2,5 Milliarden Euro Betriebsergebnis
Die Zahlen stehen schon seit dem 20. Oktober im Groben fest, jetzt liegt der Detailbericht vor. Er zeigt, wie stark Sondereffekte und Weltmeisterschaft das dritte Quartal geprägt haben. Die Aktie legte zeitweise gut drei Prozent auf rund 163 Euro zu.
Marge springt auf 13,9 Prozent
Der Umsatz stieg im Quartal um 9,4 Prozent auf 7,25 Milliarden Euro. Währungsbereinigt wuchs vor allem das Geschäft mit Lauf- und Fußballartikeln, die Performance-Sparte legte um 14 Prozent zu. In China und Nordamerika kletterten die Erlöse zweistellig, mit 12 beziehungsweise 13 Prozent.
Noch stärker zog die Profitabilität an. Die operative Marge verbesserte sich auf 13,9 Prozent nach 11,1 Prozent im Vorjahr. Der Betriebsgewinn übersprang mit 1,008 Milliarden Euro erstmals in einem Quartal die Marke von einer Milliarde.
Unterm Strich blieben 706 Millionen Euro, ein Plus von 53 Prozent. Je Aktie ergibt das einen Gewinn von rund 4 Euro, nach etwa 2,60 Euro im Vorjahr.
Was den Gewinn stützt
Zwei Faktoren halfen. Adidas profitierte fast drei Wochen lang von der Fußball-WM-Euphorie, die bis zum 19. Juli lief. Hinzu kamen Verkäufe zu regulären Preisen statt über Rabatte.
Außerdem erhielt der Konzern eine Erstattung zu viel gezahlter US-Zölle. Sie macht rund 200 Millionen Euro der möglichen Gewinnverbesserung aus. Das Lifestyle-Geschäft mit Modellen wie Samba und Gazelle bleibt dagegen herausfordernd.
Prognose und Analystenstimmen
Für 2026 peilt das Management nun ein Betriebsergebnis von rund 2,5 Milliarden Euro an, bisher waren es 2,3 Milliarden. Rechnerisch wären sogar 2,6 Milliarden möglich.
Etwa 100 Millionen Euro will Adidas jedoch reinvestieren, um die mittelfristigen Margenziele zu stützen. Das Umsatzwachstum soll währungsbereinigt weiter bei 9 bis 10 Prozent liegen. Im vierten Quartal soll auch Europa wieder wachsen.
Bernstein Research bestätigte die Einstufung „Outperform“ mit einem Kursziel von 245 Euro. Ausgehend von Kursen um 162 Euro entspricht das einem rechnerischen Potenzial von etwa 51 Prozent.
Mittelfristig will der Konzern die operative Marge 2027 auf 10 Prozent und 2028 über diese Marke heben. Das Schlussquartal zeigt, ob die Erholung in Europa gelingt und der Gewinn auch ohne WM-Rückenwind und Zollerstattung trägt.
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